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Blind Guardian - A night at the Opera
Datum: Donnerstag 11 April 2002 23:42:09
Thema: CD Reviews


Der Erwartungsdruck auf Blind Guardian war mehr als hoch, nach gut 4 Jahren Wartezeit, der hohen Qualität und natürlich auch des Charterfolges des letzten Blind Guardian-Albums. Würden die Krefelder dem Druck gewachsen sein?

Blind Guardian - A night at the Opera

1. Precious Jerusalem
2. Battlefield
3. Under the ice
4. Sadly sings destiny
5. The maiden and the ministrel knight
6. Wait for an answer
7. The soulforged
8. Age of false innocence
9. Punishment divine
10. And then there was silence

Line-Up:

Hansi Kürsch - Lead & Backing Vocals
Andre Olbrich - Lead Rhythm - & Accoustic Guitars
Marcus Siepen - Rhythm Guitars
Thomas Stauch - Drums & Percussion

Erschienen 2002 bei Virgin

Rund 4 Jahre sind vergangen, seit die Mannen um Hansi Kürsch uns mit ihrem letzten Album "Nightfall in Middle Earth" in eine aus grandiosen Melodic Speed Metal-Songstrukturen errichtete Fantasywelt entführten.
Eine lange Zeit und wenn man bedenkt, daß sich auf dem neuen Output nur 10 Songs befinden, muß man sich zwangsläufig fragen, ob Kürsch&Co mit ihrer Kreativität Probleme hatten.
Spätestens nach dem ersten Hördurchgang wird aber klar, daß Blind Guardian auf diesem Album "Klasse statt Masse" haben walten lassen. Alle 10 Songs sind wirklich hochklassig und reihen sich perfekt in die stolze BG-Songwriting-Tradition ein. Mit einer Spielzeit von knapp 65 Minuten müssten die Jungs sich ohnehin keine Abzocke vorwerfen lassen. Das schaffen manch andere Bands nicht mal mit der doppelten Anzahl an Songs.

Ein paar worte zu den einzelnen Songs: "Precious Jerusalem" verschafft dem Album einen eher Midtempo-Einstieg, den aber "Battlefield" und "Under the ice" gleich ordentlich knüppelnd weitergehen. Und auch "Sadly sings destiny" passt musikalisch nicht so richtig zum Titel, denn der Song ist doch eher ein druckvoller Midtempo-Rocksong denn eine klagende Ballade. Die folgt dafür gleich darauf mit "The Maiden and the Ministrel Knight", welcher als Song in der Tradition anderer großer BG-Balladen wie "Mordred's Song" oder selbst "When Sorrow sang" steht. "Wait for an Answer" wechselt zwischen langsamen und druckvolleren, schnelleren Passagen ab und ist damit für mich zusammen mit "And then there was silence" der abwechslungsreichste Song des Albums. "The soulforged" hat einen sehr eingängigen Refrain, tolle Melodiebögen während des gesamten Songs und ist einer meiner Favoriten. "Age of false innocence" ist eine sehr langsame, eher unspektakuläre Nummer. "Punishment Divine" steigert sich langsam aber ständig schneller werdend und wartet mit einer der eingängigsten Melodien des Albums auf. Der Rausschmeisser des Albums, "And then there was silence", welcher zugleich die Vorab-Singleauskopplung war, ist schließlich ein wahres, knapp viertelstündiges Meisterwerk. Alle Blind Guardian-Stärken werden ausgespielt, von schnellen, druckvollen Parts bis hin zu langsamen, wirklich balladesk anmutenden Passagen. Genial!

Das Booklet gefällt mir dann persönlich weniger. Das Artwork sieht aus, wie von einem Comic geklaut. Alle Songtexte sowie die Linernotes sind aber enthalten.

Fazit: Die Verpackung verspricht deutlich weniger, als der Inhalt dann hält! Ein geniales Album von Blind Guardian, die damit die Scharte, die Running Wild und Grave Digger mit ihren letzten Alben geschlagen haben, gekonnt wieder ausmerzen!





Dieser Artikel stammt von der Webseite PlanetHeavyMetal
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