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Wacken Open Air 2003: Wacken Open Air Roadshow mit Mob Rules - Amon Amarth - Onkel Tom - Lordi - 2003

Veröffentlicht am Donnerstag 24 April 2003 20:02:20 von madrebel
phpnuke.gifEine nette Idee hat sich das Wacken Open Air einfallen lassen, um ein wenig Vorabwerbung für das diesjährige Open Air zu machen, und schickte dafür vier mehr oder minder ausgesuchte Bands zusammen auf Tour.

Wacken Open Air Roadshow

Feat. Mob Rules / Amon Amarth / Onkel Tom / Lordi

Bochum / Zeche 23.04.03

Eine nette Idee hat sich das Wacken Open Air einfallen lassen, um ein wenig Vorabwerbung für das diesjährige Open Air zu machen, und schickte dafür vier mehr oder minder ausgesuchte Bands zusammen auf Tour. Dazu kam noch eine DVD-Präsentation, von der ich weder etwas gesehen, noch gehört habe. Wird wohl anscheinend nicht stattgefunden haben, aber dafür gab es eine nette Verlosung. Immerhin auch etwas.
Leider verirrten sich nur etwa 350 Nasen in die Zeche, was aber auch wohl an dem derzeitigen Überangebot guter Bands, die derzeit auf Tour sind, liegen mag.

Den Anfang machten dann schon recht früh „Mob Rules“, die vor einer noch nicht allzu großen Kulisse auftraten. Sie schienen mit ihrem, meines Erachtens recht langweiligen und vorhersehbaren Melodic Power Metal , bei einigen gut anzukommen. Mein Fall war es allerdings nicht, so daß ich mich nach 3 Stücken nach hinten zurückzog. Da ich die Jungs aber soweit nicht kenne, erspare ich mir eine Bewertung, da dies der Band doch unfair gegenüber wäre. Trotzalledem machten die Jungs schon mal prächtig Stimmung, und das ist es ja letztendlich, worauf es ankommt.

Nummer 2 im Billing waren dann die Schwedendeather „Amon Amarth“. Und hier zeigte sich, weswegen die meisten hierhin gekommen waren. Von Anfang an herrschte hier eine Bombenstimmung, gleichzeitig merkte man den fünf Schweden eine fantastische Spielfreude an. Kein Wunder bei dem Zuspruch, der aus de Menge kam. Die Songauswahl war dann auch noch vom feinsten, „Bleed for ancient god's“, „Versus the World“ vom gleichnamigen aktuellen Album, oder auch „'Annihilation Of Hammerfest“ waren nur einige der Songs, die die Matten rotieren ließen. Leider war aber hier nach 45 Minuten auch schon Ende, aber die glücklich verschwitzten Gesichter sprachen Bände, wer für die meisten schon jetzt der Gewinner des Abends war.

Was soll man über „Onkel Tom“ eigentlich groß schreiben ? Schlagermetal für Bierzelte ? Suffgelalle für den im Delirium liegenden Metalhead ? Keine Ahnung, aber man muß dem Engelsschlitzer ja eins zugestehen. Stimmung machen kann er ohne Ende. Auch wenn es fast nichts neues bei diesem Gig gab. Totgelaufene Sauflieder vom Dorfschützenfest, Schunkeleinlagen wie im Musikantenstadl und die immer wieder gleichen Suffansagen. Okay, hin und wieder konnte man sich bei einigen seiner Ansagen echt ein schmunzeln nicht verkneifen, aber im großen und ganzen wie gehabt. „Delirium“, ja, Nomen est Omen, „Diebels Alt“, wo ich allmählich denke, man sollte dem Mann einen Werbevertrag für das leckere Gebräu geben und wie immer alte Gassenhauer wie „Wir verkaufen unser Oma ihr klein Häuschen “, „ Wenn ich einmal traurig bin“ und „Es gibt kein Bier auf Hawaii“. Alles wie gehabt, nix besonderes. Außer der doch recht kultigen Nummer „Ich habe Bon Scott noch live gesehen“, gab es keinerlei Überraschungen. Die Fans hatten allerdings eine Menge Spaß, weil nach einer Weile die halbe Halle auf der Bühne stand, und eine(r) nach dem anderen irgendwas in´s Mikro sang, grunzte und brüllte.
Zwischenzeitlich gab es dann noch 3 mehr oder minder erschreckende Drohungen in Form der Ankündigung einer neuen „Onkel Tom“, einer neuen „Desperados“ und einer neuen „Sodom“. Nun, letzteres hörte sich dann schon interessanter an. Irgendwann war dann auch endlich Schluss. Und ganz ehrlich, bei 3 Promille ist das ja echt noch witzig, aber nüchtern schwer zu ertragen. Was soll´s, Onkel Tom eben.

Nun war es endlich Zeit für den Headliner. „Lordi“ das anscheinend nächste große Ding aus Finnland. Was hatte man im Vorfeld nicht schon gemunkelt. Horrorshow, gruselige Kostüme, geiler Hardrock. Bei letzterem fand ich allerdings, daß war sehr übertrieben. Klar, die Musik ging soweit in Ordnung. Trotzalledem nicht mehr als oft gehörter Allerweltshardrock, den jede Kneipencombo keinen Deut schlechter macht. Aber darum geht es bei den 4 Jungs und dem Mädel auch nicht. Hier wird einfach eine geile Performance hingelegt, die durchaus an alte „KISS“ oder auch „Alice Cooper“ mit einem Schuß 50´s Horror B-Movie erinnern. Und Stimmung machte das Gruselkabinett, das konnte man nicht abstreiten. Die Kostüme nebst der Masken waren eine echte Augenweide, und dürften den vorhergenannten Horror B-Movies alle Ehre machen und so manchem Fan solcher Filme, vor Freude Tränen in die Augen treiben. Das man dazu dann auch noch nette Rocknummern wie „Devil is a Loser“ und „Would you like a Monsterman“ im Gepäck hat, macht die Sache dann auch noch sympathisch. Die Songs waren dabei auch ziemlich eingängig und schnell mitsingbar, ging also soweit in Ordnung. Schlussendlich sei einfach gesagt, daß die Gruselgestalten einen prächtig unterhalten, nicht mehr und nicht weniger. Schön, wenn manche Dinge so einfach sind.

Fazit: Eine nette Idee der Wacken-Organisatoren, ein im Grunde vollkommen unpassendes Package zusammen auf Tour zu schicken. Eintrittspreise von 15€ , sowie T-Shirt Preise von ebenfalls 15€ bieten auf jeden Fall keinerlei Grund zum meckern. Sollte man wiederholen.

Madrebel

P.S: Anmerkung in eigener Sache. Dieses ist das 100ste Live Review bei uns. Sektflasche öffnet, auf die nächsten 100.


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