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Sonstige Festivals: Wacken Open Air 2011

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Veröffentlicht am Donnerstag 03 November 2011 15:45:23 von madrebel
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Wacken 2011

Lange, lange habe ich diesen Bericht vor mir hergeschoben, da ich irgendwie Probleme hatte, über dieses einstige Kultfestival und größte Szenejahrestreffen zu berichten. Aber irgendwann muss man halt über seinen Schatten springen.
Nun, auch die nunmehr zweiundzwanzigste Auflage hatte in diesem Jahr eine Menge zu bieten. Einen Haufen richtig geiler Bands, vielerlei Veranstaltungen rund um das Festival, wie z.b. Lesungen, Musikerworkshops, dem tollen Metalmarkt und vielerlei anderer Dinge.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Und da sind Geschichten wie ein Pseudowikingermittelaltermarkt nicht einmal mit gemeint. Denn Schlammwrestling und mitternächtliche Stripshows, die man eher in Bars in Bahnhofsnähe diverser deutscher Großstädte vermutet, verleiden einem tatsächlich irgendwo das Vergnügen ein Festival zu genießen. Das sich viele Besucher mittlerweile schlimmer benehmen, als eine Kegelclubtour auf Mallorca, tut dazu ein übriges.
Doch es gibt ja auch positives. So hat es die Festivalorga geschafft, mal wieder ein sehr abwechslungsreiches und vielschichtiges Programm zu organisieren, wo durchaus für jeden etwas dabei war.
Beispielsweise die norwegischen Shootingstars von „Kvelertak“, die im Zirkuszelt extrem die Hütte abgerissen haben, oder auch der sympathische deutschtürkische Comedian „Bülent Ceylan“, der durchaus einige derbe Lacher auf seiner Seite hatte. Zwar standen viele Besucher aus dem Ausland fragend vor der Bühne, aber das passiert dabei schon mal.
Auch die Krefelder von „Blind Guardian“ wussten mit einer tollen Setlist zu begeistern und wussten das Publikum gut mitzureißen.
Oder der Altmeister der Szene „Ozzy Osbourne“ schien sichtlich Spaß an seinem Gig zu haben und schüttete tonnenweise Klassiker und Badeschaum über dem Publikum aus. Besonderes letzterer bewies, das er die Menge immer noch verdammt gut im Griff hatte und dabei einen richtig guten und unterhaltsamen Auftritt auf die Bühne legte. Ein echtes Highlight.
Freitags gab es ebenfalls einiges an tollen Gigs zu bewundern.
Ob es die Urväter der Skatepunker „Suicidal Tendencies“ waren, die einen tollen Best of... Auftritt ablieferten, oder die jungen Nachwuchsthrasher von „The Prophecy23“, die bewiesen, dass auch die Jungspunde der Szene irgendwie noch tief in der alten Szene stecken, was den stark von „Anthrax“, „S.O.D.“ und „Nuclear Assault“ beeinflussten Thrash erklärte. Die Burschen machten dabei auch noch mächtig Party auf der Bühne.
Doch auch die Ruhrpottveteranen von „Sodom“ ließen sich nicht lumpen und schossen einen Klassiker nach dem anderen aus ihren Rohren.
Den Vogel allerdings schossen dann abends „Judas Priest“ ab. Diese Band präsentierte sich so dermaßen positiv und agil, dass da niemand mit rechnen konnte. Rob Halford war so dermaßen fit und textsicher, wie schon seit Jahren nicht mehr, hatte dabei sichtlich Spaß am Gig, als auch mit der Publikumsinteraktion und auch der Rest der Band wirkte wie aus einem Guss. Die Setlist dazu war traumhaft und umfasste so ziemlich alles aus der Schaffensphase der band. Und wer Songs wie „Nightcrawler“, „Stained Class“ oder „Starbreaker“ spielt, ist nur noch huldigungswürdig.
Die alten Herren spielten hier einen wahrhaft denkwürdigen Auftritt.
Danach noch etwas Wüstenrock zur Geisterstunde mit „Kyuss Lives“ und es war einfach perfekt. Die Band hatte wahrlich Spiellaune und schaffte es, in der dunklen Nacht die mittägliche Präriesonne scheinen zu lassen.
Danach noch eine Runde Punkgeschichte mit den Hamburgern „Slime“ und es war ein rundum gelungener Abend.
Den Samstag dann damit zu beginnen, sich mit technischem Death Metal kanadischer Prägung wecken zu lassen, ist eine echt gute Idee und „Kataklysm“ machten da einen echt tollen Job.
Sich danach aber auf einen Leidenstrip mit „Dir en Grey“ einzulassen war eine echt dumme Idee, die nach ca. fünf Minuten auch aufgegeben wurde.
Aber, es gibt ja zum Seelenheil die wiedervereinigen „Knorkator“. Und selbige trieben eine Stunde lang ihren Schabernack auf allerhöchstem Niveau, elektrisierten und wärmten das Publikum mit ihren Späßen und tollen Liedern, was darin gipfelte, dass sie dutzende Gesichter fröhlich lächeln ließen.
Und ebenfalls wie am Vortage spielten die anderen Ruhrpottveteranen „Kreator“ einen richtig tollen, wenn auch überraschungsfreien Auftritt.
Die niederländischen Death Metal Könige von „Hail of Bullets“ für eine halbe Stunde ins Zelt abzuschieben, war allerdings eine Frechheit. Diese Wut veranlasste die Jungs aber, in der Zeit so richtig schön Gas zu geben. War schon nicht schlecht, was die Band da ablieferte.
Und egal wie oft man die Jungs von „Motörhead“ sieht, es macht immer wieder Spaß bei ihnen. Business as usual, aber will man etwas anderes? Nein. Und auch wenn die Setlist, das Stageacting und die Ansagen Standard waren, ist es doch immer wieder von neuem schön und lohnenswert.
Danach ist es dann durchaus legitim, den Abend und das Wochenende düster und sakral zu beenden. Und die mysteriösen Szeneshootingstars „Ghost“ ließen keinerlei Wünsche offen. Magisch, mystisch, dunkel und überaus theatralisch präsentierten sich unsere in den Siebzigern behafteten Okkultrocker und schafften eine beeindruckend dichte und düstere Atmosphäre um diese späte Nachtzeit. Der draußen prasselnde Regen lieferte dazu dann auch noch einen passenden Rahmen.

Alles in allem war das Wacken 2011 ein recht passables Festival, welches allerdings von immer mehr unpassendem Kommerz und fragwürdigem Unterhaltungsschnickschnack überschattet wird. Wer es braucht, okay. Aber irgendwie verwässert so etwas das ganze Festival, welches immer noch tolle Bands bietet.

 Es waren für euch da. Bella, Dennis, Holger und Laura.
 


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