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Sonstige Festivals: Wacken Open Air 2010

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Veröffentlicht am Dienstag 07 Dezember 2010 19:50:47 von madrebel
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Wacken 2010

Die mittlerweile 21ste Auflage des mittlerweile weltweit größtem und wichtigstem Festival stand wieder an und nach zwei Jahren schaffte es auch ich wieder dorthin, nebst meinen drei freundlichen Begleitkräften.
Und nach einer recht entspannten Anreise, einer raschen Abfertigung an der Akkreditierung und einem ebenso schnellem und effektivem Einlass ging es schnell zum Zeltplatz. Viele nette und neue Gesichter waren zu sehen und mit selbigen verbrachten wir ein nettes Wochenende in Wacken.
Nun, da es erst Mittwoch war, erst einmal das Gelände in Augenschein nehmen. Viele Veränderungen gab es. Unter anderem das wohl schon zum zweiten Male aufgebaute Wikingerdorf, welches zwar eher an einen pseudomittelalterlichen Wanderzirkus nebst Klischeefolklore erinnerte, aber von vielen Besuchern wohlwollend angenommen wurde. Vor diesem Gelände stand dazu ein Zirkuszelt, indem regelmäßiges Wrestling und andere Shows abgehalten wurden. Zusätzlich warb ein recht bekanntes amerikanisches Brauseunternehmen mit der Gratisverteilung unzähliger Brausedosen.
Das Vorgelände war wie immer mit reichlichen Imbissständen ausgestattet, welches so ziemlich jede kulinarische Vorliebe abdeckte, die auf solch einem Festival verlangt werden. Selbstredend das bayerische Bierdorf, anderweitige Getränkestände und natürlich dem großen Metalmarkt, der sowohl im Zelt als auch mit unzähligen Ständen draußen vertreten war.
Zusätzlich hatten sich die Veranstalter noch einen Kinoabend einfallen lassen, an dem am Abend diverse Dokus, Cartoons und andere metalspezifische Filme liefen.
Interessant war auch der stark frequentierte Jägermeisterhochsitz, der einem nicht nur einen beeindruckenden Komplettüberblick über das gesamte Gelände bot, sondern jedem auch ein paar Gratisdrinks kredenzte. Nicht schlecht, so für den Anfang.
Ein paar Bands spielten an diesem Tag auch noch.
Wie z.b.: die süddeutschen „9mm“, die mit ihrem selbsternanntem Assi Rock´n´Roll schon für reichlich Spaß und Partystimmung sorgten. Die zahlreich vertretenen Zuschauer bejubelten den Auftritt der Jungs dann auch massiv. Recht coole Liveband, die es durchaus mal lohnt gesehen zu haben.
Der Auftritt der „Red Hot Chili Pipers“, die Rocksongs mit dem Dudelsack coverten am Abend war dann zwar ganz interessant, aber irgendwann auch recht ermüdend, da der Funke nicht bei allen so recht überspringen wollte. Dennoch, ganz witziger Gig.

05.08.10

Der Donnerstag begann für uns dann mit dem Gig des Altmeisters des Hardrock.
Alice Cooper betrat mit „School´s Out“ die Bühne und lieferte ein knapp 80minütiges amüsantes und showtechnisch perfektes Horrorspektakel. Hits trafen auf Hits. So gab es Klassiker wie 2No more Mr.Nice Guy“, „Billion$Babies“, „I love the Dead“, „Feed my Frankenstein“ und viele andere Hits aus der reichhaltigen Bandbreite der bandgeschichte zu hören. Die Bühnenshow bot reichhaltigen Horror. Exekutionen durch Galten, Guillotine und elektrischem Stuhl, blutige Krankenschwestern und einer hingebungsvollen Spiellaune der Band. Mit „School´s Out“ wurde dann der Gig so beendet wie er begann und es gab reichlich Applaus für diesen großartigen Auftritt.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann weiter. Die absolute Glamrockkultkapelle betrat die Bühne und „Mötley Crüe“ rockten von Anfang bis zum Ende, als ob es kein Morgen mehr gäbe.
Mit „Kickstart my Heart“ fing es an und die Zuschauer sahen einen bestens aufgelegten Vince Neil, der mit viel Elan und Humor denn Gig dominierte. Und die fans sahen einen echt furiosen Gig. Ein klassiker jagte den nächsten und die Jungs ließen einem kaum eine Atempause. Ob es Granaten vom Schlage „Shout at the Devil“ waren, Looks that kill“, „Dr.Feelgood“ oder dem endgeilen Klassiker „Girls, Girls, Girls“. Die Kalifornier ließen das Publikum und sich selbst nicht ruhen.
Dazu gab es eine coole Pyroshow und einen supergeilen Sound. Alles in allem, ein beeindruckender Auftritt.

Danach kam es endlich zum langerwarten Auftritt der eisernen Jungfrauen. Pünktlich begann der Gig mit einem sehr spacigem Intro und die Jungs legten direkt mit dem „Wicker Man“ los. Und die Jungs hatten echt Bock zu zocken. Zwar war die Setlist etwas mau, da recht viele Klassiker unter den Tisch fielen, was aber nichts daran änderte, dass hier wieder ein kleines Stück Wackengeschichte geschrieben wurde. Die Stimmun im Publikum war allerdings nicht so euphorisch wie erwartet, was an der wohl wie eben gesagten recht jüngeren Setlist lag. So gab es unter anderem mit „Brave New World“, Ghost of the Navigator“, „Blood Brothers“ und „These Colours don´t run“ einige neuere Songs zu hören. Natürlich durften „Wrathchild“, „The Number of the Beast“, „Hallowed be thy Name“, „Fear of the Dark“ und das unverzichtbare „Iron maiden“ nicht fehlen. Aber dennoch, irgendetwas fehlte und das war der Stimmung doch anzumerken. Zwar wurde die Band wirklich gut abgefeiert, aber legendär und besonders war der Auftritt nicht. Übrigens gab es mit „El Dorado“ auch einen Song vom neuen Album zu hören, der ganz gut ankam.
Alles in allem gesehen war es dann zwar ein recht guter Gig, allerdings auch nicht mehr.
 Und so endete der Donnerstag für uns mit einer netten Party auf dem Zeltplatz.

Freitag 06.08.2010

Der Freitag begann für mich mit den israelischen Ethnometallern „Orphaned Land“. Selbige spielten eine knappe Stunde und wussten zu dieser frühen Zeit massiv zu begeistern. Der Zuspruch der Fans war unbeschreiblich gut und die Stimmung äußerst positiv. Die Israelis bedankten sich mit einer sympathischen Show, mit Bauchtanzeinlage, geilen Songs und einer richtig guten Spiellaune. Das Hits wie „Sapari“, Nora el Nora“ und Disciples of the Sacred Oath“ nicht fehlen durften, selbstredend. Geiler Gig.

Eine kleine Legende spiele danach auf. „Voivod“ aus Kanada. Die alten Herren hatten sichtlich Freude, experimentierten auf der Bühne und machten dabei richtig Spaß. Schade nur, dass sowenig vor der Bühne los war.

Später im Zelt spielten die Horrorpunks von „The Other“ auf. Das Zelt war halb gefüllt, was die Jungs aber nicht davon abhielt, richtig Party zu schieben. Der Sound war geil, die Massen waren am abgehen und die Band so richtig gut drauf. War schön, dabei zuzusehen.

Die gegen halb Acht aufspielenden Düsseldorfer „Broilers“ waren dann einer der ersten Highlights des Tages. Als Lokalpatriot war es eh Pflicht, dabei zu sein. Und was die Jungs auf der Bühne brachten, war einfach der helle Wahnsinn. Eine Granate jagte die nächste und die Stimmung kochte. Frontmann Sammy selbst war sehr überrascht, ob der sehr positiven Reaktionen und dementsprechend Gas gab die sympathische Band. Ein furioser Gig, der hier heute seinesgleichen suchte.

Ein schönes Jubiläum feierten danach die Jungs von „Grave Digger“. 30 Jahre hat man schon auf dem Buckel und dementsprechend hatten sich die Jungs gut vorbereitet. So gab es einen kurzweiligen Querschnitt durch die Bandgeschichte, einige Duette. Unter anderem eines mit Doro bei „The Ballad of Mary“ und tatkräftige Unterstützung durch Van Canto und Hansi Kürsch bei „Rebellion“. Ein schöner Auftritt.

Den meist erwarteten Auftritt allerdings hatten heute „Slayer“. Alle fragten sich, konnten sie den misslungenen Gig von 2003 entschuldigen? Ja, sie konnten. Aber er war auch meilenweit von gut entfernt. Ja, sie waren mächtig, ja, sie hatten eine Menge Knaller im Gepäck. Aber es gab keinerlei Kommunikation, die Bewegungen waren fast statisch und auch innerhalb der Band gab es null Feuer. Es war direkt zu merken, dass hier nur eine Geschäftsbeziehung auf der Bühne stand. Und so schnell wie sie kamen, gingen sie wieder. Allerdings eine tolle Lightshow und der Sound war auch super. Immerhin.

Eine fette Scheibe hätte man sich von den nachfolgenden „Anvil“ abschneiden können. Die Jungs nämlich schienen sich wirklich den sprichwörtlichen Hintern aufzureißen. Die Band hatte einfach nur fett Spaß in den Backen, rockten wie Sau und gaben echt alles. Lips schien vor Freude beinahe im Kreis zu grinsen und auch der Rest der Band strotzte nur so vor Spiellaune. Die Kanadier scheinen nach ihrer Doku echt einen zweiten Frühling zu erleben.

Den perfekten Abschluss bot dann „Cantus Buranus“. Eine sehr beeindruckende Show, mit sehr intensiv mittelalterlich angehauchter Musik, Ritterkämpfen, Orchester und einer Diva am Gesang, deren Präsenz einfach nur noch intensiv war. Ein äußerst tolles musikalisches Erlebnis, welches so nicht jeden Tag zu sehen ist.

Samstag 07.08.2010

Leider bekam ich nur die letzten 5 Minuten von „The New Black“ mit, aber den positiven Reaktionen zufolge, muss es wohl eine gute Show gewesen sein.

Danach ging es mit „Unleashed“ direkt in die vollen. Die Band traf immer wieder voll ins Schwarze und knallte mit „Vinterland“, Hammer Bataillon“ und „Death Metal Victory“ einiges an Krachern raus. Leider musste der Herr Edlund den Gig vorzeitig beenden, da er recht heftige Rückenprobleme hat. Wer aber trotz solcher Schmerzen, so einen energiereichen Auftritt an den Tag legt, hat Respekt verdient.

Eine konstante Livemacht im Universum sind und bleiben „Overkill“. Sie kamen, sahen und siegten. So zogen die Jungs um Bobby Blitz alle Register ihres Könnens und machten richtig fett Stimmung. Die Reaktionen waren sehr gut und die Band dankte es mit Klassikern vom „Rotten to the Core“ „Wrecking Crew“ oder auch „In Union we stand“. Geiler Auftritt.

Eigentlich sollte hier jetzt etwas über die „Kassierer“ stehen. Das Zelt war allerdings so dermaßen überfüllt, dass es keinerlei Chance zum reinkommen gab.

Eine sehr schöne Zeitreise gab es dann bei den alten Helden der Achtziger „W.A.S.P“. Die Truppe um Blackie lawless, sichtlich moppeliger im Gesicht geworden, gab ihr Stelldichein und überzeugte durchaus. Hits wie „Chainsaw Charlie“, „Murders in te Rue Morgue“, „I wanna be somebody“ und „I don´t need no Doctor“ waren nur einige der gespielten Klassiker. Soundmäßig top, Blackie gut bei Stimme, geile Riffs und Soli, was willst du mehr?

Und nun kommen wir zur absoluten Livemacht. Niemand anderes als „Cannibal Corpse“ betraten die Bretter und brachten innerhalb kürzester Zeit die Massen zum kochen. Corpsegrinder war verdammt gut drauf, schoss einen Gag nach dem anderen raus und schien so richtig Lust zu haben. Das legte sich dazu noch in einer unglaublichen Performance der Band nieder, die so richtig in die Vollen ging. Und das die Truppe mit „Sentenced to Burn“, Make them Suffer“ und „Hammer Smashed Face“ ein  paar richtige Brecher dabei hatte, geschenkt. Dazu noch ein klasse Sound, perfekt. Einer der wohl besten Gigs, der Kultdeather aus Florida.

Und nun ging es langsam dem Ende entgegen. Es folgten „Candlemass“. Und viel fragten sich, konnten die Jungs den unrühmlichen Abgang von Messiah Marcolin kompensieren? Ja, sie konnten Rob Lowe war mehr als nur ein gleichwertiger Ersatz. Und nicht nur das. Er verlieh den alten und neuen Songs eine Aura, die Gänsehaut verursachte. Dazu passte die theatralische Ausstrahlung von Rob Lowe wie die Faust aufs Auge. Ob es bei „Bleeding Baroness“, Solitude“ oder „At the Gallows End“ war. Er traf immer den richtigen Ton, war dabei hochgradig sympathisch und wickelte das Publikum so richtig ein. Auf die Art kann mit „Candlemass“ ruhig weiter gerechnet werden.
Das er sich danach noch die Zeit nahm, sich mit den Fans zu unterhalten und fotografieren zu lassen, zeugte davon, welch fannaher Mensch er und der Rest der Band sind.
Ein wirklich toller und beeindruckender Auftritt.

Langsam neigte sich das Festival dem Ende zu. Doch alles andere als leise.

Denn nun kamen die Jungs von „Fear Factory“ zum Zuge, die nochmal alle Register ihres Könnens zogen. Natürlich galt der Hauptaugenmerk dem aktuellen Album, was die Jungs aber nicht daran hinderte, alte Kracher zu zünden. Und so erfreuten die Technometaller die Herzen mit Granaten vom Schlage „Self Bias Resistor“, „Martyr“ oder auch „Demanufacture“. Quasi zum Abschluß gab es also nochmal richtig einen auf die Fresse.

Dienachfolgenden „Despised Icon“ knüppelten danach nochmal das Zelt zusammen und lieferten einen Sound, der seinesgleichen suchte. Dieses war übrigens einer der allerletzten Festivalgigs überhaupt und die nicht mehr so zahlreich Anwesenden, durften nochmal ein richtiges Highlight genießen.

So langsam übermannte einen die Müdigkeit, aber für eine halbe Stunde teuflisches Blut musste es noch ausreichen. Und die derzeit kultisch verehrten Okkultrocker aus den Niederlanden gaben als quasi mehr oder weniger letzte Band noch einmal alles. Und das war echt sehr geil anzusehen. Es war düster, es war mystisch und ausgesprochen stimmungsvoll. Dennoch war irgendwann einmal Schicht im Schacht und so verabschiedeten wir uns langsam aber stetig vom Konzertgeschehen.

Fazit: Ein sehr gut organisiertes Festival in diesem Jahr. Bandtechnisch war die Auswahl mehr als nur ausgewogen und auch für die abseitige Unterhaltung war gesorgt. Seien es Wrestlingevents, Kinoabende, Workshops, der Metalmarkt, der Wikingermarkt und vieles mehr.
Die Getränkepreise sind seit mehreren Jahren recht stabil und durchaus angemessen.
Alles in allem war das Wacken 2010 ein sehr angenehmes Festival, welches sehr viel Spaß machte.

Für euch waren da: Bella, Dennis, Holger und Laura.
Bis zum nächsten Jahr.

 


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