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Wacken Open Air 2005: Wacken Open Air 2009

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Veröffentlicht am Mittwoch 12 August 2009 16:37:27 von madrebel
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Wacken 2009

Ein besinnliches Dörfchen 70 km nördlich von Hamburg. Jedes Jahr verwandelt
es sich für eine Woche in das größte Metal-Mekka der Welt. Zum zwanzigigsten Mal empfingen die Dorfbewohner die über 75.000 Anhänger der metallischen Klänge sehr freundlich. Die Vorgärten wurden zu Bars umgerüstet und die Dorfkinder fungierten als Biertaxi. Ein Festival bei dem nicht nur auf dem Festivalgelände gefeiert wird.

Freitag

Den Auftakt zu den zwei Haupttagen gaben, zwei Bands die wohl eher in das
Abendprogramm gepasst hätten. Zum einen die norwegischen Black Metaller von Vreid und die alteingesessenen Jungs von Napalm Death. Letztere zogen ihr Programm kompromisslos durch. Das Publikum, das trotz der frühen Uhrzeit, sehr zahlreich erschienen war, bekam innerhalb von zwei Minuten die Songs „The Kill“, „Life?“, „Deceiver“ und „You Suffer“ um die Ohren geschlagen.
Großen Andrang gab es auch bei den deutschen Black Metallern von Endstille, was
durch die hohe Anzahl der getragenen Endstille‐T‐Shirts zu erwarten war. Sie spielten bereits mit ihren neuen Sänger, was für teilweise verdutze Gesichter sorgte.
Anschließend sorgte Gamma Ray für einen drastischen Stilbruch. Die Band um Kai
Hansen spielten alte Helloween‐Klassiker wie „I want out“ und Gammy‐Ray‐Hits wie„Heaven Can Wait“, aber auch einen neuen Song namens „To the Metal“. Insgesamt ein solider Auftritt.
Für Anhänger des guten alten Hard Rocks wurde am Freitag viel geboten. Zum einen die „Nachkommen von AC/DC“ namens „Airbourne“. Sie überzeugten mit viel Spielfreude, die sich merklich im Publikum breitmachte. Zum anderen durfte auf dem Festivalgeburtstag Motörhead natürlich auch nicht fehlen. Motörhead sind zwar bekannt für ihre standardisierten Auftritte, sorgen aber immer für gute Laune.
So war es auch dieses mal.
Das Publikum, dass alle Generation umfasste, erfreute sich an Klassikern wie „Overkill“, „Ace of Spades“ oder „Metropolis“. Die groß angekündigten „Fuel Girls“ erschienen bei dem Song „Killed by Death“.  Feuerspuckend räkelten sie sich halbnackt um Lemmy und Co. Sie waren dann eines der Höhepunkt der 75‐minütigen Show.
Für die jüngere Generation bot der Freitag Bands wie Bullet for my Valentine oder die Shooting Stars von Callejon. Das Festivalgelände war bei ersteren schon so voll, dass man sich lieber in das Zelt zur Wet‐Stage begab. Dort spielten die US‐Thrasher von Whiplash. Eine Szenegröße. Das Zelt war brechend voll und die Stimmung kochte. Der Elan der Band weckte die Neugier auf das kürzlich erschienene neue Album „Unborn Again“.

Samstag

Ein sonniger Tag, an dem der Matsch nahezu komplett getrocknet war, sodass die
Flipflop tragenden Besucher sich ebenfalls getrost vor die Bühnen trauen konnten.
Geburtstag feierte nicht nur das Festival, sondern auch die Band, die um 13 Uhr die
Bühne betrat. RAGE spielten sich durch ihre komplette Bandgeschichte bis hin zu dem Song „Gib dich nie auf“ mit dem sie bei Stefan Raabs Eurovision Songcontest den dritten Platz erreichte. Peavy holte sich namenhafte Unterstützung auf die Bühne, u.a. Blind Guardians Hansi Kürsch, Destructions Schmier und Eric Fish von Subway to Sally. Rage überzeugten vor allem durch ihre Spielfreude.
Weniger kommerziell dagegen waren Cathedral. Die sonst eher seltenen doomigen
Klänge spalteten das Publikum. Übersichtlich war die Anzahl der Anhänger. Der Rest des Publikums wirkte eher irritiert, als Lee Dorian die „Slo‐Mo“ Klänge hervor
beschwörte oder als er sich das Mikrofon in den Mund steckte. Später folgten die
zugänglicheren Songs wie „Ride“ oder „Hopkins (Witchfinder General)“. Schneller ging es kurz danach bei Testament zu. Sie schmetterten ihre Setlist herunter, sodass kaum einer im Publikum still stehen konnte und zahlreiche Crowd Surfer in der Luft waren.
Hits wie „Over the Wall“ und „Into the Pit“ durften dabei nicht fehlen. Letzterer
veranlasst typischerweise einen ansehnlichen Moshpit. Das Testament zu einen der
Publikumslieblingen gehörte konnte man auch Backstage beobachten, denn Chuck
wurde ständig von Fans umringt. Nach einem über 25 jährigen Bandbestehen ist die zu den größten der Bay‐Area‐Thrashern gehörende Band immer noch nicht die Luft
ausgegangen.
Das der Thrash Metal nicht vergreist, zeigten die Newcomer von Crysis. Dass das Niveau der Metal Battle Bands in den letzten Jahren sehr hoch war, konnte man bereits in den vorherigen Jahren beobachten und so lohnt es sich einen Blick auf sie zu werfen. Bei der bereits angesprochnen Band Crysis aus Spanien war schnell klar, dass sie zu den Favoriten gehören sollten. Sie stürmten auf die Bühne und ließen ein wahres Thrash‐Gewitter los. Während des Auftritts füllte sich das Zelt immer mehr, so dass das Zelt schließlich halbvoll war.
Crysis überzeugten mit klaren Sound und einer guten Show, wie der elektrische Stuhl, der wohl eine unübersehbare Anspielung auf Metallicas „Ride the Lightning“ darstellen sollte.
Absolut verdient haben Crysis die diesjährige Metal Battle gewonnen und sind durchaus als eine neue Thrash‐Hoffnung zu sehen.
Es folgten noch einmal doomige Klänge und es sollte die letzen auf diesem Festival sein. Diesmal kamen sie aus dem proppevollen Zelt und kamen von TROUBLE. Durch den neuen Sänger Kory Clarke klang die Band härter und entfernte sich von den Hippie‐Klängen. Sie spielten überzeugend und sorgten für gute Stimmung.
Auf der Party-Stage spielten fast gleichzeitig PAIN. Durch die Geländegröße konnte man nur noch wenige Songs sehen. Darunter vielen „Same old song“ und abschließend „Shout your mouth“ mit wenigen Pyro‐Effekten. Die Band vermittelte Spielfreude, obwohl das Publikum nicht gerade zahlreich war, dies lag wohl auch daran, dass anschließend die Publikumslieblinge von VOLBEAT auf der True‐Stage spielten.  VOLBEAT kann man wohl als die Szeneshooting Stars bezeichnen, da sie innerhalb kürzester Zeit eine Heerschar von Fans um sich versammelt hatten. Dementsprechend platzte das Gelände
um die True‐Stage aus allen Nähten. Sie heizten ihre Fans vor allem mit Hits wie „Radio Girl“, „“The Garden’s Tale“ und „Sad Man’s Tongue“ ein. Auch wenn man von dieser Band nicht überzeugt ist, eines muss man ihnen wirklich lassen, dass sie mit ihren Rockabilly‐Einflüssen ein echtes Unikat darstellen, welches zu Recht einen guten Ruf genießt. Die Band wirkte sympathisch und riss zum Spaß auch noch ganz kurz „Raining Blood“ an. Es sollte noch ein weiterer Publikumsmagnet folgen, Machine „fucking“ Head. Gespielt wurde eine ausgewogene Mischung von „Burn my eyes“ bis „The Blackening“. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung, von der die Band sichtlich überwältigt war, was Rob Flynn auch mehrmals erwähnte. Es gab mehrere kleine Circle-Pits, die sich bei „Davidan“ zu einem riesigen Circle-Pit vereinten. Einziger Wehmutstropfen war, dass der cleanen Gesangsparts stets zu leise waren. Ein Beispiel hierfür ist „The Burning Red“. Ansonsten war der Auftritt aber, wie Rob Flynn sagen würde „a very fucking good show“.
Einen besonderen Auftritt lieferte die Band SAXON. Die Fans konnten im Vorfeld über die Setlist via Internet abstimmen. Heraus kamen kam eine fast zweistündige Show mit ihren größten Hits. Der sehr laute sehr routinierte Auftritt wurde vom Wacken-Holger unterbrochen, der Biff Byford den Metal Hammer Award in der Kategorie „lebende Legende„ überreichte. Nach diesem Auftritt würde man meinen, dass SAXON den Titel „lauteste Band“ bekommen müssten, wenn nicht Motörhead diesen für sich beanspruchen würden.
Gespannt erwartete man eine furiose Show der Party‐Band GWAR. Die Show war ganz nett und unterhaltsam. Musikalisch hatte die Band nicht sehr viel zu bieten, was man allerdings auch nicht erwarten durfte. Der Sound war hier mit Abstand am schlechtesten und ob man über eine Michael Jackson Verarschung noch lachen möchte, ist auch jeden selbst überlassen. GWAR sind eine nette Abwechslung, ob man ein Anhänger dieser Band wird, sollte allerdings jedem selbst überlassen bleiben.
Groß angekündigt wurde das diesjährige Rahmenprogramm auf dem Festival anlässlich des 20-jährigen Geburtstags. Es gab einen Mittelaltermarkt, auf dem neben
zeitalterüblichen Artikel und Speisen, auch für die passende Unterhaltung gesorgt wurde. Es gab ein Spektakel mit Highlandgames und Rollenspielen. Jedoch wollte die Stimmung, die ein derartiger Markt sonst ausstrahlt nicht wirklich aufkommen. Die Beschallung seitens der Bühnen und die betrunken Leute haben wohl auch sehr stark dazu beigetragen. Zusätzlich bot das Festivalgelände ein zirkusähnlichen Zelt in dem ein Wrestlingprogramm vorgeführt wurde. Hier haben sich etwas wohlbeleibtere Frauen mit Öl besuhlt und zweitklassige Wrestler eine sehr einstudiert wirkende Show geliefert. Für richtige Wrestlingfans war das Dargebotene wohl eher nichts.
Man kann sagen, dass das Rahmenprogramm zwar eine nette Idee des Veranstalters
war, jedoch wenn man ganz ehrlich ist, eigentlich mehr als überflüssig. Wacken steht für Musik und Zusammentreffen verschiedenster Menschen, alles andere ist unnötig. Positiv zu erwähnen ist der Metalmarkt. Dort hatte man die Möglichkeit sich bei zahlreichen Plattenlabels mit den neusten Scheiben oder auch Shirts auszustatten. Zusätzlich gab es wie gewohnt,einige Stripshows und Coverbands im Zelt zu bestaunen.
Erfreulicherweise gab es dieses Jahr einen zweiten Durchgang zu dem Campinggelände, sodass es zu keinen großen Massenandrang wie letzten Jahr nach besucherstarken Bands wie Childen of Bodom kamen konnte. Außerdem wurde das Festivalgelände erweitert, sodass die zahlreichen Metalheads Platz hatten.
Dieses Jahr kam man nicht an den orangefarbigen Jägermeisterhirsch vorbei. Rudi war allgegenwärtig. Zum einen gab es auf dem Gelände eine zweistöckige Bar mit einer Aussichtsplattform von der man eine gute Aussicht auf die zwei Hauptbühnen hatte. Zum anderen gastierte der Hochsitz auf dem Festival. Eine Bar, in der die glücklichen Gewinner 50 Meter über dem Gelände bei einem kühlen Drink die Aussicht über das Dorf genießen konnten.
Alles in Allem war das zwanzigste Wacken Open Air ein gelungenes Festival mit einigen Verbesserungen und einem wesentlich besseren Sound als letztes Jahr. Ein Besuch im nördlichen Dörfchen ist immer wieder lohnenswert. Zu hoffen ist, dass nächstes Jahr mal wieder ein großer Headliner herangezogen wird.

Für euch in Wacken waren Dennis und Bella.

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