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Wacken Open Air 2005: Wacken Open Air 2008

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Veröffentlicht am Mittwoch 17 September 2008 21:32:05 von madrebel
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Wacken Open Air 2008-09-18

 

 

Donnerstag 31.07.2008

 

Die neunzehnte Auflage des Wacken Open Airs startete dieses Jahr mit einem Donnerschlag. Für die sogenannte „Night to Remember“ hatten sich die eisernen Jungfrauen angekündigt. Dementsprechend war schon am frühen Nachmittag auf dem Gelände der Teufel los. Bis die Jungs aber die Bühne enterten, spielten noch einige andere Bands als Voranheizer, für das abendliche Highlight.

Als erstes spielten „Mustasch“, die recht coolen Hardrock spielten, aber noch nicht so für rechte Begeisterung sorgen konnten. Die Band spielte zwar klasse, aber irgendwie kam der Funke nicht rüber. Dennoch eine gute Liveband.

Dieses änderte sich aber schlagartig, als die alte Hardrocklegende um Lemmys alte Saufkumpaninnen „Girlschool“ die Bühne enterten. Die Truppe wusste echt zu begeistern, sorgte für tolle Stimmung und insbesondere die älteren Semester, feierten die alten Hardrockamazonen nach allen Regeln der Kunst ab. Ein sehr kurzweiliger und spaßiger Auftritt.

„Nashville Pussy“ boten danach eine solide Hardrockshow, die einen nicht vom Hocker riss, aber dennoch für angenehme Atmosphäre sorgte.

Nun wurde es aber Zeit für die derzeit angesagteste Hardrockband. Die Australier „Airbourne“, die schon seit längerem für Furore sorgen, boten eine energiegeladene Hardrockshow, rockten sich den Arsch ab und wirkten in jeder Sekunde, wie die kleinen Geschwister von „AC/DC“. So konnte man in eine Menge begeisterter Gesichter blicken, die den Newcomer gnadenlos abfeierten.

Nun hatte das lange Warten endlich ein Ende. Fast pünktlich um 21.40h betraten „Iron Maiden“ die Bühne. Vorab gab es noch eine Videoeinspielung von der Landung auf dem Hamburger Flughafen. Und als es mit dem Intro „Churchill Speaks“ losging, gab es kein Halten mehr.

Man stieg direkt mit „Aces High“ ein und von Anfang an, zeigten die Eisernen, wer der Herr im Haus ist. Partystimmung herrschte ohne Ende und man feierte die Jungs nach allen Regeln der Kunst ab. Dieses dankte „Iron Maiden“ mit einer unbändigen Spielfreude, einem Topfitten Bruce Dickinson, der einfach gut drauf war und so manchen witzigen Spruch auf den Lippen hatte und einer top aufeinander eingespielten Band. Der Sound war fantastisch, die Bühnenshow gigantisch und die Songauswahl einfach traumhaft. So bot man der Fangemeinde eine Zeitreise in die besten Epochen der Bandgeschichte und scheute sich nicht, auch mal wieder Songs zu spielen, die man sonst eher selten zu hören bekommt. Wie beispielsweise das umjubelte „Heaven can wait“, „Revelations“, oder auch „Rhyme of the Ancient Mariner“, was für wahre Begeisterungsstürme sorgte. Dabei zockte man nicht einfach die Songs stumpf runter, sondern bezog das Publikum mit ein und sorgte damit für einen wirklich denkwürdigen Abend. Bei „Clairvoyant“ kam dann sogar der legendäre Technoeddie auf die Bühne, den man vom „Somewhere in Time“-Cover kennt. Mit „Hallowed be thy Name“ endete der Gig dann, der wohl schon jetzt, mit zu den besten Gigs gehört, die jemals auf dem Wacken Open Air gespielt wurden.

 

Freitag: 01.08.2008

 

Pünktlich um 11.00h startete die schwedische Death Metallegende „Grave“ ihren Set, die für diese frühe Uhrzeit erstaunlich viele Menschen vor die Bühne lockte. Die Band zockte ein gnadenlos brutales und kurzweiliges Set und weckte den noch müden Haufen rasch auf.

Danach kamen die Thrashheroen von „Mortal Sin“ aus Sydney“ auf die Bühne. Zwar war der Sound zu Beginn reichlich übersteuert, aber der Stimmung tat das keinen Abbruch. Bei Songs wie „Deadman Walking“ und „Out of the Darkness“ vom neuen Album auch kein Wunder. Herrlicher Thrash der alten Schule, oberkultig und niemals peinlich. Dann kam eines der Höhepunkte mit der Kultnummer „I´am Immortal“, welcher fett abgefeiert wurde und als Rausschmeißer wurde dann noch „Mechanic Destruction“ gezockt. Bemerkenswert, wie der Frontmann Mat Maurer die Nähe zum Publikum suchte und es sich nicht nehmen ließ, in den Fotograben hineinzuhüpfen. Saucooler Gig.

Heißerwartet war dann der Gig der Avantgardedeather „Cynic“, die ihren ersten Auftritt seit einer Ewigkeit spielten. Dementsprechend war der Zulauf auch recht beeindruckend, denn es dürften sich wohl mehrer tausend Zuschauer vor der Bühne eingefunden haben. Die Band spielte dabei einen sehr guten Gig, der zwar seine Längen hatte, aber die Band ist nun mal nicht bekannt dafür, gnadenlos zu bolzen, sondern auch Musik zum zuhören zu spielen.

Ein paar neue Stücke wurden auch gespielt und sorgten schon mal für einen Vorgeschmack, auf das in Kürze erscheinende neue Album.

Zur gleichen Zeit spielten auf der Black Stage die Deathcoreler „Job for a Cowboy“, welche direkt von Anfang an mit Vollgas loslegten. Die Masse ging sofort mit fetten Circlepits und Crowdsurfings mit. Die Truppe haute einen Knaller nach dem anderen heraus, und sorgte für zusätzliche Flüssigkeitsversorgung von innen nach außen, während des leichten Regenschauers.

Danach ging es kurz zu „The Rotted“ in das prallgefüllte WET-Stagezelt. Aber seitdem die Jungs das Gore weggeschnitten haben, klingen sie auch hodenlos. Dementsprechend lahm war der Auftritt. Es war übrigens der letzte Auftritt von Bassmann Phil Wilson, nur so mal als Anmerkung nebenher.

Die zeitgleich spielenden „Kamelot“, sorgten für höheren Zulauf beim Publikum und spielten einen kurzweiligen Set, der angenehm melodisch und sympathisch rüberkam.

„Massacre“ auf der True Metal Stage sorgten dann für den wohl besten Auftritt des Nachmittags. Eine Granate jagte die nächste. Vollkommen gnadenlose Spielpower und ein Frontmann, der den Schalk im Nacken hatte, sorgten für die perfekte Nachmittagsunterhaltung. Herrlich vulgäre Sprüche sorgten geschlechtsübergreifend für große Erheiterung und Kurzweil. Doch auch die Songs wirkten wie ein Hurrikan auf die Menge. Ein saucooler Gig einer Band, die sich jetzt wohl leider aufgelöst hat. Denkwürdig.

Die Schwedenthrasher „The Haunted“ sorgten mit ihrem modernen Postthrash der sehr Nu-Metallastig rüberkam für einen angenehmen, aber nicht gerade herausragendem Auftritt. Langweilige Solis, sinnfreies Gekeife und als einziges Highlight die Single „Bury your Dead“. Das reichte aber nicht, einen völlig langweiligen Gig zu retten.

„Corvus Corax“ sorgten dann mit ihrer Liveumsetzung von „Cantus Buranus II“ für sehr gute Stimmung. Das Orchester auf der Bühne wirkte einfach super und die singende Diva unterstrich die Klasse der Songs eindrucksvoll. Das die Liveumsetzung, eines solch umfangreichen Songmaterials nicht unbedingt einfach ist, dürfte klar sein. Dieses gelang aber mühelos und es passte einfach alles perfekt zusammen. Orchester, die Band Corvus Corax mit ihren mittelalterlichen Instrumenten und die Diva sorgten für nahezu perfekte Unterhaltung.

Teils gelang den Musikern so was, wie Magie auf die Bühne zu bringen. Ein völlig großartiger und denkwürdiger Auftritt.

„Avantasia“ sorgten mit ihrem faszinierenden Jahrmarktsmetal für viel Spaß und bewiesen, warum Tobias Sammett zu einem der besten Metalmusiker Deutschlands gehört. Man muss das, was er da macht nicht mögen, aber Respekt vor der guten Umsetzung der Songs und der immer wieder beeindruckenden Bereitwilligkeit, hochkarätige Gastmusiker zu gewinnen. So war der Kurzeinsatz von Uli John Roth ein echtes Highlight. Ein spaßiges Konzert.

„Gorgoroth“ sind und bleiben eine der umstrittensten Bands der Szene. Die Geschehnisse in letzter Zeit konnte man ja in den Medien nachlesen, machen wir das also zum Thema hier.

So präsentierten sich die norwegischen Schwarzheimer gewohnt unfreundlich und unkommunikativ dem zahlreich vertretenden Publikum, welches primär aus Männern bestand, die gewiss lechzend und sabbernd, den nackten gekreuzigten Frauen auf der Bühne huldigten. Man kann es peinlich finden, man kann es idiotisch finden, oder auch sexistisch. Es treffen da wohl alle Attribute zu. Dass die plakativen Schlachtabfälle auf der Bühne nicht fehlen durften, machte das Klischee auch nicht besser. Dazu die Aussage „Praise Satan“ von Frontsau Gaahl“ und die ganze Chose war perfekt. Nebenbei sinnloses Blasphemiegekeife, Nullachtfuffzehnrumpelschwarzmetall und eine nette Pyroshow. Das war es dann auch. Kann man gut finden, muss man aber nicht. Klingt komisch, ist aber so.

 

Samstag: 02.08.2008

 

Der Samstag begann dann relativ spät für uns, da „Exodus“ erst später auf die Bühne kamen und man sich dementsprechend erst einmal mit einigen Bierchen und Wodkas auf den Tag einstimmte. Bis es also soweit war, hatte man viel Zeit für Späßchen, Bierchen, Backstagebesuche, und noch mehr Bierchen.

Irgendwann war es dann soweit für „Exodus“. Und die Jungs stiegen furios ein und zeigten der Menge von Anfang an, wo der Hammer hängt. „Piranha“, „Bounded by Blood“, „War is my Shepherd“ knallte man der Menge vor den Latz und es entstand ein Moshpit und ein Circlepit nach dem anderen. Rob Dukes rannte mit einer Stars and Stripes Boxershort über die Bühne und sang und grunzte sich aggressiv durch ein recht geiles Set. Und auch wenn der neue „Exodus“-Fronter ein Unsympath vor dem Herrn ist. Er brachte die alten Stücke durchaus überzeugend rüber. Aber an die alten Zeiten reicht es einfach nicht mehr heran. Man wird wohl als Festivalfüller enden. Schade drum.

Die meisten strömten danach direkt zu „Obituary“ rüber, die sich auch nicht lumpen ließen, aber auf der viel zu leisen partystage für Stimmung sorgten. Diese besorgte aber eher die Fanbase, denn die Band. Selbige wirkte einfach zu statisch auf der Bühne. Bewegung war kaum auszumachen und auch sonst wirkte die Band recht gelangweilt. Dennoch kamen Songs wie „Slowly we rot“, „Evil Ways“, „Drop Dead“ und das „Celtic Frost“-Cover “Dethroned Emperor” gut an. Netter, aber unspektakulärer Auftritt.

Heiß erwartet, war dann der Auftritt der britischen Grindcorelegende “Carcass”. Und zigtausende fanden sich vor der Bühne ein, wovon man sich bei manchen fragte, was sie überhaupt dort verloren hatten. Aber sei’s drum. Die Jungs spielten in knapp anderthalb Stunden einen furiosen Gig, der nicht nur Gastmusiker von „Arch Enemy“ mit „Angela Gossow“ beinhaltet. Selbiges wurde dann mit einem „I still hate Arch Enemy“von einem sehr charismatischen und bestens aufgelegten Jeff Walker kommentiert. Stark umjubelt war dann das Drumsolo von Ex-Drummer Ken Owens, der ein Jahr im Koma lag. Sehr emotional und gewiß ein Kraftgeber für ihn, der zwar immer noch Bandmitglied ist, aber aufgrund seiner Krankheit nicht mehr wirklich spielen kann. Die Songauswahl ließ auch kaum zu wünschen übrig. Man spielte wohl von jeder Scheibe etwas. Unter anderem beglückte man das Publikum mit Klassikern der Marke“ Corporal Jigsore Quandry“, No Love Lost“, „Keep on Rotting in a Free World“, „Reek of Putrefaction“ und auch „Heartwork“ vom gleichnamigen Album. Die Show war einfach klasse und machte verdammt viel Spaß. Ein echtes Highlight.

Die nachfolgenden „Killswitch Engage“ sahen wir zwar nur kurz, aber was man hören konnte, klang einfach klasse. Die Jungs wirkten sehr sympathisch, boten eine energiegeladene Show und mit dem „Dio“-Cover „Holy Diver“ dürfte man auch die kritischen Oldschooler begeistert haben.

„At the Gates“ waren dann die nächstfolgende Legende, die ebenfalls sehr viel Zuspruch erhielt. Man spielte einen guten Querschnitt quer durch die Banddiskographie und insbesondere die alte Fangemeinde feierte die Schweden gnadenlos ab. Ja ihr modernen Schwedendeathfans, so klingt das, wenn Melodic Death richtig Eier hat. Nicht wahr, Herr Anders Fridén und Herr Jesper Strömblad? Nun, genug der Seitenhiebe. „At the Gates“ haben sich gut zurückgemeldet und hoffentlich rauft man sich für neues Songmaterial wieder zusammen.

Nun wurde es Zeit für Populärmetal der Oberklasse. „Nightwish“ mit neuer Frontfrau und man fragte sich, würde es funktionieren? Ja, das tat es. Anette Olzon Blyckert wirkte viel zugänglicher als ihre Vorgängerin, hatte keine Angst mal so richtig loszurocken und schaffte es auch, die Klassiker überzeugend darzubieten. Dabei wirkte sie nicht gekünstelt, sondern sexy, natürlich und völlig sympathisch. Dass die Band ihren Status zu Recht hat, konnte man an der überzeugenden Show immer wieder sehen. So hinterließ man nach neunzig Minuten ein zufriedenes Publikum und auch die eher negativ eingestellten Zuschauer waren nicht genervt. Das heißt doch schon mal was.

Die Altenessener Thrasher „Kreator“ beendeten dann für uns das Festival und lieferten noch mal eine recht gute Show, mit einer wenig überraschenden Setlist. So spielte man das gleiche, was man in den letzten vier Jahren von den Jungs zu hören bekam. Dazu bekam man die üblich peinlichen Ansagen, ausgenommen die immer wieder kehrende Attacke gegen Neonazis, in einem unfassbar schlechten und miserablen Englisch vorgetragen. Nette Show, aber unspektakulär. Kommt mal mit was neuen, Jungs, und überlegt euch mal zukünftig Ansagen, die nicht so nach Vorschule klingen.

So endete das neunzehnte Wacken Open Air und hinterließ mehr Begeisterung, als im Vorjahr.

Positiv hervorzuheben war die Verkehrssituation, da man sich mit der Polizei ein neues Konzept ausdachte, welches Staus und andere Verkehrsprobleme ziemlich ausschloss und es dementsprechend, trotz der Menschenmasse, recht zügig voranging. Das war auch beim verlassen des Geländes ähnlich positiv. Auch die Sanitärsituation hat sich leicht verbessert. Dennoch sollte man die Urinalpilze, wie man sie von den Beneluxfestivals kennt, nutzen. Das dürfte der Wildpinkelei Einhalt gebieten. Das Essensangebot war wieder reichhaltig, aber auch teils preislich sehr happig. Ein Ärgernis ist der schmale Ausgang zur Hauptstrasse, der immer wieder zu Engpässen und unglaublichen Staus führt. Da sollte man doch ein etwas anderes System entwickeln. Denn es dürfte auch für die Ambulanz schwierig werden, da durchzukommen.

Ebenfalls ärgerlich sind die sturen Stewards, die einem trotz reservierter Plätze und früher Ankunft, in die weit entfernteste Pampa schicken.

Dennoch muss man der Orga ein fettes Lob aussprechen, da man viele Fehler der Vergangenheit ausgemerzt hat und es zu einem angenehmen Festival gemacht hat. Trotz der riesigen Zuschauermenge. Und das will was heißen. Man war weniger genervt als in den letzten Jahren und auch der Spaßfaktor war für uns persönlich weitaus höher, als in den vergangenen Jahren.

Hoffentlich behält man diese Zielsetzung bei und verbessert noch das eine oder andere. Ansonsten, ein entspanntes Festival. Bis zum nächsten Jahr.

 Rain or Shine !!!

 

Es rockten und soffen für euch. Dennis, Bella und Holger.

 

 


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