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Wacken 2006: Wacken Open Air 2007

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Veröffentlicht am Mittwoch 05 September 2007 11:30:29 von madrebel
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Wacken Open Air 2007

Das erste Augustwochenende stand an und wieder pilgerten wie jedes Jahr zehntausende Metalheads, Pseudos, Modefans, Eventfans und andere Vergnügungssüchtige auf Bauer Tredes heiligen Boden.
Nun, dieses Jahr stand es unter einem schlechten Stern, da nahezu zwei Wochen lang das Gelände durch einen Dauerregenguss fast unbespielbar war. Durch Drainagen, abtragen der oberen Bodenschicht, dem Trockenföhnen des Zeltplatzes durch einen Hubschrauber (kein Scherz), schaffte man es dann doch noch, alles noch pünktlich hinzubekommen. Ein Riesenrespekt für diese logistische Meisterleistung.
Nun, danach konnte die Party starten und so rockten 72500 Fans mehrere Tage lang sehr amtlich und das mit wenig Streß.

Das Festival eröffneten die britischen Kultmetaller „Blitzkrieg“, die einen sehr coolen Gig hinlegten. Spielfreude, viele Songs vom neuen Album, natürlich ihr Tophit „Blitzkrieg“, feiernde Fans und alle waren glücklich.

„Rose Tattoo“ stiegen fett ein, glänzten mit ruppigem und rustikalem Charme, trockenen Sprüchen und einer fetten Rockshow, die nur Spaß machte. Es war während des Gigs zwar leicht am nieseln, aber die alten Australier trockneten die Klamotten schnell. „Nice Boys don´t play Rock´n´Roll“ gab es zum Schluss und alle waren glücklich.

Der Ruhrpott rockte nun die Bühne. Onkel Tom und viele alte Recken betraten die Bühne und zelebrierten 25 Jahre „Sodom“. Und meine Güte, die Leute standen bis zum Eingang um die alten Chaoten zu sehen. Dementsprechend motiviert waren die Sodomisten, auch wenn es zwischen den einzelnen Songs zu lange Pausen gab. Dennoch gab es Knaller wie „Ausgebombt“, „The Saw ist the Law“ oder auch „Bombenhagel“. Es war allerdings schön, den Witchhunter oder auch den Atomic Steif mal wieder zu sehen. Dennoch fände ich eine Wiederholung in einer kleinen Halle sinnvoller. Da kann man auch mehr in die vollen gehen.

„Saxon“ hatten es danach einfach. Die Haus- und Hofband des Festivals rockte wie immer professionell und souverän das Gelände, legte Spielfreude ohne Ende an den Tag, glänzte gleichzeitig durch eine Topsetlist und war auch sonst die Band des Abends.
Pyros, Lichtshow, sympathische Ansagen, die Jungs können es einfach. Biff hatte Spaß wie immer, der Mann ist einfach für die Bühne erschaffen worden. Ein guter Headliner für den ersten Abend und ein Beweis dafür, dass die Jungs wohl nie schlecht werden.
Trotzdem sah ich mir den Gig nicht bis zum Ende an, da auf der Partystage noch eine Kultcombo spielte, die ich mir nicht entgehen lassen wollte.

Bobby Blitz und „Overkill“ waren schon eine Weile am spielen und dementsprechend viel war vor der Bühne los. Und meine Fresse, die Jungs waren einfach nur geil drauf. Nur Knallersongs, „Wrecking Crew“, „Thanks for nothing“ „In Union we Stand“, „Wrecking Crew“. Ein neuer Hammersong “Skull & Bones” der hier zum ersten Mal gespielt wurde und die Ankündigung einer CD/DVD, mit dem heutigen Gig ließen die Fans jubeln. Leider drehte man den Jungs zum Ende hin den Saft ab, was ich ziemlich daneben fand. Ansonsten, ein saucooler Gig und man kann sich freuen, wenn die Jungs im Frühjahr auf Tour kommen.

Danach folgte noch eine schöne Partynacht und der Freitag stand schon in den Startlöchern.

Mit „Possessed“ fing dann der Tag für mich an. „The Exorcist“ als Intro, und los ging es. Und die Jungs um „Jeff Becerra“, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt hatten verdammt viel Spaß an den Backen. Ganz besonders „Sadistic Intent“, die die Band machten, merkte man an, das sie richtig Freude daran hatten, solche Klassiker zu spielen, die bis heute die Szene beeinflussen. Auch Mr.Becerra schien sichtlich Spaß am Konzert zu haben. Er sang die Stücke, als wären sie gerade frisch aus dem Presswerk gekommen, machte freundliche Ansagen und schien sich auch sonst verdammt gut zu fühlen. Wenn man dann noch Klassiker wie „Beyond the Gates“, „ Burning Hell“ und auch dem Überknaller „Death Metal“ spielt, kann man nur gewinnen. Ein echtes Highlight und ein Glücksfall, diese Jungs mal live gesehen zu haben. Klasse Gig.

Nun kam es zu einem echten Partyhighlight. Die für „Lordi“ eingesprungenen „Turbonegro“ kamen auf die Bühne, sahen und siegten. Dazu gab es einen mit einer Stunde viel zu kurzem Gig, der nur Spaß machte. Ultracoole Ansagen, deren Inhalt so ziemlich jeden amüsierte und das so furztrocken, herrlich. Dabei gab es noch eine endgeile Setlist, die wenige Wünsche offen ließ. „The Age of Pamparius“, „Get it on“, Sailor Man“, „Fuck the World“und natürlich das lauthals mitgegrölte „I´ve got Erection” rundeten einen fetten Gig ab. Echt spaßig.

Das die nachfolgenden „J.B.O“ die Stimmung für sich nutzten, war klar. Und auch hier gab es wie immer blöde Witze, flache und dennoch witzige Ansagen, coole Songs und gute Stimmung. Nach mehr als elf Jahren weiß man einfach, wie es geht. Das Publikum feierte die Erlanger Blödelbarden dementsprechend ab. Leider spielte man nichts von der in Kürze folgenden neuen CD, aber das wird sich ja bald ändern. (Ach was?)
War ein netter Zeitvertreib.

Bei „Blind Guardian“ war dann der Teufel los. Die Menge staute sich bis zum Eingang und bewies, welche Größe die Krefelder mittlerweile erreicht haben. Und dementsprechend motiviert zeigte sich dann der Krefelder Vierer, die ein sehr motiviertes und voller Hits gespicktes Set spielten. Die Lightshow war einfach fantastisch, die Stimmung im Publikum euphorisch und dieses wirkte natürlich sehr positiv zwischen beiden Parteien und machte es zu einem dementsprechend unvergesslichen Auftritt.

Nun wurde es dunkel, aber so richtig übelst dunkel. Ein fettes und sehr langes verstörendes Intro und „Dimmu Borgir“ betraten die Bühne. Und von Anfang an zeigten die Norweger was es heißt, bedrohliche und düstere Stimmung zu verbreiten. Dazu gab es einen verdammt fetten Sound, der sich gewaschen hatte. Das Publikum ging heftigst ab, in den vorderen Reihen reihte sich Moshpit an Moshpit und Crowdsurfer hatten Hochkonjunktur. Das die Songs dementsprechend gut ankamen, braucht man dann wohl nicht mehr zu erwähnen.
Mit „Spellbound“ und „Mourning Palace“ beendete man dann den Gig und das Publikum konnte zufrieden in die Zelte gehen.

Die Nacht wurde dann mit reichlich Bier begossen und dann ging es auch so langsam gen Zelt.

Der Samstag startete pünktlich mit „Disillusion“, die mit ihrer letzten CD für viel Furore in der Szene sorgten und auch dementsprechend zogen. Nun, die Band war hochmotiviert, legte einen völlig geilen Gig hin, der einfach nur Spaß machte. Live kann der Haufen so einiges und man sollte sich die Band wirklich mal geben, sollten sie bei einem in der Nähe spielen.

Nun gab es auf der Black Stage eine Reise in die Vergangenheit. „Sacred Reich“ spielten und von Anfang an gab es kein Halten mehr. Mit „The American Way“ einzusteigen war einfach clever und danach ging es Schlag auf Schlag. Klassiker traf Klassiker, „Suf Nicaragua“, „Independent“, „ War Pigs“ und das von allen mitgesungene „Who´s to Blame“ schmückten einen völlig fantastischen Auftritt, der selbst den Musikern Freudentränen in die Augen trieb und „Phil Rind“ zu der Aussage hinrieß: „You make a Bunch of old Men very, very happy!“ Und glücklich waren auch die Fans, die die Band nach allen Regeln der Kunst abfeierten.
Für mich persönlich der beste Gig des Festivals und es bleibt zu hoffen, dass die Jungs bald wieder zurückkehren.

Danach gab es einen kurzen Abstecher zu „Moonspell“ und ich muss leider sagen, eine Düsternummer wie „Vampiria“ bei prallem Sonnenschein, ist genauso sinnvoll, wie bei einem Platzregen seine Blumen zu gießen.

„Dir en Grey“ kannte ich nur von T-Shirts irgendwelcher auf Japan gestylten 16jährigen Mädchen, war allerdings dennoch interessiert, mir diese Band mal anzusehen.
Nun, Respekt, eine echt geile Liveband mit verdammt guten und abwechslungsreichen Songs, mit denen ich persönlich allerdings herzlich wenig anfangen kann. Dennoch, die Jungs können eine ganze Menge und wurden dementsprechend gut aufgenommen. Herrlich war das melodramatische Gepose des Sängers. Ich hätte ihn am liebsten in den Arm genommen und getröstet. Aber ich muss zugeben, eine echt gute Band.

Ein kleines Highlight des späten Nachmittags waren dann „Rage“, die nach einer halben Ewigkeit wieder mit dem „Lingua Mortis“Orchester auftraten und eine beachtliche Show baten. Band und Orchester bildeten eine echte Einheit und konnten eine gute Stimmung aufbauen. Der Sound war auch sehr gut, was bei einem solchen Gig gewiss nicht einfach ist.
Ein schöner Gig, der sich lohnte.

Überraschend geil waren „Destruction“, die hier auch ihren 25sten Geburtstag feierten und direkt in die vollen gingen. Mit einem Motorsägenintro stürmte man auf die Bühne und zeigte der Meute sofort, wo der Hammer hängt. Viel Blut und Gesplatter beim Auftritt des Mad Butcher, der ein paar nette Damen mit auf die Bühne schlief, dazu eine Pyroshow die sich gewachen hatte. Bei „Inventor of Eveil“ gröhlten, rülpsten und sangen dann noch der peavey, der Angelripper und Bobby Blitz mit, was sehr gut ankam. Und bei „Live without Sense“ setzte man sogar zwei Drumsets ein, wovon Olly Graf das eine bearbeitete. Alles in allem eine verdammt fette Show, die richtig knallte. Daumen hoch!!!

Nun gab es aber den absoluen Tiefpunkt des Festivals. „Type´o´Negative“ gaben sich die Ehre und machten von Anfang an klar, das hier heute nichts zu erwarten war. Völlig unmotiviert, ein lattenstrammer Pete Steele und Musiker die lieber fotografierten, als zu spielen versauten einen Auftritt, auf den sich viele gefreut hatten. Klar, Hits wie „Christian Woman“ und „Black No.1“ fehlten nicht und auch ein paar neue Sachen gab es. Insgesamt war der Gig jedoch eine Frechheit und man sollte sich echt mal überlegen, ob es als band so weitergeht. So allerdings auf keinen Fall.

Eine Riesenmenge an Menschen durfte dann dem einzigen Reuniongig von „Immortal“ auf deutschem Boden Boden entgegenfiebern. Und mit einem endgeilen Intro betraten die drei Norweger die Bühne und rockten direkt los. Fettes Gepose, ein guter Sound und mit dem sprichwörtlichem Schalk im Nacken zockten die Kultblackies drauf los, als ob es kein Morgen gäbe. Das Publikum, was sich bis zum Eingang staute und sich sogar auf dem Vorgelände tummelte, bekam eine echt coole Show mit, die sich gewaschen hatte.
Wollen wir hoffen, dass es bald zu einer Hallentour kommt, denn in dieser Form sind die Jungs live unschlagbar. Ein echtes Highlight und für mich dann auch die letzte Band auf dem diesjährigem Wacken.

Danach ging es schnurstracks nach Hause und ins Bett.

Fazit: Trotz aller Widrigkeiten heben die Wackenorgas es geschafft, ein gutes Festival hinzulegen. Leider gab es vielzuwenige Toiletten, insbesondere auf den weiter entfernten Zeltplätzen. Ein Unding ist es auch, den Gästen die zum gebetenen Zeitpunkt anzureisen, die Zeltplätze am Arsch der Welt zu bieten, die jeweils einen halbstündigen Marsch erforderten. Auch sollte man die Besuchermenge drastisch begrenzen, denn was bei einigen Bands an Menschen zugegen war, spottete jeder Beschreibung. Es war schlicht und einfach viel zu voll.
60.000 Besucher sollten Maximum sein, alles darüber ist zuviel.
Auch die Bierbuden sollten Bier verkaufen, was nach Bier schmeckt und nicht nach wässriger Plörre.
Ein Glasverbot wäre zwingend notwendig, denn was man an Glasbruch sowohl auf den Zeltplätzen, als auch vorm Eingang lag, spottete jeder Beschreibung. Erstens ist es so sicher, wie das Amen in der Kirche, dass es dabei zu Verletzungen kommen kann und die Entfernung der Scherben dürfte nicht billig sein.
Ansonsten kann man den Organisatoren zu einem schönen Wochenende mit vielen geilen Bands gratulieren
Bis zum nächsten Jahr!

madrebel




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Witchhunter @ Sodom-Gig
Hier ist dem Autor wohl ein kleiner Irrtum unterlaufen. Chris Witchhunter hat nämlich den Gig von SODOM leider nicht beigewohnt, wie es der Text vermittelt. Kann passieren, denk ich, war wohl im Eifer des Gefechts, woll? ;-)