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Wacken 2006: Wacken Open Air 2006

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Veröffentlicht am Donnerstag 28 September 2006 16:52:43 von madrebel
phpnuke.gifWie jedes Jahr fand am ersten Augustwochenende, das nunmehr siebzehnte Wacken Festival statt und auch wir ließen es uns wieder man nicht nehmen, dem wohl mittlerweile größten Metalfestival der Welt unsere Aufwartung zu geben.











Wacken Open Air 2006


So fuhr man dann auch pünktlich gegen 10.00h morgens los, erlebte einige interessante Menschen, insbesondere eines scheinbar stockbesoffenen Schaffners, der Ansagen machte die eben nur diesen Schluß zuließen. Zwischenzeitlich kam es in der Höhe Hamburg-Harburg zu einem unschönen Zwischenfall, wo ein junger Nachwuchsmetalhörer faschistische Parolen losließ, allerdings von seinen Mitfahrern so ziemlich zur Schnecke dafür gemacht wurde. Recht so.

6 Stunden später kam man endlich in Itzehoe an, teilte sich ein Taxi und war schon knapp 20 Minuten später im Ort und fand auch relativ schnell seine Kollegen um ein ganzes Wochenende dem Metal zu frönen.

Es begann dann für uns mit „MSG“, die insbesondere beim älteren Klientel recht gut ankamen, was nicht nur an der tollen Spiellaune aller Musiker lag, sondern auch an der Atmosphäre, welche die alten Herren rüberbrachten. Selbst ein alter Klassiker von „UFO“ wurde ausgepackt und wann hört man schon mal „Doctor,Doctor“ in einer solch coole Fassung? Somit war der zwar nicht allzu lange Gig schon ein kleiner Höhepunkt an diesem Donnerstag.

Eine halbe Stunde warten, und es war endlich soweit. Die „Scorpions“ spielten endlich auf dem Wacken und zeigten von Anfang an, das sie heute einen ganz besonderen Abend spielen wollten. Und der war es dann auch. Eine megagut aufeinander eingespielte Truppe, die verdammt viel Spaß am Auftritt hatte, versüßte den Fans fast 3 Stunden lang den Abend. Und das mit einer Setlist, die insbesondere den Veteranen der Szene das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ.
Dazu kam ein Stelldichein alter bekannter aus der Historie der Band. Hermann Rarebell, James Kottak, Michale Schenker und allen voran der unglaublich charismatische Uli John Roth, der so manches Solo los ließ und dabei gewiss mehrere Dutzend heruntergeklappte Unterkiefer verursachte.
Was der Mann an der Gitarre zauberte, einfach unglaublich.
Diese Magie sprang auch auf das Publikum rüber und insbesondere Klaus Meine sah überglücklich aus und verlieh dem auch oftmals Gehör.
Die Lightshow war einfach grandios und als zum Ende hin der Skorpion auf die Bühne kam, gab es einfach kein halten mehr. Nicht nur das es extrem cool aussah, nein, es unterstrich einen ganzen Abend auf extrem positive Art und Weise. Danach kam dann noch „Rock you like a Hurricane“ und der Abend war beendet. Und jeder musste zugeben, ob Fan oder nicht, dass dieser Auftritt etwas Außergewöhnliches war. Ein großartiges Erlebnis, was man wohl nie mehr vergessen wird. Und es bleibt zu hoffen, dass dieser Gig auf DVD veröffentlicht wird. Bei der Setlist eigentlich ein Muss:

01. Coming Home
02. Bad Boys Running Wild
03. The Zoo
04. Loving You Sunday Morning
05. Make It Real
06. Picture Life (with Uli John Roth)
07. Speedys Coming (with Uli John Roth)
08. Dark Lady (with Uli John Roth)
09. We ll Burn the Sky (with Uli John Roth)
10. Love em Or Leave Em
11. Dont Believe Her
12. Tease Me Please Me
13. Coast to Coast (with Michael Schenker)
14. Holiday (with Michael Schenker)
15. Lovedrive (with Michael Schenker)
16. Another Piece of Meat (with Michael Schenker)
17. James Kottaks Drum Solo
18. Blackout (with Herman Rarebell)
19. No One Like you (with Herman Rarebell)
20. Matthias Jabs Guitar Solo
21. Big City Nights
22. Can t get enough

Encore 1:

23. Still loving you
24. In Trance (with Uli John Roth, Michael Schenker)
25. Hes A Woman Shes A Man (with Uli John Roth, Michael Schenker)
26. In Search Of the Peace of Mind (with Uli John Roth, Michael Schenker and Tyson Schenker)

Encore 2:

27. Dynamite

Encore 3:

28. Rock You like A Hurricane


Freitag 04.08.06


Der Reigen begann am heutigen Tage für uns mit „Six feet Under“, die schon einiges an Zuschauern zu sich zogen. Die Stimmung im Publikum war klasse, auch wenn der Gig durchwachsen war. Wie sooft bei den Jungs in der letzten Zeit. „T.N.T“ kam mal wieder ganz gut an, „Warmachine“ ging gut ab und „In League with Satan“ war mal ein wirklich gutes Cover. Ansonsten ein nicht nennenswerter Auftritt.

Wirklich begeistern konnten danach „Nevermore“. Warrel Dane war extrem gut drauf, die Band dementsprechend genauso und es schlug sich auch für die Publikumsstimmung positiv hernieder. Der Sound war annehmbar und mit Songs wie „Godless Endeavour“ oder auch den Klamotten von der „Enemies of Reality“ konnte man wenig falsch machen. Guter Gig.

Reniongig die zigste. Aber was für einer. Langerwartet und dementsprechend gefüllt war es vor der Blackstage, als „Carnivore“ die Bühne enterten.
Nach dem Intro von „Der weiße Hai“ spielte man ein paar kurze Riffs, Pete Steele rief „Thank you“ und verpiselte sich nebst Band wieder. Grosser Applaus, ein paar Minuten warten und ab ging die Post. Pete Steele hatte den Schalk im Nacken, Nackttänzerinnen mit Wasserpistolen gab es auch. Eine grandiose Songauswahl mit Hits wie „Race war“, „Inner Conflict“, „Male Supremacy“, „Sex and Violence“ und das mit dem kontroversen Intro gespielte „Jesus Hitler“ ergaben eine großartige Show, die nicht nur in die Wackenannalen eingehen dürfte, sondern auch noch für lang anhaltenden Gesprächsstoff in der Szene sorgen dürfte. Ein fantastischer Gig, mit einer gut aufgelegten Band, einen üblen Brechsound und trotzdem guter Partystimmung. Dieser Gig bleibt garantiert in Erinnerung, denn eines ist sicher. So schnell wird man die Chaoten gewiss nicht wieder sehen. Denkwürdig.

Später Abend und es wurde noch einmal etwas anspruchsvoller. „Celtic Frost“ gaben sich die Ehre und unterhielten das Publikum mit einer Stunde gepflegter Langeweile. Klar, es gab geile Songs und so, aber irgendwie sprang der Funke nicht so recht rüber und so zockte man sich zwar motiviert, aber völlig langatmig durch einen einstündigen Set, der mehr zum einschlafen, denn zum abgehen animierte. Okay, es war mal nett Klassiker wie „Procreation of the Wicked“ oder „Circle of the Tyrants“ zu hören. Aber wirklich toll war das nicht, was man da zu sehen bekam. Schade, aber vielleicht beim nächsten Mal mehr.

Die nachfolgenden „Ministry“ weckten dann allerdings so ziemlich jedem der Müdigkeit nahen Metalhead auf. Mit einer ohrenzerfetzenden Lautstärke, stockbesoffenen Musikern und einer megaderben „Fuck Off“-Attitüde kamen die Industrialmetalgötter auf die Bühne und zerstörten innerhalb von 75 Minuten das halbe Festivalgelände und hinterließen nichts als Schutt und Asche. Naja, ganz so hart war es nun nicht, aber was der Haufen da durch die Boxen jagte war unbeschreiblich. Das war Aggression und Lebendigkeit pur. Gewalt und unbändige Wut prasselten auf die Zuschauer nieder, was einigen wohl zu hart war.
Den extrem viele Besucher verließen fluchtartig das Gelände und bewiesen hiermit, dass sie im Grunde genommen nur Weichlinge sind.:-))) Die dagebliebenen erlebten allerdings eine Megashow.
Al Jourgensen wirkte wie ein Messias auf Speed, Joey Jordison ballerte an der Schiessbude herum, dass es jeder Katjuscha zu Ehren gereicht hätte und sie Songauswahl hatte es echt in sich.
Man begann mit „Fear is big Business“ und legte mit „Senor Peligro“ direkt nach und schaffte es danach mühelos, das Publikum bei der Stange zu halten. Die Songauswahl hielt sich primär an die neueren Scheiben, liess allerdings auch alte Hits nicht außer Acht. Zwar fehlten einige Klassiker, aber was da geboten wurde, war einfach gigantisch. Richtig majestätisch und apokalyptisch wurde es dann zum Schluß noch einmal mit „Psalm69“. Was da rüberkam war einfach nur noch grandios. Hoffen wir nur, dass Al sich seine Auflösungsgedanken noch mal überlegt, denn in dieser Form sind „Ministry“ so stark wie nie zuvor. Von meiner Seite aus der definitive Höhepunkt des Festivals.

Hier noch mal die Setlist:

Fear is big Business, Senor Peligro, No War, Great Satan, Waiting, Lies, Worthless, NOW, Just one Fix, Thieves, Psalm69.

Samstag 05.08.2006


Den Beginn am Samstag machten für uns die Brutal Death Metal Aborted. Es war zwar eindeutig zu früh für eine solche Band aber wer noch nicht richtig wach war, wurde es spätestens nach den ersten Songs! Ein gewohnt sehr guter Auftritt der Band um Sänger Svencho. Ein besonderes Schmankerl war der Coversong Heartwork von Carcass.
Darauf folgten die Death Metal Superstars “Arch Enemy” um Frontröhre “Angela Gossow”. Das die Truppe zog und schon für gute Laune sorgte dürfte wohl klar gewesen sein. Gibt es derzeit wohl kaum eine so angesagte Band, wie eben die Schweden mit der Frontfrau aus Leverkusen. Mit „We will rise“ knallte man dem Publikum auch noch einen vor den Latz und das war es dann auch.

Und nun kam es zu einer leichten Legendendemolierung. „Fear Factory“ traten auf, versuchten Arsch zu treten, scheiterten jedoch an einem völlig unfähigen Soundmann, der es mit Bravour schaffte den Jungs den wohl miserabelsten Sounds des Festivals zu liefern. Das drückt dann natürlich auf die Stimmung. Trotz einer guten Songauswahl, war es schwer den Gig zu genießen und nach etwas mehr als einer Stunde war man dann auch froh, das es zu Ende war. Schade um den Gig. Aber auch schade um eine ehemals geniale Band, die wohl nur noch von Festival zu Festival tingelt. Da sind die großen Tage wohl vorbei.

Auch „Morbid Angel“ hatten unter einem schwammigen Sound zu leiden, machten gute Miene zum bösen Spiel und zockten einen echt coolen Gig souverän runter und hinterließen so manchen rauchenden Nackenwirbel. Bei Songs wie „Where the Slime lives“ oder „Chapel of Ghouls“ kein Wunder. Guter Gig bei wunderbarem Sonnenschein.

„Soulfly“ in Wacken. Vor Jahren undenkbar, heute einer der Publikumsmagneten. Und der definitiv allererste Höhepunkt am Samstag. Eine Band in Topspiellaune, ein gut aufgelegter Max Cavalera, wessen Energie förmlich auf das Publikum übersprang. Ein Haufen geiler Songs wurde gespielt sowohl von Soulfly als auch von Sepultura. Es ging los mit The Prophecy und Seek n Strike. Woraus wohl der Klassiker schlechthin Roots Bloody Roots folgte. Spätestens ab diesem Song hat sich kaum einer mehr halten können. Alles moshte und sprang umher während die Sonne auf einen hernieder schien. Das rundete eine echt klasse Show wunderbar ab, animierte zum mitmachen und konnte auch sonst auf ganzer Linie überzeugen. Weiter Songs die gespielt wurden: Chaos AD,Beneath the Remains,Troops of Doom,Soultribe,Back to the Primitive und Eye for an Eye. Davon gerne in Zukunft mehr.

Mit „Whitesnake“ wurde danach eine Zeitreise in die frühen 80er eingeleitet und viele ließen sich mitnehmen. Und es war lohnenswert. Ein Hardrockklassiker reihte sich an den anderen. David Coverdale dirigierte Band und Publikum professionell durch einen kurzweiligen Gig, bewies mal wieder eindrucksvoll, weswegen er zu einem der besten Fronter der Szene gehört und auch die Band konnte sich rühmen das Publikum gut zu unterhalten. Das der Megahit „Here i go again“ nicht fehlen durfte war klar und so zeigte die weiße Schlange dem Publikum ihre Ausnahmeklasse.
Tja. Alle zwei Jahre wieder kommen Lemmy und seine Mannen, rotzen sich durch 90 Minuten feinstem Rock und beweisen wieder, weswegen diese Band und Wacken einfach zusammengehören. Beide etwas dreckig, muffig und ranzig. Aber dafür sympathisch und liebenswert. Deswegen rotzte man auch eine Menge geiler Songs in die Menge, wovon man die meisten zwar schon zigmal gehört hat, aber es trotzdem immer noch gerne hört.
Ein würdiger Headliner, ein gutgelaunter Lemmy, ein Faxen machender Phil Campbell und ein großartiger Mickey Dee. Was will man mehr spätabends und leicht angetüdelt auf den Wacken? Nichts, einfach nur gut abrocken.

Ein kleiner Absacker zum Ende hin und das waren die Hammer Thrasher „Delirious“. Mit einer echt coolen Lightshow, einem zur Abwechslung coolem Sound und einer super aufgelegten Truppe rockten die Burschen um Frontschwergewicht Betty das Zelt, dass wohl selbst die zeitgleich spielenden „Rose Tattoo“ mit den Ohren schlackern durften. Die Jungs machten richtig Stimmung, begrüssten immer wieder irgendwelche Brasilianer und hatten auch sonst gute Laune. Dazu ein Haufen geiler Songs, aber leider nur knappe 150 Zuschauer. Die erlebten aber einen heimlichen und kleinen Leckerbissen.
Geiler Gig und ein toller Abschluss eines tollen Festivals.

Das Wacken 2006 war an sich ein gutes Festival. Die Bierpreise sind seit Jahren stabil und 3€ sind für ein 0,4 Becher akzeptabel. Die Toilettensituation auf dem Gelände war okay, auf den Campingplätzen allerdings etwas zuwenig. Essenspreise waren wie immer. Man konnte sich günstig sättigen, aber auch eben auf teurerem Niveau. Und zur Not kann man auch ins Dorf laufen.
Die Securities waren soweit fair und machten einen guten Job.
Negativ fiel allerdings auf, dass immer mehr scheinbar dem braunen Sektor angehörende Metalhörer auf das Gelände kamen, wie man an dem einen oder anderen Shirt sehen konnte und auch so mancher Laden auf der Metalbörse bot einige fragwürdige Tonträger an.
Was allerdings ganz heftig und negativ auffiel, war die gigantische Zuschauerzahl. Knappe 65000 sollen da gewesen sein und das ist eindeutig zu viel. Schraubt das um mindestens 10000 Besucher zurück. Man sieht ja die Bühne vor lauter Menschen nicht mehr und was bei einigen Bands los war, das spottete jeder Beschreibung.
Ein anderer negativer Punkt war der unterirdische Sound auf fast jeder Bühne. Da wurden einige Bands echt kaputtgemischt und das wurde manchmal unerträglich und unhörbar. Da muss was getan werden.
Ansonsten war das Wacken 2006 ein gutes Festival, was relativ stressfrei ablief und mit einem der wohl besten Billings seit Jahren aufwarten konnte.
Also, bis zum nächsten Jahr !!! Rain or Shine !!!

Für euch anwesend waren Dennis, Bella und Holger.

madrebel


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