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Konzert Review: The Gathering - Sleepy Buildings (Akustiktour) - Essen Zeche Carl

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Veröffentlicht am Mittwoch 10 März 2004 12:48:57 von madrebel
phpnuke.gifHefeteilchen, Bombensprengungen und Geburtstagsständchen !!!

The Gathering / Essen Zeche Carl am 08.03.2003
The Gathering – Flowing Tears – Essen Zeche Carl

08.03.2004


Am 21ten und 22ten August 2003 gaben „The Gathering“ im niederländischen Nijmegen ein Konzert, was es sich zum Ziel gemacht hatte, alte und neue Lieder ihrer Bandgeschichte in ein akustisches Gewand zu packen.
Nun, diese 2 Konzerte kamen so gut an, daß man nicht nur beschloss eine CD davon herauszubringen, sondern auch damit auf Tour zu gehen. In großer Vorfreude auf diesen Auftritt, bestellte auch ich mir dann ein Ticket. Eine gute Entscheidung, da dieses Konzert recht rasch ausverkauft war.
Die Hinfahrt gestaltete sich dann auch schon als recht merkwürdig und nicht von dieser Welt, besonders dann, wenn man auf Zeitgenossen trifft, die sich mit einer ganzen Tüte voller Hefeteilchen vor einen hinsetzen und einem von Sprengungen alter Gebäude erzählen, dem Suppe kochen mit geringen Mengen Dynamit und einem Tipps geben, wie man einen Fabrikturm seiner Wahl sauber sprengt. Das wirkte äußerst surrealistisch und sollte dann auch zu diesem Abend passen.
Nachdem ich mich von dem Herren verabschiedet hatte, erreichte ich dann auch rasch die Zeche Carl, wo sich schon eine lange Warteschlange bildete. Nach dem erreichen des Konzertsaales, und dem besorgen eines Bieres ging es dann zum Sitzplatz und pünktlich um halb 9 begannen „Flowing Tears“ ihren akustischen Auftritt.
Alle Bandmitglieder kamen in einem weißen Anzug auf die Bühne, bis auf die Sängerin, die sich in einem tiefroten Abendkleid präsentierte, was einen perfekten Kontrast zum restlichen Bühnenbild abgab. Die Band präsentierte sich äußerst zurückhaltend und ruhig. Frontfrau „Helen Vogt“ saß auf einem mit rotem Tuch bespannten Stuhl und sang ruhig und gefühlvoll. Das Publikum hörte zu, auch wenn es einige recht böse Kommentare aus den hinteren Reihen zu dem Auftritt gab.
Das Hauptaugenmerk lag auf der in Kürze erscheinenden CD der Saarländer, man schaffte es aber in den 40 Minuten, auch ältere Interpretationen ihrer Werke vorzutragen, was ihnen eindrucksvoll gelang. Als letzte Zugabe gab es ein Lied, was die Fronterin mit den Worten „Das könnt ihr alle mitsingen !“ ankündigte. Daraufhin kam eine sehr interessante und in eine akustische Gothicrock gebrachte Version von „Dead Skin Mask“, im Original von „Slayer“. Eine sehr ansprechende und mal andere Coverfassung dieses Liedes, die nicht nur bei mir auf positive Resonanzen stieß. Gut gemacht.
Nach einer raschen Umbaupause von 20 Minuten war es dann endlich soweit. Das Hallenlicht wurde heruntergedimmt und das, worauf alle gewartet hatten, begann. Der niederländische Fünfer schaffte es innerhalb kürzester Zeit, das Publikum zu begeistern. Die äußerst sympathische Sängerin „Anneke van Giersbergen“ verzauberte durch ihren engelsgleichen Gesang und schaffte es mit ihrer einzigartigen Ausstrahlung, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Die Lieder, die oftmals sehr melancholisch, äußerst atmosphärisch und auch ein wenig traurig klangen, brachten trotz alledem keine dunkle und deprimierende Stimmung. Ganz im Gegenteil. Die Bühnenperformance, das perfekte Zusammenspiel der Band, die passend in Szene gesetzte Lightshow, dazu der glasklare Gesang, gaben einem ein unglaubliches positives Hochgefühl.
Jedes Lied wurde mit tosendem Applaus bedacht, was immer wieder zu Dankesbekundungen der Band führte.
Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf ihrer kürzlich veröffentlichen Akustik-CD, dies war jedoch nicht alles, was man spielte.
Nach einer Stunde beendete man für eine viertelstündige Pause den Set, bis man gegen viertel vor Elf wieder auf die Bühne zurückkehrte. Nach dem ersten gespielten Stück wurde dann plötzlich ein Geburtstagsständchen gesungen und eine sichtlich gerührte „Anneke van Giersbergen“ stand vollkommen gerührt vor dem Mikrofon und wusste nicht, was sie sagen sollte. Eine kleine Freudenträne lief ihr herab, als ein Fan aus der vordersten Reihe ihr eine Rose schenkte, die sie freudig annahm und ihn umarmte. Das Geburtstagsständchen ging dann nochmals weiter und mit einem leisen „Hipp,Hipp,Hurra“, bedankte sich die sympathische Frontfrau. Mit einem Stück Geburtstagstorte kam sie dann auf einmal an den Bühnenrand und schenkte dieses Stück jemandem, der auch Geburtstag hatte. Danach spielte man noch einige Songs mehr, die nach dieser schönen Pause noch eine Stufe deftiger rüberkamen. Beendet wurde der Set dann mit einem äußerst psychedelischem und atmosphärischem Instrumental, indem sich alle bis zum Exzess verausgabten, berauschende Bilder in einem hervorriefen und dieses zu einem Höhepunkt zu tragen, der mit Worten einfach nicht mehr zu beschreiben war. Einfach fantastisch und einzigartig. Nach beinahe 2 Stunden entließen „The Gathering“ die Gäste in einen klaren Nachthimmel und wohl wirklich jeder wusste, dass er heute bei etwas ganz besonderem und einzigartigem Ereignis zugegen war.
Für mich persönlich das bislang beste Konzert des Jahres.

madrebel


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