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Konzert Review: Skyclad, Kulthallen Marburg, 21.04.2006

Veröffentlicht am Donnerstag 25 Mai 2006 19:52:15 von Master_Of_Puppets
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Es gibt eine Situation, die wohl jeder Musikfreund kennt, unabhängig davon, ob man Anhänger der härteren Klänge ist oder nicht. Bei manchen favorisierten Bands fragt man sich ständig, warum sie trotz jahrelangem Touren und zahlreicher einwandfreier Veröffentlichungen ein Schattendasein fristen. Eine Formation, die seit Jahren mit diesen Umständen umzugehen hat, ist die britische Folk Metal-Legende Skyclad, die im April für eine kurze Tour über den Ärmelkanal kam.
Im hessischen Marburg galt es zunächst drei Vorbands im Rahmen eines kleinen Hallen-Festivals zu überstehen. Bezeichnend für den eingangs beschriebenen Status der englischen Folk-Metaller war allerdings die leider mal wieder sehr überschaubare Zuschauerzahl. Trotz fairem Eintritts- und absolut günstigen Getränkepreisen konnten sich nur knappe 150 Fans zu einem Besuch dieser Veranstaltung durchringen.
 
Den Abend eröffneten die französischen Band Nydvind. Von diesem Auftritt bekam ich allerdings nur noch das Ende mit, da mich map24 in eine interessante Stadtrundfahrt der Lahnmetropole Marburg verwickelte, allerdings nicht zu der gesuchten Halle. Dennoch war bei den letzten drei Songs feststellbar, dass die Franzosen ein interessantes Geknüppel boten, das allerdings viel zu laut abgemischt war.
 
Als Zweites kamen die Niederländer Heidevolk. Mit  ihrem melodischen, stellenweise an Falconer erinnernden Viking Metal konnten sie an diesem Abend viele Fans für sich gewinnen. Begeistern konnten mich vor allem die Stücke, bei denen eine Geige die Melodien vorgab. Da dies nicht konstant der Fall war, schlich sich ab und an eine gewisse Eintönigkeit im Set der Holländer ein. Unterlegt wurde der Auftritt mit nett anzuschauenden Schauspieleinlagen der beiden Sänger. Vereinzelt gab es hierfür euphorische Reaktionen, der Grossteil des Publikums hielt sich jedoch respektvoll zurück. Auffällig war, dass sich mit Heidevolk auch der laute Soundmatsch für den Rest des Abends verabschiedete.
 
Nun war es zeit für den Co-Headliner des Abends, der für einige Fans die Hauptattraktion war. Die Norweger Kampfar spielten ihren Pagan Black Metal demzufolge auch mit der entsprechenden Energie und sorgten hierdurch vor einige Bewegung in den ersten Reihen. Mich beeindruckte die Show jedoch nur in optischer Hinsicht durch das durchaus beeindruckende Nietenarmband des Sängers. Ansonsten konnte mich das phantasielose Gebolze weniger begeistern. Lediglich die immer mal wieder vorkommenden instrumentalen Midtempo-Passagen waren in meinen Ohren recht ansprechend. Angesichts der zahlreichen begeisterten Zugaberufe am Ende des Gigs muss ich jedoch eingestehen, dass meine Meinung an diesem Abend von den meisten Besuchern nicht geteilt wurde.
 
Leider verließen einige Besucher nach diesem Auftritt die Halle, was für ein recht überschaubares Publikum beim Auftritt von Skyclad sorgte. Trotzdem zeigte sich das Quintett aus Newcastle einmal mehr von seiner besten Seite und tobte spielfreudig über die Bühne. Überraschend war zunächst, dass Sänger Kevin Ridley bei den ersten beiden Songs auf seine Gitarre verzichtete. Dabei fiel auf, dass er nüchtern betrachtet seinem Vorgänger an Showqualitäten in nichts nachsteht. Im Gegenteil, seit Ridley dass Mikro bei Skyclad übernahm, hat er sich von Tour zu Tour gesteigert, und gehört auch durch seine angenehme, humorvolle Art durch die Show zu führen definitiv zu den überzeugenderen Frontmännern im Bereich der harten Rockmusik.
Ebenfalls sehr aktiv präsentierte sich von Anfang an Geigerin Georgina Biddle, die zu keiner Zeit stillstand und den Platz auf der Bühne, inklusive der Stufen zum Zuschauerraum, sowie den Platz im sich lichtenden Publikum für einige Ausflüge nutzte.
Fürs Auge wurde auf der Bühne einiges geboten, aber auch spieltechnisch konnten sich die verbliebenen Konzertbesucher nicht beschweren. Wie immer bei Skyclad gab es eine Ausgewogene Setlist, welche fast jedes Album ihrer mittlerweile 15-jährigen Bandgeschichte berücksichtigte. Auch wurden die Songs sehr kraftvoll intoniert, unabhängig davon, ob Kevin Ridley nun eine akustische oder eine elektrisch verstärkte Gitarre benutze. Gerade der akustische Teil des Sets sorgte für Begeisterung, hier konnte man deutlich erkennen, dass Skyclad der Ursprung des inzwischen sehr angesagten Folk Metal sind. Faszinierend waren ebenfalls die Soli-Duelle zwischen Georgina Biddle und Lead-Gitarrist Steve Ramsey, der einige Register seines Könnens demonstrierte.
 
Abschließend kann ich nur sagen, dass Skyclad wieder einmal jeden Cent wert waren. Es gibt wohl kaum eine andere Band, die sich auf der Bühne dermaßen engagiert, egal wie viele Fans davor stehen. Diese Einstellung verdient Respekt, weswegen ich sehr hoffe, dass ihre nächste Tour Anfang 2007 für mehr Aufmerksamkeit sorgt. Jeder der sich diese Shows entgehen lässt verpasst etwas!
 
 
Setlist Skyclad:
 
Spinning Jenny
Earth Mother, The Son And The Furious Host
A Well Beside The River
The Song Of No-Involvement
The Parliament Of Fools
Cry Of The Land
The Antibody Politic
The Widdershins Jig
The Wickedest Man In The World
Anotherdrinkingsong
Another Fine Mess
Inequality Street
NTRWB
Just What Nobody Wanted
Jig A Jig
Think Back And Lie Of England
Penny Dreadful
 
Swords Of A Thousand Men
Thinking Allowed

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