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Konzert Review: SUBWAY TO SALLY, WALTARI 14.04.2004, Longhorn im LKA, Stuttgart

Veröffentlicht am Donnerstag 15 April 2004 02:37:37 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifAn diesem Konzert könnte sich so manch andere Band was Leistung für`s Geld betrifft ein Beispiel nehmen. Die Spielleute von STS kamen mit Flammenwerfern und Waltari im Gepäck nach Stuttgart…




Um ehrlich zu sein, zählen weder Subway To Sally noch Waltari zu meinen erklärten Lieblingsbands, aber Abwechslung kann ja nie schaden. Kurz nach dem Eintreffen stellte sich dann heraus, dass die Entscheidung etwas früher los zu fahren goldrichtig war: denn statt wie angekündigt um 21:00 mussten WALTARI schon eine halbe Stunde eher zu ihrem knapp 45-minütigen Set auf die Bühne. Das hatte zur Folge, dass das LKA noch nicht übermässig gut gefüllt war, was sich zwar im Laufe des Sets änderte, für den Fünfer um Finnen-Pumuckl Kärtsy aber keinen Unterschied machte. Denn obwohl Waltari in punkto Spielfreude super drauf waren, konnten sie dem bis dato noch ziemlich reservierten Publikum nicht viel mehr als Höflichkeitsapplaus abringen. Da konnte auch ein wie aufgezogen herumspringender Kärtsy nichts ändern, der speziell bei den Songs bei denen er nicht Bass spielte wie ein mit Speed abgefüllter Aerobic-Animateur das Publikum anfeuerte. Egal ob neueres Material wie „One Day“ und „Life Without Love“ oder älteres wie „Love Music“, “Atmosphere” und “Forest” (?) – für Waltari gab es trotz starker Leistung am heutigen Abend keinen Blumentopf zu gewinnen, was ich für die Band sehr schade finde!

Ganz anders gebärdete sich das Publikum nach ungefähr 20 Minuten Umbaupause, als um 21:30 SUBWAY TO SALLY unter lautem Jubel des inzwischen rappelvollen LKA`s über die Treppe auf die Bühne kamen! (Für Songtitel wird keine Haftung übernommen! So weit möglich habe ich die Songs anhand der Texte zusammengesucht!) Mit „Geist des Kriegers“ stieg man nach einer kurzen Explosion ein und hatte beim Refrain schon das Publikum hinter sich. Weiter ging`s mit dem „Knochenschiff“ und irgendwas mit „Ich hab heut nacht vom geträumt“, und bereits spätestens nach der ersten Ansage war klar, dass das Publikum den Potsdamern an diesem Abend aus der Hand fressen würde. Flankiert von Bodenski und Simon waren Eric Fish und Violistin Frau Schmitt der Blickfang, währen im Hintergrund auf zwei Podesten neben Schlagzeuger David Gitarrist Ingo und Basser Sugar Ray verhältnismässig unauffällig ihren Dienst verrichteten. Natürlich unterstützt vom hundertfachen Chor des Publikums, welches bei „2000 Meilen unter dem Meer“ oder „Die Schlacht“ lauthals mitsang, bevor beim „Veittanz“ der Brandschutzbeauftragte der örtlichen Feuerwehr beim Feuerspucken von Bodenski und Simon genau hinschaute – schließlich kam man der Hallendecke schon bedrohlich nahe… Mit dem vielumjubelten „Kleid aus Rosen“ gönnten man sowohl dem Publikum als auch einem Großteil der Band eine Verschnaufpause, um nach einem kurzen Instrumental mit Eric am Dudelsack (sehr geil!) mit „Düsterer Reiter“ (oder so ähnlich) einen neuen Song vorzustellen. Nicht nur aufgrund der wirklich erstklassigen musikalischen Leistung des Siebeners und der mehr als amtlichen Lightshow wurde einem dann warm um`s Herz, denn bei Sabbat packten die Hobbypyromanen zwei Flammenwerfer aus, die selbst dem Terminator Spaß gemacht hätten. Abgesehen von kurzen Ansagen, in denen sich Eric mehrfach beim Publikum für den tollen Abend bedankte und diversen Schrei-Spielchen legten die Subways mit „Mephisto“ und „Kleine Schwester“ nach, danach kam die „Herrin des Feuers“ bevor Eric den Abend für „Unsterblich“ erklärte. Nach „Ohne Liebe“ und „Falscher Heiland war dann Schluß – allerdings nur rund drei Minuten! Denn wegen heftiger Zugaberufe musste man natürlich zurück auf die Bühne, um noch zwei Songs zum besten zu geben. Den ersten habe ich nicht gekannt, der zweite war dann die allseits bekannte „Henkersbraut“ – und weg waren Subway To Sally unter lautstarkem Beifall. Doch wer sich jetzt auf den Heimweg machte, der verpasste die zweite Zugabe mit „Du nimmst nichts mit“ (?) und „Julia und die Räuber“, welches die Halle fast geschlossen weiter sang, nachdem die Band die Bühne verlassen hatte. Und weil das Publikum so schön gesungen hatte, kamen Subway To Sally noch mal zurück, bedankten sich…packten ihre Instrumente und legten noch „Abendland“ nach! Jetzt sollte endgültig Schicht im Schacht sein, aber da machte das Publikum erneut einen Strich durch die Rechnung, indem es vehement noch eine Zugabe forderte! Und tatsächlich kam die Band noch mal herunter, beratschlagte sich kurz – und spielte spontan noch einen Song! Doch damit nicht genug: vorher bedankte man sich noch bei der gesamten Crew und forderte das Publikum auf, den Soundmann auf einem Boot durch die Halle fahren zu lassen – also Deckel von einem Transportcase auf`s Publikum gepackt, Soundmann drauf und ab die Post! Während die Band irgendwas mit „Der Regen fällt“ spielte, surfte der Typ auf dem Deckel durch die halbe Halle und wieder zurück (Kult!), und eine Takt nach seiner Rückkehr war dann endgültig Zapfenstreich!

An reiner Spielzeit (!) kamen STS auf 130 Minuten, boten eine gediegene Lightshow, brillierten ein um`s andere mal mit arschtightem Zusammenspiel, hatten (wie auch Waltari) einen Bombensound – da waren ca. 20 Euro gut angelegt! Ich bin auch jetzt noch kein STS-Fan, aber für das was diese Band an diesem Abend geboten hatte, kann man nur sagen: Hut ab, KLASSE!

Kommentare zu diesem Artikel
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Re: SUBWAY TO SALLY, WALTARI -- 14.04.2004, Longhorn / LKA, Stuttgart
Hi,
lustig Dein Bericht*gg*...das "neue" Lied heisst nicht Düster Reigen, sondern: Herbstzeit und ist schon seit 1996 im Gehör.
(foppt den Dämon)
Viele Grüsse
Kröte
Re: SUBWAY TO SALLY, WALTARI -- 14.04.2004, Longhorn / LKA, Stuttgart
Eric hat irgendwas von neu gequasselt...bin mal gespannt wer noch was findet! ;-) Ich hab schon gewußt warum ich für Songtitel keine Gewähr übernommen hab!
Aber das mir das Konzert obwohl ich nicht eine Platte von STS hab gefallen hat sagt ja dann schon einiges über die Qualitäten...
Re: SUBWAY TO SALLY, WALTARI -- 14.04.2004, Longhorn / LKA, Stuttgart
Naja über Waltari kann man denken was man will aber das Konzert war erste Klasse ! Und das lätzte Lied war die Unplugged Version von Arche
Re: SUBWAY TO SALLY, WALTARI -- 14.04.2004, Longhorn / LKA, Stuttgart
Der Song Herbstzeit ist halt schon ein älteres Ding und Sie haben es EWIG nicht live gespielt, und Eric meinte: "na haben wir da ein neus Lied gespielt oder war das etwa ein ganz altes?"...ich hab heut Nacht vom Tod geträumt ist der "Traum vom Tod" und Du nimmst nichts mit ist die "Grabrede"
Aber Hut ab, wenn Du keine Platte von ihnen hast, war das echt ein super Bericht...
Viele Grüsse aus dem Tümpel
Kröte