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Sonstige Festivals: Rock Hard Festival 2010

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Veröffentlicht am Dienstag 06 Juli 2010 20:24:11 von madrebel
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Rock Hard Festival 2010 / 21.05 -23.05.2010 im Gelsenkichener Amphitheater

Ein Jahr vergeht schnell. Pfingsten steht vor der Tür und schon wieder zieht es nahezu 7000 Metalheads zum seit 2003 mittlerweile stattfindendem Festival.
Dieses aus der deutschen Szene nicht mehr wegzudenkende Open Air konnte auch dieses jahr mit haufenweise guten Bands brillieren, bot Abwechslung und das Wetter war auch noch wunderbar.
Alles also beste Voraussetzungen für ein perfektes Wochenende.

Nun, persönlich startete das Festival für uns mit den Jungs von „Bloodbath“, die bislang noch nicht sooft in Deutschland aufgetreten sind und hier mit einem ihrer seltenen Gigs brillieren konnten. Fronter Mikael Akerfeldt, der mit der wohl coolsten Pornobrille des Festivals aufwarten konnte und seine Band sorgten für einen supercoolen und kurzweiligen Gig, der insbesondere bei Todesbleifanatikern für verzückte Gesichter sorgte. Die Jungs hatten mal so richtig Spaß.

Ob es eine gute Idee war, die niederländischen Shootingstars von „The Devils Blood“ als letzte Band auf die Bühne zu lassen, wird wohl noch sehr lange für Diskussionsstoff sorgen. Das lag nicht nur an der mangelnden, bzw. faktisch nicht vorhandenen Interaktion mit dem Publikum, sondern auch an der, für viele sehr langatmigen und schwer verdaulichen Musik, der Niederländer. Was zur Folge hatte, dass die Besucher in Scharen das Theater verließen. Diejenigen allerdings die blieben, verpassten eine zweite Hälfte, die es wirklich in sich hatte. Insbesondere die mehr als zwanzig-minütige Jamsession war einfach nur der blanke Wahn. Alles in allem ein sehr geiler Gig, allerdings beim völlig falschen Festival.

Der Samstag begann mit den englischen Thrashern „Evile“, die von Anfang an zeigten, wo der Hammer hängt. Superlocker gespielter Thrash, der wach machte und schon für die frühe Mittagszeit für Furore sorgte.

Die italienischen Thrasher „Bulldozer“ konnten heute mit ihrem erst zweitem Auftritt auf bundesdeutschem Boden aufwarten. Die Kultband war scheinbar ein Herzenswunsch der Veranstalter und so ließen sich die Jungs nicht lumpen. Mit herrlich oldschooligem Thrash der Achtziger, viel Gepose und einem Fronter, der pausenlos von seiner Kanzel sang, wurde für viel gute Laune gesorgt, zwischendurch dem alten Pornosternchen Cicciolina gesanglich gehuldigt und der Vorliebe für den AC Mailand mit dem Song „The Derby“ und recht befremdlichen Pro FC-Bayern Gesängen Genüge getan. Ein feiner Auftritt, der Spaß brachte.

Und wieder gab es eine Zeitreise in die frühen Achtziger. Die alten Recken von „Raven“ spielten sich durch einen kurzweiligen Set, der insbesondere der alten Kuttenfraktion zu gefallen schien. Die Burschen hatten Spiellaune und sorgten dabei für geile Partystimmung.

Wer immer noch nicht weiß, wo „Pantera“ ihre Inspirationen herhaben, dem ist echt nicht geholfen. Wer aber heute die Jungs von „Exhorder“ gehört hat, dem dürfte es wie Schuppen von den Augen gefallen sein. Die Jungs hatten zwar schon lange nicht mehr zusammengespielt und auch der Frontmann Kyle Thomas ist nicht mehr der jüngste, aber was die Jungs auf der Bühne zelebrierten, war ein echtes Happening, wie es so selten zu erleben ist. Ein Kracher jagte den nächsten, und ob es „Slaughter in the Vatican“ war, „The Exhorder“ oder „Desecrator“. Es war den Jungs anzumerken, das sie alles geben wollten und das taten sie mit Bravour.  Ein richtig geiler Gig, der das Wochenende schon lohnte.

Neuer Sänger bei „Accept“? Kann das funktionieren? Diese Frage stellten sich unfassbar viele Besucher und dementsprechend gefüllt war das Amphitheater. Keiner wollte die Feuertaufe des neuen Fronters verpassen. Und bestand er sie? Ja, und zwar mit Bravour. Die Jungs stiegen direkt mit „Metal Heart“ ein und es dauerte nicht lange, bis die alten Solinger Messerschärfer allen Kritiken den Wind aus den Segeln nahmen. Frontmann Mark Tornillo schien gut geübt zu haben und der ganze Gig war ein einziges Potpourri alter Hits. Ob es „Living after Midnight“ war, „Fast as a Shark“, einige neue Songs oder auch „Princess of the Dawn“. Die Stimmung war unfassbar gut und das war für die Jungs einfach nur positiv. Der ganze Gig war einfach nur geil und es dürfte jetzt schon klar sein, dass mit den alten Recken wieder zu rechnen ist.

Viele wanderten jetzt ab, um sich das Championsleaguefinale der Bayern gegen Inter zu geben. Allerdings als es abzusehen war, das die Italiener hier heute das rennen machen sollten, zogen es viele vor, die zweite Halbzeit von „Kreator“ zu schauen. Und die Altenessener hatten schon bis dato für Moshpits ohne Ende und massenweise Crowdsurfer gesorgt. Okay, die Setlist ist bis auf ein paar Ausnahmen schon länger identische, aber das hielt heute keinen davon ab, so richtig abzufeiern. Die Lightshow war übrigens gigantisch und das Drumming von Ventor einfach nur granatenstark.
Die Thrashlegende riss hier heute echt die Hütte ab, bevor es gegen 23.00 sich langsam dem Ende zuneigte.

Pfingstsonntag und Tag drei des Festivals und somit auch der letzte brach an. Und dieser Tag brachte noch richtig gute Laune.

Den Start machten die schwedischen Glamrocker „Crashdiet“, die als Intro sich „Alejandro“ von „Lady Gaga“ ausgesucht hatten. Leider hatte der Sänger eine Erkältung,welche auch an der Stimme zu hören war. Dennoch mühten sich die Schweden mehr schlecht als Recht ab, Stimmung zu machen, was nur bedingt gelang. Zwar gab es einige Leute, die die Jungs abfeierten, aber im großen und ganzen war das doch eher mehr gewollt als gekonnt heute. Oder die band hatte insgesamt einen schlechten tag. Bis auf das Intro und einen echten Hit, war der Gig selbst eher mau.

Anders dagegen bei den Oriental Metallern von „Orphaned Land“. Die Band sorgte mit ihrem Mix aus hartem Metal und orientalischen Klängen für sehr viel Abwechslung und wirkten dabei auch noch hochgradig sympathisch. Dazu war das warme Wetter und die pralle Sonne, der perfekte Hintergrund für den Gig. Natürlich gab es passend zur Musik auch eine orientalische Tänzerin, die allerdings zum Unmut einiger Zuschauer nur ein Lied lang tanzte. Dazu war der Frontmann, der zwar nicht mit Jesus verwechselt werden wollte, aber dennoch so aussah, nicht nur sehr sympathisch im auftreten, sondern hatte auch eine richtig geile Stimme. Eine richtig coole band und für mich die Entdeckung des Wochenendes.

Danach gab es eine sehr lange Pause, die mit reichlich Bier und vielen Unterhaltungen mit Freunden überbrückt wurde.

Zu „Nevermore“ war es dann Pflicht, aufzutauchen. Fan werde ich wohl nie werden. Aber die Jungs aus Seattle sind und bleiben eine Bühnenmacht, wie sie so nur selten zu sehen ist. Warrel Dane ist eine echte Rampensau und die ganze Band strotzt nur so vor Spielfreude. Und so war es nicht verwunderlich, dass die Jungs nach allen regeln der Kunst abgefeiert wurden. Die Band dankte es mit einem der wohl besten Gigs des Wochenendes und Klassikern wie „Enemies of Reality“, „The Obsidian“ oder „The Heart Collector“.

Nun gab es eine längere Pause, die unter anderem mit dem Finale des Metalkaraoke und einem unglaublich schrägen Auftritt von „Mambo Kurt“ überbrückt wurde. Letzterer sorgte für echte Partylaune, gnadenlos verhackstückten Metalklassikern auf der Orgel und einer wahnwitzigen Version von „Ice, Ice, Baby“. Einfach nur cool.

Was lange währt, wird endlich gut. So heißt es im Volksmund und so sollte es heute auch bei „Rage und Lingua Mortis“ heißen. Dieses jedoch war leider nicht ganz so. Der Auftritt war zwar sehr gut und sowohl Band, als auch Orchester schienen viel Vergnügen beim Gig zu haben. Was allerdings nichts nützt, wenn soundmäßig nicht viel rüberkommt und das ganze Songmaterial auf halber Strecke verpufft. Äußerst schade, denn die Musiker bemühten sich redlich und schafften es, wenn auch mit Abstrichen, für ansatzweise gute Laune zu sorgen. Viele verließen aufgrund dessen vorzeitig das Gelände und auch meiner einer verpasste die letzten fünfzehn Minuten des Gigs.
Dennoch ist das, was bis dato zu sehen war, okay gewesen.

Das Rock Hard Festival 2010 war alles in allem wieder mal super organisiert. Die Getränkepreise hielten sich im Rahmen, die Essenspreise ebenfalls. Es gab wieder mal ein wirklich abwechslungsreiches Billing, was dieses Jahr zwar nicht von sovielen Megastars der Szene bevölkert war, aber einige echte Raritäten aufwies, die dieses Manko mehr als nur ausglichen.
Das die Veranstalter aus Respekt vor den beiden viel zu früh von uns gegangenen Legenden „Pete Steele“ und „Ronnie James Dio“ gedachten, letzterem eine Schweigeminute gewährten und in den Umbaupausen ausschließlich Musik aus dem Schaffenswerk der beiden Künstler spielten, war zusätzlich eine sehr positive Aktion.

Alles in allem also ein sehr angenehmes und tolles Festival, welches wahrhaftig von Fans für Fans gemacht wird.
Bis zum nächsten Jahr.


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