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Sonstige Festivals: Rock Hard Festival 2009

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Veröffentlicht am Donnerstag 04 Juni 2009 15:43:38 von madrebel
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Sieben Jahre gastiert das alljährliche Rock Hard Festival schon im Amphitheater in Gelsenkirchen und auch in diesem Jahr hat man sich bandtechnisch nicht lumpen lassen. Zwar war man hier und da über die Bandauswahl etwas enttäuscht, aber das ganze Wochenende und das ganze Drumherum machten diese Defizite wieder mehr als wett. So fanden wiederum um die 7000 Besucher den Weg nach Gelsenkirchen und erlebten ein grandioses Metalwochenende, bei fantastischem Wetter und einem Haufen Bands, die wirklich Lust hatten, hier den Metalheads eine verdammt gute Zeit zu bereiten. Den Start machten dann „Witchburner“ aus Hessen. Und die Thrashrabauken der alten Schule eröffneten das Festival direkt mit einem Paukenschlag. Leckerer rumpeliger Oldschoolthrash der coolen Sorte, der recht gut ankam und viel Spaß machte. Die im Vorfeld recht umstrittenen Australier „Deströyer666“ schredderten sich danach durch eine knapp dreiviertelstündige Thrash meets Black Metal Aufführung der Extraklasse. Schnörkellos und ohne irgendwelche Sperenzchen schaffte es der Vierer schon einmal recht gute Partystimmung zu verbreiten und die ersten zaghaften Moshpits begannen zu blühen. Die Jungs hatten scheinbar Spaß. Die nachfolgenden „Prong“ schienen für den einen oder anderen doch eine recht unpassende Band zu sein. Diese Bedenken straften die Jungs um Tommy Victor aber rasch Lügen. Von Anfang an schoss das Trio eine Granate nach der anderen in den frühen Gelsenkirchener Abendhimmel und hatte verdammt schnell so ziemlich alle Besucher an seiner Seite. Wenn man dann noch Klassiker wie „Beg to Differ“, „Prove you Wrong“ oder „Snap your Fingers, Snap your Neck“ raushaut, kann man echt nichts mehr falsch machen. Völlig geiler Auftritt und für viele der heimliche Headliner. Einen völligen Kontrast lieferten danach „Jag Panzer“, die mit Harry Conklin nicht nur einen der coolsten Metalsänger aller Zeiten in ihren Reihen haben, sondern auch schon sehr viele Klassiker in ihrer Historie haben, die aber leider wohl auch weiterhin nur bei den wirklichen Freaks für entzückte Gesichter sorgen werden. Und wenn man Songs wie „Chain of Command“, „Tyranny“ oder auch „General Hostile“ in seiner Setlist hat, kann man nicht viel falsch machen. Leider war der Auftritt mit etwas mehr als einer Stunde doch recht kurz geraten, was den einen oder anderen doch enttäuschte. Dennoch waren die Jungs eine der besten und spielfreudigsten Bands des Festivals und dürften auch bei denen, die der Band nicht soviel abgewinnen können, durchaus für positive Reaktionen gesorgt haben. Mutig war es, die Progressivedeather von „Opeth“ als Headliner einzusetzen. Nun, eine auf Platte durchaus fantastische Band und auch im Club machen die Jungs eine Menge her. Aber irgendwie waren die hier etwas fehl am Platze. Keine Frage. Die Band hatte verdammt viel drauf, lieferte einen guten Auftritt ab, aber irgendwas fehlte, um den Funken überspringen zu lassen. Dennoch schienen eine Menge Leute dabei ihren Spaß zu haben und das ist letztendlich das wichtigste. Der zweite Tag startete mit den langsam immer populärer werdenden Schweden von „Evocation“, die mit ihren letzten beiden Scheiben beim Death Metal Publikum für viel Furore sorgten. So auch heute. Und in 45 Minuten gaben die Schwedendeather echt alles, um die Müdigkeit aus den Gliedern der Mattenschwinger zu vertreiben. Ein echt guter Opener, der hoffentlich bald auf etwas höherer Position spielen wird. Nach durchzechter Nacht begann der Tag langsam. Doom stand auf dem Programm, doch Grand Magus zelebrierte nicht etwa Schlafmützen-Metal, sondern rockten das Amphitheater gewaltig. Vor allem der Titelsong des aktuellen Albums „Iron Will“ konnte gefallen, und so war es nicht verwunderlich, dass die Schweden zahlreiche Zuschauer vor die Bühne zogen. Eine respektable Leistung, mit der in dieser Form nicht zu rechnen war, angesichts der Show, die das Trio bot aber kaum verwunderte. Daumen hoch! Danach blieb es weiterhin rockig. Audrey Horne hatte zwar nicht ganz so viele Fans vor der Bühne, dennoch war es eine gelungene Show. Der schlichte Hardrock der Norweger klang zwar weniger spektakulär, als bei „Grand Magus“, wusste aber dennoch zu überzeugen. Speziell direkt vor der Bühne zeigten sich die Die Hard-Fans der Band mehr als begeistert. Schade, dass die Veteranen von „Enslaved“, „Gorgoroth“ oder „Deride“ mit ihrem Projekt nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten. Als nächstes enterte „Hail Of Bullets“ die Bühne und dominierten von der ersten Sekunde an das Geschehen mit Death Metal in seiner puristischsten Form. Das mag zum einen daran liegen, dass mit Martin Van Drunen ein echter Veteran am Mikro stand, dessen deutsche Ansagen die durchweg gute Stimmung weiter anheizten. Ein weiterer Grund für den hervorragenden Auftritt war der extrem tighte Sound der Band, dem kein Anhänger harter Musik entfliehen konnte. „Hail Of Bullets“ dürfte sich auf dem Rock Hard Festival einige neue Fans erspielt haben. Als nächstes stand „Dragonforce“ auf dem Programm. Sie spielten schnell, sprangen und turnten engagiert über die Bühne, aber das war es dann auch schon. Man muss schon sehr versessen auf diese Band sein, um dieser Darbietung auch nur einen positiven Aspekt abzugewinnen. Der ganze Auftritt hatte mehr etwas von einer Karikatur des Metal, als von einer ansprechenden Show. Bei allem Humor, auch gegenüber der Musik, aber ein wenig Stil sollte schon sein. Denn in dieser Form war „Dragonforce“ nichts weiter als ein einziges großes Ärgernis. Was danach aber kam, war nahezu unbeschreiblich. Mit „Forbidden“ war eine der am meisten erwartenden Bands auf dem Festival zugegen und die Vorfreude auf die Jungs war im Vorfeld entsprechend groß. Und man fragte sich, ob man den hohen Erwartungen entsprechen konnte. Und man konnte. Die Jungens lieferten eine extrem energiegeladene Show ab und das mit einer Energie, die ihresgleichen suchte. Wenn dann Russ Anderson permanent Kaugummi kauend mit dem Mikro durch die Gegend flitzt, ist der definitive Coolnesspreis erreicht. Dazu noch Klassiker vom Schlage „Twisted into Form“ und „R.I.P.“ und der geneigte Headbanger war glücklich. Der Moshpit sprach übrigens Bände. Definitiv ein großartiger Auftritt. Der Gig von „Jon Olivas Pain“ war anno 2005 einer der wohl miserabelsten und vielen noch in negativer Erinnerung. Daher stellte sich die Frage, wie würde der sympathische Calmund des Heavy Metal sich heute präsentieren. Und so begab man sich in große Erwartungshaltung Richtung Bühne und wurde nicht enttäuscht. Mastermind Jon Oliva schien richtig Lust zu haben und der Funke sprang verdammt schnell rüber. Die ganze Band glänzte nur vor überschäumender Spielfreude und insbesondere die alten Klassiker von „Savatage“ waren ein chronisches Highlight. „Sirens“, „Chance“, „Gutter Ballet“ und vieles mehr, ließen kaum Wünsche offen. Alles in allem ein sehr guter Auftritt, der für vieles entschädigte. Man kann über „Children of Bodom“ sagen was man will, aber rocken können sie. Und wenn man im Vorfeld noch hört, dass „Alexi Laiho“ das fleischgewordene Tourettesyndrom, recht angeschlagen war, dann muss man wirklich höchsten Respekt zollen. Ein Rippenanbruch soll es gewesen sein und dennoch flippte er wie ein wildgewordener Flummi über die Bühne. Das er sich mittlerweile auch gerne selbst auf die Schippe nimmt, was die „Fuckmotherfuckinfuckfuck“-Aussagen angeht, wirkt dann noch sympathischer. Die Stimmung war dementsprechend positiv und das Publikum feierte die Jungs richtig ab. Leider beendete man den Gig aber schon nach etwas mehr als 70 Minuten, aber angesichts der Tatsache, dass der Fronter nicht ganz fit war, kann man das durchaus verzeihen. Und mehr kann man auch nicht erwarten, im Gegenteil. Der dritte und letzte Tag stand an und heute war für viele Besucher der wohl beste Tag des Festivals. Den Start für uns machten dann die Powermetaller von „Firewind“. War eine nette Unterhaltungsband, die durchaus was konnte, aber irgendwie an mir vorbeiging. Das „Maniac“-Cover vom Tanzfilm „Flashdance“ wurde allerdings lauthals mitgesungen. Die Jungs von „Bullet“ sind ja momentan einer der aufstrebensten Bands der Szene. Und selten hat man eine Band gesehen, die ihre Musik so gut gearbeitet hat. Dazu hat der Fronter eine Stimme, die nicht nur wie Udo Dirkschneider in seinen besten Jahren klingt, sondern auch eine sehr positive Bühnenpräsenz. Ein kleines Highlight und eine Band mit Zukunft. Das Nachmittagshighlight waren dann „D.A.D“, die schon optisch ein Genuss waren. Besonders Basser war ein Hingucker. Völlig abgefahrene Bühnenklamotten, einen irren Bass nach dem anderen. Unter anderem der legendäre Ein-Saitenbass und die Bassrakete kamen optisch sehr gut. Die Energie, die die Dänen an den Tag legten, war ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Dazu Pyros ohne Ende und ein funkensprühender Pyrohelm, der den Rammsteinern zu Ehren gereicht hätte. Natürlich ließ man es an Klassikern nicht mangeln. „Sleeping my Day away“, „Helpyourselfish“, „Bad Crazyness“ um nur einige zu nennen. Den Spaß, den die Jungs hatten, sprang auch aufs Publikum über und es ging dementsprechend gut zur Sache. Hammergeiler Gig, der noch recht lange anhielt. Eine der am meisten unterbewerteten Bands der Szene sind und bleiben „Heathen“, die bis heute Kultstatus genießen, einen Haufen geiler Scheiben aufgenommen haben und eine sehr wechselhafte Bandgeschichte hinter sich haben. Und die Jungs legten von Anfang an los, als ob es kein Morgen mehr gäbe. „Death by Hanging“ wurde lauthals mitgegrölt, „Open the Grave“ war auch ein echtes Highlight und der Pogopit wirkte sehr beeindruckend. Die Burschen hatten echt Freude und es wäre den Jungs zu gönnen, wenn man zukünftig ein wenig mehr von ihnen hört. Das „UFO“ eine der wichtigsten Bands der Hardrockgeschichte sind, wird niemand anzweifeln. Auch nicht, das sie eine Menge guter Scheiben und guter Songs in ihrer Geschichte abgeliefert haben. Auch ist es unzweifelhaft, dass man einen großen Einfluss auf viele Bands hatte. Aber es ist auch unzweifelhaft, das dieser Gig zum wohl langweiligsten gehörte, was man je auf diesem Festival sehen musste. Keine Frage, die Jungs waren engagiert und hatten Lust. Aber es war einfach selbstverliebt und stimmungstötend. Wenn man es dann noch wagt ein zwanzigminütiges Gitarrensolo zu spielen, ist es mit der Stimmung ganz vorbei. Nein, das war gar nichts. Seit Jahren immer wieder gefordert, hat es dieses Jahr endlich geklappt. „Sacred Reich“ kamen auf die Bühne, sahen und siegten. Und von der ersten bis zur letzten Sekunde spielten die Jungs aus Arizona ein Set, welches keinerlei Wünsche offen ließ. Dabei legten die optisch schon recht gesetzten alten Herren eine Show auf die Bretter, die sich gewaschen hatte. Ein Hit jagte den anderen und die Band hatte so dermaßen Spaß am Gig, das die Energie auf das gesamte Amphitheater übersprang. Kaum einen ließen die Jungs kalt und was vor der Bühne abging, war nahezu unbeschreiblich. Phil Rind hatte ein permanentes Grinsen im Gesicht, was bei den Reaktionen kaum verwundert. Und auch die restliche Band konnte kaum an sich halten. Bei „Who´s to Blame“, „War Pigs“ oder auch „Surf Nicaragua“ war die Stimmung extrem am kochen, aber auch der Rest konnte die Temperaturen am Siedepunkt halten. Zweifelsohne waren „Sacred Reich“ der wohl heimliche Headliner und für viele die wohl beste Band des gesamten Wochenendes. Hoffentlich kommen die bald wieder. Und hoffentlich war das hier heute der Start eines zweiten Frühlings für die Jungs. Die Karaokeshow war dann ganz interessant und unterhaltsam. Mehr aber auch nicht. Außer das die Dame, die „Painkiller“ coverte ein recht aggressives Organ besaß. „Saxon“ sind eine sichere Bank. Man sieht sie, man weiß was kommt und man wird bestens unterhalten. Die Jungs wirkten einfach sehr routiniert, alles saß perfekt und die Songs waren wie immer eine Begegnung mit einem alten Kumpel. Biff ist und bleibt ein sympathischer Fronter, der weiß war er tut. Nichtsdestotrotz hat man das alles schon zigmal gesehen und der Überraschungseffekt ist dementsprechend nicht vorhanden. Trotzdem waren die alten britischen Szeneveteranen ein würdiger Headliner und Abschluß eines fantastischen Metalwochenendes. Mehr bleibt nicht zu sagen. Alles in allem haben sich die Macher des Festivals wieder nicht lumpen lassen und trotz allem ein Festival auf die Beine gestellt, welches in dieser Form einzigartig in Deutschland ist. Die Verpflegungspreise waren fair, okay, manch einer am Zapfhahn war leicht überfordert, aber ein bisschen Schwund ist halt immer. Die Security war freundlich, kompetent und hilfsbereit. Die sanitären Situationen waren sehr positiv und wettertechnisch hatte man dieses Jahr dem Metalgott wohl einiges geopfert. Das Rock Hard Festival war wieder einmal ein Highlight und auch im nächsten Jahr wird man sich zweifellos an der gleichen Stelle wieder finden. Es schrieben für euch Madrebel und Master of Puppets.

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