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Sonstige Festivals: Rock Hard Festival 2008 / Gelsenkirchen Amphitheater 09.-11.05.2008

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Veröffentlicht am Dienstag 03 Juni 2008 16:28:05 von madrebel
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Rock Hard Festival 2008 / Gelsenkirchen Amphitheater 09.-11.05.2008

Die sechste Auflage des Rock Hard Festivals wurde in diesem Jahr gefeiert und konnte wieder einmal damit glänzen, ein sehr ausgewogenes und interessantes Line-Up zu bieten.
So dürften in diesem Jahr rund 7000 Besucher den Weg ins Amphitheater gefunden haben, welche ein wirklich angenehmes Wochenende verleben durften.

Das Festival begann dann am späten Freitagnachmittag mit einem souveränen Auftritt der Ruhrpottmetaller „The Claymore“, die insbesondere im regionalen Untergrund schon eine beachtliche Fangemeinde besitzen. Nun, die Wahl war gewiss nicht die schlechteste, denn der klassisch orientierte Metal des Fünfers kam schon sehr gut bei den Anwesenden an.

„Stormwarrior“ sind momentan eine der Kultbands in der deutschen Metalszene und auch dieser Auftritt verriet, warum dem so ist. Ein sympathisches Auftreten, gepaart mit sehr geilen Songs, deren Vorbildfunktion anderer bekannter Hamburger Bands immer wieder zu hören ist.
Dementsprechend wurden die Jungs völlig zu Recht gefeiert.

„Lake of Tears“ waren danach völlig fehl am Platze, da man mit ihrem tieftraurigem Düstermetal überhaupt nicht ankam. Warme Temperaturen, gepaart mit tieftraurig depressiven Klängen passen einfach nicht zusammen.

Leider endet hier schon der Freitag, da betreffender Schreiber sich leider zu einem anderen Konzert aufmachen musste.
Jedoch hörte man, dass „Y&T“ und auch die „Apokalyptischen Reiter“ unterhaltsame Gigs abgeliefert hatten und der Auftritt von „Testament“ wohl unter einem sehr schlechten Sound und dem fehlen von „Alex Skolnick“ leiden musste.

Der Samstag begann für uns dann mit „Moonsorrow“, die trotz dieser frühen Spielzeit einen denkbar guten, aber dennoch viel zu kurzen Auftritt ablieferten. Für die Mittagszeit schien die Musik zwar unpassend, dennoch hatte die Band keinerlei Problem die Songs gut zu präsentieren und man hatte dementsprechend eine gute Fanbase die den Auftritt völlig zu Recht abfeierte.

„Helstar“ waren dann die Band, die insbesondere den Undergroundspezialisten das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ. Ein James Rivera der Top bei Stimme war, begeisterte die Fans und auch den Rest der anwesenden mit einem souveränen Auftritt.

„Enslaved“ wirkten danach ein wenig stimmungstötend. Zwar war der schwarzmetallene Block durchaus begeistert von den Norwegern, aber bis auf ein paar kurze Lichtblicke wollte keine rechte Stimmung aufkommen.

„Exciter“ sprachen dann die Old-School Thrasher an, die den Haufen nach allen Regeln der Kunst abfeierten. Der Sänger war zugegebenermaßen etwas nervös, aber dennoch brachte er sowohl altes als auch neues Songmaterial bestens über die Runde und hinterließ einen guten Eindruck. Zwar wirkte der Gig hier und da etwas altbacken und langatmig, aber letztendlich stellte man sich doch zufrieden stellend dar.

„Amorphis“ waren dann wohl der erste heimliche Höhepunkt des Tages. Der neue Frontmann war eine Rampensau der Oberklasse und zog das Publikum rasch in seinen Bann. Und dazu brachte er sowohl die neuen als auch die alten Songs sehr gut rüber. Viele Fans waren absolut begeistert und feierten die Skandinavier regelrecht ab. Kein Wunder, wer Klassiker wie „Into Hiding“ und „Black Winter Day“ so zelebriert, gehört einfach bejubelt. Definitiv eines der Highlights an diesem Samstag,

„Exodus“ starteten direkt mit „Bounded by Blood“ und kreierten damit einen nahezu 75minütigen Moshpit, der ständig neu angeheizt wurde. Insbesondere die Songs der jüngeren Phase kamen ganz besonders bei den jüngeren Metalheads gut an, jedoch wurde auch älteres nicht vergessen, so dass man ein ausgewogenes Programm hatte. Minuspunkt waren zwar die ständigen „Fuck“ Ansagen von Rob Dukes, aber sei’s drum. Mit dieser Spezialshow lieferte man einen echt feinen Gig ab, der sich gewaschen hatte.

Nun aber kam es zu einem Höhepunkt, der alle elektrisieren sollte.
Die frisch reunierten Norweger „Immortal“ kamen, sahen und siegten. Mit einem furztrockenem Sound, dem geilsten Posing der Szene, einer fantastischen Lichtshow und einer beispiellosen Spiellaune unterhielt man sogar diejenigen, die dem Black Metal Sound des Norwegertrios bislang nichts abgewinnen konnte.
Gleichzeitig posierte man mit einem humorvollem Augenzwinkern und einer Selbstironie, die so manchem Vertreter dieses Genres sehr gut zu Gesicht stehen würde.
So war es auch nicht verwunderlich, dass nach einer Weile sowohl der Platz auf den Treppen und vor der Bühne zum bersten voll war. Und als nach etwas mehr als 100 Minuten alles vorbei war, wusste man, dass dieses wohl schon das Highlight des Festivals gewesen sein dürfte.

Der Sonntag startete dann mit den Shootingstars „Enemy of the Sun“ die für einen  Opener megamotiviert waren. Frontmann Jules Neväri poste, was das Zeug hielt, animierte das Publikum nach allen Regeln der Kunst und weckte so ziemlich jeden noch schläfrig dreinblickenden Metalhead. Auch Altmeister Waldemar Sorychta war ein Blickfang, der richtiggehend Spaß am Gig hatte. Ein perfekter Opener für diesen Tag.

Die Todesbleifanatiker hatten dann mit „Asphyx“ ihren Höhepunkt des Tages gefunden.
Ein zu allen Schandtaten aufgelegter Martin Van Drunen rockte sich einfach nur den allerwertesten ab und knallte dem Death Metal Fanatic eine Granate nach der anderen um die Ohren. „The Rack“ wurde einfach nur abgefeiert, was bei der Energie des Gigs auch kein Wunder war. Leider war nach 45 Minuten schon Schluss, was enttäuschte, denn man hätte gerne noch den einen oder anderen Knaller gehört.

„Napalm Death“ waren heute einfach nur stumpf. Ein dreiviertelstündiger Wirbelsturm, ein wild herumhampelnder Barney Greenway und extremes runterrotzen. Mehr wollte man auch nicht sehen und ließ in der kurzen Zeit einen Knaller nach dem anderen vom Stapel. „Nazi Punks fuck off“, „You suffer, „Scum“ und vieles mehr. Nun, nichtsdestotrotz ein guter Zeitvertreib, den die Jungs heute boten.

„Volbeat“ sind eine der Bands der Stunde und dürften wohl am heutigen Tage der heimliche Co-Headliner gewesen sein. Denn so viele Menschen, wie sich auf einmal vor der Bühne tummelten, hatte man den ganzen Tag nicht gesehen. So spielten die Dänen in nur einer Stunde einen extrem kurzweiligen Auftritt, der bis in die letzten Ecken begeisterte.  Der Mix aus Metal, Rockabilly und Punkrock ist einfach der momentan passende Soundtrack.
Das diese Band wohl zukünftig zu den größeren der Szene gehören dürfte, werden nur noch wenige anzweifeln. Dieser Gig unterstrich einfach eindrucksvoll, welche positiven Livequalitäten die Dänen besitzen.

Nun kam aber der völlige Tiefpunkt des Festivals. „Paradise Lost“ traten auf die Bühne und schon nach kurzer Zeit dachte man, warum eigentlich? Ein Auftritt, für denn die Klassifizierungen Arbeitsverweigerung und Lustlosigkeit noch ein Lob darstellte, verärgerte so ziemlich jede Person, inklusive der Hardcorefans, die ebenfalls enttäuscht waren. So war ein Bühnenacting quasi nicht vorhanden, die Songs waren so lustlos heruntergespult, dass man nicht einmal mehr die Hits erkannte und auch sonst fehlte hier so ziemlich alles. So war man dann auch nach Ende der Spielzeit froh, dass man sich diese extreme Selbstdemontage nicht länger antun musste.

Ein nettes kleines Schmankerl gab es dann danach. Ein kleines Allstarprojekt, welche den einen oder anderen Szenehit coverten, inklusive einiger Gewinner des Karaokewettbewerbs, die für ordentliche Kurzweil sorgten.

Nichts erwartet, alles bekommen. So konnte man im Nachhinein den Auftritt von „Iced Earth“ klassifizieren. Selbige legten nämlich einen Auftritt hin, der selbst den größten Zweiflern den Win aus den Segeln nehmen sollte. Neunzig Minuten reihte sich Hit an Hit und man merkte, die Jungs wollten es einem echt zeigen.
Matt Barlow fühlte man seine langjährige Abwesenheit nicht an und der sang einfach wie ein junger Gott. Jon Schaffer war scheinbar beseelt davon einen denkwürdigen Auftritt hinzulegen und er bekam dies problemlos hin. Augenscheinlich waren die vergangenen Jahre hier und da doch etwas frustrierend und wollte zeigen, dass man es noch konnte. Und ja, man konnte es noch. Mehr noch als das. Die Jungs wurden nach einer Weile nur noch abgefeiert und auch das Konzertende riss das Publikum noch zu Jubelstürmen hin.
Wenn man diese Form in Zukunft beibehält, könnte es gewiss einen zweiten Frühling für „Iced Earth“ geben.

 So endete dann die sechste Auflage dieses Festivals, welches mal wieder bewies, wie gut und familiär man solch eine Veranstaltung auf die Beine stellen kann.
Ein herber Kritikpunkt sind allerdings die erhöhten Getränkepreise von 2,50€ und die dazu gehende Langsamkeit der Thekenmitarbeiter, denen man beim laufen und zapfen die Schuhe besohlen konnte.
Das Essensangebot war wieder reichhaltig und im halbwegs vernünftigen Rahmen und auch sonst gab es wenig Kritikwürdiges.
Das Ordnerpersonal war, wie in den vergangenen Jahren kompetent und hilfsbereit. So was erlebt man selten und auch sonst lief alles soweit glatt.
Alles in allem ein Festival, welches sehr viel Spaß machte und schon wieder die Vorfreude auf das nächstjährige schürt. Daumen hoch.








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