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CD Review: Ray Wilson - The next big Thing

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Veröffentlicht am Donnerstag 23 September 2004 16:30:44 von madrebel
Seit etwa drei Jahren arbeitet der schottische Sänger und Songwriter Ray Wilson nun schon konsequent an seiner Solokarriere und an einem Leben nach Stiltskin, Genesis und Cut.









Ray Wilson – The next big Thing


1. These are the Changes
2.Inside
3.How high
4.The fool in me
5.Adolescent breakdown
6.Sometimes
7.Alone
8.Magic train
9.The actor
10.Ever the reason
11.Pumpkinhead
12.The next best thing


Inside Out SPV


Ray Wilson - Vocals, Guitars, Bass, Mouth Organ, Slide Guitar
Amanda Lyon - Backing Vocals
Irvin Duguid - Piano, Strings, Hammond Organ, Moog, Harpsichord
Nir Z. - Drums
Scott Spence - Guitar
Ashley Macmillan - Drums
Colin Steele - Trumpet
Brian McAlpine -

Piano, Organ, Accordion
Seit etwa drei Jahren arbeitet der schottische Sänger und Songwriter Ray Wilson nun schon konsequent an seiner Solokarriere und an einem Leben nach Stiltskin, Genesis und Cut. Nach den vielen Veränderungen, Höhen und Tiefen seiner bisherigen musikalischen Laufbahn konnte er spätestens im vergangenen Jahr mit seinem grandiosen Album "Change" und der dazugehörigen Tournee unter Beweis stellen, dass er gerade nach dem vielfach diskutierten Ende von Genesis häufig zu Unrecht scharf kritisiert wurde, und dass seine Qualitäten als Sänger und Songwriter oft unterschätzt wurden. "Change" war mit seinen melodischen, eingängigen und ausdrucksstarken mehr als ein solider und überzeugender Grundstein für Wilsons neue Solokarriere und eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Label "Inside Out". Jetzt, genau ein Jahr nach der Veröffentlichung dieses ersten richtigen Debütalbums, steht bereits der Nachfolger "The Next Best Thing" in den Plattenläden. Für Ray Wilson ein nächster wichtiger Schritt in Richtung Zukunft.
Auf "The Next Best Thing" sind zwölf relativ kurze Stücke enthalten. Genau wie "Change" ist daher auch Ray Wilsons neues Album mit seinen gut 45 Minuten Spielzeit verhältnismäßig kurz geraten. Neben zehn neuen Kompositionen sind darauf mit "Inside" und "Adolescent Breakdown" auch zwei alte "Bekannte" zu finden, die allerdings neu eingespielt wurden. Während man zu "Inside", Ray Wilsons erstem Hit aus seiner Zeit als Sänger der schottischen Band Stiltskin, sicherlich keine Worte mehr verlieren muss, wird "Adolescent Breakdown" vermutlich nur den eingefleischten Fans ein Begriff sein, da dieses Stück bislang ausschließlich als zusätzlicher Track auf der Cut-Single "Another Day" veröffentlicht wurde. Warum Wilson sich wieder einmal dazu entschlossen hat, für sein neues Album auch auf älteres Material zurückzugreifen wird vielen Fans vermutlich ein Rätsel bleiben. Nötig hat er solche "Wiederbelebungsversuche" sicherlich nicht. Schon vor der Veröffentlichung von "The Next Best Thing" wurde darüber spekuliert, ob die Zeit nach "Change" und der darauf folgenden Tour für die Produktion eines komplett neuen Albums vielleicht einfach zu knapp war, oder ob "Inside" als bekannter Song und eventuelle Single lediglich noch irgendwann als "Zugpferd" vorgesehen ist. Über den musikalischen und künstlerischen Sinn solcher Entscheidungen kann man sich natürlich streiten. Es ist und bleibt wohl eine Geschmacksfrage, ob neu aufgelegte Klassiker wie "Inside" für ein ganz neues Album eine Bereicherung darstellen. Das Interesse der meisten Fans wird eher den neuen Stücken gelten.
"The Next Best Thing" wird von der ersten Single-Auskopplung "These Are The Changes" eröffnet. Neben einem kurzen Text, der von Wilson im Laufe des Songs mit einer sehr eingängigen Melodie häufig wiederholt wird, stehen vor allem verschiedene Sprachsamples im Vordergrund, die eine politische Interpretation nahe legen und vermutlich viele Hörer an die klassischen Intros von Pink Floyd erinnern. Gerade deshalb wirkt "These Are The Changes" auch in erster Linie wie ein gelungenes atmosphärisches Intro, das sich aber kaum mit den "richtigen" Stücken des Albums vergleichen lässt. Es ist nur schwer nachvollziehbar, warum man sich dazu entschlossen hat, gerade diesen Song als Single zu veröffentlichen. Ein vom Album losgelöstes Aushängeschild für Ray Wilsons beeindruckende Stimme oder seine Qualitäten als Songwriter wird diese Single wohl leider nicht werden. Es bleibt fraglich, ob es auf diesem Weg gelingen kann, weitere Fans zu gewinnen oder das neue Album angemessen zu promoten. Jedes der nachfolgenden Stücke wäre als Single-Auskopplung vermutlich besser geeignet. Ray Wilson überzeugt auf "The Next Best Thing" nämlich fast durchgängig durch eingängige und ausdrucksstarke Songs, songdienliche Arrangements, abwechslungsreiche Instrumentierung und natürlich durch seine unverwechselbare und melancholische Stimme. Neben akustischen Elementen in Stücken wie "How High" oder "Ever The Reason", die nahtlos an das bereits erwähnte Vorgängeralbum "Change" anschließen, sind auch klavierbetonte und rockige Klänge (z.B. in "Sometimes", "Alone", "Magic Train" und "Adolescent Breakdown") zu hören, die viele Fans vielleicht ein bisschen an die Band Cut erinnern werden. Absoluter Höhepunkt des Albums ist der Song "The Actor", in dem Wilson seine Erinnerungen an die kurze Zeit als Genesis-Frontmann verarbeitet. Dieses Stück lebt nicht nur vom sehr persönlichen und autobiographischen Text, sondern auch von der Struktur, der eingängigen Melodie und der Instrumentierung, die sehr stark an die ganz alten Zeiten von Genesis erinnert. Ray Wilson ist immer dann besonders überzeugend, wenn er seine persönlichsten Erfahrungen mit Musik verbindet. Rockigere Stücke klingen dann genauso melancholisch und emotional wie Balladen. In fast jedem Stück auf "The Next Best Thing" gelingt es Ray Wilson auf diese Art, seinen ganz persönlichen Sound und Stil zu finden. Trotzdem driftet er dabei nicht in die Eintönigkeit ab und greift in Songs wie "The Fool In Me" und dem instrumentalen Titelstück auch mal auf überraschende Trompetenklänge zurück. Den musikalischen Tiefpunkt des Albums stellt leider der etwas zu einfach gestrickte und einfallslose Rocksong "Pumpkinhead" dar, der mit dem Tiefgang anderer Stücke nicht mithalten kann.
Insgesamt kann man Ray Wilson trotz einiger kleinerer Kritikpunkte zu diesem Album nur beglückwünschen. Auf "The Next Best Thing" sind fast ausschließlich Stücke mit sehr viel Gefühl und wirklicher Persönlichkeit zu hören. Überraschend ist dabei vor allem, dass Wilson nach "Change" wieder einen völlig anderen Sound gefunden hat. Die Arrangements mit Klavier, Trompete und elektrischer Gitarre klingen wieder ein bisschen mehr nach Cut und sind trotzdem teilweise etwas moderner und auf irgendeine Weise neu. Besonders positiv fällt darüber hinaus auch auf, dass sich Wilson sehr viel Mühe gibt, auch mal andere Stilrichtungen und Sounds anzureißen, und dass er dabei trotzdem eine Linie verfolgt, die immer songdienlich auf den Punkt kommt und nicht in überlangen Arrangements ausartet. Schade nur, dass dieses Album so kurz ist. Zwei oder drei zusätzliche Stücke wären für den Gesamteindruck bestimmt sehr positiv gewesen.

mr


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