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Zur Meinung von Amazon

CD Review: Rammstein - Liebe ist für alle da

Veröffentlicht am Dienstag 27 Oktober 2009 19:12:02 von madrebel
Rammstein – Liebe ist für alle da

1.    Rammlied
2.    Ich tu dir weh
3.    Waidmanss Heil
4.    Haifisch
5.    B*******
6.    Frühling in Paris
7.    Wiener Blut
8.    Pussy
9.    Liebe ist für alle da
10.    Mehr
11.    Roter Sand

CD:2

1.Führe mich
2.Donaukinder
3.Halt
4.Roter Sand (Orchesterversion)
5. Liese

Universal

Till Lindemann – Gesang
Richard Zven Kruspe – Lead Gitarre, Background
Paul Landers - Rhythmus Gitarre
Oliver Riedel - E-Bass
Christoph „Doom“ Schneider - Schlagzeug, Perkussion
Christian „Flake“ Lorenz - Keyboard

Nach der kürzlich erschienenden Vorabsingle „Pussy“ hat Deutschlands erfolgreichster Rockexport der letzten Jahre endlich das langerwartete neue Album „Liebe ist für alle da“ auf den Markt gebracht.
Nun, die Wartezeit hat sich durchaus gelohnt und auch mit dem neuen Album wird es wieder zahllose kontroverse Diskussionen geben.
Das liegt natürlich wie immer an Till Lindemanns mehrdeutigen Texten, die wieder vor sexuellen Anspielungen und auch Gewaltexzessen, in mehr oder weniger gelungener lyrischer Form nur so strotzen.
„Rammlied“ ist ja schon von der Single bekannt und dürfte aufgrund seines Textes durchaus der Konzerteröffner sein. Und wer mal wieder ein hart gesungenes „Rammstein“ hören will, wird hier auf seine Kosten kommen.
„Ich tu dir weh“ ist ein wieder recht eindeutiger Text. Beschreibt es doch quasi die sexuellen Gewaltfantasien und beschreibt diese auch recht plastisch.
„Waidmanns Heil“ ist auch wieder eine zweideutige Nummer und dürfte schon wegen seiner Jagdbläser, die zu Beginn das Halali blasen und dem genialen Chorus rasch Hit und Ohrwurmcharakter erhalten.
„Haifisch“ ist eine nette Selbstbeweihräucherungsnummer. Nett, aber nichts Besonderes.
„B******“ besticht auch wieder durch übliche Lindemannsche Mehrdeutigkeiten. „Bückstabü“ ist eine eigene Wortkreation, wo sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen sollte.
„Frühling in Paris“ ist eine angenehme Ballade die nicht  nur einen schönen Text beinhaltet, sondern auch im Krawall der Berliner für Ruhe und Besonnenheit sorgt.
„Wiener Blut“ ist die textlich wohl härteste Nummer des Albums und ist eindeutig vom Fall des Kinderschänders Josef Fritzl inspiriert. Der Text erzeugt Gänsehaut und nimmt kaum ein Blatt vorm Mund und lässt den Hörer auch hier viel Platz für Eigeninterpretationen, der nicht gerade angenehmen Sorte.
„Pussy“ ist ja hinlänglich bekannt und ist halt textlich platt und billig provozierend. Nichtsdestotrotz genau das, was man von den Jungs erwartet.
„Liebe ist für alle da“ und hat durchaus Hitqualitäten, auch wenn der Text durchaus schwach ist.
„Mehr“ könnte man unter Umständen durchaus als sozialkritische Nummer im weitesten Sinne interpretieren. Der Text hat auf jeden Fall eine Menge zu sagen und dürfte die Gedanken und Umgangsformen so mancher Zeitgenossen trefflich beschreiben.
„Roter Sand“ ist recht experimentell ausgefallen und das westernartige pfeifen zu Beginn geht einem kaum aus dem Kopf. Der Text ist recht eindeutig, böse aber dabei dennoch von einer bildgewaltigen und morbiden Schönheit. Eines der echten Highlights auf dem Album.
Zusätzlich gibt es noch eine limitiere Auflage mit fünf weiteren Nummern, wo unter anderem „Roter Sand“ nochmals als Orchesterfassung zu hören ist und als „Liese“ mite einem anderen recht zweideutigem Text versehen.
Auch „Halt“ und „Führe mich“ sind zwei recht angenehme Stücke, die aber mehr B-Seite sind. Warum man jedoch das textlich und musikalisch gelungene „Donaukinder“ nicht auf das reguläre Album gepackt hat, ist ein echtes Rätsel. Würde es perfekt hineinpassen und das Album durchaus bereichern.
Produktionstechnisch hat man sich auch nicht lumpen lassen. Klingt das Album doch sehr druckvoll und voller Kraft.
Dennoch gibt es einige Dinge, die das Album doch etwas herunterziehen. Gibt es doch ein paar zu durchschnittliche und gewollte Nummern, wie z.b. „Pussy“, „B******“, oder „Haifisch“.
Dennoch hat man auch wieder ein paar echte Kracher dabei, die insbesondere live mal wieder alles wegblasen sollten.
Fazit: Ein durchaus gelungenes Album was mehr Licht als Schatten enthält. Ob es allerdings für einen Langzeitklassiker reicht, dürfte die Zeit sagen.

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