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Sonstige Festivals: Queens of Metal 2007

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Veröffentlicht am Montag 02 Juli 2007 23:14:43 von madrebel
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Queens of Metal 2007

14-16.06.2007 / Kleinwenkheim

 

Freitag 15.06.2007

 

Das diesjährige Queens of Metal Open Air, welches zum zweiten Mal im fränkischen Kleinwenkheim stattfand, war für mich mit einigen kleinen Anlaufschwierigkeiten verbunden: Da hatte ich mir mit Müh und Not den notwendigen Urlaub dafür erkämpft, nur um dann von allen meinen eigentlich vorgesehenen Mitreisenden eine Absage zu erhalten. Dumme Sache, aber nicht zu ändern. Dieser Umstand verhalf mir dann aber wenigstens zu einer Akkreditierung, da der ursprünglich als Schreiberling dieser Zeilen Auserkorene ebenfalls auf dieses großartiges Metal-Wochenende verzichten musste. Mit dieser neu an Land gezogenen Aufgabe und meinem Zelt bewaffnet, ging es dann am Freitag morgen los. Das Ende der knapp zweistündigen Fahrt verbrachte ich damit, mich mit meinem Navigationssystem darüber zu streiten, wie man denn nun am Besten nach Kleinwenkheim kommt. Zugegebenermaßen musste ich mich der beharrlichen Dame vom Navi dann aber geschlagen geben, da ich den Weg vom Jahr davor doch nicht mehr so im Kopf hatte, wie ich zuerst großspurig glaubte. Glücklicherweise war sie aber nicht nachtragend und so erreichte ich kurz vor 12 Uhr mein Ziel.

Mein erster Eindruck war, dass alles wesentlich professioneller organisiert war als 2006. Es gab jede Menge Helfer, die für das Einweisen der Anreisenden zuständig waren und einem mit Rat und Tat zur Seite standen. Das Auto durfte man auch diesmal nicht beim Zelt abstellen, dafür gab es aber einen ausgewiesenen Parkplatz, welcher direkt an das Campinggelände angrenzte und die Schlepperei sich somit in Grenzen hielt.

Auch wenn mir der Zeltplatz um einiges besser bevölkert vorkam als beim letztjährigen QoM, war wirklich reichlich Platz für die eigene Nylonvilla vorhanden. So war es dann kein Problem einen geeigneten Zeltplatz zu finden, den Aufbau hinter mich zu bringen und gegen 13 Uhr das Festivalgelände für einen Rundgang zu betreten.

Das sah haargenau wieder so aus wie beim ersten QoM, was die Orientierung sehr einfach machte und ich fühlte mich sofort wieder heimisch. Der komplett von Bäumen umschlossene Sportplatz Kleinwenkheims ist geradezu ideal für ein Festival und man muss sich in der familiären Atmosphäre dort einfach wohlfühlen.

Mein erstes Ziel war der Stand für die Bons, auch Queen-Dollars genannt, um mich mit Fetivalwährung einzudecken. Ein ziemlich praktisches System wie ich finde. Man erspart sich dadurch an den Verpflegungsständen das lästige Hantieren mit Bargeld und alles geht wesentlich flotter vonstatten. Direkt neben dem Bonverkauf war wieder der Merchandising-Stand und der brachte mich nun wirklich zum Staunen: Es gab tatsächlich ein Festival-Shirt in Augenkrebs verursachendem Pink. An sich ja eine lustige Idee, aber wer würde das freiwillig noch anziehen, wenn er den Festivalrausch erstmal überwunden hat? Ich jedenfalls nicht. Ich gebe zu, ich bin halt ein sehr konservativer Mensch.

Auf so einen Schreck braucht man erst mal was zu trinken und so hielt ich auf den nächsten Bierstand zu, brachte meine ersten Queen-Dollars unter's Volk und wollte eben die Händlerstände unter die Lupe nehmen, als jemand meinen Namen rief. Patrick vom Rock Hard war also auch da und so lernte ich bei der Gelegenheit auch gleich die Jungs von Lay Down Rotten kennen, mit denen er angereist war. Gemeinsam machten wir uns dann erst mal in den Backstagebereich auf, um zu schauen was Pestilent denn kurz vor ihrem Auftritt so treiben. Von Frontmann Frog erfuhren wir dann, dass die zweite Band Mindcrime kurzfristig abgesagt hatten und der Auftritt von Pestilent deshalb später beginnen würde.

Dann ging's endlich mit Musik los und Pestilent betraten als erste Band des Festivals die Bühne. Auf den Auftritt war ich schon sehr gespannt, da ich ihren Sänger Frog nun ein knappes Jahr kenne, aber noch nie Gelegenheit hatte, ihn und seine Mitstreiter in Aktion zu sehen. Vor der Bühne war um diese Zeit leider noch nicht sonderlich viel los, was Pestilent aber nicht davon abhielt, den wenigen Anwesenden ordentlich mit ihrem Mix aus Death und Thrash Metal einzuheizen. Der konnte sich auch wirklich hören lassen und war die perfekte Einstimmung auf dieses Wochenende.

Immer wieder besorgte Blicke gen Himmel werfend, erwartete ich dann die nächste Band und Gewinner des QoM-Bandcontest: Cripper aus Hannover. Vor der Bühne hatte sich nun auch ein ganz ansehnlicher Haufen Headbanger versammelt. Da ich von Cripper bis dato noch nicht gehört  und mich vorher auch nicht über deren Stil informiert hatte, dachte ich schon an irgendwas Nightwish ähnliches als die Band mit einer Sängerin aufwartete. Dann legten sie los und ich war sprachlos. Astreiner Thrash Metal wurde gespielt und bei den Göttern, was für eine Stimme das Mädel hatte! Britta, so der Name der Frontfrau, stellte mit ihren Growls so manchen männlichen Kollegen in den Schatten. Dabei tobte sie unablässig über die Bühne, bangte was das Zeug hielt und riss das Publikum von der ersten Minute an mit. Auch der Rest der Band war mit Feuereifer bei der Sache und ich kann nur sagen: Schaut sie euch an, wenn ihr die Gelegenheit habt, es lohnt sich.

Als nächstes waren Kromlek an der Reihe. Die Formation aus Unterfranken steht für Pagan/Viking Metal mit viel Keyboardeinsatz und Sänger Alphavarg untermalte diesen, durch reichlichen Einsatz von pathetischen Posen, auch optisch sehr stimmungsvoll.

Danach bot der Dreier Necrotic Flesh erst mal ordentlichen Old School Death Metal, derweil sich der Himmel immer mehr verdunkelte und auch schon die ersten Tropfen fielen.

Das Wetter wurde nun permanent schlechter und von Niesel bis heftigen Schauern war alles dabei und der Boden verwandelte sich stellenweise in eine Schlammgrube erster Güte.

Gun Barrel mit ihrem bodenständigen Heavy Rock kamen dabei noch ganz glimpflich davon, während es bei den Thrashern von Delirious wie aus Eimern schüttete.

Lay Down Rotten konnten trotz der widrigen Umstände auf eine begeisterte Schar Death Metal Fans vor der Bühne blicken, die sie dann auch nicht enttäuschten. Geknüppel vom Feinsten boten die Jungs aus Herborn, welche im Frühjahr einen Plattenvertrag bei Metal Blade Records ergattern konnten.

Vielleicht auch wegen den düsteren Klängen von The Vision Bleak wollte Petrus einfach kein Einsehen haben und es regnete mal wieder. Das war den weiß geschminkten Musikern aber egal, schließlich passt eine regnerische Nacht sehr gut zu ihren, von klassischer Horrorliteratur inspirierten, atmosphärischen Stücken.

Nach den vorangegangenen eher ruhigen Klängen, schickten sich Legion of the Damned nun an mit ihren Nackenbrechern alles in Schutt und Asche zu legen. Wer bei dieser Band den Regen bemerkt, macht definitiv was falsch. Songs wie „Werewolf Corpse“, „Legion of the Damned“ und „Sons of the Jackal“ sorgten dafür, dass vor der Bühne ordentlich die Post abging und sicherlich niemand frieren musste.

Mit lautstarken "Reiter"-Chören wurde dann der Headliner des Abends, Die Apokalyptischen Reiter aus Weimar in Thüringen, begrüßt. Fuchs hatte von Beginn an die Meute fest im Griff und die Stimmung war, trotz der stark erhöhten Luftfeuchtigkeit, grandios. Kein Klassiker wurde ausgelassen und den krönenden Abschluss bildete "Dschinghis Khan". Zwischendrin wurden noch einige Geburtstagskinder (und zufällig am Bühnenrand Stehende) mit "Reiter-Schlachtschiffen" in Form bunter Luftmatratzen ausgerüstet und zum Crowdsurfing geschickt. Die Apokalyptischen Reiter bewiesen wieder einmal eindrucksvoll, dass sie eine der besten Live-Bands Deutschlands sind.

 

Samstag 16.06.2007

Der Samstag begann damit, dass ich meine Zeltnachbarn verwünschte, die in ihrem Suff mehrmals gegen mein Zelt gefallen waren und mich dadurch unsanft aus dem Schlaf rissen. Aber so ein Festival ist halt kein Kindergeburtstag und nachdem ich sie mehr oder weniger freundlich darauf hinwies, dass mein Zelt kein Trampolin ist, hielten sie sich auch weitesgehend davon fern.

Auf dem Festivalgelände waren die Veranstalter derweil fleißig damit beschäftigt, Rindenmulch zu verteilen, um wenigstens die schlimmsten Schlammlöcher unschädlich zu machen und so stand dem zweiten Festivaltag nix mehr im Wege. Das Wetter erwies sich auch an diesem Tag als überaus launisch und die Bandbreite reichte von Sonnenschein bis Wolkenbruch.

Sintech aus Oberfranken durften den Samstag gegen 12:30 Uhr einläuten und hatten trotz der frühen Stunde bereits eine beachtliche Schar Interessierter vor die Bühne gelockt. Ihr gewöhnungsbedürftiger Mix aus Black, Death und Gothic war, naja, irgendwie nicht so mein Ding. Gegen Ende des Gigs kam dann auch noch eine Stripperin auf die Bühne und mich beschlich der Verdacht, dass der Andrang vor der Bühne seinen Ursprung vielleicht eher im hormonellen denn im musikalischen Bereich haben könnte. Besser wurde der Auftritt dadurch aber nicht, da die doch schon etwas reifere Dame, die sich da auf der Bühne entblätterte, weder an- noch ausgezogen ein Augenschmaus war.

Ein wahrer Gaumenschmaus war dafür wieder das angebotene Sortiment an Fressalien und auch über die mehr als fairen Preise konnte man wirklich nicht meckern. Von dieser fanfreundlichen Einstellung könnte sich so manch anderer Festivalveranstalter ruhig mal eine Scheibe abschneiden.

Obstinacy hatten dann wirklich Pech, da es mal wieder schüttete wie aus Kübeln und die meisten, mich eingeschlossen, ihr Heil in der Flucht suchten.

Divine Noise Attack sah ich nur kurz beim Bilder machen und ihr Death Metal klang schon nicht schlecht, riss mich aber auch nicht vom Hocker. Solide todmetallische Tonkunst halt.

Danach kamen Sardonic aus Osnabrück an die Reihe und boten schönen Death/Thrash Metal mit  ansehnlichem Synchronbangen.

Sorrogate, Silent Overdrive und Not Fragile entsprachen alle nicht so meinem Geschmack und ich nutzte die Zeit für Plaudereien.

Requiem aus der Schweiz zogen mich dann wieder vor die Bühne und das hatte sich wirklich gelohnt. Ein Death-Metal-Brett ganz nach meinem Geschmack dröhnte da aus den Boxen und die meisten bemerkten wahrscheinlich nicht mal, dass die Truppe auf eine Klampfe verzichten musste, da Gitarrist Ralph Inderbitzin die Band nicht lange zuvor verlassen hatte. Der vebliebene Gitarrist Phil machte das mit doppeltem Einsatz aber mehr als wett. Auch Sänger Michi hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen, da ihn eine Mittelohrentzündung plagte. Die hielt ihn aber nicht davon ab, sich die Seele aus dem Leib zu brüllen und genau wie seine Bandkollegen alles zu geben.

Justice sind in Franken eine richtige Institution und sorgen normalerweise mit Coverversionen für gute Partylaune. Nicht so auf dem QoM. Dort wartete die Band ausschließlich mit Thrash Metal aus Eigenproduktion auf.

Nun hätten eigentlich die Belgier von Leng Tch'E die Gehörgänge mit Grindcore durchspülen sollen, da diese aber wenige Tage vor dem Festival absagten, wurden Aborted verpflichtet. Doch als ich dann Freitags das Festival erreichte, war auch diese Information schon wieder veraltet, da Aborted ebenfalls kurzfristig abgesprungen waren. Es gelang den Organisatoren aber, in einer nächtlichen Telefonaktion für Ersatz in Form von Final Breath zu sorgen. Die Stimmung vor der Bühne zeigte, dass die Headbanger mit dieser Entwicklung mehr als nur zufrieden waren.

Dass Österreich mehr zu bieten hat als idyllische Landschaften, Germknödel und Sissi zeigte sich  mit den Finsterheimern von Belphegor und der präsentierten „Supreme Death/Black Metal Art“. Diese, von der Band selbstgewählte, Stilbezeichnung ist Programm. Die Band bedient sich der extremsten Teile beider Richtungen, um daraus einen wahrhaft höllischen Cocktail zu brauen. Die  Meute vor der Bühne nahm diesen dann auch begierig auf und lechzte nach immer mehr. Extreme Metal at its Best.

Weil's so schön war, ging es nach einer längeren Wartepause mit noch mehr Todesblei weiter und Vader aus Polen gaben sich ein Stelldichein. Ich denke, über diese Szenegröße muss man nicht viele Worte verlieren. Jeder, der was mit Death Metal am Hut hat, wird mit Sicherheit auch mal über diese Band gestolpert sein. Nach einem befremdlichen Bonanza-Intro legte der Vierer dann los. Allerdings war auch dieser Vader-Gig, wie die anderen, die ich bislang gesehen habe, nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Zu professionell und steril wirkte die Show auf mich und der Funken wollte einfach nicht überspringen. Unbeirrt schrubbten sich die Mannen durch ihre Setlist und verließen ohne eine Zugabe die Bühne.

Der Headliner des letzten Abends fiel ein wenig aus dem bisherigen musikalischen Rahmen, denn mit Rage gab es nun Power Metal von einem deutschen Urgestein der Szene. Die Stimmung war  sowohl auf als auch vor der Bühne spitze. Das war auch kein Wunder, gingen doch Peavy, Victor und André derart energiegeladen und mit so viel Spielfreude ans Werk, dass man gar nicht anders konnte, als mitgerissen zu werden.

Nach diesem überragenden Gig fand das Festival dann seinen Ausklang im Partyzelt bei einer Runde Unplugged-Musik vom Kuh-Fotzen-Toni.

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass es sich wieder über alle Maßen gelohnt hat und die Organisatoren und vielen freiwilligen Helfer sich selbst übertroffen haben. Ich bin sicher, alle die dabei waren drücken die Daumen, damit es auch im nächsten Jahr wieder ein QoM in Kleinwenkheim geben wird. Und allen, die es in diesem Jahr verpasst haben, kann ich nur empfehlen, bei einem dritten QoM nicht den gleichen Fehler zu machen. Ihr werdet es bereuen.

 

Martin

 

P.S. Bilder der Bands gibt’s unter www.winternebel.de/qom


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