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Sonstige Festivals: PartySan 2009

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Veröffentlicht am Donnerstag 05 November 2009 20:28:24 von madrebel
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PartySan 2009 / Bad Berka

Und wieder ist ein Jahr vorübergegangen und wieder pilgerten knapp 10.000 Besucher in das beschauliche Bad Berka um sich drei Tage lang mal wieder so richtig die Ohren durchpusten zu lassen und endlich mal wieder richtig geile Bands plus einer gehörigen Portion Partystimmung zu genießen. Ja, Erholung ist immer Ansichtssache. Wo die einen dorthin reisen, um die Ruhe zu genießen, gibt es eine Bastion des Kraches gehobener Art. So also wird ein jeder auf seine Art glücklich.
Nun, die Organisation hatte wieder reichlich im Vorfeld zu tun. Einige Absagen waren zu verschmerzen, jedoch hatte man gleichzeitig ein echt fettes Billing am Start, was in diesem Jahr besonders die Black Metal Fraktion erfreute.

Nun, der Donnerstag begann dann mit der Haus und Hofband „Postmortem“, die mit einem passablen Sound und einer spaßgeladenen Show das Wochenende eröffneten. Und der Todesblei der sympathischen Berliner kam verdammt gut an. Die Ansagen waren einfach geil und mit Granaten vom Schlage „Suffer“ oder „Totmacher“ kann man auch nicht viel verkehrt machen. Guter Einstieg.

„Azarath“ aus Polen hatten es danach umso schwerer. Wirkte das Acting doch recht statisch und die Musik etwas langatmig. Dennoch schlug man sich recht wacker und es gab doch verdienten Applaus.

„Psycroptic“ wiederum war danach eine fette Steigerung. Die technisch versierten Death Metaller riefen viel Interesse bei den Besuchern hervor und die Band hatte kaum Probleme, das Publikum zu begeistern. Und auch wenn eben diese Art von Todesblei recht schwer verdaulich ist. Die Tasmanier hatten keine Probleme, die Klasse die sie auf Konserve haben, auch live umzusetzen. Eines der Highlights am Donnerstag.

Das man bei einem Gig von „Deströyer666“ nicht viel falsch machen kann ist ja nichts Neues. Und so präsentierten sich die Wahlniederländer auch heute wieder von ihrer allerbesten Seite. Die Truppe hatte einfach Spaß und hatte dementsprechend die Meute vor der Bühne schnell auf ihrer Seite. Die zu dieser späten Abendstunde einsetzenden Pyros verfehlten übrigens ihre Wirkung in keinster Weise und zeigen die Black/Thrasher von ihrer Schokoladenseite,

Heiß erwartet wurde dann der Auftritt von „Marduk“. Selbige präsentierten zum zehnjährigen Jubiläum ihres Albums „Panzerdivison Marduk“ das Album in kompletter Länge. Dieses wurde mit einer Intensität runtergeprügelt, dass es nur so eine Freude war.
Das die Jungs aber danach aufhörten, wäre doch arg unfreundlich gewesen. So zockten die Schwarzheimer noch eine knappe Stunde Highspeedblackmetal vom feinsten in den Vollmondhimmel und hinterließen wahrhaft verbrannte Erde. Und auch wenn es manches Mal recht langatmig wirkte. Der Gig war ein Erlebnis.

Mit diesem Auftritt endete dann der Donnerstag und man verzog sich müde in sein Zelt.

Den Freitagsstart machten dann „Grabak“, die für die verhinderten „Glorior Belli“ einsprangen. Da ich sie nur von weitem sah, konnte ich nur von Weiten hören, was die Jungs da trieben. Netter Black Metal, der aber irgendwie niemanden wirklich mitgerissen hat. Mag an der frühen Uhrzeit gelegen haben.

„Solstafir“ waren da schon ein anderes Kaliber“. Sehr frickelig das ganze, aber dennoch interessant wirkten die Songs der Isländer, die hier einen Gig ablieferten, der seinesgleichen suchte. Spannend, theatralisch und immer wieder hatte man es drauf, trotz der Hitze, den einen oder anderen durchaus zum frösteln zu bringen. Einfache Kost war es allerdings auch nicht, was hier geboten wurde. Aber die Band hatte es echt drauf zu überzeugen.
Eine der wohl interessantesten und besten Bands des Festivals.

„Swallow the Sun“ sah ich nur kurz, da ich an dieser Stelle „Evocation“ erwartet hatte. Aber man hatte wohl die Slots getauscht.
Der düstere Doom/Death wirkte allerdings etwas langweilig und schnarchnasig, was nicht nur das statische Bühnenacting, sondern auch an der lustlos wirkenden Band liegen mochte. Nunja, wer weiß was los war.

„Evocation“ rissen einen allerdings danach aus der Lethargie. Der Todesblei alter Schule genießt ja nicht zu Unrecht wachsende Popularität und die Schweden lieferten heute auch wieder einen Gig, der es in sich hatte. Energiegeladen, ein Moshpart nach dem anderen und einfach gnadenlos auf die Fresse. Was will man denn mehr?

„Hate Eternal“ hatten danach wenige Probleme, die Stimmung aufrecht zu erhalten. Brutal und gnadenlos knüppelten die Mannen um Eric Rutan sich in einer knappen Dreiviertelstunde quer durch ihr Programm und hatten recht rasch die Banger auf ihrer Seite. Geiler Gig.

„Thyrfing“ verpasste ich aufgrund diverser Biere, Grillzeug und Schnäpse. Klang von weitem aber ganz gut.

„Misery Index“ sah ich dann leider erst mit etwas Verspätung, aber die Jungs gaben richtig Gas. Groovig, eingängig, brutal, und voll nach vorne abgehend. Dafür sprachen dann auch die zahlreichen Moshpits vor der Bühne, die „Misery Index“ auch großzügig fütterten.
Gutes Programm, was die Jungs boten. Respekt.

Wo „Unleashed“ draufsteht ist auch „Unleashed“ drin. Und Johnny Hedlund machte routiniert das, was er am besten kann. Cool posen, geile Songs zocken und eine einfach sympathische Figur abgeben. Selbige scheint aber immer mehr zu wachsen. Der Mann hat wohl ein gutes Leben. Und er gab der Meute was sie wollte. „Winterland“, „Into Glory Ride“, „Midvinterbllod“, das stark umjubelte „To Asgard we fly“ und als Rausschmeißer „Death Metal Victory“. Ja, die Schweden ließen kaum Wünsche offen und hinterließen ein zufriedenes Publikum.

Heiß erwartet wurden dann die Norweger „Satyricon“, die hier einen wirklich genialen Gig hinlegten. Hauptsächlich wurde der Hauptaugenmerk auf die jüngeren Platten gelegt, aber man vergaß auch hier und da die älteren Semester nicht. Satyr wirkte auf der Bühne einfach nur cool. Eine Mischung aus Messias und arrogantem Rockstar und das lebte er auch aus. Das die Band da etwas blass wirkte, schade. Aber bei einer Rampensau wir „Satyr“ ist das irgendwie auch nachzuvollziehen.
“Black Crow On A Tombstone" und auch “Commando” wirkten einfach knackig und die Jungs gingen dabei richtig gut ab. Zum Schluß gab es dann noch das unvermeidliche „Mother North“ und ein echt passender Headlinergig war zuende.

Nun ging es wieder in das kuschelige Zelt, nicht jedoch ohne sich vorher noch das eine oder andere Betthupferl von Brutz & Brakel zu genehmigen.

Der Samstag ging dann recht stumpf mit „Paganizer“ los. Diese hatten ihren ersten Gig in Deutschland und wollten natürlich direkt punkten. Was sie auch in kürzester Zeit schafften. Denn die Schweden knüppleten von Anfang an los, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Dazu hatte man noch fett Spaß in den Backen und hatte recht fix die Menge auf seiner Seite. Dazu gab es mit „Scandinavian Warmachine“, der Name war Programm, „Gasmask Obsession“ und „Troops of Doom“ von „Sepultura“ fett vor die Kauleiste. Was will man denn mehr nach dem ersten Kaffee?

„Shining“ waren dann der Tiefpunkt des Wochenendes. Kvarforth, noch reichlich beschickert vom Vorabend benahm sich auf der Bühne wie ein wildgewordener Kobold, beleidigte das Publikum, alle Bands und ließ Sprüche vom Stapel, die einfach nur noch peinlich waren. Die Musik die zwischenzeitlich gespielt wurde und gewiss nicht schlecht war, litt natürlich unter diesem Gig und viele Besucher verließen verärgert ob soviel Erbärmlichkeit den Bühnenbereich. Tja, manchmal sollte sich ein Rumpelstilzchen doch selbst in der Mitte zerreissen.

Aber dann kamen sie. „Brutal Truth“. Und sie kamen nicht nur, sie sahen nicht nur, nein, sie siegten. Und das auf ganzer Linie. Die ganze Truppe um Danny Lilker und Kevin Sharp war nicht nur hochgradig sympathisch. Nein, die Band haute eine Granate nach der anderen raus und überzeugte durch eine Spielfreude, wie man sie so nur selten sieht. Die Band hatte einfach richtig Spaß hier und das zeigte sie auch. Und die Grindattacken verfehlten ihre Wirkung nicht. Die zahlreichen Moshpits, Crowdsurfer und Headbanger sprachen Bände, was die Band nur noch mehr veranlasste, Gas zu geben. Leider war aber nacht etwas mehr als einer halben Stunde schon wieder alles vorbei. Aber diese Zeit war extrem kruzweilig und ein echtes Glanzlicht hier.

Die alten Männer von „Sadus“ hatten es danach nicht einfach, auf diesem Niveau weiterzumachen. Aber nach einigen Startschwierigkeiten lief der alte Thrashermotor wie geschmiert und dann ging es auch ab. Mit positiver Laune, Spielspaß und einer hohen Qualität agierten die Jungs um Steve DiGiorgio, zockten einige saugeile Nummern: „Through The Eyes Of Greed“, „Certain Death“ und „Swallowed in Black“, wobei man viele glückliche Thrashgesichter erblicken konnte. Ja, die Jungs boten Qualität und das merkte man. Dabei hatte man auch manches Mal das Gefühl, man würde die Bühne abreißen. Nun, so weit kam es dann nicht, aber die Stunde war ein echter Genuss.

Zwecks Nahrungs- Und Getränkeaufnahme klemmte ich mir dann „Moonsorrow“, aber die Klänge, die man von weitem hören konnte, ließen positives erahnen.

Doch nun kam das heimliche Highlight des Festivals. Endlich waren sie da. „Brujeria“ aus Mexiko. Und die Grindchaoten ließen von Anfang an kein Stein auf dem anderen. Hongo erkannte man sofort. Nun, die Lockenmatte von Shane Embury ist ja wohl auch mittlerweile patentiert und auch El Cynico aka Jeff Walker waren schnell enttarnt.
Juan Brujo und Pinche Peach gaben pausenlos Gas, ließen in den Pausen einen Spruch nach dem anderen los. Natürlich furztrocken, mexikanisch und mit dem Charme einer Tequilaflasche.
Hit reihte sich an Hit. Unter anderem „Matande Gueros“, „El Patron“, „"Revolución", „Hechando Chingasos" und viele mehr wurden gespielt, was für reichlich Jubel sorgte. Und selten hat man soviel Spaß auf beiden Seiten erlebt. Das das Mexikoallstarprojekt heute bei den Sympathiepreisverleihungen auch nach ganz vorne dabei war, passte perfekt ins Bild.
Die Jungs hatten auf jeden Fall ganz viel Spaß und den Schalk im Nacken und die Zeit verging viel zu schnell, für ein echtes Festivalhighlight.

Warum Paganhumppatrollfiedelhoppsassametal so in ist, kann einem echt kein Mensch erklären. Und was solche Bands hier auf dem PartySan machen, erst recht nicht. „Eluveitie“ die Schweizer Abteilung der Fakultät „Nervenarschmetal“ ging einem mit ihrem pseudolustige Gefiedel, ihrer Möchtegernwikingertrollmetsaufmittelalterattitüte so dermaßen auf den Wecker, dass sich ganz schnell viele in der Flucht versuchten. Jungs, versucht es auf Mallorca. Da passt ihr hin.

Sowas verstärkt natürlich die Vorfreude auf andere Bands. Und als „Dark Funeral“ die Bühne betraten, war jeglicher Groll verflogen. Denn hier stand eine leibhaftige Macht auf der Bühne. Von Anfang an zeigten die Schweden, wer hier der Herr im Haus ist und boten eine Show, die sich gewaschen hatte. Songtechnisch perfekt, ein vollkommen geiler Sound, ein dämonisch wirkendes Stageacting und eine Atmosphäre, die einfach nur knisterte. Die Band hatte heute ihren Tag erwischt. Und den nutzte man perfekt aus. Alles wirkte hier wie aus einem Guß und auch diejenigen, die den Schweden etwas skeptisch gegenüber standen, waren sehr beeindruckt von der Livequalität des Schwedenvierers.
Ja, man konnte den ganzen Gig mit einem Satz zusammenfassen. „Open the Gates, Satan“. Hier war der Name wahrhaft Programm und man hatte das Gefühl, dass der Leibhaftige unter den Besuchern weilte und sich an diesem Auftritt ergötzte.
„Dark Funeral“ waren hier wohl heute der heimliche Headliner und dürften einige neue Freunde gewonnen haben.

Die Flodridadeather um Chris Barnes, „Six Feet Under“ hatten es danach natürlich schwer. Aber die Routine hilft manches Mal aus jeder Misere und routiniert agierten die Jungs auch. Ohne große Überraschungen spielte man ein feines Best Of… Programm, was durchaus zufrieden stellend war und auch kaum Wünsche offen ließ. "Suffering In Extacy", „No warning Shot“, und „The Day Dead walked“ bildeten einen guten Querschnitt durch das Programm.  Mit der unvermeidlichen Hommage an „AC/DC“ in Form von „TNT“ beendeten „Six Feet Under“ dann das nunmehr fünfzehnte PartySan Open Air.

Fazit:
Das diesjährige PartySan war mal wieder ein echtes Highlight und bot wie jedes Jahr ein stressfreies Wochenende.
Die Getränkepreise und Essenspreise waren wieder mal mehr als fair. Das Bonsystem war allerdings grenzwertig und gewöhnungsbedürftig. Brutz & Brakel zu loben gehört natürlich dazu. Haben die Giftmischer mal wieder alle Register ihres Könnens gezogen. Die Security war freundlich, kompetent und immer hilfsbereit. Daumen hoch. Die Festivalorga hat einfach ein gutes Programm durchgezogen. Ebenfalls, Daumen hoch.
Schade allerdings, das Nagelfood dieses Jahr nicht da war. Auch schade das es dieses Jahr keine Aftershowparty nebst Frühschoppen mit ABBA gab.
Alles in allem haben die Macher des partySan mal wieder ein Festivalwochenende organsiert, welches zu Recht eines der Highlights der Szene darstellt und zu Recht so populär bei den Besuchern ist.
Bis zum nächsten Jahr.

Holger






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