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Zur Meinung von Amazon

Sonstige Festivals: PartySan 2006 / 09.08 - 11.08.2006

Veröffentlicht am Montag 28 August 2006 22:51:16 von madrebel
phpnuke.gifEinmal ist immer das erste Mal und so pilgerten Schorsch und ich am Donnerstag den 10.08. zu unserem ersten PartySan Open Air ins thüringische Bad Berka. Unterwegs machten uns unsere Mitfahrer Patrick Schmidt vom Rock Hard und Frog von der Band Antichrist schon mal gehörig den Mund wässrig, als sie uns neben den musikalischen vor allem auch die kulinarischen Vorzüge des Festivals und seines Veranstaltungsortes in aller Ausführlichkeit darlegten. Mit entsprechend hohen Erwartungen erreichten wir dann nach sicherer Fahrt in Schorschs Stadtpanzer gegen 18 Uhr Bad Berka.
PartySan 2006










Kurz im Hotel eingecheckt, eine leckere Mahlzeit eingeworfen und nichts wie hin zum Gelände für eine erste Begutachtung. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir das, etwas außerhalb von Bad Berka recht idyllisch zwischen Feldern und bewaldeten Hügeln eingebetteten, Festivalgeländes. Es zeigte sich, dass die Veranstalter einen wirklich günstigen Standort für ihr Festival ausgesucht haben: Da das Gelände zur Bühne hin abfällt, hat man, selbst beim Bier holen oder beim Durchstöbern der zahlreichen Merchandising-Stände, von fast überall freie Sicht auf die Hauptbühne.

Eröffnet wurde das Festival gegen 20 Uhr von ERODED. Gemeinsam mit den nachfolgenden HELRUNAR, HATE, WATAIN und dem Death-Metal-Urgestein MASTER sorgten sie für einen gelungenen Einstieg in dieses Festivalwochenende. Der einzige Wermutstropfen bei der Sache war, dass die Bands ihren Auftritt auf der Bühne im Partyzelt absolvieren mussten, was zu einem recht unangenehmen Gedränge führte und man weiter hinten die Bühne nur noch anhand der Richtung, aus der der Krach kam, erahnen konnte.

Der Freitag begann mit einem, zumindest für mich, reichlich üblen Erwachen: Eines der zahlreichen Trankopfer an die Metal-Götter am Abend zuvor musste wohl schlecht gewesen sein. Nach einem kleinen Frühstück und einem Abstecher zum gegenüber dem Hotel gelegenen Supermarkt, zogen wir uns erst mal wieder auf unser Zimmer zurück und ich war die nächste Zeit damit beschäftigt, meinen Wasserhaushalt und Kreislauf wieder etwas auf Vordermann zu bringen. Wenigstens sollte sich dann im Laufe des Wochenendes herausstellen, dass die Trankopfer und die damit verbundenen Leiden, nicht vergebens waren: Trotz aller Befürchtungen und schlimmen Prognosen wurden wir die ganze Zeit über fast gänzlich von Regen verschont.

Trotz aller Widrigkeiten erreichten wir pünktlich zu KILLING SPREE das Gelände. Ihr moderner, mit reichlich Keyboards angereicherter, Death Metal war dann aber doch nicht wirklich unser Ding und so warteten wir Backstage auf den letzten Auftritt von KAAMOS. Wie bereits im Vorfeld angekündigt, wollten sich die Schweden direkt nach dem PartySan auflösen und so hatte sich vor der Bühne eine beträchtliche Schar versammelt, um die Band gebührend zu verabschieden. Der letzte Titel des Sets wurde dann auch mit den Worten: „This is the last song – ever“ angekündigt und die Band verließ danach mit einem knappen „Bye“ von Karl die Bühne.

Nun folgten die Auftritte von SEVERE TORTURE, FALL OF SERENITY und DESTRÖYER 666, die ich aber nur am Rande mitbekam, da mir einige alte Bekannte über den Weg liefen und dieses unverhoffte Wiedersehen meine Aufmerksamkeit für die nächste Zeit gänzlich in Anspruch nahm.

Bei TURISAS galt mein Hauptaugenmerk dann wieder dem wahrlich bunten Treiben auf der Bühne. Angetan mit den selbst erlegten Fellen der letzten Jagd und beschmiert mit dem Blut zahlreicher Feinde, sorgten die Finnen, unterstützt von Geige und Akkordeon, mit ihrem Folk Metal für gute Laune beim Publikum und nicht wenige schwangen ausgelassen das Tanzbein.

Der, für meinen Geschmack wenig abwechslungsreiche, Black/Thrash Metal von NIFELHEIM stand als nächstes auf dem Programm. Den Leuten vor der Bühne schien es aber zu gefallen und so schrubbte sich der Vierer, eingehüllt in einen halben Eisenwarenhandel, mit viel Energie durch seine Setlist und wurde mit reichlich Applaus belohnt.

Mit CRYPTOPSY erfüllte sich dann wahrlich das Motto „HELL IS HERE“ des PartySan: Was die Jungs aus Kanada, allen voran Schlagzeuger Flo Mounier, hier ablieferten war schlichtweg nicht von dieser Welt. Nicht wenigen im Publikum klappte der Unterkiefer runter, angesichts der unbeschreiblichen Brutalität und technischen Kunstfertigkeit dieser Ausnahmeband. Extreme Death Metal weit jenseits der Schallmauer, wie er härter und vertrackter kaum mehr sein kann. Für mich ohne Zweifel eine der besten Bands des diesjährigen PartySan.

Zum Entspannen nach dem vorangegangenen Inferno war der epische Viking Metal von ENSLAVED genau richtig platziert. Die Norweger sorgten mit tollen Melodien für jede Menge Gänsehaut und wurden ordentlich abgefeiert.

Mit einiger Verspätung startete dann der, bereits sehnlichst erwartete, Auftritt von KATAKLYSM. Wie bereits im Vorfeld angekündigt, sollte der Gig für eine Live-DVD aufgenommen werden und unsere Erwartungen waren deshalb entsprechend hoch – und wurden erst einmal herb enttäuscht: Was da beim Opener „Like Angels Weeping (The Dark)“ aus den Boxen kam, war nicht im entferntesten der erwartete Panzer, das klang viel eher nach Generation Golf. Wieso, in Dreiteufelsnamen, hatte wirklich jede Band einen erstklassigen druckvollen Sound und ausgerechnet bei Kataklysm schien der Mischer gerade Bier holen zu sein. Nach den ersten Stücken wurde der Sound zwar etwas besser, war aber trotzdem lange nicht so, wie von den vorangegangenen Bands gewohnt. Abgesehen davon ließ der Auftritt der Kanadier aber keine Wünsche offen. Mit Krachern wie „Where The Enemy Sleeps...“, „Let Them Burn“, „The Resurrected“, „Crippled & Broken“ und „Face The Face Of War“ stellte die Band eindrucksvoll unter Beweis, dass sie nicht umsonst zur momentanen Speerspitze des Death Metal gehören.

Für noch mehr Gänsehaut, vor allem beim Autor dieser Zeilen, sorgten die mittlerweile auf Kühlschrankniveau gesunkenen Temperaturen, was den Auftritt von HYPOCRISY jedoch keineswegs schlechter machte. Der Sound war seltsamerweise plötzlich wieder vom Allerfeinsten und der gute Peter zeigte sich stimmgewaltig, wie selten zuvor, so dass die Show zu einer der Besten des gesamten PartySans wurde.

Der Samstag begann für uns erst gegen 18 Uhr auf dem Festivalgelände, da wir mittags erst dem hoteleigenen griechischen Restaurant einen Besuch abstatteten und anschließend, nach einem kurzen Spaziergang durch Bad Berka, stand die Bundesliga auf dem Programm.

Los ging es dann für uns mit den Koblenzern von DESASTER. Diese spielen eine recht gute und interessante Mischung aus Thrash und Black Metal und konnten auf dem PartySan eine ansehnliche Fangemeinde vorweisen, so dass im Moshpit doch ordentlich die Post abging. Kleinere technische Schwierigkeiten mit einem defekten Gitarrenkabel konnten den guten Gesamteindruck nicht im Geringsten schmälern.

Dass Desaster eine recht große Anhängerschar auf ihrer Seite hatten, zeigte sich dann auch beim Gig der Schweden von SETHERIAL, als sich der Pulk vor der Bühne doch merklich ausdünnte. Der schnelle, reichlich eintönige Black Metal der Combo verdient nun auch wirklich nicht gerade einen Innovationspreis, so dass auch ich meine Aufmerksamkeit lieber anderen Dingen widmete und die verschiedenen Händlerstände abklapperte.

THYRFING dagegen wussten mit ihrem melodischen und trotzdem recht harten Viking Metal durchaus zu gefallen. Sie schafften es sogar, den Skeptiker Schorsch von ihrer musikalischen Qualität zu überzeugen.

Die verrückten Dänen von ILLDISPOSED machten ihrem Ruf dann alle Ehre und Sänger Bo Summers wickelte die eine Hälfte des Publikums mit seinen seltsamen deutschen Ansagen der Marke „ Wir sind nich mehr swul“ gekonnt um den Finger, während die andere Hälfte, mich eingeschlossen, die Witzchen ziemlich schnell satt hatte und lieber mehr Death Metal gehört hätte. Schließlich haben die Jungs musikalisch einiges auf dem Kasten und müssen sich keineswegs hinter flachen Witzen verstecken.

Passend zur inzwischen hereingebrochenen Dunkelheit gab es nun anspruchsvollen Black Metal der schwedischen NAGLFAR. Der charismatische Frontmann Kristoffer W. Olivius sorgte für eine sehr atmosphärische Show und die Band zeigte mit Songs wie „Words Of Venom“, „Black God Aftermath“, „Abysmal Decent“ und „A Swarm Of Plagues“ eindrucksvoll, dass es auch wirklich guten Black Metal gibt. Auch der kurze Stromausfall gleich zu Beginn konnte daran nichts ändern.

Mit den Finsterheimern von MARDUK stand danach gleich noch mal Schwarzmetall auf der Liste. Mortuus, der, inzwischen auch nicht mehr wirklich neue, Kreischer der Schweden, wurde seiner Rolle jedenfalls mehr als gerecht und schrie sich die Seele aus dem Leib. Souverän ließen die Schweden mit Werken wie „Baptism By Fire“, „With Satan And Victorious Weapons“ und „Of Hells Fire“ die Nacht, trotz großzügigem Einsatz von Pyrotechnik, gleich noch ein wenig dunkler und kälter wirken.

Der von uns mit Spannung erwartete Auftritt des heutigen Headliner SIX FEET UNDER war nun an der Reihe und ein sichtlich gut gelaunter Chris Barnes betrat die Bühne und begann die ausgehungerten Metaller mit Band-Klassikern zu füttern. Selbst ein erneuter minutenlanger Stromausfall konnte die gute Laune des Meisters nicht trüben. Er nutzte die Zeit, sich ausgiebig huldigen zu lassen, um danach fröhlich Titel wie „Victim Of The Paranoid“, „No Warning Shot“, „Torture Killer“ und „Human Target“ zum Besten zu geben. Der wirklich tolle Gig des Herrn der Grunzer und seinen Mannen fand schließlich sein Ende mit dem genialen AC/DC-Cover von „TNT“.

Als krönender Abschluss schwangen dann TANKARD den Krug im Partyzelt und stellten sich „als einzige Popband“ des Festivals vor. Mit ihrem Gute-Laune-Thrash sorgten sie für ausgelassene Stimmung beim, größtenteils um diese Zeit nicht mehr ganz so trittfesten, Publikum.

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass sich das PartySan wohltuend aus dem, immer unübersichtlicher werdenden, Angebot an Festivals in Deutschland hervorhebt. Sowohl eine derart gute Auswahl an Bands der härteren Gangart, als auch die preisliche und vor allem auch organisatorische Gestaltung werden von kaum einer der anderen größeren Veranstaltungen erreicht. Wir sind auf jeden Fall gerne wieder mit von der Partie, wenn sich im nächsten Jahr, dann bereits zum 13. Mal, die Pforten der Hölle in Bad Berka auftun werden.

Martin


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