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Konzert Review: Obituary, Samael, Maroon - Frankfurt, Batschkapp, 12.01.2006

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Veröffentlicht am Donnerstag 19 Januar 2006 17:11:51 von Master_Of_Puppets
Kann ein Konzertjahr brillianter beginnen als mit einem Besuch bei der Death Metal-Instituition schlechthin? Obituary aus dem schönen US-Bundesstaat Florida gaben sich nach viel zu langer Abstinenz mal wieder im Rhein Main-Gebiet die Ehre und hatten mit Samael eine Band als Support im Schlepptau, die wohl zu den unterbewertesten Combos des Genres zählt.
 
 
 
 
 
Als zusätzliche Vorband waren die Metalcoreler Maroon aus Nordhausen in Sachsen-Anhalt mit von der Partie. Mir war die Formation zwar bisher unbekannt, dies änderte sich aber schnell durch einen engagierten und mitreißenden Auftritt des Fünfers. Von beginn an versuchte der engagierte Frontmann das Publikum mit einzubeziehen, fegte über die Bühne, und konnte so mehr und mehr Aufmerksamkeit des Publikums erzielen. Einige enthusiastische die-hard Fans von Maroon gingen die ganze Show von Beginn an mit, der Rest der Besucher betrachtete die Show zunächst etwas distanzierter, um nach einigen starken Songs sich mehr und mehr zu Reaktionen hinreißen zu lassen. Am Ende konnten Maroon, die den Gig mit einer spontanen Zugabe, einem Stück des demnächst erscheinenden Albums beendeten, einige neue Sympathisanten verzeichnen. Ein starker Auftritt, der zeigt das Metalcore viel Spaß machen kann.
 
Nach relativ kurzer Umbaupause eröffneten Samael ihren Gig. Aufgrund der vielen Samples und des Drumcomputers ernteten sie viele negative Kommentare aus den hinteren Reihen des Publikums, je näher man aber in Richtung Bühne kam, desto enthusiastischer gingen die Leute bei dem Material der Schweizer mit. Gut, mittlerweile sind Samael musikalisch ein gutes Stück von ihren Anfangstagen entfernt, dennoch war es begeisternd, wie engagiert sie ihr neues Material „Inch’Allah“, „Reign Of Light“ oder auch „On Earth“ zum besten gaben. Optisch gab es die übliche Show. Sänger Vorph spielte den Zeremonienmeister, Gitarrist Makro bangte unauffällig vor sich hin, Basser Masmiseim stand zu keiner Sekunde des Sets still, hüpfte und bangte unaufhörlich zu Hymnen wie „The Cross“, und selbst Keyboarder Xy liess sich nicht lumpen, und spielte gegen Ende des Sets auf seinem minimalistischen Drumkit einarmig mit. Ebenso astrein wie die Bühnenshow der Musiker war die sehr gut abgestimmte Lightshow, die hervorragend auf die Songs abgestimmt war, wie bei eigentlich allen Bands des Abends.
Gegen Mitte des Sets kamen dann ältere Klassiker zum Zuge. Neben den unsterblichen „Passage“-Songs „Rain“ und „Jupiterian Vibe“ konnte vor allem das stürmisch umjubelte „Baphomets Throne“ gefallen. Nach etwas einer Stunde und einer genialen Version von „My Saviour“ war dann aber leider schon Schluss.
 
Nun kam aber der Grund weswegen sich ca. 450 Besucher in die Batschkapp verirrt hatten, Obituary. Es war eine wahre Freude für mich, diese Band nach 14 viel zu lagen Jahren mal wieder live bewundern zu können. Die folgenden 70 Minuten vergingen wie im Zeitraffer. Die US-Death-Institution eröffnete ihren Gig mit einem Dreierpack des aktuellen Albums „Frozen In Time“. War die Stimmung in der Halle da schon hervorragend, steigerte sie sich noch bei „Cause Of Death“-Evergreens, wie „Chopped In Half“ und „Turned Inside Out“. Obituary mischten geschickt altes Material mit den Stücken der letzten Veröffentlichung, die in der Setlist ein deutliches Übergewicht gegenüber anderen Alben hatte.
Auf der Bühne bewegten sich Obituary spartanisch wie eh und je, aber das ist bei dieser Band kein Manko. Im Gegenteil, dadurch liegt der Schwerpunkt auf dem unheimlich tighten Zusammenspiel der fünf Bandmitglieder, die sich wie eine Maschine, ohne erkennbare Fehler durch den Set spielten. John Tardy grunzte wie in besten Zeiten Anfang der 90er, Trevor Peres bangte sich durch den Set, Allen West solierte brilliant wie eh und je und Frank Watkins war so etwas wie der Entertainer, der die Fans immer wieder anfeuerte. Am beeindruckensten war jedoch das Drumming von Donald Tardy, das so ziemlich jeden anderen Drummer vor Neid erblassen lassen müsste. Präzise wie ein Uhrwerk donnerte er sich durch die Songs, und konnte dafür bei seinem später folgenden Drumsolo den verdienten Szenenapplaus ernten.
Nach gut 40 Minuten erreichte die Stimmung einen ersten Höhepunkt bei Songs wie „Dying“ und den „World Demise“-Klassikern „Kill For Me“ und „Solid State“. Als danach jedoch der letzte Song angekündigt wurde, kam zumindest ich mir vor wie im falschen Film. Gerade mal 50 Minuten Spielzeit sind eines Headliners unwürdig, ganz egal wie bekannt oder legendär er auch sein mag. Die erste Zugabe versöhnte auch nur geringfügig. Ein Drumsolo kann meiner Meinung nach keinen kompletten Song ersetzen, allerdings war der fließende Übergang in den neueren Hit „Lockjaw“ eine Meisterleistung, wie sie nur wenige Combos hinbekommen. Die zweite Zugabe, gespickt mit einer mitreißenden Version von „Slow Death“ und weiteren Klassikern der Marke „Til Death“ und dem unvermeidlich großartigen „Slowly We Rot“ beendeten einen hervorragenden Konzertabend, an dem es neben der kurzen Spielzeit von Obituary musikalisch nichts auszusetzen gab.
 
Obituary-Setlist
 
1. Redneck Stomp
2. On The Floor
3. Insane
4. Chopped In Half
5. Turned Insode Out
6. Back Inside
7. Threatening Skies
8. Dying
9. Kill For Me
10. Solid State
11. Stand Alone
 
12. Drumsolo
13. Lockjaw
 
14. Til Death
15. Slow Death
16. Slowly We Rot

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