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Konzert Review: Napalm Death in der Kulturfabrik Krefeld 2002

Veröffentlicht am Dienstag 03 Dezember 2002 16:50:21 von madrebel
phpnuke.gifEin schöner Sonntag und ein cooles Konzert in der Krefelder Kufa. Und wenn der Hauptact auch noch „Napalm Death“ heißt, ist es schon Pflicht dorthin zu gehen.
Napalm Death / The Great Deceiver / Soul Demise

01.12.2002

Krefeld Kulturfabrik

Ein schöner Sonntag und ein cooles Konzert in der Krefelder Kufa. Und wenn der Hauptact auch noch „Napalm Death“ heißt, ist es schon Pflicht dorthin zu gehen.
Nun, und so geschah es dann auch.
Den Anfang machten „Soul Demise“ aus Neumarkt/Opf, wo auch immer das liegen mag. Und sie zeigten dem Publikum von Anfang an, wo der Death Metal Hammer hängt. Zu meinem persönlichen Bedauern muss ich aber leider zugeben, daß ich von den Jungs vorher noch nie was gehört hatte, nur der Name war mir geläufig. Aber das wird sich rasch ändern. Der Grund liegt auf der Hand. Eine Band, die es schafft innerhalb von 30 Minuten eine ganze Halle zum kochen zu bringen, muß einfach unterstützt werden. Da wurde eine Granate nach der anderen in die Menge geschossen und Frontsau „Roman Zimmerhackel“ sprang, rannte und hüpfte über die Bühne wie ein Duracellhäschen auf Speed. Der Junge hatte verdammt viel Spaß am Gig, dem Rest der Band ging es aber nicht anders. Habe lange nicht mehr so gutgelaunte und breitgrinsende Musiker auf der Bühne gesehen. Leider weiß ich keinen einzigen Songtitel mehr, aber ich denke das macht nichts, da der Gig im gesamten einfach geil war und Lust auf eine rasche Wiederholung macht.

Die nächsten in der Runde waren die Schweden „The Great Deceiver“ um Ex-„At the Gates“ Fronter und „The Crown“ Sänger „Tomas Lindberg“. Was man dazu anmerken sollte war, daß kaum einer in der Halle diese Band kannte und dieses sich auch danach wohl nicht ändern wird. Der Grund ist ganz einfach. Die Songs an sich waren nicht schlecht und auch „Tomas Lindberg“ wusste durchaus bei mir zu überzeugen. Doch nach einer Weile schlich sich einfach gepflegte Langeweile ein, was einfach an der absoluten Bewegungslosigkeit der Band lag und der Gesang wirkte nach 3 Nummern einfach nur noch langweilig, monoton und ermüdend. Nichts gegen die Musik, die Scheibe ist echt klasse. Jedoch kam es live nicht im geringsten rüber. Man merkte es besonders daran, daß die Besucher in Scharen die Halle verließen. Die Songauswahl jedoch war ganz okay, u.a.“The Living End“, “Poisoned Chalice“ und „Strychnine“. Auch war Frontmann“Tomas Lindberg“ immer sehr kommunikativ und wollte nur eines, nämlich ein lächeln auf den Mündern der Gäste sehen. Es gelang ihm zeitweilig auch. Nichtsdestotrotz war es ein eher langweiliger Auftritt, den man durchaus in die Rubrik „Nicht erinnerungswürdig“ ablegen kann. Schade, die Platte ist wirklich gut.

Nach einer viel zu langen Umbaupause war es dann endlich soweit. Die Götter des Grindcore enterten die Bühne und legten von Beginn an so ein Brett auf die Bühne, daß die ganze Kufa bebte. Am Anfang erlaubte ich mir jedoch einen Schnitzer, über den ein Freund von mir herzhaft lachen musste. Ich sah auf die Bühne und suchte Barney, doch ich fand ihn nicht. Da rannte ein kurzhaariger Typ auf die Bühne, 5mm Haarschnitt und ich fragte, sag mal, haben die einen neuen Fronter. Und dann sah ich das Gesicht. Tja, Barney hat seine Mähne gegen einen pflegeleichten Kurzhaarschnitt eingetauscht, der extrem gewöhnungsbedürftig aussieht. Zurück zum Konzert. Wie vorhin schon erwähnt, fingen die Briten richtig cool an und von der ersten bis zur letzten Sekunde des Konzertes gab es einen Moshpit der seinesgleichen suchte. Die Stimmung unter den insgesamt knapp 300 Besuchern war gigantisch und man sah in jedem Winkel der Kufa die Haare fliegen. Bei Stücken wie „Suffer the Children“, „Narcoleptic“ vom neuen Album oder einen Haufen der Nummern von „Scum“ inklusive des Titelstückes, war das aber auch kein Wunder. Die Band legte eine ziemlich geile Spielfreude an den Tag und in den knapp 75 Minuten ihres Auftritts gab es keinerlei Ausfaller. Nach 65 Minuten war dann ersteinmal Schluß, doch das hungrige und geile Publikum wollte mehr. Und das gab es dann auch in Form von noch vier weiteren Stücken, wobei das vehemnet geforderte „Dead Kenedys“ Cover „Nazi Punks, Fuck off“ besonders guten Anklang fand. Nach einem letzten Rausschmeisser war dann auch das Konzert vorbei und ein vollkommen verschwitztes Publikum wurde in die kalte Nacht entlassen.
Fazit: Ein geiler Gig für einen halbwegs fairen Preis von 15€. Und „Napalm Death“ lohnen sich sowieso immer.
Wermutstropfen waren jedoch die T-Shirt Preise. Eine Band die immer wieder gegen den Kommerz wettert und früher in besetzten Häusern und so gespielt hat, die sollte Shirts nicht für 20€ oder Longsleeves für 25€ verkaufen. Das wirkt dann etwas unglaubwürdig. Besonders wenn man eine Platte mit dem Namen „Enemy of the Music Business“ im Backkatalog hat. Denkt mal darüber nach.

madrebel


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