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Zur Meinung von Amazon

Konzert Review: NO-MERCY-FESTIVAL 2001 Offenbach Hafenbahn

Veröffentlicht am Samstag 12 Oktober 2002 00:00:00 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifMARDUK, MORTICIAN, VADER, GOD DETHRONED, AMON AMARTH, MYSTIC CIRCLE, SINISTER, AND OCEANS, BAL-SAGOTH

Offenbach, Hafenbahn, 14.04.2001

An die gute alte Hafenbahn bleiben ja leider nur noch Erinnerungen - aber die sind dafür Klasse!
Logisch das wir uns dieses Package nicht entgehen lassen konnten und voll freudiger Erwartung nach Offenbach fuhren. Diesmal schafften wir es sogar überpünktlich da zu sein. Das bescherte uns dann etwa eine Stunde Wartezeit bei recht kühler Witterung, die wir dazu nutzten, uns mit dem Tourmanager Marco V. in Verbindung zu setzen. Selbiger war sowohl überrascht als auch angepisst, das Promo-Agenturen Leuten Interviews usw. versprechen, ihm aber nicht Bescheid geben. Kurzfristig regelte er dann alles noch! Hiermit nochmal eine dickes Dankeschön! Und ein ganz dickes *****-Off an Arschlöcher, die sich zwecks angeblichem Interview auf die Gästeliste setzen lassen und dann aber nichts davon wissen wollen und sich lediglich kostenlos Zutritt verschaffen wollen!!! Kein Wunder das die Tourmanagements sauer sind...
Kurz nach Öffnung der Halle betraten dann auch schon Bal-Sagoth die Bühne und legten gleich los. Allerdings überzeugte mehr der optische Aspekt, da der Mixer mit allem was kein Death Metal war, scheinbar hoffnungslos überfordert war! Das ganze klang nicht schlecht und dürfte ein antesten auf CD wert sein. Auf alle Fälle klang es besser als das was ich zuletzt von ihnen hörte, was aller-
dings auch schon eine Weilchen her ist... Witzig war auf alle Fälle der Sänger mit der Ledermaske und dem hochglanzpolierten Schwert, mit dem er ständig wild durch die Gegend fuchtelte, aber immer den Eindruck machte, als wüßte er nicht wohin damit oder als ob er was zum festhalten bräuchte. Schlecht klang der Mix aus Black, Death und Viking Metal nicht. Bis auf drei Die-Hard-Fans nahm in der weitgehend leeren Halle allerdings niemand groß Notiz von den Jungs. Auch wenn die Running Order strikt einzuhalten ist, sollte man den Leuten wenigstens Zeit geben, in die Halle zu kommen bevor man die erste Band auf die Bühne schickt!
Nach einer kurzen Umbaupause enterten dann And Oceans die Bühne und boten einen irgendwie bizarren Anblick: hinter dem Schlagzeug thronte Thomas Helmer oder zumindest sein Doppelgänger und der Teint des Bassisten verträgt wohl das Scheinwerferlicht nicht, oder es gab einen anderen triftigen Grund, seinen Kopf in Frischhaltefolie zu packen... Richtig spaßig war aber der Sänger, der in Bikerstiefel und blau beschmierter Feinripp-Unterwäsche auftrat. Spontaner Kommentar hinter mir:“Hab gedacht Schalke spielt heute in München...“. Eben jener Sänger war in unseren Augen auch der Schwachpunkt der Band. Sein Posing war nur blöd, und seine Gesangsparts wirkten auch nach dem Motto zusammengestellt: Hauptsache von jedem Stil etwas. Musikalisch war das Ganze nicht schlecht, wenn auch vom Stil her undefinierbar und leid tat mir vor allem der Keyboarder, der die meiste Zeit nur rumstand und nichts zu tun hatte.
Schlag auf Schlag folgten dann Sinister, wobei weder wir noch die saucoole Security verstehen konnten, warum eine solche Band so früh auf die Bretter mußte! Noch überraschter waren alle Anwesenden, als das kleine Männchen mit dem Mikro sich als Frau entpuppte. Unfassbar wie das kleine Mädel grunzte wie Chris Barnes in seinen besten Tagen. Und ihre drei Mitstreiter unterlegten das Ganze mit einem Geballer allererster Kajüte. Bei Sinister flogen dann auch die ersten Haare und Diver nach vorne. Und spätestens beim zweiten Song hatten Sinister das Publikumauf ihrer Seite. Leider hatten Sinister ebenso wie die anderen ersten sechs Bands nur eine halbe Stunde, an die sich aber bestimmt nicht nur meine Nackenmuskeln erinnern. Auf alle Fälle waren Sinister um Längen besser als die stinklangweiligen Mortician die als Co-Headliner auftraten. Sinister wäre es zu wünschen, das sie in dieser bestechenden Verfassung wieder so groß werden wie zu „Cross The Styx“-Zeiten!
Als nächstes wartete dann fast die ganze Halle darauf, Mystic Circle in der Luft zu zerreißen und einige grinsten schon in freudiger Erwartung der Peinlichkeiten, die da kommen sollten. Aber die vier Jungs machten allen Spöttern einen Strich durch die Rechnung. Ohne threatralischen Bullshit rockte sich das Quartett durch seinen kurzen Set, der lediglich von einigen kurzen Ansagen unterbrochen wurde. Nur der Gruppenzwang schien einige vom Klatschen abzuhalten, und bis auf wenige Unentwegte war es recht still in der Halle. Auch wenn die Jungs mit dem Sound ganz und garnicht zufrieden waren, machte der rohe Sound einen guten Eindruck auf die Anwesenden und bis auf einen unverbesserlichen Becherwerfer. Schade das Idioten nicht aussterben...
Als Mystic Circle dann kurz ein paar Slayer-Töne anspielten, tobten wenigstens ein paar Leute rum. Wer jetzt Anbiederei vermutet soll bitte das Interview lesen.
Schade ist es ja schon, das das Publikum in letzter Zeit Bands solange ignoriert und mit Mißachtung straft, bis ein paar Töne von Slayer kommen und dann auf einmal jeder auf die Band steht...bei mir haben sie nach dieser Show einen Stein im Brett, und vor allem Ezpharess tobte auf der Bühne wie ein besessener umher. Hoffentlich kriegen sie das mit den Festivals im Sommer noch auf die Reihe!
Nach Mystic Circle machten wir uns dann auf den Weg um die Interviews zu machen, was inklusive Regenerierungsphase von MC, dem Interview mit Ezpharess, dem warten auf Legion und allem drum und dran dazu führte, das wir Amon Amarth, God Dethroned und Vader verpassten. Was vor der Halle von Amon Amarth zu hören war, war recht vielversprechend, und die glücklichen Gesichter unterstrichen nach dem Set den Kommentar eines Zuschauers:“Die rocken das Haus!“.
God Dethroned waren laut Augenzeugenberichten wohl „ganz ok“ während Vader anscheinend gewaltig in den Allerwertesten traten. Auf alle Fälle herrschte wohl reger Flugverkehr...
Unser Highlight währenddessen war neben den Interviews folgende Szene im Backstagebereich: während wir mit dem Tourmanager während des Wartens auf Legion laberten sahen wir aus dem Augenwinkel nur noch etwas kleines blondes in einer Besenkammer verschwinden. Kommentar von Marco:“Hey, war das jemand von uns?“, was lediglich mit einem Schulterzucken beantwortet wurde.
Eine Viertelstunde später kam dann zuerst das kleine blonde Mädel aus der Tür, gefolgt von einem Biker, der gerade noch den Reißverschluß zumachte. Nach einem zum Grinsen passenden Zwinkern in unsere Richtung schnappte er sich die Kleine und verschwand...
Pünktlich zu Mortician waren wir dann wieder in der Halle, wo ein großer Teil das Trio begeistert feierte, uns das ewig gleiche Konzept nach zwei Liedern schon zum Hals raushing. Als Intro eine Szene aus einem Splatterfilm, ca. 2 Minuten Gebolze und Gegrunze, das war`s. Vielmehr ist dazu nicht zu sagen. Wenigstens war der Sound soweit zu beurteilen ganz ok, was aber auch nicht arg schwer war.
Mit Marduk brach dann kurz nach 23 Uhr die Hölle los. Leider auch für die Ohren, denn obwohl Marduk (zusammen mit Vader und Mortician) einen Soundcheck hatten, war der Sound unter aller Sau! Das Mikro war total übersteuert, so das die Ansagen größtenteils unverständlich waren, und auch der Rest war nicht mehr als ein Soundbrei. Das war aber sowohl Marduk als auch dem Publikum recht egal, und während sich vor allem Legion auf der Bühne austobte, schob und drückte das Publikum wie verrückt. Nix gegen Körperkontakt auf Konzerten, aber wie sich manche aufführten, war doch recht überzogen! Wenn ein Hundert-Kilo-Mann keine Rücksicht auf zwei Mädels nehmen kann ist das schon traurig. Mit mehreren freundlichen Ellbogenstößen und einem kleinen Schubser in den Moshpit war aber auch dieses Problem zu lösen. Auch der Flugverkehr nahm wieder stark zu. An dieser Stelle ein großes Lob an die Security der Hafenbahn! Diese Security ist mit Abstand die beste in Deutschland und bewahrte die nicht gerade wenigen Diver vor ernsten Verletz-ungen als auch die ersten Reihen vor dem Kollaps durch Flüßigkeitsmangel, was aufgrund der tropischen Temperaturen auch bitter nötig war. Man merkt, das hier Fans und keine steroidgeschädigten Bodybuilder im Graben stehen!!!!
Zu den erkennbaren Songs zählten Baptism By Fire, Slay The Nazarene, Wolves,Death Sex Ejaculation, Christraping Black Metal und natürlich Dreams Of Blood And Iron mit dem obligatorischen Feuerspucken und dem mittlerweile ebenso eingebürgerten Bad in der Menge. Das Publikum raste natürlich und fraß Legion aus der Hand. Unglaublich, das sich dieser freundliche junge Kerl auis dem Interview auf der Bühne in so einen Derwisch verwandelt! Dafür sparten Morgan und B. War ausgiebig mit Bewegungen.
Leider waren außer den oben genannten Songs beim besten Willen keine anderen zu erkennen, aber da ich davon ausgehe, das mehrere der neuen Songs gespielt wurden, mußten Marduk diesen noch eine gehörige Portion Speed eingehaucht haben.
Nach ungefähr 80 Minuten und zwei Zugaben (ein Samhain-Cover und ***** Me Jesus) verließen Marduk die Bühne und eine restlos bediente Meute. Schade das der Sound so mies war, denn rein inhaltlich boten Marduk leider auch nichts viel was nicht schon da war... Trotzdem bleiben Marduk für mich die beste Live-Band im BM-Sektor, denn keine andere Band entfacht soviel Energie wie die vier Schweden, und Legion ist in meinen Augen einfach der beste Fronter, den der Metal gerade zu bieten hat! Marduk ist tatsächlich eine Black Metal War Machine - und ich wüßte keine Band, die im Moment dagegen ankommt!

Fazit: Bei einem Eintrittspreis von umgerechnet 5 DM pro Band wirklich value for money, saugeile Security und ein hammermäßiges Billing in einer ETWAS zu warmen Halle mit leider diesmal schlechtem Sound. Wer sich das entgehen läßt ist selber schuld - und wir sind nächstes Jahr wieder dabei!
Ach ja, laut Legion tourt zu Weihnachten ein Package mit Cannibal Corpse, Marduk, Kreator und wahrscheinlich Krisiun...dürfte ähnlich geil werden!!!

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