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Zur Meinung von Amazon

Sonstiges: NIRVANA - Teen Spirit - Die Story zu jedem Song

Veröffentlicht am Montag 05 April 2004 14:01:14 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifVor genau 10 Jahren hat sich Kurt Cobain mit einer Schrotflinte ins Jenseits befördert. Chuck Crisafulli hat eine Biographie der etwas anderen Art über einen der begabtesten Musiker der Rockgeschichte geschrieben.




Autor : Chuck Crisafulli
2003 Rockbuch Verlag (www.rockbuch.de)
136 Seiten (DinA4)
ISBN : 3 – 927638 – 16 – 1
Preis : 19,80 €



Der Unterschied von „Teen Spirit“ zu herkömmlichen Biographien besteht darin, daß Chuck Crisafulli nicht nur die Geschichte der Band Nirvana niedergeschrieben hat, sondern sich anhand der Alben und Songs mit dem Phänomen Nirvana und in erster Linie dem Menschen Kurt Cobain auseinander setzt.

Im vierseitigen Prolog gibt es einen kurzen Abriß der Bandhistorie, bevor Album für Album (inkl. „Unplugged“ und „Greatest Hits“) und Song für Song auseinander genommen, analysiert und Parallelen zur Vergangenheit – und stellenweise Zukunft – gezogen werden. Der Leser erfährt, wie Kurt Cobain seine Jugend als Außenseiter verbrachte, wie er im Proberaum der Melvins abhing und wie sich Kurt, Chris Novoselic und Dave Grohl fanden, wie man an den ersten Plattenvertrag kam und mehr oder weniger aus Versehen zu Weltstars wurde – ein Umstand, der Kurt Cobain eigentlich weniger störte als immer behauptet, nur kam er mit der Art der Berichterstattung über sich und die Band nicht klar!
Zwar bespricht Chuck Crisafulli die Alben in der chronologischen Reihenfolge und die Songs in der Abfolge, wie sie auf den Platten zu finden waren, springt aber immer wieder in die Vergangenheit zurück, um zu erklären, was oder wer Kurt Cobain zu den Texten und der Musik bewog und welcher Song von welcher Band beeinflußt wurde, was „Teen Spirit“ nicht unbedingt einfacher zu lesen, dafür aber recht abwechslungsreich macht. Überhaupt wirkt „Teen Spirit“ wie eine mit Fakten gespickte Erzählung eines Bewunderers von Kurt Cobain und liest sich dementsprechend angenehm, was als großer Pluspunkt zu werten ist, wobei leider Dave Grohl und Chris Novoselic zu Statisten degradiert werden, die lediglich am Rande auftauchen.
Aber „Teen Spirit“ ist wohl auch eher für jene geschrieben, die sich für die teilweise etwas wirr wirkenden Texte von Kurt Cobain und ganz besonders für den Menschen Kurt Cobain interessieren, der hier ganz andere Facetten erhält als die des drogensüchtigen, dauerdepressiven Rockmusikers, der mit der Welt nicht zurecht kam. Vielmehr entpuppt sich Cobain als sehr sensibler Zeitgenosse, der mit teilweise beißender Ironie in seinen Songs verarbeitete, was er als verlogen (die typische Kleinstadtidylle) oder widerlich (Rednecks) empfand. Sicher, Cobain hatte ein Drogenproblem und war auch depressiv, aber „Teen Spirit“ läßt ihn eher als jemanden erscheinen, der jede Menge Mißstände in der Welt um sich herum entdeckte und der sich keine Illusionen machte, er könnte irgendwas etwas daran ändern.
Neben den Hintergründen und der Erwähnung diverser Personen, die das Schaffen von Cobain beeinflußt haben, beschäftigt sich Chuck Crisafulli auch ausführlich mit den musikalischen Feinheiten von Nirvana und erwähnt auch diverse musikalische Vorbilder Cobains, was sicher im Sinne des kreativen Kopfes gewesen wäre, der ja zu Zeiten, als Nirvana ihre großen Erfolge hatten, nicht müde wurde darauf aufmerksam zu machen, wer ihn beeinflußt hatte.

Neben einer ausführlichen Chronologie und ebenfalls sehr ausführlichen Diskographie findet sich auch noch eines der letzten Interviews mit Kurt Cobain, welches Chuck Crisafulli kurz vor dem Selbstmord führte, sowie diverse Bilder (nicht nur von der Band), die die Texte von „Teen Spirit“ gut unterstreichen. Alles in allem also ein interessantes Buch nicht nur für Nirvana- / Cobain-Fans, sondern eigentlich für jeden, der sich für Rockmusik interessiert.
Lediglich der stolze Preis und die daran gemessen nicht übermäßig hochwertige Paperback-Aufmachung trüben das Vergnügen etwas und verhindern eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, aber lesenswert ist „Teen Spirit“ allemal!

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