Artikel Bewertung

Punkte im Schnitt: 3
Stimmen: 4


Bewerten Sie doch diesen Artikel:

star_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png


Suche

Ihre Suchbegriffe:
Verknüpfung der Suchbegriffe:

Zur Meinung von Amazon

Konzert Review: Motörhead / Skew Siskin / 06.12.2003 / Köln Palladium !!!

Veröffentlicht am Mittwoch 10 Dezember 2003 18:12:56 von madrebel
phpnuke.gifAlle Jahre wieder, kommt der Nikolaus und man freut sich, packt Geschenke aus. Das der heilige St. Niklas aber anstatt mit Sack, rotem Mantel und Rauschebart kommt, sondern mit 2 Warzen im Gesicht, dunklem Bart, knarziger Whiskystimme und Rickenbackerbaß ankommt und in Wirklichkeit "Lemmy" heißt, ist nur ein Gerücht.




Motörhead / Skew Siskin / 06.12.2003 !!!


Köln Palladium


Alle Jahre wieder, kommt der Nikolaus und man freut sich, packt Geschenke aus. Das der heilige St. Niklas aber anstatt mit Sack, rotem Mantel und Rauschebart kommt, sondern mit 2 Warzen im Gesicht, dunklem Bart, knarziger Whiskystimme und Rickenbackerbaß ankommt und in Wirklichkeit "Lemmy" heißt, ist nur ein Gerücht.
Wie dem auch sei, ca. 4000 Nasen liessen es sich nicht nehmen, dem alljährlichen Besuch Lemmy´s beizuwohnen. Die halle war also rappelvoll, nun, man hat selten die Chance, ein solches Event an einem Samstagabend zu sehen und deswegen wurde der Auftritt vom gegenüberliegenden E-Werk in das grössere Palladium verlegt. Man soll die Kuh ja melken, solange sie Milch gibt. Cleverer Schachzug der Veranstalter, was sich aber auch auf die Stimmung niederschlug. Denn nie vorher erlebte ich ein "Motörhead" - Konzert, wo die Stimmung so komisch war, wie an diesem Abend.
Kein Wunder, wenn man eine Halle hat, die so verbaut ist, dass man von diversen Ecken gar nichts mehr sehen kann, dadurch gleichzeitig der Sound mehr als nur daneben gerät( da kann selbst der grösste Profi am Mischpult nichts mehr reißen.), und die Hallengastronomen mal wieder so perfekt kalkuliert haben, dass schon eine halbe Stunde vor Konzertende die Fässer leer waren. Das nenne ich Organisation.
Den Anfang machten dann die Berliner Rock´n´Roller "Skew Siskin", die mit "Nina C. Alice" nicht nur eine der coolsten deutschen Rocksängerinnen, sondern zugleich auch noch eine der schärfsten Frontfrauen überhaupt vorne stehen haben. Ich sah sie das letzte Mal vor 10 Jahren und war positiv überrascht, dass sich im Grunde genommen nichts geändert hatte. Zackige Riffs, geile Rock´n´Roller Posen, und eben "Nina C. Alice", die Stimmung für 10 machte. Verdammt geiles Stageacting, superklasse Rocksongs, u.a. "We hate" und "Jesus of Cool" von der aktuellen Glanzscheibe "Album of the Year" und einfach nur eine verflucht gute Stimmung. 45 Minuten dauerte der Gig, was für einen Supportact mehr als nur fair ist und wenn man dazu noch einen amtlichen Sound bekommt, kann es ja nur gut werden. Letzte Nummer war dann "If the Walls could talk", was der eine oder andere noch von VIVA kennen dürfte. Ist aber auch schon eine Weile her, dass eben jenes Video lief. Und unter Gejubel in den vorderen Reihen ging es dann in den wohlverdienten Feierabend.

Nach einer halbstündigen Umbaupause war es dann soweit. "Motörhead" enterten die Bühne, fingen an, ein Bierbecher flog auf die Bühne, es wurde kurz pausiert. Lemmy motzte sinngemäß, noch so´n Ding und es ist Ende für heute Abend und spielten nochmals "We are Motörhead" an, die halle tobte in den vorderen Reihen und das legte sich in einem Gedrücke nach vorne nieder, was schon nicht mehr normal war. Nach dem ersten Song flog dann nochmals ein halbvoller Bierbecher in Lemmy´s Richtung, worauf die Band für kurze Zeit die Bühne verließ. Nachdem man sich aber beruhigt hatte, und noch eine scharfe Warnung ausgesprochen hatte, ging das Konzert dann auch reibungslos weiter. Die Setlist dieses Konzertes wirkte allerdings eher wie ein, nunja, das müssen wir spielen und irgendwie haben wir heute auch nicht wirklich Lust, aber wir ziehen es trotzdem durch. Was Songs bewiesen, wie das 1000mal gehörte "Sacrifice" oder die überflüssige "Sex Pistols" Coverversion. Trotzdem gab es ein kleines Schmankerl in Form von "Love me like a reptile", was doch für ein lächeln in meinem Gesicht sorgte. Das Publikum in den hinteren Reihen allerdings, wirkte sehr reserviert und man hatte eher den Eindruck, das viele nur gekommen waren, um zu schauen wer denn nun "Motörhead" sind und weil man gehört hat, die seien irgendwie Kult. Nun, da habt ihr mal wieder skurrilen Gesprächsstoff in den Cafe´s und in den Büros, nicht wahr ?
Viele schien das Konzert auch nicht zu interessieren, was sich im abwesenden Verhalten diverser Besucher ablesen ließ. Gespräche mit den Begleitungen, Handys zücken usw. Schon komisch. Der Gig war dann auch dementsprechend schnell zuende. Vielleicht gerade mal 85 Minuten und das war es dann auch schon. Schade eigentlich. Rausschmeisser war dann wie immer "Overkill" und danach bemühte sich die Security auch darum, die Halle fix leerzubekommen.
Trotzdem war es alles in allem ein angenehmer Abend, allerdings habe ich "Motörhead" live schon besser erlebt, gleichzeitig habe ich, bis auf die Party vorne, noch nie ein so trantütiges Publikum erlebt. Tja, die Zeiten ändern sich.
Irre allerdings sind die Betreiber des Palladium´s auch. Wenn man zu den Toiletten wollte, musste man erstmal an einer Security vorbei, die einen nur in Gruppen zu den Aborten ließ. Das habe ich auch noch nie gesehen. Das gibt es wohl auch nur in Köln. Aber kein Wunder. So manche Lady lässt es auf den Toiletten schon mal krachen.

madrebel


Kommentare zu diesem Artikel
Zur Zeit sind noch keine Kommentare vorhanden, Sie können der Erste sein.
Schreibe jetzt einen weiteren Kommentar!