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Konzert Review: Ministry am 25-02-2003 in Oberhausen

Veröffentlicht am Mittwoch 26 Februar 2003 14:01:54 von madrebel
phpnuke.gifDer absolute Höhepunkt des Gigs war dann der Vierer bestehend in einer Reihenfolge aus „Just one Fix“, „Hero“, „N.W.O“ , welch ein Brecher und mit einer solch gnadenlosen Härte gespielt und dazu noch „Jesus built my Hotrod“ , was so dermaßen rotzig aus den Boxen geschossen kam, daß man nicht mehr umhin konnte als in knieender Verehrung zu verharren.







Ministry / Raging Speedhorn

Oberhausen Turbinenhalle 25.02.2003


Selten gibt es Konzerte, die einem wirklich unter die Haut gehen. Und wenige Bands schaffen es wirklich, einen mit offenem Mund stehend zurück zu lassen.
Dieses Konzert gehörte definitiv zu diesen seltenen Ausnahmen.
Die Halle war nach kurzer Zeit mit etwa 900 Besuchern sehr gut gefüllt und pünktlich um 20.00 h standen dann die englischen Hardcore Metaller „Raging Speedhorn“ auf der Bühne und knüppelten direkt und ohne Kompromisse eine Nummer nach der anderen in die Menge. Der Hauptaugenmerk lag dabei auf den Stücken des aktuellen Album´s „We will be Dead tomorrow“. Die Masse ging schon relativ gut ab und der Britensechser tat auch alles dafür um die Menge in Bewegung zu halten. Ansagen machten die Jungs kaum, das war aber auch nicht notwendig, denn die Musik sprach für sich. Die Jungs versprühten auf jeden Fall einen Menge Energie, die sich in der halbstündigen Spielzeit relativ gut machte. Aber wie gesagt, nach einer guten halben Stunde war alles vorbei. Und auch wenn die Jungs nicht so gut wie „Manowar“ sind, wie mir ein kurz an mir vorbeigehender bekannter lapidar bemerkte, es hatte was cooles. Trotzdem wären die Jungs besser in einem Package mit „Biohazard“ und Co. aufgehoben. Alles in allem ein guter Gig.

Jetzt hieß es warten, denn es wurden die üblichen Umbauarbeiten ausgeführt und die dazu passende Sounduntermalung war etwas Countrymusic.

Nach einer halben Stunde war es dann endlich soweit. Licht aus, Spot an. Die Videoleinwand wurde mit dem Ministrylogo bestrahlt. Ein nettes Countryintro erschallte und es ging los.
Ohne große Umschweife erschienen Ministry auf der Bühne. Stellten sich in Position und dann erschien Mister Al Jourgensen. Eine kurze Begrüßung und man stieg direkt mit „Animosity“ in den Set ein . Und von der ersten Sekunde war ein Gepoge und Gemoshe in der Halle, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen hatte. Eine unglaublich infernalische Lautstärke knallte aus den Boxen, der den Sound zeitweilig etwas breiig machte, aber letzten Endes interessierte das wohl auch wirklich niemanden wirklich. Zu jedem Song gab es eine Video und Diashow die es in sich hatten. Militärszenen wurden gesampelt mit Hinrichtungs -und Folterszenen, Ausschnitten von politischen Reden und Veranstaltungen und Ausschnitten aus den Videos der Band. Die Songauswahl war überragend und bei wohl jeder Nummer, litt und schrie Al Jourgensen den Hass auf Politik und Gesellschaft in die Massen. Auch seine Gestik und Mimik unterstrich dies ungemein. Besonders in den Momenten wo er lag und die Menge dirigierte, z.B. bei „Psalm 69“, sich auf seinen Mikroständer stütze. Etwa jeder dritte Song. Der Rest der Band war sehr statisch und auf ein Minimum an Bewegung beschränkt. Der absolute Höhepunkt des Gigs war dann der Vierer bestehend in einer Reihenfolge aus „Just one Fix“, „Hero“, „N.W.O“ , welch ein Brecher und mit einer solch gnadenlosen Härte gespielt und dazu noch „Jesus built my Hotrod“ , was so dermaßen rotzig aus den Boxen geschossen kam, daß man nicht mehr umhin konnte als in knieender Verehrung zu verharren. Das die zwei Drumsets gehörig Dampf machten, muß hier wohl kaum erwähnt werden. Dazu waren die beiden Drummer auch an anderen Instrumenten sehr fähig. Beispielsweise an Saxophon und auch Gitarre, die von der Schlagzeugerin während „Jesus built my Hotrod“ gespielt wurde.
Nach 75 Minuten war dann erst mal Schluß. Doch lautstarke Zugabenrufe erweichten die Jungs noch mal zu erscheinen. Und es wurde als erste Zugabe dann mal eben „Breathe“ gezockt, worauf dann das „Magazine“ Cover „The Light Pours Out Of Me“ gespielt wurde. Dieses könnte eine der neuen Livehymnen der band werden, kam richtig geil rüber.
Endgültiger Rausschemeißer war dann aber „Stigmata“, was von Al regelrecht zelebriert wurde. Menschenskinder war das klasse gemacht.
Nach dieser Nummer war dann aber auch Schluß und alles flitzet verschwitzt, aber glücklich in den Nachthimmel.
Ich hätte zwar noch gerne „TV Song“ oder „So what“ gehört, aber man kann nicht alles haben.
Dieses war definitiv das Konzert des Konzert des Jahres und wie ein bekannter „Rock Hard“ Redakteur treffend bemerkte. „Alle anderen können jetzt kacken gehen.“
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Ach ja, die Thekenbetreiber der Turbinenhalle sind fantastische Geschäftsleute. Pünktlich zu Konzertende den Getränkeverkauf zu beenden zeugt von kaufmännischem Sachverstand. Gratulation !

Hier noch einmal in unregelmäßiger Reihenfolge die Songauswahl:

Animosity
Unsung
Lock Box
Filth Pig
Bad Blood
Thieves
Supermanic Soul
Crumbs
Psalm 69
Just one Fix
Hero
N.W.O.
Jesus built my Hotrod
Reload
Dead Guy
___________
Breathe
The Light Pours Out Of Me
Stigmata

madrebel

P.S Ich will auch so eine coole Lederfliegermütze haben.


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