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Konzert Review: MIRROR OF DECEPTION, CORONATUS, DOOMSHINE --26.04.2004, Ludwigsburg, Waldhaus

Veröffentlicht am Dienstag 27 April 2004 21:35:32 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifUnter dem Motto „Doom meets Gothic“ spielten die drei Bands für 6 Euro. Voll war`s nicht, aber gut!




Knapp 50 Nasen fanden sich an diesem Montagabend im Ludwigsburger Waldhaus ein, was sicherlich darauf zurückzuführen war, daß kaum Werbung für dieses Konzert gemacht wurde. Schade eigentlich, denn schon der Opener DOOMSHINE wußte ab dem ersten Song zu überzeugen. Der Vierer erntete durchgehend recht ordentlichen Applaus für seinen melodiösen Doom Metal, der durch den wirklich guten Sound auch entsprechend zur Geltung kam. Pluspunkte für das sympathische und gut gelaunte Quartett war neben einem hervorragenden Leadgitarristen Sven Podgurski vor allem der meist in den Refrains zweistimmige Gesang, der Doomshine von der Masse abhebt. Dazu noch ein kurzer Gastauftritt von Mirror Of Deception-Fronter Michael „Siffi“ Siffermann, der ebenfalls Applaus erntete obwohl er den Text vom Blatt sang und ein entgegen dem relativ düsteren Sound gut gelaunter Sänger / Gitarrist Tim Holz, der Sprüche wie „Halt`s Maul und spielt?“ einfach mit „Was denn?“ konterte. Vom Ende Juni erscheinenden Album „Thy Kingdom Come“ gab`s mit „Sleep With The Devil“ und „Shine On Sad Angel“ neue Song, der sich problemlos in das ältere Material einfügten, musikalisch aber noch interessanter war. Ebenfalls gut kam auch „Valliant Child Of ?“, und wohl kaum einer hätte etwas dagegen gehabt, wenn der symptahische Vierer etwas länger als die dreiviertel Stunde gespielt hätte! Cooler Gig!
Eine viertel Stunde später enterte dann der Fünfer von CORONATUS die Bühne, unterstützt von einem Keyboard spielenden Verwandten von Angelo Sasso, der aber bis auf gelegentliche Intros aber weitgehend arbeitslos blieb. Das war aber auch gut so, denn der recht metallische Gothic Metal von Coronatus wurde dadurch davor bewahrt, wie zig andere Kapellen im Keyboard-Kitsch zu versinken. Mit diesem Konzert verabschiedete sich Sänger Patrick Dorn aus der Band, die nun erst mal eine Pause machen wird, um das Material auf die zukünftige Leadsängerin Peggy und eventuell einen zweiten Gitarristen zuzuschneiden. Schade eigentlich, denn der zweistimmige Gesang gab sofern hörbar dem Sound von Coronatus eine eigene Note (und in soll in Zukunft von Basser Chriz an den unumgänglichen Stellen übernommen werden). Sofern hörbar deshalb, weil nahezu die komplette erste Hälfte des Gigs Sängerin Peggy zumindest während der Duette kaum zu hören war, der Gesang bei den lauten Passagen auf beiden Mikros blechern klang und auch der restliche Sound alles andere als berühmt war – der Bass war zum Beispiel auch zu laut . Erst gegen Ende hatte der Soundmann den Sound halbwegs im Griff, wodurch „Schmerz“ im Vergleich zu Songs wie „Rose“ oder „Volles Leben“ zeigte, welches Potential Coronatus theoretisch haben. Denn die Mischung aus langsamen, melodischen Parts und harten Riffs zusammen mit dem abwechslungsreichen Gesang ist zwar nichts überragend neues, machte aber Spaß. Außerdem haben Coronatus mit Peggy eine Sängerin in ihren Reihen, die sich wohltuend vom üblichen hohen Gefiepse wohltuend unterscheidet. Blickfang war neben den beiden Sängern auch noch Gitarristin Clarissa, bei der der männliche Ursprung trotz Minirock und Schminke noch erkennbar war, die den Coronatus-Sound mit etlichen herrlich fetten Riffs ebenfalls vom gängigen Gothic-Schmalz-Rock abhebt. Abgesehen von den Soundproblemen guter Gig, der Lust auf mehr aus dem Hause Coronatus machte.
Als die Headliner MIRROR OF DECEPTION weitere zwanzig Minuten später mit ihrem Gig begannen, hatte sich das Schwarzkittel-Publikum weitestgehend verzogen, so daß noch etwa dreißig Männlein und Weiblein sich den Gig des Vierers um das menschliche Didgeridoo Siffi ansahen. Eigentlich unverständlich, denn MOD waren eigentlich die abwechslungsreichste Band des Abends mit zum Glück wieder ordentlichem Sound, die ihren Doom stellenweise mit fast Viking Metal-tauglichen Elementen aufpeppten und unter den restlichen Anwesenden für gute Stimmung sorgten. Glatzkopf Siffi imitierte intermittierend täuschend echt ein Didgeridoo mit seiner Stimme, die auch sonst recht variabel war, während der Rest der Band sich bevorzugt in Zeitlupenbanging übte. Mehr war auch nicht nötig, denn Siffi ist ein prima Fronter, der ähnlich dem Doomshine-Kollegen gut aufgelegt war und versuchte das Publikum zu motivieren, was zumindest zu vereinzeltem Banging / Kopfnicken führte. In der Form lasse ich mir Doom gerne einreden! Gespielt wurden unter anderem „Catharsis“ vom neuen Album , „Distant“ von „Conversion“ und „Forgotten Way“. Für eine Doom-Band sind MOD schon fast im Highspeed-Bereich einzuordnen, und so waren die wenigen verbliebenen Zuschauer ganz gut auf ihre Kosten gekommen, als MOD sich um halb Eins verabschiedeten und das Licht anging.

Alles in allem also ein gelungener Abend zu einem äußerst fairen Preis, wenngleich die Bandmischung relativ abenteuerlich war...da hätte als Abschluß eine schnellere Kapelle besser gepasst, aber das dürfte den meisten herzlich egal gewesen sein!

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