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Interview: Interview mit den Veranstaltern des Rage Against Racism Festivals in Duisburg !!

Veröffentlicht am Dienstag 27 April 2004 12:31:28 von madrebel
phpnuke.gifAm 12. Juni findet in Duisburg das "Rage against Racism" Festival statt. Hier ist nun ein kleines Interview mit den Veranstaltern, die uns Rede und Antwort gestanden haben, für ein Festival, dessen Motto man nur unterstützen kann.




Madrebel :
Wie seid ihr auf die Idee gekommen, dieses Festival auf die Beine zu stellen und welche Motivation stand dahinter ?

Christoph: Die Idee, die dahintersteckt, stammt ursprünglich von Beray. Anfangs hatten wir nur vor, ein Rockfestival zu organisieren, doch da wir in der Rassenkonflikt-Hauptstadt Duisburg-Rheinhausen wohnen - naja, ich wohn inzwischen eine Ortschaft weiter - hatten wir sofort auch ein geeignetes Motto gefunden, da wir hinter so einem Motto einfach voll dahinterstehen. Und die Mühe, den Rheinhausener Jugendlichen das Thema auf interessante Art und Weise bewusst zu machen, hat den Anstoß gegeben.
Levent: Meine Motivation war Eigeninitiative Jugendlicher zu unterstützen, wo immer es geht. Und obwohl ich am Anfang auf Grund der Größe des Projektes skeptisch war haben mich die drei voll vom Gegenteil überzeugt. Wenn Menschen sich ein Ziel ernsthaft setzen können Sie es mit persönlichem Einsatz auch erreichen...

Madrebel:
Mit wie vielen Leuten arbeitet ihr an dem Festival ?

Letztes Jahr waren wir zu viert: Beray Habip, Selma Thiesbonenkamp, Levent Bierbach-Tomicki und Christoph Remplewski. Dieses Jahr sind aus schulischen Gründen, weil die drei jungen Menschen dieses Jahr erst ihr Abitur machen, nur noch Christoph und Levent übrig. Nicht zu vergessen sind allerdings die Helfer, die hoffentlich wieder zahlreich mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

Madrebel :
Wie finanziert ihr das Festival, bzw. wer sponsert das ?

Vor allem der Jugendförderverein Rheinhausen, die Kümmerer (Lokalpolitiker aller Fraktionen), das städtische Kinder- und Jugendzentrum Mühle, und in diesem Jahr auf Grund der besonderen wirtschaftlichen Lage nur ein hochverehrter Sponsor: InnePötte.
Obwohl hohe Kosten und ein großer Aufwand mit dem Festival verbunden sind soll es immer kostenfrei bleiben und damit sein besonderer Charakter erhalten bleiben. Ein schöner Tag mit Freunden, Musik und Spaß ohne viel Geld loszuwerden und für jedermann. Dazu ein Motto, dass der Spaßgesellschaft zeigt das auf den ersten Blick unpolitische Musik und Menschen trotzdem eine Haltung haben, zu der sie stehen.

Madrebel :
Wie seid ihr an das Veranstaltungsgelände gekommen ?

Gehört zum Gelände des Jugendzentrums Mühle.

Madrebel:
Wie schaut die Bandauswahl bei euch aus ?

Nachdem letztes Jahr viele verschiedene Rockstile zu hören waren und das auch großen Anklang fand haben wir uns dieses Jahr für ein reines Metalfestival entschieden. Hier haben die persönlichen Neigungen den Ausschlag gegeben. Außerdem entspricht Metal am ehesten dem Festivalmotto. Denn "Rage" bringt der Metal wohl mit am besten rüber. Die Bands müssen folgende Parameter erfüllen: Hinter dem Motto stehen, nichts kosten und aus dem Umkreis kommen. Musikalische Qualität ist selbstverständliche Voraussetzung. Neben einigen uns bekannten Bands hat Levent durch Internetrecherche noch die eine oder andere aufgetan, zum Beispiel Custard aus Herne und Resurrected aus Duisburg. Custard wurden z. B. nachts um halb zwei per Email - Dialog gesignt und die Band mit der weitesten Anfahrt, Orden Ogan, haben durch Hartnäckigkeit und professionelles Management, verbunden mit einer Spitzenbewerbung als letzte Band noch einen Platz "erobert".

Madrebel:
Welche Resonanzen gab es bislang von Presse und Szene ?

Die "normale" Tagespresse lässt uns dieses Jahr ziemlich hängen. Die haben im Moment so viele Mainstreamstories und meines Erachtens auch nicht genug in der Birne um die Sache ordentlich zu unterstützen. Die berichten wohl lieber über Kindergeburtstage und ähnliches. Die Musikzeitschriften und vor allem Onlinemags haben aber alle positiv reagiert. Einige konnten wir als Presenter gewinnen, manche reisen sogar an (Welcome!), aber alle sind sich einig dass wir da was Gutes auf die Beine stellen und unterstützen uns so gut sie können! Das bestärkt uns in unserem Tun und lässt uns noch ein wenig mehr Gas geben. Aus der Szene kommen nur vereinzelt Meldungen an uns. Wer geht schon zum Veranstalter eines Festivals (im Vorfeld) und klopft dem auf die Schulter? Jedoch kündigt eigentlich jeder, der vom RAR Open Air hört, sein Kommen an und freut sich drauf... so wie wir!

Madrebel:
Gab es auch schon Ärger von Rechtsaußen ?

Nein. Damit rechnen wir auch nicht wirklich. Wir treffen aber ausreichende Vorkehrungen um alle Eventualitäten dieser Art zu unterbinden.

Madrebel:
Wie sieht die Unterstützung von Vereinen, Organisationen und ähnlichen Gruppen aus ?

Wie oben gesagt sind es vor allem die sozialen Vereine und freie Träger die sich an den Kosten beteiligen. Die Kümmerer der Bezirksvertretung Rheinhausens werden auch tatkräftig beim Getränkeausschank aktiv. Tatsächlich gibt es aber viele sozial engagierte Einzelpersonen, die auf Anfrage ihre Hilfe sofort bereitgestellt haben. Außerdem wurde fast der gesamte Freundes- und Bekanntenkreis zwangsverpflichtet am Festivaltag zu helfen...

Madrebel:
Was ist das Ziel eurer Veranstaltung ?

Wir wollen den Leuten einen schönen Tag machen, das Festivalmotto in die Köpfe pflanzen und die Kosten über den günstigen Getränkeverkauf (0,3 Bier und 0,4 Softdrink nur 2 Euro) wieder reinholen, damit wir 2005 Rage against Racism III machen können. Wir haben noch so viele Bands in der Pipeline und vor allem neben dem ganzen Stress auch noch ne Menge Spaß bei der Organisation und Durchführung!

Madrebel:
Gibt es noch irgendwas , was ihr den Lesern vom Planet und den Besuchern vom Rage against Racism sagen wollt ?

Levent: Nein. Das Festivalmotto spricht für sich und sonstige geistreichen Botschaften von Unbekannten interessieren mich eigentlich nie. Es nervt meist nur wenn Menschen anderen ihren Scheiß aufdrücken wollen... Kommt vorbei, rockt ab, habt ´nen schönen Tag und alles ist gut. Christoph: Es ist so, dass wir trotz des scheinbar aggressiven Mottos und der Metalbands, die ja oftmals leicht mit Gewalt und dann direkt auch mit rechter Gewalt gleichgesetzt werden, keinen Aufruf zur Gewalt gegen "Rechte" wollen, sondern vielmehr "Rage" auf den Rassismus an und für sich ausdrücken wollen. Ich denke, solche geistreichen Botschaften sind in Levents Antwort gemeint.

Dann danke ich auch für das Interview und ich hoffe, das reichlich Leute zu diesem Festival kommen. Es spielen ein Haufen cooler Bands, das Bier ist billig und das Motto ist klasse. Also, bewegt euren Hintern und fahrt dahin. Wir werden da sein.

madrebel


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