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Zur Meinung von Amazon

Interview: Interview mit TVANGESTE

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Veröffentlicht am Montag 17 November 2003 15:21:37 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifTvangeste haben es geschafft, mit minimalen Mitteln ein Hammer-Album aufzunehmen. Alles über die Bandhistory, Aufnahmen und Konzept eines der Alben des Jahres und Zukunftspläne der russischen Symphonic Black Metaller, die man besonders Fans von Cradle Of Filth und Therion nur empfehlen kann!





Gitarrist / Sänger und Hauptsongwriter Michael „Miron“ Chirva zeigte sich erfreut über das Interesse und die positiven Resonanzen auf „Firestorm“ – wobei man bereits mit dem Debüt hervorragende Kritiken einheimsen konnte. Und das, obwohl man für die gesamte Produktion schätzungsweise gerade mal den Knabberzeugs-Etat von Bands wie Cradle Of Filth oder Dimmu Borgir hatte...



Zombie: Erst mal herzlichen Glückwunsch zu „Firestorm“ – ich liebe dieses Album! Kannst Du uns bitte etwas über die Anfänge von Tvangeste erzählen, die Bedeutung des Bandnamens und welche Bands euch beeinflußt haben?


Miron: Danke Mann! Ich weiß es zu schätzen das Du unsere Musik magst! Ok...was gibt es zu erzählen über unsere ersten Schritte in der Metal-Welt...
Der Geburtstag von Tvangeste datiert aus dem Jahr 1997, als sich alle Musiker trafen und mit den ersten Proben begannen. Seither haben sich viele Dinge verändert. Unsere erste CD „Damnation And Regiomontum“ wurde Ende 1999 aufgenommen und brachte uns bereits großen Erfolg. Tvangeste wurde zur „besten Black Metal-Band in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion 2000“ von mehreren russischen Magazinen, Radiosendern und Labels gewählt. Dort wurden über 5000 Exemplare des Albums verkauft. (Bereits 1998 sollte man aufgrund des Demos „Thinking...“ Cradle Of Filth in Moskau supporten, was aber an den wirtschaftlichen Problemen in Russland scheiterte! – Anm. d. Verf.) 2001 unterschrieben wir beim norwegischen Label Valgalder Records für zwei Alben. Valgalder wiederveröffentlichten „Damnation...“ weltweit. Das war für uns ein großer Schritt in die Zukunft! Wir erhielten haufenweise gute Reviews und das Album wurde in vielen Radiosendern weltweit gespielt – Valgalder haben wirklich eine großartige Arbeit abgeliefert!Die größten Magazine in Europa, Süd- und Nordamerika und Asien interviewten uns. Selbst mexikanische und indonesische Labels kauften sich die Rechte an „Damnation...“. Und im Juni zeichnete das britische Life For Metal-Magazin Tvangeste als Band des Monats aus.

Im März 2001 stieß dann meine Frau Naturelle als Keyboarderin zur Band. Ihre großartigen Fähigkeiten hatten großen Anteil an den neuen und frischen Melodien im Sound.
Anfang 2001 begannen Naturelle und ich mit der Arbeit am neuen Album. Es war eine furchtbare, langwierige Arbeit...monatelange Detailarbeit. Wir beschlossen, nicht nur ein Sequel zu „Damnation...“, sondern etwas professionelleres, kraftvolleres, interessanteres und neues zu machen. Das Baltic Symphonic Orchestra wurde für die Aufnahmen gemietet. Es war eine interessante Arbeit mit diesen Profimusikern. Naturelle und Katya (erste Violine des Orchesters) mussten die Noten für jedes Instrument erschaffen – über 300 Seiten Noten! Außerdem nahm auch der Prussian Chamber Choir an den Aufnahmen teil. Mit deren Hilfe haben wir viele dramaturgische Gesangsparts in die Songs bekommen. Das war die erste Erfahrung Tvangeste`s mit professionellen Musikern und half uns, einen eigenen Stil für unseren Metal zu finden. Im Dezember 2002 unterschrieben wir dann bei World Chaos für den Release von „Firestorm.

Am 1. September war es dann endlich so weit – der langerwartete Release von Firestorm! Nur einen Monat später war „Firestorm“ auf hervorragenden Positionen in verschiedenen Metal-Charts und in diversen Magazinen in der ganzen Welt. Viele Metal-Mags bezeichneten „Firestorm“ sogar als „eine der besten Metal-Kreationen die für Jahre in die Geschichte eingehen wird“! Daraufhin wurde das polnische Label Metal Mind auf Tvangeste aufmerksam und lizensierte „Firestorm“ für Polen und Deutschland und eines der größten russischen Labels (Maximum) lizensierte das Album für die Sowjetrepubliken wo das Album dann im Oktober erschien.

Der Name Tvangeste stammt aus einer finsteren Zeit – dem 12. Jahrhundert. Die verdammten Christen starteten ihren Feldzug Richtung Russland. Es war ein weiterer Kreuzzug, getränkt von Blut um „wahre Liebe und den wahren Gott“ zu den Barbaren zu bringen. Tvangeste war eine kleine Siedlung, die 1255 von den teutonischen Rittern zerstört wurde. Dort gab es die Burg eines Ritters, Königsberg. Die Stadt in der wir wohnen, die Stadt die wir lieben und das Land das wir respektieren...

Und die Einflüße... Ich glaube nicht, daß es Bands waren, die mich beeinflußt haben. Ich ziehe die komplizierten Strukturen klassischer Themen vor. Meine Favoriten sind klassische Stücke und Film-Soundtracks. Die größte Beeinflußung aber sind meine Gefühle und Gedanken. Ich höre nicht allzu viel Metal, folglich gibt es auch keine Bands die mich beeinflußt haben!


Zombie: Wird Cezar Mielko, der auf „Firestorm“ an den Drums saß ein dauerhaftes Mitglied von Tvangeste oder war er nur als Sessionmusiker angeheuert?


Miron: Es war ein großes Problem, einen guten Drummer in unserer Region zu finden. Also beschlossen wir einen Sessionmusiker für die Aufnahmen in Polen anzuheuern. Cezar war der hervorragende Drummer, den wir suchten! Mit ihm konnten wir unseren Sound stark verbessern. Bis jetzt haben wir die Abmachung, ihn für zukünftige Aufnahmen und eventuelle Live-Shows zu verpflichten. Da wird er sicher dabei sein.


Zombie: „Damnation And Regiomontum“ habe ich bisher nicht gehört – wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden Alben?


Miron: Da gibt es natürlich große Unterschiede! „Damnation...“ war das Debüt, das Album entstand mit völlig unterschiedlichen Gefühlen und um ehrlich zu sein – unsere musikalischen Fähigkeiten waren nicht die besten! Die ganze CD war gitarrenlastiger und düsterer. Das neue Album zeigt unsere jetzigen Fähigkeiten. „Firestorm“ war die erste Erfahrung mit einem echten Orchester und einem Chor, es wurde in einem guten polnischen Studio aufgenommen, in dem auch schon Vader, Behemoth und viele andere waren und der Sound klingt natürlich viel besser! „Firestorm“ ist ein gutes Beispiel für unsere Entwicklung, und Du kannst sicher sein – die nächste CD an der wir bereits arbeiten wird noch interessanter werden!


Zombie: Wie war es überhaupt möglich, bereits für das zweite Album ein ganzes Orchester und einen Chor zu verpflichten? Die meisten Bands benutzen simple Keyboards für solche Parts oder vielleicht ein paar Musiker, da ein Orchester viel zu teuer wäre!


Miron: Die Aufnahmen kosteten uns etwa 4000 Dollar – wie Du siehst ein wirklich geringer Preis für eine solche Produktion! Aber wir gaben unser bestes, um alles so schnell wie nur irgend möglich aufzunehmen. Das war ehrlich gesagt keine gute Entscheidung, aber größere Kosten wären für uns nicht finanzierbar gewesen. 4000 Dollar war das Limit was wir von unserem Label bekamen. Ich weiß das man für solch komplexe Aufnahmen mindestens das drei- bis vierfache als das Minimum gebraucht hätte! Therion oder Dimmu Borgir können bei ihren Aufnahmen 100.000 Dollar verbraten. Wir bekamen es wesentlich billiger hin, aber meiner Meinung nach klingen deren Orchesterparts viel besser. (Keine Kunst, wenn man das 25fache Budget hat... Nicht nur in anbetracht der Umstände hat „Firestorm trotzdem einen Guten Sound, und die Qualität der Musik lässt locker über kleinere Mängel hinwegsehen! – Anm. d. Verf.) Unsere Arbeit kann man Vergleichen mit...Überlebenstraining. Wir haben alle Orchestermusiker aus eigener Tasche bezahlt und ihnen versprochen, bei guten Verkäufen noch etwas nachzuzahlen. Es waren also keine einfachen Aufnahmen!

Ich hoffe die Aufnahmen zur nächsten CD werden von unserem Label besser unterstützt! Das Erschaffen von Musik ist ein ernsthaftes Geschäft und erfordert auch dementsprechende Investitionen. Es ist zum kotzen, aber Geld regiert die Welt, und ohne ausreichende finanzielle Unterstützung können Bands keine Aufnahmen machen, die sich mit denen der „Megastars“ der Szene messen können...


Zombie: Die Musik wurde komplett von Dir und Naturelle geschrieben – inwiefern wurde das Songwriting von russischen Melodien beeinflußt? Und erzähle uns bitte auch noch etwas über diese Melodien, die sowohl traurig bis depressiv als auch andererseits hoffnungsvoll sind!


Miron: Da ist nichts mit russischer Musik zu vergleichen! Wir mögen sie beide nicht, die Themen die man hört sind also auch kein Ergebnis der Inspiration durch diese Musik! Ich kann mich nur an eine Folk-Melodie erinnern: die Flöte in „Fire In Our Hearts“ – der einzige Song, der von unserem Gitarristen Nikolay Kazmin geschrieben wurde. Unser großes Ziel ist es, komplexe Musik mit einer Vielzahl an verschiedenen Themen, Tempowechseln und Rhythmuswechseln zu schaffen. Wir haben versucht das Album konzeptionell zu gestalten – die Musik zusammen mit den Texten. Und natürlich kommen zu traurigen Texten auch langsame und traurige Melodien – genauso wie bei den anderen Themen!
Ich mag keine Bands, die „nur“ Metal spielen – alle ihre Songs klingen klasse, aber auch irgendwie gleich! Unsere Idee ist es, jeden Song unterschiedlich zu machen. Du findest verschiedene Gefühle: Liebe, Hass, Leid, Hoffnung usw. . Unsere Musik lässt den Hörer die Unterschiede spüren – von Song zu Song, von Thema zu Thema.


Zombie: Einige Texte wurden von Dir geschrieben, der Text zu „Tears Will Wash Off The Blood“ von Vladimir Zgursky und andere von Alexander Marchenko – was ist der historische Hintergrund, und warum haben diese beiden große Teile der Texte geschrieben?


Miron: Ja – diese Frage wurde mir schon oft gestellt! Das ganze Konzept der Texte auf „Firestorm“ ist von mir. Aber wir haben zusammen mit Naturelle sehr viel Zeit verbracht um die Songs vorzubereiten, die Studios zu arrangieren, die Gastmusiker zu planen und die Orchesterarrangements zu machen. Das war natürlich hart, so etwas zu zweit zu machen, also hatten wir einige Helfer. Einige Jungs und Mädels, die uns unterstützen. Zwei davon waren Vladimir und Alexander. Mit ihrer großartigen Hilfe wurden meine Gedanken und Entwürfe in poetische Texte gebracht. Wie jemand sagte – ein Kopf ist gut, zwei sind besser! Wir haben durch sie einige neue und frische Ideen bekommen, deshalb sind unsere Texte auch etwas anders!

Die Texte handeln von der dunklen Geschichte unseres Landes, von Schlachten und Leid. Alle Songs wie eine lange Geschichte. Wir haben versucht, unsere Texte interessant und intelligent zu gestalten – und soweit ich das beurteilen kann ist uns das auch gelungen.. Die Hauptidee war, zwei verschiedene Handlungsstränge zu verknüpfen – die Geschichte unseres großartigen Landes, welches von den Christen im 13. Jahrhundert zerstört wurde, und die Idee einer starken und freien Meinung. Über den Platz der Menschheit in dieser Welt...

„To be or not to be –
There`s no such question!
To be! But to be what?

A weak-willed sheep that`s taken to the slaughter house
Or a proud wolf
Whose heart is filled with freedom?

What`s in your eyes, Human?
Fear or Rage? Blind Submission or Resistance?

Love and respect your friends
And let your enemies die!“


Zombie: Gibt es bereits Pläne für die Zukunft – eine Tour, Ideen für neue Songs?


Miron: Wir arbeiten hart an der Entstehung des neuen Albums. Es wird wirklich interessanter Stoff mit vielen neuen Ideen. Unübliche Themen und Klänge, eingebaut in den bisherigen Stil von Tvangeste. Die Musik wird stärker werden! Nach den Aufnahmen für „Firestorm“ hatten wir großartige Erfahrungen bei den Aufnahmen mit klassischen Musikern – das wird uns bei den Aufnahmen zum nächsten Album behilflich sein! Das Album wird vielleicht in Schweden aufgenommen – stellt euch schon mal auf großartige Chorpassagen und mächtige Orchesterparts ein!

Wir haben viele Angebote für Konzerte, aber im Moment können wir nirgends zusagen wegen gewisser interner Probleme. Unser Gitarrist sitzt im Gefängnis – das ist unser Problem! Ich würde liebend gerne mal in Deutschland spielen, denn wir haben dort viele alte Freunde!


Zombie: Ich danke Dir recht herzlich für das Beantworten der Fragen!


Miron: Danke noch mal, dass ihr Tvangeste in eurem Magazin nocch mal dem Leuten präsentiert! (Jeder kriegt was er verdient... – Anm. d. Verf.) Falls jemand das Interview zu Ende gelesen hat und nun überlegt, wir Tvangeste wohl klingt – schaut auf unsere Webseite http://www.tvangeste.com und downloaded euch die drei Tracks zum reinhören! Und wenn euch das gefällt – die CD solltet ihr überall bekommen, oder ihr klickt auf unserer Homepage auf Merchandise!
Und wenn ihr Fragen / Vorschläge habt: schreibt eine Mail an post@tvangeste.com oder schreibt an:

Michael Chirva / Tvangeste
Avtoremontnaya 2.2
Kaliningrad
RUSSIA
236023

Keep your swords high!



Dem ist nichts hinzuzufügen! Wer manche Passagen etwas eingebildet findet, der sollte sich „Firestorm“ holen, und sich davon überzeugen, dass Miron nicht zu Unrecht stolz auf das Album ist!

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