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Interview: Interview mit SYCRONOMICA (17.01.05)

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Veröffentlicht am Mittwoch 02 Februar 2005 15:50:40 von endless_pain
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Die seit 1996 existierende Band SYCRONOMICA aus München brachte Ende 2004 ihr Debüt-Album "Paths" auf den Markt. Grund genug mich mit Sänger Oliver über die Band und das Album zu unterhalten.

 

 

e_p: Da euch wahrscheinlich noch nicht so viele Leute kennen werden, möchte ich dich bitten, die Band kurz vorzustellen.

Olli: Ah, die Standardfrage! Die Band gibt’s im Prinzip seit 1996, damals noch unter einem anderen Namen, was jedoch total uninteressant ist. SYCRONOMICA wurde eigentlich erst 1997 gegründet, damals aber noch mit einem komplett anderen Line-Up. Es wurden auch nur Songs gecovert, wie z.B. Katatonia, Samael und Satyricon. Mit der Zeit hat man sich dann darauf geeinigt, dass man eigene Sachen macht, was auch relativ erfolgreich war.  1998 konnten wir dann schon die ersten großen Gigs spielen, wobei ich aber dazu sagen muss, dass ich zu dieser Zeit noch nicht dabei war. 1998 haben wir dann die Chance gehabt, 2 Konzerte als Opener auf der "Whoracle"-Tour von In Flames, die damals mit Borknagar, Night in Gales und Defleshed unterwegs waren, zu spielen. Das gleiche dann auch bei Haggard und Tristania, was ziemlich gut, da wir in großen Häusern vor vielen Leuten spielen konnten.

Dann gab es leider ziemliche Probleme, da wir lange Zeit keinen Schlagzeuger hatten und es war teilweise sogar so, dass das Schlagzeug von einem Drum-Computer übernommen wurde. Es gab auch einige Besetzungswechsel, da es nie so richtig geklappt hatte. Es waren damals relativ junge Band-Mitglieder mit dabei, die nie so richtig wussten, welche Musik sie eigentlich machen wollten.

Im Jahr 2000 bin dann ich zur Band gestoßen, genauso der neue Schlagzeuger. Das war dann, nachdem die Band ein wenig auf Eis gelegen hat, so eine Art Reunion. Danach ist noch einmal der Bassist ausgetauscht worden. Seitdem ist aber das Line-Up wieder komplett, und wir haben wieder damit angefangen, neues Material zu schreiben und zwei Demos aufgenommen.

Mitte 2003 fragten wir uns dann, wie wir weiter machen sollten. Sollten wir hobbymäßig weiter machen, also ab und an ein Konzert spielen, usw., oder sollen wir versuchen das Ganze etwas professioneller aufzuziehen. Und da die meisten von uns der Meinung waren, dass unsere Musik eigentlich Potential hat, haben wir gesagt, wir kratzen mal ein bisschen Kohle zusammen und versuchen das, was wir bis jetzt verbrochen haben mal ordentlich aufzunehmen.

Wir sind dann ab Mitte 2004 in die Münchener Helion-Studios gegangen und haben dort Wochenende für Wochenende aufgenommen, bis unser Budget irgendwann verbraucht war. Aber als wir gesehen haben, dass es doch immer weiter geht, haben wir noch etwas mehr Geld hinein investiert und uns gesagt, "Jetzt machen wir es richtig". Aus der geplanten MCD wurde dann ein Full-Length-Album, mit welchem wir uns dann auch bei Labels beworben haben, und haben dann den Vertrag bei Black-Attack bekommen.

Die CD ist nun seit November auf dem Markt, und jetzt geht es richtig los mit Promotion und vielen Konzerten.

e_p: Da du das Album "Paths" gerade ansprichst. Wie sind die Reaktionen dazu ausgefallen?

Olli: Bis jetzt eigentlich sehr gut. Man muss natürlich dazu sagen, dass bei der Musikrichtung, die wir machen, immer die Cradle of Borgir-Hasser kommen, sprich die Leute, die mit Keyboard lastigem Black-Metal gar nichts anfangen können. Solche Meinungen hatten wir natürlich auch, aber ich muss ehrlich sagen, dass bei 10 Reviews vielleicht mal eins dabei war, in dem geschrieben wird, dass mal wieder so "Coverer" am Werk sind. Aber hauptsächlich haben wir sehr gute Reviews bekommen, was man auch bei den Bewertungen gesehen hat. Wir haben des öfteren volle Punktzahl bekommen, bzw. waren wir auch mal Tipp des Monats und solche Geschichten. Eine große Hilfe dabei war auch die Promotion-Firma unseres Labels, die eine Bomben-Leistung abgeliefert hat. Wir haben seit dem Release im November locker 50 Reviews bekommen, massenhaft Interviews gegeben und wir wurde auch für mehrere Auftritte gebucht. Die Reaktion war, auch auf den Konzerten, bis jetzt überraschend gut. Wir wussten ja nicht ob keyboardlastiger, melodischer Black-Metal ankommt, oder ist der Grossteil der Meinung dass schon wieder eine Band Dimmu Borgir covert.

e_p: Wie du ja schon sagtest, konnte man (fast) nur gute Kritiken über "Paths" lesen. In wie weit seid ihr damit selbst zufrieden?

Olli: Im Prinzip sind wir sehr zufrieden damit, da wir ja mit ganz anderen Vorstellungen ins Studio gegangen sind. Es war unsere erste Studio-Erfahrung, und es heißt ja nicht, das man wenn man ins Studio geht, auch in einem Studio aufnehmen kann. Man muss erst mal lernen, bzw. viel dafür trainieren. Wir haben wirklich sehr viel dafür geprobt und auf Einzelheiten wertgelegt, auf die eine Band im "Anfangsstadium" vielleicht nicht Wert legen muss. Aus dem was wir eigentlich vor hatten, und dem was dann daraus geworden ist, ist dann schon der absolute Hammer geworden. Im Nachhinein kann ich schon noch ein paar Sachen sagen, bei denen man noch was verändern hätte können. Aber das sparen wir uns dann für das nächste Album auf. Wir werden wahrscheinlich wieder in das gleiche Studio gehen und neues Material steht auch schon. Aber wie schon gesagt, sind wir doch sehr zufrieden mit dem aktuellen Album.

e_p: Soweit ich weiß habt ihr ja einen Vertrag über 2 Alben bei Black-Attack, oder?

Olli: Richtig, das ist ein Vertrag über zwei Alben, bzw. ein Album plus ein weiteres auf Option. Und falls dem Label das neue Material gefällt, haben sie das Vorrecht dieses Material zu veröffentlichen.

e_p: Vom Stil her wird man oft an Bands wie Dimmu Borgir, Cradle of Filth oder auch Lord Belial erinnert. Sind das so die Bands, von denen ihr beeinflusst seid, oder gibt es da noch andere?

Olli: Wir wollen es sicher nicht verleugnen, dass jeder von uns auch Dimmu oder Cradle Scheiben daheim hat. Lord Belial hör ich jetzt zum ersten Mal, weil das ja doch recht harte Sachen sind, wenn man das neue Album jetzt mal ein bisschen außen vor lässt, da sie ja doch schon etwas melodischer unterwegs sind. Die ersten Sachen sind ja doch derbster Black-Metal. Aber sagen wir mal so, die Vergleiche mit den Bands sind ganz natürlich, aber es kommen auch sehr viele Vergleiche mit anderen Bands, die immer wieder kehren. Es sind schon Leute dabei, die differenziert die Sachen raushören und auch Ahnung davon haben.

Unsere Einflüsse sind eigentlich die, mit denen wir damals auch angefangen haben. Also Katatonia, Samael und natürlich auch alte Dimmu Borgir Geschichten. Wir covern ja auch live ein ganz altes Dimmu Stück vom Stormblast-Album. Die Einflüsse gehen so in die alte nordische Geschichte zurück, allerdings niemals Vollgas, sondern sachte Musik und vor allem melodisch, da wir ja das Keyboard dabeihaben. Deshalb sollte es schon atmosphärisch sein.

e_p: Kommen wir mal zu den Texten. Mit was beschäftigt ihr euch so in euren Songs?

Olli: Das ist total unterschiedlich. Was ich vorne weg sagen will ist, dass wir absolut nichts satanisches oder politisches machen. Das stellen wir auch immer wieder in unseren Statements klar. Viele Black-Metal Bands, vor allem neue, werden immer gleich mit dem rechtsradikalen Zeug in Verbindung gebracht. Aber da wird man bei uns gegen die Wand rennen, das gibt es bei uns nicht. Satanisch auch nicht. Wir machen hauptsächlich düstere, depressive und melancholische Themen. Aber auch Fantasie-Geschichten. Ich als Sänger schreibe viele Texte und bin zugegebenermaßen wie so viele, ein großer Herr der Ringe und Tolkien Fan. Deswegen gibt es auch ein oder zwei Songs, wie z.B. den Titeltrack von "Paths" der sehr in die HDR-Ecke geht. Aber wir machen auch viel mit nordischer Mythologie, wobei wir aber immer schauen, dass es in keiner Art und Weise mit Satanismus in Verbindung gebracht wird. Das können andere machen, aber wir haben und brauchen dieses Image nicht.

e_p:: Ihr betont dies ja eigentlich bei jeder Gelegenheit, dass ihr nichts mit Satanismus und Rechtsradikalismus zu tun haben wollt. Ist das in deinen Augen in der BM-Szene so extrem, dass man sich ausdrücklich davon distanzieren muss?

Olli: Es kommt drauf an. Wir wollen das einfach so. Ich habe durch unser Label erfahren, dass sich momentan neo-rechtes Zeug sehr gut verkaufen lässt. Und es gibt ein paar Bands, die im deutschen Black-Metal-Underground kommen, die mutwillig auf der Schiene fahren, bei der man nicht genau weiß, sind sie es oder sind sie es nicht. Aber leider verkauft es sich relativ gut. Solche Bands versuchen damit auch irgendwie Werbung damit zu machen. Ich meine es gibt viele Diskussionen über Bands wie Endstille oder Riger usw., wo es immer heißt, sind sie es oder sind sie es nicht. Ich meine das z.B. diverse Band die Diskussion einfach provozieren, in dem man z.B. mit deutschem Kreuz rumläuft etc. Man weiß es halt nicht. Wir sagen von vorn herein, bevor man über uns Diskussionen "anstimmen" könnte, "Das könnt ihr euch gleich sparen, bei uns findet ihr so was nicht.". Und wir wollen uns durch unsere Musik zeigen und bewerten lassen, und nicht durch irgendein Image, was andere versuchen aufzubauen.

e_p: Den Standpunkt finde ich eigentlich sehr gut. So kann man die Diskussionen gleich verhindern und sich somit ganz auf die Musik konzentrieren.

Olli: Es gibt viele, die sagen "Black-Metal ist Satanismus, das geht gar nicht anders". Aber ich denke mal, es geht schon. Und wenn diejenigen was schwarzes brauchen, dann sollen sie sich was schwarzes anhören, und nicht uns.  Viele wissen gar nicht, was eigentlich richtiger Satanismus ist und die Medien ebensowenig bzw stellen nur die Extreme dar. Drum haben wir kein Interesse daran, generell mit (falschem) Satanismus in Verbindung gebracht zu werden, obwohl ich das Thema durchaus interessant finde!

e_p: Hat der Name SYCRONOMICA eine gewisse Bedeutung?

Olli: Der Name hat gar keine Bedeutung. Ich hab selbst mal nachgefragt, als ich zur Band gekommen bin. Es ist ein reiner Fantasie Name. Die ganzen pathologischen Namen sind schon durch die ganzen Grindcore Bands weg, und aus die der nordischen Mythologie ebenfalls. Da haben wir einfach einen genommen, der absolut unverwechselbar ist. Wenn man Namen von anderen Metal-Bands wie z.B. Dark Fortress im Internet eingibt, dann kommen 1000 Links die mit Metal überhaupt nichts zu tun haben. Wenn du unseren Namen eingibst, dann kommst du nur zu Sachen, die mit uns zu tun haben.

e_p: Wie sieht es Tour mäßig aus? Bleibt es bei Einzel-Gigs bzw. Wochenendtouren, oder habt ihr schon etwas "größeres" in Aussicht?

Olli: Das ist so ne Sache. Ich persönlich wäre niemals abgeneigt mal auf Tour zu gehen. Das würde ich auf alle Fälle gerne machen, genau so wie zwei, drei andere aus der Band auch. Ich würde auch meinen ganzen Jahresurlaub dafür hergeben, aber wir haben auch Leute in der Band , die studieren und bei denen die Interessen nicht so auf den Heavy Metal und auf die Band fixiert sind. Dadurch weis ich nicht, ob das funktionieren würde. Bis jetzt haben wir noch nichts großes angeboten bekommen, aber es steht im Raum das man so was mal macht. Sachen wie die "Blasting Bavaria Tour" sind kein Problem, so was in der Art wollen wir dieses Jahr im Herbst wieder machen. Eine 3 bis 4 Tages-Aktion würde eher noch gehen, aber sonst müsste man mal sehen. Bei einer großen Tour ist es halt immer die Sache, dass es Geld kostet. Wenn du als kleine Band bei einer Tour mitmachst, musst du dich ja einkaufen, musst sehen wie du von A nach B kommst , bekommst keinen Cent Gage und musst dich durch das Merchandise selber finanzieren. Dadurch wäre so eine Tour ein ziemlich großes finanzielles Risiko für uns. Deshalb probieren wir viel durch Einzel-Gigs, Festivals und Support bei Touren, bei denen man ein, zwei Konzerte mit spielt dabei zu sein. Im Moment ist es eigentlich ganz gut, wir haben in den nächsten Monaten viele Konzerte und alles andere wird sich zeigen.

e_p: Zum Abschluss noch mal eine Standartfrage. Gibt es noch was, was du den PHM-Lesern mitteilen willst?

Olli: Im Prinzip, weiter dranbleiben, weiter lesen, Information ist das Größte, sag ich mal. Ich informier mich auch hauptsächlich über Online Magazine was draußen los ist, und weniger durch die ganzen Print Medien. Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere PHM Leser mal auf einem Konzert von uns vorbei kommt. Und man mit dem vielleicht auch mal ein Bierchen trinken kann. Und wie gesagt, true an der Sache bleiben.

 


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