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Zur Meinung von Amazon

Interview mit PRO-PAIN (02/04)

Veröffentlicht am Donnerstag 04 März 2004 10:24:54 von zombie_gecko
phpnuke.gifGitarrist Tom Klimchuck klingelte zu einem Plausch über „Fistful Of Hate“, Politik und Musik, die Böhsen Onkelz und die anstehende Tour durch.








Zombie: Gratulation zum neuen Album – ich würde sagen das sind zwölf Songs voller Groove und Aggression! Was sind Deiner Meinung nach die Unterschiede zum letzten regulären Album – „Run For Cover“ nehme ich jetzt mal aus...


Tom: Danke! Das Album wurde mit mehr Midtempo-Grooves geschrieben, nicht mit so vielen thrashigen Parts wie „Shreds Of Dignity“. Und wir haben die Aufnahmetechnik verändert – wir wollten das die Scheibe etwas glatter klingt. Und wir hatten mehr Zeit im Studio, weshalb das Endprodukt eine etwas höhere Qualität hat als der Vorgänger, den wir etwas heftiger und rauer haben wollten.


Zombie: Und wie weit wurde „Fistful Of Hate“ von der Tribut-CD „Run For Cover“ (auf der man u. a. Sepultura, Motörhead, Celtic Frost und die Böhsen Onkelz coverte) letztes Jahr beeinflußt?


Tom: Ich denke es gibt einige Einflüsse davon. Die Platte hatte ein großes Spektrum an verschieden Stilen, und ich denke ein Teil davon findet sich auch auf der neuen Platte. Von schnellen Songs wie „Fistful Of Hate“ zu eher melodischeren Sachen, einige langsamere, heaviere, metallische Songteile...


Zombie: Um auf „Run For Cover“ zu sprechen zu kommen – warum habt Ihr die Songs nicht mehr verändert? Manche Tracks – wie das Sepultura-Cover – sind musikalisch sehr nah am Original.


Tom: Stimmt! Wir wollten den Songs nicht großartig unseren Stempel aufdrücken. Wir wollten sie einfach nur so spielen, wie Pro-Pain jeden Song spielen. Allein dadurch klingen die Songs schon ein wenig nach uns. Aber wenn man als Beispiel Sepultura nimmt – die beiden Bands sind sich vom Sound und der Art die Musik zu spielen sehr ähnlich, weshalb das Ergebnis dann natürlich auch sehr ähnlich klingt. Wenn Du zum Beispiel unsere Version von „The Crowd“ von Operation Ivy mit dem Original vergleichst, wirst Du einen großen Unterschied hören. Das war einfach die Art, wie wir die Songs nicht zu sehr verändern wollten, um sie in ihrer Art zu belassen und uns an das Original zu halten, aber in einer Art zu spielen, wie wir unsere eigenen Songs spielen.


Zombie: Und wieviel Spaß hattet ihr mit „Terpentin“ von den Böhsen Onkelz?


Tom: Ich denke die Musik hat viel Spaß gemacht, aber aus verständlichen Gründen hatte Gary (Meskil – Bass / Gesang; Anm. d. Verf.) einen harten Job zu erfüllen, weil er auf Deutsch singen musste! Wie jeder Deutsche bestätigen wird, ist es für einen Amerikaner nicht gerade einfach, deutsche Texte zu lernen und zu singen. Aber es hat viel Spaß gemacht, aber es war auch anstrengend, denn sie sind Leute, die wir sehr respektieren, und wir wollten sie auf keine Fall in irgendeiner Art und Weise respektlos behandeln! Aber zurückblickend waren wir mit dem Endresultat sehr zufrieden und es hat viel Spaß gemacht, den Song zu machen!


Zombie: Habt Ihr auch mal darüber nachgedacht, den Text ins Englische zu übersetzen?


Tom: Klar kam uns der Gedanke, aber das wäre nicht richtig gewesen! Es war nicht unbedingt eine Frage des Respekts, aber der Song wäre nicht mehr der gleiche gewesen. Wenn man so etwas macht, verändert man den Charakter des Songs sehr stark.


Zombie: Auf „Fistful Of Hate“ habt Ihr ja auch einen Song („Godspeed“) mit Stephan Weidner von den Onkelz gemacht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?


Tom: Tja, ganz einfach eigentlich. Wir haben ihn kontaktiert und gefragt. Und wir waren positiv überrascht, wie bodenständig und cool die Band, das Management und die ganze Crew sind. Denn wenn jemand wie er mit einem so vollen Terminplan sich die Zeit nimmt, für unsere Scheibe etwas einzusingen – das bedeutet viel von jemandem mit seinem Status! Es ist ja nicht so, daß er übermäßig viel Zeit hätte – aber das zeigt was für eine Art Charakter sie haben, und das der Respekt, den wir vor ihnen haben gerechtfertigt ist!


Zombie: Ist Stephan nach Amerika gekommen? Er hat ja glaube ich nur ein paar Vocals eingesungen...


Tom: Ja, er hat alles in deren Studio aufgenommen. Und wir haben das ganze dann über das Internet hin- und her geschickt.


Zombie: Hatte er auch Einfluß auf das Songmaterial, oder habt Ihr ihm den fertigen Song geschickt und gesagt „mach mal was dazu“?


Tom: Er hat ein paar Sachen von sich hinuzgefügt. Was wir ihm geschickt haben war die Grundrichtung des Chorus, und er hat ein bisschen damit herumgespielt. Wir haben ihm den Song mit Gary`s Parts geschickt und gesagt „mach was du willst damit!“. Und er hat gemeint wir sollen einfach nehmen was uns gefällt, und alles was er gemacht hat haben wir verwendet.


Zombie: Und welches Konzept steckt hinter „Fistful Of Hate“?


Tom: Naja...ich würde nicht sagen, daß ein richtiges Konzept dahinter steckt, denn keine unserer Platten hatte ein Konzept. Aber ich denke, das Thema geht eher in die politische Richtung als in der Vergangenheit. Mal abgesehen von unserer Debütscheibe („Full Taste Of Freedom“), die sicherlich die politischste Platte war. Wir wollen nicht jemanden in eine Richtung lenken oder die Leute verändern – wir sind nicht auf einer Mission. Pro-Pain ist eine reaktionäre Band, und wir verarbeiten, was aus der Welt um uns herum auf uns einwirkt. Wir wollen sicher nicht irgendjemandes Meinung in die eine oder andere Richtung beeinflußen!


Zombie: Und was denkst Du über die Bush-Regierung? Ich denke nach dem Irak-Krieg usw. dürfte ein solches Cover (eine ausgestreckte Faust mit einer Amerika-Flagge im Hintergrund) für einige Leute ein Problem sein...


Tom: Richtig! Das Artwork ist für mich persönlich immer eine sehr interessante Sache. Es soll Diskusionen und Gefühle auslösen! Das soll es meiner Meinung nach machen – ich könnte auch etwas anderes auf das Cover machen, und wenn man zehn Leute fragt, wird man zehn verschiedene Interpretationen bekommen. Es ist immer ein Experiment um zu sehen, wie die Leute reagieren. Für mich ist das Cover nur die Flagge mit der Faust im Vordergrund, die ja so etwas wie unser Markenzeichen ist. Aber es ist amüsant zu sehen, wie viele Interpretationen es hervor ruft!


Zombie: Ihr wolltet aber schon provozieren mit dem Cover!?


Tom: Na klar! HAHAHAHA – das machen wir immer!


Zombie: Aber das Cover im Zusammenhang mit Songtiteln wie „American Dreams“ – das kommt schon sehr patriotisch rüber! Da braucht Ihr Euch nicht zu wundern, wenn das einigen Leuten politisch etwas rechtslastig erscheint!


Tom: Natürlich werden das manche Leute als rechtslastig empfinden – und andere als links ausgerichtet oder konservativ! (Klar... – Anm. d. Verf.) Ich wundere mich nur, daß uns Leute nach all den Jahren immer noch unterstellen wir wären rechtsgerichtet – obwohl wir uns immer so geäußert haben, daß man wissen müsste, daß wir eher links von der Mitte stehen! Wenn ich tatsächlich rechtsgerichtet wäre, würde ich nicht jahrelang sagen, daß ich links von der Mitte stehe! Es wirkt auf mich...haha...amüsant, daß die Leute immer etwas suchen, um einen schlecht zu reden! Aber da ist nichts dran – wir sind ganz sicher nicht rechts, und die Leute die uns kennen werden Dir das auch bestätigen.


Zombie: Mag sein – aber ich rede von Leuten die mit Pro-Pain nicht so vertraut sind. Und die werden ganz sicher eher denken Ihr seid rechtsgerichtet als linksgerichtet!


Tom: Kennst Du den Satz:“Beurteile ein Buch nicht nach dem Cover!“? Ich denke das passt ganz gut! Gerade der Song „American Dream“ ist am weitesten davon entfernt, rechtsgerichtet zu sein – er ist genau das Gegenteil wenn Du den Text liest! (Liegt der Promo-CD leider nicht bei. – Anm. d. Verf.) Und auch die Band ist weit davon entfernt! Es juckt mich nicht, wenn Leute das Cover anschauen, die Songtitel lesen und sagen wir wären rechtsgerichtet. Die sind arm dran, denn die informieren sich nicht bevor sie ein Urteil fällen. Und Leute, die so etwas tun sind einfach ignoranter und weniger informiert als jene, die das Thema vertiefen...


Zombie: Ok... Noch eine Frage zum Thema Musik und Politik: was denkst Du über Leute wie Billy Milano und den Sänger von System Of A Down, die über die Presse eine Art Krieg geführt haben, wo der eine gemeint hat was die Bush-Regierung macht ist schlecht, der andere findet`s klasse...?


Tom: Hahaha...naja, ich bin weit davon entfernt, Politik als eine Art Mission für uns zu sehen. Ich denke nicht, daß es die Aufgabe von Musikern ist, die Leute über Politik zu informieren! Ich denke es ist ok seine Meinung zu sagen, aber es ist nicht nötig einen riesen Aufwand zu betreiben, um die Meinung der Leute zu beeinflußen. Ich finde wenn Musiker so interessiert an Politik sind, sollten sie Politiker werden und die Musik beiseite lassen! Wenn ich mir überlege, wen ich wählen soll, dann kaufe ich mir nicht eine Hardcore-Platte um es heraus zu finden! Ich lese Zeitungen und informiere mich – und frage nicht einen Musiker danach, mich über Politik zu informieren. Wenn ich musikalische Inspiration such – dann gehe ich zu einem Musiker - hahaha!


Zombie: Ihr geht im März mit Ektomorf und Disbelief in Deutschland auf Tour und spielt einige Gigs auf den No Mercy-Festivals mit Hypocrisy und Cannibal Corpse. Warum nicht die ganze Festival-Tour?


Tom: Wir haben auf dieser Tour ja letztes Jahr die ganze Tour mitgemacht, und das war auch klasse. Aber letztes Jahr hatten wir nur dieses Cover-Album, also wollten wir nicht eine eigene Pro-Pain-Tour machen. Aber jetzt haben wir wieder ein komplettes Album am Start, also ist es an der Zeit, mal wieder eine richtige Pro-Pain-Tour zu machen! Die ursprüngliche Idee war, erst die kompletten No Mercy-Festivals zu spielen und dann selber auf Tour zu gehen, aber durch den Veröffentlichungstermin des Albums wollten wir den Tourstart etwas näher daran haben. Das Timing hat nicht ganz hin gehauen. Aber wir können wenigstens ein paar Gigs auf der Tour machen...


Zombie: Und wieviele Songs vom „Run For Cover“-Album werdet Ihr auf Eurer Tour spielen? Ich denke es gibt eine Menge Leute, die Songs wie gerade „Terpentin“ hören wollen! Ihr habt es ja auch schon auf Konzerten mit den Onkelz gespielt...


Tom: Hahaha! Ja – ich kann nicht glauben das wir das gemacht haben! Hahaha! Aber das war großartig – ich war richtig überrascht! Ich denke wir werden einige Songs von dem Album spielen, aber wir diskutieren noch darüber welche. Anfang März treffen wir uns zu den Proben in Pittsburgh, und dann wird die Entscheidung fallen...


Zombie: Wird man Euch auch auf einigen Festivals hier in Deutschland spielen? Die Onkelz spielen ja in Wacken -–das wäre doch auch etwas für Euch!?


Tom: Das würden wir natürlich gerne machen, aber es ist noch ein bisschen zu früh, dazu etwas zu sagen! Das werden wir aber im Laufe der Tour besprechen...


Zombie: Dann gibt`s da noch diesen eine Standardsatz im Info, den Plattenfirmen und Promoagenturen gerne reinschreiben:“Das beste Album bisher!“. (Am anderen Ende der Leitung bricht Tom schier vor Lachen zusammen.) Stimmst Du dem zu oder würdest Du sagen, wenn man diese oder jene Seite von Pro-Pain kennen lernen will, sollte man dieses oder jenes Album nehmen?


Tom: Was sollen sie auch sonst schreiben... Hahaha! Ich würde sagen: dies ist das gelungenste und beste Album welches wir bis jetzt gemacht haben! Wir wollen die Plattenfirma ja nicht enttäuschen...HAHAHAHA! Im Ernst, es ist eine typische Pro-Pain-Platte, ich bin sehr glücklich mit der Art wie sie erscheint, ich mag die Songs und die Produktion – für mich war es eine der Platten, die mir mit am meisten Spaß gemacht. Sie ist auf jeden Fall in der Liste meiner Lieblingsalben von uns. Meiner Meinung nach. Pro-Pain-Fans werden sicher nicht enttäuscht sein, ich denke sie werden es mögen – und vielleicht gefällt es ja auch dem einen oder anderen, der bisher noch nicht auf Pro-Pain gestossen ist...


Zombie: Könnte ich mir gut vorstellen! Ich hab das Album erst gestern bekommen, aber die ersten Durchläufe haben mir sehr gefallen – macht einen starken Eindruck!


Tom: Cool! Danke für das Kompliment!


Zombie: Das war`s – ich hoffe man sieht sich auf der Tour und wünsche Euch viel Erfolg mit dem Album!


Tom: Ich hoffe auch! Goodbye!


Zombie: Goodbye!

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