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Interview: Interview mit Pär Sundström von SABATON am 23.08.2006

Veröffentlicht am Donnerstag 31 August 2006 17:41:26 von madrebel
Dieser Artikel wurde von Redtotem mitgeteilt
phpnuke.gifDas neue Album „Attero Dominatus“ von SABATON ist eines der besten Alben die ich dieses Jahr gehört habe. Auf ihrer Europatour, die auch durch Deutschland ging, habe ich den Bassisten Pär Sundström getroffen.


Als ich in den Tourbus geschickt wurde musste Pär Sundström erst einmal etwas Platz machen, damit wir uns setzen konnten.

Redtotem:
Hi, wie geht es dir.

Pär Sundström:
Gut soweit. Ist ein wenig eng hier, aber in der Halle ist es einfach zu laut.

Redtotem:
Kein Problem, können wir beginnen?

Pär Sundström:
Klar.

Redtotem:
Der Titeltrack von eurem neuen Album „Attero Dominatus“ erinnert mich an den Nightwish Song „Wishmaster“. War das etwas, was ihr auch so aufnehmen wolltet?

Pär Sundström:
Nein, es war nicht gedacht einen Song wie „Wishmaster“ aufzunehmen. Ich habe dieses Lied vorher nie gehört. Ich höre mir Nightwish nicht an, denn ich mag ihre Musik nicht besonders und „Wishmaster“ hörte ich zum ersten Mal, als uns schon mehrere Leute sagten, dass sich „Attero Dominatus“ so ähnlich anhören würde. Wir haben es aber nicht nachgemacht. Natürlich sind Ähnlichkeiten mit „Wishmaster“ vorhanden, aber wir haben dieses Lied nicht kopiert oder die Riffs geklaut oder so was.

Redtotem:
Warum schreibt ihr die meisten Lieder über den zweiten Weltkrieg?

Pär Sundström:
Es handeln alle unserer Songs vom zweiten Weltkrieg. Wir haben nur zwei Songs aufgenommen die nicht dieses Thema behandeln. Der größte Krieg der modernen Zeit ist nun mal der zweite Weltkrieg gewesen und wir finden es gibt so viel darüber zu sagen. Man kann eigentlich nicht nur zwei oder drei Alben über dieses Thema aufnehmen, sondern 200 oder auch 300 Alben. Es gibt sehr viel Informationen über den zweiten Weltkrieg, denn es wurde ganz viele Dinge damals festgehalten. Die meisten Dinge sind sehr schlimm gewesen, aber man sollte sie sich immer wieder einmal ins Gedächtnis rufen. Ich kann dir nicht sagen ob unser nächstes Album wieder dieses Thema haben wird, möglicherweise schreiben wir über etwas anderes, wer weiß. Eines steht aber fest, wir werden den SABATON Sound beibehalten.

Redtotem:
Im Song „Metal Crüe“ habt ihr im Text sehr geschickt Namen von Metal Bands eingebaut. So etwas ähnliches habt ihr schon auf dem Album „Primo Victoria“ mit „Metal Machine gemacht. Da habt ihr Metal Songs eingebaut. Wie kamt ihr auf diese, wie ich finde, sehr gute Idee?

Pär Sundström:
Angefangen hat das alles noch früher. Das erste mal haben wir so etwas auf „Masters Of The World“ gemacht. Dieser Song ist auf unserem Debüt „Fist For Fight“, das leider nicht mehr erhältlich ist, drauf. Das sollte einen Break zum Rest des Albums bringen. Mit dem etwas anderen Sound wollten wir das 80er Jahre Metal Feeling rüber bringen. Dafür wollten wir auch einen passenden Text haben. Als wir „Primo Victoria“ aufnahmen, dachten wir, das es bestimmt gut sein würde, wenn wir noch einmal so etwas machen würden. Der Text mit den Metal Songs kam super an und uns machte das riesigen Spaß. Es war wie ein Party Metal Song und war ein großer Erfolg. Da uns das schreiben von „Metal Machine“ auch Spaß machte, dachten wir wiederholen wir das noch einmal. So kam es zu „Metal Crüe“ auf unserem neuen Album. Es ist richtig spaßig so einen Party Metal Kracher aufzunehmen, deshalb werden wir das bestimmt auf dem nächsten Album wieder tun. Wir hatten jetzt einen Titel mit Metal Songs als Inhalt und dann einen mit Metal Bands. Mal sehen was wir als nächstes nehmen können. Im Augenblick kann ich es dir nicht sagen, aber ich glaube uns fällt bestimmt etwas ein.

Redtotem:
In Deutschland ist SABATON recht unbekannt. Kannst du etwas über die Band erzählen?

Pär Sundström:
Klar, aber ich denke in einer Kurzfassung, denn sonst würde das bestimmt unseren Zeitrahmen sprengen, hahahaha.
Wir begannen 1999 und traten seitdem immer in der gleichen Besetzung auf. Ausnahme der Keyboarder, der wechselte ständig. Der änderte sich so oft, dass ich gar nicht mehr weiß wie viele wir schon hatten. Über die Probleme mit unserem Keyboarderkönntest du glaube ich einen Film drehen. So etwas wie Spinal Tap, hahaha. Da gab es so viele Leute die bei uns spielen wollten. Wir hatten Verrückte, Ausgeflippte und was weiß ich noch. Einer ist auf einmal einfach abgehauen, dann gab es welche die waren zu schlecht, es gab auch welche die waren einfach zu gut, das war alles schon ein Problem für uns. Nun, ich glaube jetzt haben wir den richtigen gefunden. Wir haben drei Alben veröffentlicht „Primo Victoria“, Attero Dominatus“ und „Fist For Fight“. „Fist For Fight“ war eigentlich nur ein Demo und es gab nur etwa 3000 Exemplare davon. Die waren damals auch ganz schnell ausverkauft. Heute kannst du dieses Album nicht mehr bekommen, obwohl wir sehr viele Nachfragen dazu schon hatten. Wir haben vor „Fist For Fight“ noch einmal zu veröffentlichen, aber zuerst wollen wir noch einmal etwas neues machen. Wir haben inzwischen alle unsere Hauptberufe gekündigt, weil sich das ganze nicht mehr mit der Band vereinbaren lies und die Musik war uns wichtiger. Mit den ganzen Touren hätten wir zuviel Urlaub nehmen müssen und das ginge nicht. Das ganze Geld das wir jetzt verdienen stecken wir in die Band, für Plattenaufnahmen, Touren usw. Jetzt haben wir alle kein Geld mehr und leben so sparsam wie es nur geht danit wir touren können. Auf Tour zu gehen ist sehr teuer, weißt du. Die gesamte Band arbeitet sehr hart dafür und ich hoffe, wir können irgendwann davon Leben.

Redtotem:
Dann ist es für euch also wichtig, erfolgreich zu sein?

Pär Sundström:
Ohne Frage. Ich wollte schon immer ein Rockstar werden. In der Schule will jedes Kind etwas im späteren Leben werden, Arzt oder Feuerwehrmann. Ich wollte immer Rockstar werden. Jeder war der Meinung, dass ich es nicht schaffen würde, doch ich glaube an mich und die Band. Ich arbeite sehr hart dafür und habe alles aufgegeben, Freundin und Familie. Meine Familie stand nie hinter mir. Sie sagten diese typischen Sprüche „geh such dir einen richtigen Job, schneide deine Haare“ und so etwas. Heute sehen wir uns kaum noch und ich will ihnen zeigen, dass sie im Unrecht sind. Deshalb arbeite ich auch so hart für die Band. Zur Zeit bringt das so gut wie nichts finanziell, aber ich hoffe das wird es bald.

Redtotem:
Ist es schlimm für dich, dass deine Familie nicht hinter dir steht?

Pär Sundström:
Nicht mehr. Früher war das hart. Wenn wir live spielten und von der ganzen Band waren die Eltern oder sonstige Verwandte im Publikum und von mir war niemand da, dass war nicht schön. Wenn ich Geld braucht für einen neuen Bass oder etwas anderes, bekam ich nie welches. Meine Eltern sagten nur ich solle mir das Geld verdienen. Das tat ich dann auch. Ich suchte mir einen Job und kaufte mein Equipment und fing an zu spielen. Sie standen nie hinter mir. Heute ist mir das egal, ich mache das was mir Spaß macht und ich hoffe es wird auch eines Tages etwas Geld einbringen.

Redtotem:
Wie fandest du die Teilnahme von LORDI am Eurovision Song Contest?

Pär Sundström:
Ich fand das richtig cool. Ich mochte LORDI schon vorher und ich glaube sie passten auch gut in den Contest. Ich habe LORDI auch gewählt, weil ich denke das ist auch gut für uns. Hey die haben da den anderen Teilnehmern in den Arsch getreten und den meisten im Publikum hat das gefallen. Ich glaube dadurch könnte Heavy Metal populärer werden, denn es gab bestimmt viele, die vorher nie etwas von LORDI hörten, geschweige denn Heavy Metal mochten. Möglicherweise sind einige darunter die denken, da muss es doch noch mehr Bands geben. Sie werde sich umschauen und werden andere Metal Bands finden und möglicherweise auch mögen. Ich fand es sehr gut das LORDI da mitgemacht haben.

Redtotem:
Gibt es irgendeine Band, mit der ihr gerne touren würdet?

Pär Sundström:
Wir haben schon einmal mit so einer Band getourt und zwar EDGUY. Die Leute von EDGUY sind sehr nett und es machte Spaß mit ihnen. SO etwas kann nicht immer leicht sein, denn wenn du mit einer Band auf Tour bist, mit der du nicht auskommst weil sie einfach Arschlöcher sind, dann macht das keinen Spaß, aber EDGUY waren nicht so. Ansonsten würde wir gerne mit jeder bekannten Band auf Tour gehen. Dadurch spielen wir vor einem großen Publikum und die Chance das wir bekannter werde ist dann viel größer. Wir werden bald mit THERION und GRAVE DIGGER auf Tour gehen und ich hoffe das wird gut für uns. Die Jungs von HAMMERFALL kennen wir gut und ich glaube das wäre eine gute Tour für uns. Ich glaube ein HAMMERFALL Fan würde sich für SABATON interessieren. Cool sind immer große Bands, aber das kostet sehr viel Geld, das wir nicht haben.

Redtotem:
Welche Festivals würdet ihr gerne einmal spielen?
Pär Sundström:
Eigentlich jedes. Festivals sind fantastisch, da dort immer sehr viel Publikum da ist. Ich persönlich würde sehr gerne in Wacken auftreten. Es ist schon ein Traum von mir in Wacken zu spielen und ich hoffe es klappt irgendwann einmal. Ich habe auch gehört, dass das Rock Hard Festival gut sein soll, aber da war ich noch nie. Das wären auf jeden Fall zwei Festivals die wir gerne spielen würden.

Redtotem:
Aus Schweden kommen in letzter Zeit sehr viele gute Rock und Metal Bands. Denkst du aus Schweden kommt eine neue Rock Revolution?


Pär Sundström:
Keine Revolution, aber es kommen wirklich gute Bands aus Schweden. Es werden auch immer mehr nachrücken. In kleinen orten kannst du auf Konzerte sehen und beobachten wie 15 oder 16 jährige so gut spielen, dass sogar 40 jährige ausflippen. Ich glaube nicht das aus Schweden eine Rock Revolution kommt, aber von dort wird der Rock seine Einflüsse weiter geben.

Redtotem:
Was denkst du über Castingsshows und vor allem über die, die dann Erfolgreich Geld verdienen und sich das eigentlich nicht erarbeitet haben?

Pär Sundström:
Ich weiß nicht so recht. Ich meine ich hasse sie nicht, sie machen auch eine Art Unterhaltung. Ich bin vielleicht etwas Eifersüchtig auf sie wenn ich sehe wie leicht sie ihre Kohle bekommen. Stell dir vor du spielst die schon Jahre lang den Arsch ab für fast nichts und dann ist da jemand, der verdient sehr viel Geld und ist gerade einmal fünf Wochen ein Musiker.Ich finde wenn du hart arbeitest und dann irgendwann Geld mit deiner Musik verdienst, dann ist das sehr viel besser als die andere Seite, so ist es am besten.

Redtotem:
Danke für das Interview.

Pär Sundström:
Ich danke auch, das war echt toll.

Nach dem Interview hatte ich noch Gelegenheit mich mit Pär zu unterhalten und Bier zu trinken und es war wirklich sehr nett.

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