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Zur Meinung von Amazon

Interview: Interview mit Negator

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Veröffentlicht am Samstag 28 Februar 2004 12:13:02 von maximillian_graves
phpnuke.gifNach dem mein Interesse durch die Musik von Negator geweckt wurde, war es Zeit mal nachzufragen ob es noch BM Bands mit Sinn und Verstand in der heutigen Szene gibt.
MR.Graves: Könnt ihr unseren Lesern zu erst einen groben Abriss über eure Bandhistory geben, da die Presse Mitteilungen doch etwas kurz ausgefallen sind.

Trolfbert: Die Bandhistorie ist ja auch bislang recht kurz - auch wenn wir gewillt sind, der Negator-Saga in Zukunft noch ein paar Kapitel hinzuzufügen. Aber für alle, die bisher noch nichts von uns gehört haben: Anfang 2003 haben sich Nachtgarm (voc), Berthelm (b), Tramheim (dr) und meine Wenigkeit an der Gitarre zusammengetan, um den Black Metal wieder so zu spielen, wie es zu Beginn der 90er der Fall war und wie es unser Meinung nach auch gehört. Im Juni fand der erste Auftritt im Ballroom in Hamburg statt. Die äußerst guten Resonanzen veranlassten uns dazu, im August im EiKey-Studio gleich eine CD aufzunehmen. Das Resultat war "Old Black" in der jetzigen Form, und Remedy Records boten uns auch prompt an, die Scheibe zu veröffentlichen. Wir haben natürlich nicht lange überlegt und so kommt es, dass am 13.2.04 wiederum im Ballroom die CD-Release-Party steigt.


MR.Graves: Vielleicht können wir kurz den musikalischen Werdegang der einzelnen Bandmember beleuchten?

Trolfbert: Von allen weiß ich das nicht so genau, ich kann Dir aber sagen, dass wir alle zum Black Metal gekommen sind, als wirklich große Scheiben herauskamen - "Pure Holocaust", "De Mysteriis Dom Sathanas" oder "In the Nightside Eclipse" waren so Platten, die uns beseelten und es immer noch tun. Das ist dementsprechend auch der Background für unsere Aktivitäten. Mit Tramheim mache ich seit `95 zusammen Musik, zwischen uns reicht mittlerweile nur noch ein kurzer Blickkontakt aus, um sich zu verständigen. Mit Berthelm habe ich auch zeitweise schon zusammen gespielt. Nachtgarm kenne ich seit mehreren Jahren durch gemeinsame Konzerte unserer bisherigen Bands - man kann somit fast sagen, dass die Bandgründung von Negator in der Familie geblieben ist.


MR.Graves: Die Marschrichtung eurer Musik ist klar: 90 Jahre BM ohne Keyboards, Schnörkel oder sonstigen Unfug. War es bewusst Ziel eurer Musik BM der alten Schule zu spielen? Wer sind eure Vorbilder und was prägt eure Musik sonst noch so?

Trolfbert: Uns geht es weniger um Old-School-Musik, sondern darum, Black Metal wirklich intensiv und leidenschaftlich zu spielen. Nur wenn Du mal überlegst, was im Laufe der Jahre so an BM-Scheiben erschienen ist, musst Du am Ende doch immer wieder zu den frühen 90ern zurückkehren, um die wirklich guten Platten zu benennen. Daher beziehen wir uns ausdrücklich auf diese Zeit, um klar zu machen, welche Art von BM den Hörer erwartet. In gitarristischer Hinsicht würde ich für mich Leute wie Abbath, Euronymous oder Satyr als Vorbilder bezeichnen, denn diese Leute haben es geschafft, auf einer Gitarre pure Atmosphäre zu erzeugen. Ohne irgendeinen kopieren zu wollen, aber genau das ist mein eigener Anspruch, ansonsten sollte ich es wohl auch lieber bleiben lassen. Um diese Musik zu machen, musst Du einfach ein gewisses Gefühl, einen gewissen Drang dazu verspüren - aber eben auch die Kompetenz haben, es umzusetzen.


MR.Graves: Kompliment, für den genialen Sound auf "Old Black" der ja nun alles andere als true 90er Jahre ist, wo man zu dieser Zeit doch oft die Garage einem ordentlichen Tonstudio vorgezogen hat. Habt ihr schon vorher Studio - Erfahrungen sammeln können oder wie kommt ihr zu so einer feinen Aufnahme?

Trolfbert: Das Kompliment reiche ich gerne an Eike Freese weiter, in dessen Studio wir aufgenommen haben, und der wirklich viel zu dem Sound der Platte beigetragen hat. Darüber hinaus weiß ich auch nicht, was an einem Scheißsound so besonders true sein soll. Ist es denn true, den Leuten für teures Geld eine CD anzubieten, deren Sound eher als Frechheit zu bezeichnen ist? Ich denke, der Sound einer guten BM-Scheibe sollte charakteristisch und atmosphärisch sein, und natürlich auf die Fresse gehen. Das alles ist bei „Old Black“ der Fall, und wenn sich einige darüber beschweren, dass ihnen der Sound zu gut ist (was wirklich schon geschehen ist) dann finde ich das einfach nur albern. Aufnahmeerfahrungen hatten wir alle schon gesammelt, wenn auch einige bis dahin noch nicht im Studio waren. Aber anders wäre es wohl auch nicht möglich gewesen, die Scheibe in relativ kurzer Zeit mit diesem Ergebnis einzuspielen.


MR.Graves: Erzählt uns etwas über eure Texte und deren Stellenwert in eurer Musik. Nur deutsche texte sind in euren Liedern zu finden, gab es eine besonderen Grund in der eigenen Sprache zu singen?

Trolfbert: Der Zweck der Texte besteht in erster Linie darin, die Musik zu unterstützen. Da wir vor allem Chaos und Dunkelheit verbreiten, sind dementsprechend auch die Texte so gehalten. Wir haben uns aber vorerst noch dagegen entschieden, die Texte zu veröffentlichen. Was die deutschen Texte betrifft, so wüsste ich nicht, warum immer alles auf Englisch sein sollte. Mir gefallen z.B. auch die norwegischen Texte norwegischer Bands - ich versteh zwar kein Wort, aber der Klang ist sehr charakteristisch und passt gut zum BM. Ähnlich denke ich auch über die deutsche Sprache, deren Klang sich durchaus gut in dieser Musik macht. Zudem ist es ganz normal, dass man sich in seiner Muttersprache am besten ausdrücken kann.


MR.Graves: Der Black Metal hat immer noch unter den verschiedensten Vorurteilen zu leiden, das zum einen liegt es an den peinlichen Mitläufern, die immer wieder auf Konzerten anzutreffen sind, zum anderen natürlich an der doch unschönen Historie dieser Metal Abart. Habt ihr auch mit solchen Vorurteilen zu kämpfen wenn es um Auftrittsmöglichkeiten geht oder Plattenverträge? Wie seht ihr die heutige BM-Szene?

Trolfbert: Wenn man mal ganz ehrlich ist, hat man es weniger mit Vorurteilen zu tun, sondern mit gerechtfertigten Urteilen - eben gerechtfertigt durch die peinlichen Mitläufer, von denen auch Du ja sprichst. Und wenn über die BM-Szene berichtet wird, ist es ja auch ganz normal, dass sich die Leute um die Stores reißen, bei denen am ehesten an ihren Voyeurismus appelliert wird, denen man also Überschriften wie "Satansmord" o.ä. geben kann. Aus diesem Grunde kümmert uns das Ganze auch nicht. Wir machen unser Ding und ich habe bisher den Eindruck, dass die Leute verstehen, was wir machen und warum wir es machen.


MR.Graves: So wir schon beim Thema Mitläufer und Spinner in Sachen Black Metal angekommen sind. Unser Team diskutiert schon seit einiger Zeit über das mögliche Boykotieren der neuen Dissection Platte, da wir der Meinung sind das solchen Spinnern kein Forum geboten werden darf. Welche Meinung habt ihr über solch eine Band ?

Trolfbert: Dahinter steckt ja die Frage, ob es moralisch gerechtfertigt bzw. notwendig ist, einen Musiker zu boykottieren, der für Mord in den Knast gewandert ist - dazu will ich mich hier nicht auf ein vorschnelles Urteil einlassen, nur soviel: Mit Sicherheit würde sich eine neue Dissection-Scheibe aufgrund der Geschehnisse noch mehr als ohnehin schon verkaufen - bleibt abzuwarten, inwieweit die Band oder die Plattenfirma versucht, das auszuschlachten. Prinzipiell finde ich es richtig, genau zu überlegen, welche Bands man unterstützt und wem man seine Unterstützung versagt. Für mich ist die Grenze dann überschritten, wenn Dinge ins Spiel gebracht werden, die hier nicht hingehören, z.B. was politische Statements betrifft. Dissection würde ich in dem Moment nicht mehr unterstützen, wenn sie tatsächlich versuchen sollten, aus ihrer Vergangenheit auch noch Kapital zu schlagen. Ich sehe es aber eher kritisch, wenn ein Fanzine oder Online-Mag eine Band boykottiert, weil ich als geneigter Hörer immer noch ganz gerne selbst entscheide, wie ich zu den einzelnen Bands stehe.


MR.Graves: Die erste Platte ist im Kasten, was habt ihr in der nahen Zukunft vor? Wo kann man euch Live bewundern, arbeitet ihr schon wieder an neuen Songs?

Trolfbert: In nächster Zeit geht es für mich erst einmal darum, live zu spielen. Neben dem Konzert zur CD-Release-Party sind momentan noch Metal-Bash und Party-San angekündigt, alles weitere werden wir sehen. Aber es beginnen auch schon die ersten Planungen für eine weitere CD, schließlich wollen wir uns Zeit lassen, um keinen Schnellschuss zu fabrizieren, aber auch nicht allzu spät damit rüberkommen. Das Kommando rollt - nun müssen wir es am laufen halten.


MR.Graves: Wie immer gehören die letzen Worte euch, was möchtet ihr unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Trolfbert: Danke für das Interview. Und haltet dem wahren Geist des BM die Treue.

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