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Zur Meinung von Amazon

Interview: Interview mit ILL NINO (09/03)

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Veröffentlicht am Dienstag 23 September 2003 07:18:05 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifAnläßlich des neuen Scheibchens „Confession“ klingelte der Basser Laz Pina der Multi-Kulti-Truppe zwecks einem Pläuschchen an. Und freute sich diebisch über geerntetes (und verdientes) Lob… Seine Ansichten über Arschtritt-Festivals, kulturelle Hintergründe und warum er trotz allem gern in Amerika lebt!




Offensichtlich weilten Ill Nino anlässlich der Promo-Termine für das am 29.09. erscheinende Album „Confession“ komplett in Deutschland, denn statt wie angekündigt, riefen nicht Sänger Christian Machado oder Drummer und Bandboss Dave Chavarri an, sondern Tieftöner Laz, der sich als ausgesprochen netter Zeitgenosse entpuppte und bewies, dass auch Basser mehr als drei Sätze am Stück beherrschen.


Laz: Hi, Laz hier! Wie geht`s?

Zombie: Hi! Gut! Freut mich Dich zu hören – wenn ich auch etwas irritiert bin, weil ich mit Chris oder Dave gerechnet hatte! Aber dann kommen wir doch auch gleich auf die erste Frage: wie funktioniert das Songwriting bei Ill Nino?

Laz: Na ja, auf der ersten Scheibe („Revolution Revolucion“ – Anm. d. Verf.) war alles etwas spontaner bzw. er beschrieb ein Gefühl. Auf dem neuen Album erzählt Chris mehr eine Geschichte und warum er dieses Gefühl hat.

Zombie: Gut .- aber ich meinte jetzt eher ob ihr alle am Songwriting beteiligt seid / ward…

Laz: So weit es die Musik betrifft - ja! Christian schreibt die ganzen Texte, und dann schreiben wir die Musik als Band.

Zombie: Aha! An dieser Stelle mal nebenbei herzlichen Glückwunsch zum neuen Album…

Laz: (hörbar erfreut) Vielen Dank!

Zombie: …ich habe gelesen ihr habt vom letzten Album 350.000 Einheiten verkauft. Was erwartet ihr für Verkaufszahlen für das neue Album?

Laz: Naja, eigentlich erwarte ich gar nichts. Ich bin froh über das was wir bisher erreicht haben - also dass wir überhaupt Platten verkaufen können – und ich hoffe das wir auch weiterhin Platten aufnehmen können. Klar hoffe ich das die Leute das Album für sich entdecken - und wir auch eine dritte Scheibe aufnehmen können…

Zombie: Der Grund warum ich frage ist der Hitcharakter vieler Songs. Da sind bestimmt sechs oder sieben Songs, die man als Single auskoppeln könnte! Siehst Du das auch so?

Laz: Wow – danke! Ich denke das kann ich als Kompliment verstehen… (So ist es – und das ist auch ernst gemeint! – Anm. d. Verf.) Ich denke nicht, dass wir das geplant haben. Wir schreiben einfach Songs – also natürlich versuchen wir gute Songs zu schreiben und ein gutes Album abzuliefern. Der Unterschied auf diesem Album ist, dass wir es als Band geschrieben haben. Du kannst auf jeden Fall etwas von jedem in der Band auf diesem Album hören. Wir hatten ein bisschen mehr Zeit im Studio, mehr Zeit ein bisschen zu experimentieren und solche Sachen…

Zombie: Ich finde „Revolution Revolucion“ etwas härter, dafür ist „Confession“ unheimlich eingängig!

Laz: Ich glaube das stimmt – es hat alle Elemente des letzten Albums, aber es beinhaltet mehr Melodien, mehr Percussion, aber auch immer noch die Heaviness. Wir versuchen natürlich etwas neues zu machen. Sicher wäre es einfach, ein Album wie „Revolution Revolucion“ zu wiederholen. Aber das wollten wir nicht. Wir wollten nicht unser erstes Album kopieren. Wir wollten an uns arbeiten und den Fans etwas anderes bieten. Es ist jetzt knapp drei Jahre her, dass das Album damals geschrieben wurde, und wir sind jetzt alle an einem anderen Punkt in unserem Leben! Wir haben uns als Menschen verändert beziehungsweise sind innerlich gewachsen, die Band ist gewachsen – da kommen jede Menge Erfahrungen dazu! Da spielt alles mögliche eine Rolle – persönliche Verluste, irgendwelche Beziehungsgeschichten und so weiter… Wir verloren Personen, die uns nahe standen, während wir auf Tour waren. So etwas macht dich nachdenklich – und all das, was in den letzten vier Jahren passiert ist, spielt auch auf dem Album eine Rolle!

Zombie: Hat es sich auch auf das Songwriting ausgewirkt, dass ihr die letzten zwei Jahre fast komplett auf Tour wart?

Laz: Sicher, auf eine gewisse Art schon – allein dadurch, dass ein Großteil unseres Lebens auf der Straße stattgefunden hat! Es gab eine Menge neuer Erfahrungen und Inspirationen. Das hat sich mit Sicherheit auch auf das Album ausgewirkt. Das letzte Album ist jetzt fast drei Jahre her – und dann waren wir zwei Jahre beinahe durchgehend in der ganzen Welt unterwegs!

Zombie: Und inwiefern haben die beiden neuen Bandmitglieder (Ahrue Luster / Gitarre; Danny Couto / Percussion), die ja erst nach der Pre-Production in die Band kamen Einfluß auf das Material gehabt? Oder anders gefragt: hatten sie überhaupt noch Einfluß oder mussten sie ganz einfach fertige Parts spielen?

Laz: Also, Roger (Vasquez / Percussion) war natürlich in das Songwriting integriert, er verließ die Band erst zwei Tage, bevor wir ins Studio gingen! Wir dachten er spielt das Album noch mit ein – aber das war eben nicht der Fall. Und Danny war ein Freund von uns, der auch schon in einer Band mit Jardel (Paisante / Gitarre) war. Und er ist ein unglaublich guter Percussionist, und er brachte sicher noch Veränderungen! Er brachte die Percussion auf einen anderen Level! Was Tribal-Elemente betrifft, neue Percussion-Instrumente – weißt du, das war genau das, was wir haben wollten! Das bringt auch Ill Nino auf einen neuen Level!

Zombie: Ja, das ist mir aufgefallen! Auf „Confession“ sind wesentlich mehr Tribal-Parts und Latino-Elemente - das macht das ganze irgendwie…lass mich mal nachdenken….*in sämtlichen Gehirnwindungen nach besonders, einigartig such*…ähm…

Laz: Ja! Volltreffer! Wir wollten etwas anderes machen, ohne die Identität der Band zu verleugnen! Wir sind eigentlich nur zusammen gekommen, um heftige Musik zu machen! Und ich denke, dass das auch immer ein sehr wichtiger Teil unserer Band war! Und das war der Knackpunkt, das unter einen Hut zu bringen. Mehr Tribal- und Latino-Percussion einzubauen, war nichts was geplant war. Aber das hat prima funktioniert.
Und was deine Frage von vorher betrifft: Marc (Rizzo / Gitarre) hat einen Teil des Albums eingespielt - eigentlich den größten Teil – und Ahrue kam erst gegen Ende der Aufnahmen zu uns! Er war also nicht am Songwriting beteiligt, aber er hat auf dem Album gespielt – das ging ruck zuck! Wir sind glücklich darüber ihn zu haben – und das wir ihn so schnell hatten! Denn wir hatten in ihm nicht nur einen Ersatz, sondern ein vollwertiges Mitglied in der kurzen Zeit gefunden!

Zombie: Das heißt das nächste Album werden die beiden wesentlich mehr beeinflussen?

Laz: Mit Sicherheit!

Zombie: Wie würdest Du den Stil von Ill Nino bezeichnen? Ich muß in der nächsten Zeit das Review schreiben – und ich habe noch keinen Schimmer als was ich das bezeichnen soll…

Laz: Tja…das ist auch für mich schwierig zu beschreiben! Wenn ich es beschreiben müsste, würde ich es vielleicht Culturel Metal nennen…das ist zumindest das was mir gerade in den Kopf kam! Hahaha!

Zombie: Das klingt gut haha! Um auf ein anderes Thema zu kommen: als ich eure CD als Promo bekam, enthielt sie die Audio-Stamps (in jedem Lied wird 1 – 2 Mal erwähnt, wann das Album erscheint, um zu verhindern, daß gewisse Kollegen die Alben vor dem Veröffentlichungstermin ins Internet stellen – Anm. d. Verf.) die gerade Roadrunner inzwischen auf die Promos machen wegen dem Problem mit den Tauschbörsen. Wie stehst Du persönlich dazu, daß es die Möglichkeit gibt, sich Songs bzw. ganze Alben aus dem Internet herunter zu laden? Ist das für Dich als Musiker ein Problem?

Laz: Na ja...der natürliche „Instinkt“ eines Musikers ist es, seine Musik möglichst weit zu verbreiten! Das ist ganz alleine eine Entscheidung der Plattenfirma, so etwa zu machen – was ich natürlich in gewisser Weise verstehen kann! Einerseits wollen sie ihre Investitionen schützen, und andererseits gäbe es auch für uns keine Möglichkeit, ein neues Album aufzunehmen, wenn die entsprechenden Mittel nicht da sind! Das ist eine blöde Situation: wenn Du eine Band wirklich magst, und Dich das Album irgendwie berührt, werden die meisten Leute das Original haben wollen. Wenn ich eine Band mag, will ich das Cover haben, die Texte lesen und so weiter! Die Kids können nicht überall unsere Musik bekommen, und dann ist es ihnen immer noch lieber, eine Download-Version zu haben – unter diesen Bedingungen ist es dann wieder etwas anderes...

Zombie: Könntest Du Dir vorstellen, eure Musik über das Internet zu verkaufen? Es gibt ja Pläne der Musikindustrie, Songs über das Internet für zum Beispiel einen Euro / Dollar zu verkaufen!? Oder könntest Du Dir vorstellen, Dir Alben oder Songs auf diesem Weg zu besorgen?

Laz: Das ist eher eine Entscheidung der Industrie. Ich persönlich möchte mich auch mit Künstler und dem ganzen Drumherum beschäftigen können. Das macht es für mich schwierig, mich damit anzufreunden!
Als ich mit der Musik anfing, war das nur aus Liebe zur Musik – und nicht um damit reich zu werden! Aber so wie die Entwicklung fortschreitet, können wir Musik vielleicht bald über das Telefon kaufen und uns einspielen zu lassen! Haha! Ich bin da eigentlich schon aufgeschlossen – ich habe auch Musik aus dem Internet, und bin auch schuldig was Downloads betrifft! Aber Alben die ich wirklich mag, will ich als Komplett-Paket haben!

Zombie: Kann ich verstehen! Ihr kommt ja bald mit euren Label-Kollegen Chimaira und Spineshank im Rahmen der Roadrage-Tour hierher. Und nicht nur von denen gibt es neue Alben, sondern auch jede Menge andere Bands, die man in diese New Metal / New Rock-oder-wie-ach-immer-Schublade stecken kann. Glaubst Du, das es da bald zu einem Overkill kommt?

Laz: Also ich sehe mich jetzt nicht in der Sparte New Metal, aber wenn ich so die Bands anschaue, die ich als New Metal bezeichne, dann kann ich mir gut vorstellen, daß es in der Sparte bald einen Overkill gibt! Und wenn Bands gesignt werden, die nicht voll dahinter stehen, wird man sehr schnell merken, wer sich anders gibt als er ist um sich an irgendwelche Trends anzubiedern! Aber da es mich ja eigentlich nicht betrifft, gebe ich da kein Urteil ab... Haha! Aber bei den Bands, die mit uns auf Tour sind, denke ich, daß sie voll und ganz hinter dem stehen, was sie machen! Und die Roadrage-Tour wird ein mächtiger Arschtritt sein, den man nicht verpassen sollte! Wir waren schon mit beiden auf Tour und wissen so in etwa, wie sie drauf sind. Und das wird eine sehr intensive Show werde! Da wird es drei Bands geben, die den Leuten kräftig in den Hintern treten, und Roadrunner werden die Ticketpreise so gestalten, daß es sich die Kids auch leisten können! Also sollte man da auf alle Fälle hingehen...

Zombie: Ich hoffe ich kann mir das irgendwo anschauen... Kannst Du uns auch noch ein bißchen was über die History von Ill Nino erzählen? Wart ihr früher eher eine Metal-Band oder eher Richtung Tribal-Musik oder ähnliches?

Laz: Also ursprünglich – bevor es unter dem Namen Ill Nino lief – war es ein Hardcore-Project. Und die Band ist immer noch sehr intensiv – so wie Hardcore! Die Live-Shows gehen schon fast in Richtung New York-Hardcore. Das was uns in dieser Band zusammen gebracht hat, war harte Musik – und das hatten wir auch alle gemeinsam. Und eines Tages schauten wir uns das Ganze an, und wir alle haben ähnliche kulturelle Wurzeln. Wir kommen alle aus dieser geteilten Gegend an der Ostküste, diese Gegend New York / New Jersey, mit all den verschiedenen Herkunftsländern, aber das hatten wir gemeinsam! Und das wollten wir auch durch unsere Musik ausdrücken. Und das hebt uns ein bisschen heraus und macht uns zu etwas Anderem.

Zombie: Stimmt genau! Ich glaube euer Album ist das erste dieser neuen Veröffentlichungen, welches ich mir auch als Original zulegen werde! Es hat nicht diesen typischen New Metal-Touch, den viele andere haben.

Laz: Vielen Dank!

Zombie: Manche Parts sind anscheinend von Fear Factory und Sepultura beeinflußt. Aber das sind immer nur kurze Stellen, insgesamt aber fällt mir keine Band ein, von der ich sagen könnte „Ill Nino klingt wie...“!

Laz: Stimmt! Gewisse Einflüße sind klar – und die will ich auch gar nicht abstreiten! Gerade eine Band wie Sepultura, die ja die ersten waren, die etwas in dieser Richtung gemacht haben. Die haben die Ureinwohner-Musik von Brasilien verwendet. Und da wir wesentlich mehr kulturelle Hintergründe haben, haben wir beschlossen, das Ganze auf einen anderen Level zu bringen, und haben alle Hintergründe zusammen benutzt.

Zombie: Ich glaube das war der fünfte oder sechste Song, der sich stark nach Sepultura anhörte und zwei Songs später gab es noch ein oder zwei Parts, die nach Fear Factory klingen – das war aber auch alles!

Laz: Ja – aber wir haben nicht absichtlich versucht, die Songs so zu schreiben. Das hat sich ganz einfach so ergeben – und ich denke das ist auch okay! Also mit den Vergleichen kann ich leben... Haha! Diese beiden Bands waren ein großer Teil der vielen Einflüße, die diese Band hat!

Zombie: Ihr habt wenn ich richtig informiert bin alle südamerikanische Wurzeln, lebt aber alle in Nordamerika. Inwiefern spielen diese Wurzeln eine Rolle für Dich in Deinem Privatleben?

Laz: Die sind sehr wichtig! Meine erste Sprache – obwohl ich in Amerika geboren bin, und ich bin glaube ich der einzige in der Band, der in Amerika geboren ist – war Spanisch! Die Kultur, das Essen – der ganze Lebensstil hat mich beeinflußt und mich zu dem gemacht, was ich heute bin! Und das ist natürlich sehr wichtig für mich! Und ich bin auch darauf stolz, wie mein Leben bisher verlaufen ist.

Zombie: Lebst Du immer noch gerne in Amerika nach allem was am 11. September 2001 passiert ist?

Laz: Ich lebe gerne wo meine Familie lebt. Und meine ganze Familie lebt in New York – meine Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten und so weiter. Außerdem bin ich hier geboren. Ich finde hier Geborgenheit – unabhängig von dem ganzen Chaos, das außen herum herrscht! Insofern fühle ich mich wohl hier. Wenn ich könnte, würde ich meine ganze Familie an einen Ort verfrachten, der etwas sicherer ist! Aber das Leben ist ein Rätsel, und du weißt nie, ob es durch einen Krieg, aufgrund einer natürlichen Ursache oder durch einen Unfall wegen irgendeinem Freak beendet wird! Im Grunde genommen habe ich die Furcht vor dem Leben vor ein paar Jahren verloren, als ich jemanden verloren habe, der eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt hat. Deshalb fühle ich mich eigentlich ganz wohl hier...

Zombie: Ich weiß nicht ob Du es weißt, aber vor kurzem haben hier 4 große Metal-Festivals stattgefunden, das letzte am vergangenen Wochenende. Können wir erwarten euch auch mal auf einem dieser Festivals zu sehen?

Laz: Sicher! Letztes Jahr haben wir bei Rock am Ring / Rock im Park gespielt, und ich würde liebend gerne nächstes Jahr wieder auf diesem Festival spielen! Dieses Jahr waren wir dummerweise noch mit Fertigstellen unseres Albums beschäftigt, weshalb wir leider nicht dort auftreten konnten. Aber nächstes Jahr wäre ich liebend gerne dabei!

Zombie: Und das nächste Album kommt dann auch wieder in zwei Jahren!?

Laz: Na ja – dieses Album erscheint ja erst am 29. September! Also frag nicht so was – hahaha! Wir werden jetzt erst mal auf Tour gehen – und eines Tages werden wir mit dem nächsten Album beginnen. Mal sehen ob das in zwei Jahren ist – ich hoffe es! Und ich hoffe Du kaufst es dann! Hahaha!

Zombie: Ok – und dann hören wir uns wieder! Vielen Dank auf alle Fälle für das Beantworten der Fragen!

Laz: Danke Dir das Du sie gestellt hast! Bis dann!

Zombie: Viel Spaß noch – bye bye!

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