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Interview: Interview mit HAGGARD --Mai 04--

Veröffentlicht am Samstag 15 Mai 2004 16:35:03 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifGründer, Gitarrist, Sänger und natürlich Songwriter Asis Nasseri hat 16 bis 20 Kinder, schreibt super Alben und findet nebenher noch Zeit Interviews zu führen. Respekt! Außerdem erfahren wir, warum Beethoven der erste Death Metaller war!








Bei so manchem maulfaulen Musiker kann sich ein halbstündiger Interviewtermin ganz schön ziehen bzw. ist völlig überzogen. Wenn man jedoch am anderen Ende der Leitung den sympathischen Haggard-Boss hat, wird`s schon knapp, und zum Schluß mussten wir ganz schön Gas geben – leider…


Zombie: Hi, wie geht`s?


Asis: Mir geht`s gut – und Dir?


Zombie: Mir geht`s gut, nur der Hund macht mir Sorgen…


Asis: Sag ihm `ne gute Besserung!


Zombie: Werd ich machen… Wie viele Interviews hast Du denn eigentlich schon hinter Dir?


Asis: Circa 30…(zählt nach)…27!


Zombie: Nicht schlecht! Als erstes natürlich Glückwunsch zum neuen Album „Eppur Si Muove“!


Assis: Danke danke! Vielen Dank!


Zombie: Was mich interessieren würde – wie lange hast Du denn für das Songwriting gebraucht?


Asis: Hm…richtig schnell war`s nicht! Das Problem war, das ich mir eigentlich Dracula beziehungsweise Vlad Tepes ausgesucht hatte, und das war anfangs ein sehr interessantes Thema. Aber ich hab dann gesehen, dass das immer mehr und immer mehr Leute machen. Und das wollte ich nicht, dass wir uns in die Liste der Bands einreihen, die über den Vlad was machen, auch wenn mich die Story sehr interessiert. Dann saß ich mal mit einer Bekannten beim Kaffee, war darüber sehr unglücklich, und da meinte sie:“Mach doch irgendwas, was Dir selber gefällt!“. Und da ich Italien-, Astronomie- und Mittelalterfan bin – ergab sich als Quintessenz Galilei!
Und wenn Du Dir den Galilei anschaust, dann hat der natürlich auch eine CD verdient! Denn das was der uns alles mitgebracht hat – das ist unglaublich! Astronomische Entdeckungen, Jupitermonde zum Beispiel, irgendwelche bedeutsamen Nebel im All, Lehre der Mechanik, Mikrospkop, Thermometer, Fallgeschwindigkeitsstudien, die er auf dem Turm von Pisa gemacht hat – er war einfach ein total heller Kopf! Und so etwas beeindruckt mich! Und er hat für seine Sache gekämpft


Zombie: Würdest Du das Album als Konzeptalbum bezeichnen? Oder eher sagen, Ihr hangelt Euch an dem Thema entlang?


Asis: Was ist denn für Dich der Unterschied?


Zombie: Es gibt ja Bands, die sich meinetwegen das Grund-Thema Dracula vorknöpfen, und in den einzelnen Songs darauf Bezug nehmen, diese aber eigenständig gestalten…


Asis: Aber ein Konzeptalbum ist doch ein Album, dass ein gleiches Thema verfolgt!? Ich hab noch keine Band gesehen, die hergeht und von irgendeiner Person ein komplettes Leben beschreibt. Und die Frage ist dann auch wie detailliert man das macht. Es sind bei uns Sequenzen – mal abgesehen von „Herr Mannelig“, das kommt extern dazu – aus Galilei`s Leben. Die Frage ist jetzt bei einem Konzeptalbum – was ist da anders? Fängt man mit der Geburt an und hört beim Tod auf? Denn du hangelst dich ja beim Konzeptalbum innerhalb vom gleichen Thema von A nach B – oder?


Zombie: Das von Dir erwähnte „Herr Mannelig“ war eigentlich der Auslöser für diese Frage: ob Du gesagt hast ich mache das Album über Galilei…


Asis: Ja, das Album ist Galilei gewidmet, und auch „Herr Mannelig“ fügt sich sehr gut ein. „Herr Mannelig“ ist ein Song, der mir seit jeher gut gefällt! Und ich hatte immer so eine eigene Interpretation im Kopf. Aber ich habe mir gesagt, auf der zweiten CD ist es noch nicht Zeit dafür, aber auf der dritten, wenn wir sowieso was über Galilei machen und italienisch eine Rolle spielt – dann kommt auch „Herr Mannelig“ dazu! Weil ich einfach mal zeigen wollte, wie wir den Song interpretieren würden. Und um was anderes geht`s auch nicht – der ist ja nicht von uns komponiert. Aber wenn dann auf italienisch!


Zombie: Hast Du Dir mal überlegt, Dir den „Herr Mannelig“ zu verkneifen, um irgendwelche Vergleiche mit In Extremo zu vermeiden?


Asis: Nein! Hahaha! Wer uns mit In Extremo vergleicht… Ich seh die auch nicht als unmittelbare Konkurrenz von uns, da die ja was total anderes machen, zum Beispiel durch die Death Metal-Elemente. „Herr Mannelig“ ist ein sehr edles Stück, und ich habe als Musiker einfach das Interesse verfolgt, den Song zu machen. Es war weder Wunsch noch Ziel, mit In Extremo genannt zu werden, und im Grunde genommen ist es mir auch egal. Wir weder einen Schaden noch einen Vorteil dadurch haben…


Zombie: Deshalb hab ich mir das im Review auch verkniffen… Du hast gerade die Death Metal-Elemente erwähnt: würdest Du Haggard noch als Metalband bezeichnen? Immerhin ist der Klassikanteil ja eigentlich wesentlich größer..


Asis: Findest Du? Findest Du das die neue CD eher softer oder eher härter ist?


Zombie: Ich würde es nicht an softer oder härter fest machen – ich finde nur den Klassikanteil im Vergleich zu den Death Metal-Elementen so groß, dass ich es im Review eher als Klassik mit Death Metal-Elementen bezeichnet habe.


Asis: Ich hab das Review übrigens gelesen – super Review, danke!!! Es ist schwer zu sagen…ich finde die neue CD härter, und was die Metalparts angeht auch schneller. Hm…ein Haupt-Trademark des Death Metals sind die Grunts, und die müssen da sein! Die müssen immer da sein, den es gibt Bands wie Paradise Lost, die dadurch ihre ganzen Credits verspielt haben. Die hatten wirklich das Zeug dazu, zu einem DER Klassik/Gothic-Acts aufzusteigen – nachdem sie mit „Gothic“ die ersten waren, und leider haben sie sich entschieden, die Grunts weg zu lassen aus kommerziellen Gründen, was auch ok ist. Aber ich glaube nicht, dass es daran hapert. Ich galube, du kannst heutzutage alles mischen, auch im Death Metal-Bereich, aber wenn Du die Grunts weg lässt – das ist etwas, was dir die Fans wirklich übel nehmen!
Ich würde es als gleichwertiges Metal-Klassik-Mittelalter-Album sehen. Wobei – wenn wir von Klassik reden, ist es eine Definitionsfrage: ich sag Klassik, weil Klassik etwas ist wo jeder denkt:“Ah, da spielen Violinen mit!“. Auch einer, der nicht näher Bescheid weiß, weiß mit Klassik was anzufangen. Wobei die Klassik, die wir darunter verstehen ja eigentlich ein Mix ist aus verschiedenen Epochen – Renaissance, Barock, die eigentliche Klassik wie Beethoven sie gespielt hat, Mozart, Romantik wie Grig, Mendelssohn und Impressionismus – Ravel – das läuft alles unter Klassik, und wenn ich sage Klassik, dann meine ich alle diese Nuancen. Die wir auch gerne mischen – wenn das ein Dirigent anhören würde, der würde sagen „Haggard gehen her und mischen einen Part, der in Irland im 14. Jahrhundert gespielt hätte werden können, mit einem Part aus der Romantik, der eher aus Österreich 300 Jahre später stammen könnte!“. Aber das ist es ja, was das ganze so interessant macht, denn ich finde nichts langweiliger, als sich in der Hinsicht an irgendwelche Regeln zu halten. Denn wenn wir hergehen, und eh schon Death Metal ins Spiel bringen – dann dürfen wir auch die Klassik-Epochen mischen! Dann macht das das Kraut auch nicht mehr fett…


Zombie: Klingt logisch. Um bei dem Thema noch so ansatzweise zu bleiben – ihr habt ja als „klassiche“ Death Metal-Band angefangen, und so richtig was von Haggard mitbekommen hat man ja erst, als ihr schon die ganzen Musiker und Klassikelemente involviert hattet. Wie seid Ihr denn dann dazu gekommen, die Band so allmählich aufzustocken?


Asis: Das war so: Luz (Marsen, Drums) und ich haben uns `89 zum ersten mal kennen gelernt, haben dann die Band gegründet, ein Demo raus gebracht und Konzerte gespielt, und ich war und bin stiller Verehrer von Chuck Schuldiner…


Zombie: Der war oder ist einfach Gott!


Asis: Das seh ich auch so! Darum heißt mein Sohn mit zweitem Namen auch Chuck. Der war so eine Art Mentor und dementsprechend haben wir technischen Death Metal gespielt – da mal Gefrickel und da mal ein krummer Takt. Und irgendwann mal hat das ganze stagniert. Irgendwann mal erreichst du deine Grenzen – da geht`s nicht mehr frickeliger oder sonst wie. Und das wollte ich auch nicht. Ich wollte die Eingängigkeit eher herunter setzen, aber die musikalische Qualität eher nach oben setzen. Und zu dem Zeitpunkt hatte ich auch mein Faible für die Klassik entdeckt – und alles was so in diese Zeit fällt, ist für mich die Hoch-Zeit des menschlichen Komponierens! Egal ob du jetzt Bach nimmst mit seinen Innovationen wie wohltemperiertes Klavier, andere Komponisten – das war ein anderer IQ beim komponieren als es heute der Fall ist. Da war die Zeit halt reif für so einen intelligenten Sound.
„Eingängigkeit runterschrauben“, das heißt Lieder die nicht alle zwei Sekunden den Takt wechseln, aber dafür die musikalische Qualität trotzdem beizubehalten. Und dann hab ich angefangen, drei weitere Leute in die Band zu nehmen und habe auch immer weitere Inspirationen für weitere Lines und andere Instrumente bekommen, und ein halbes Jahr später waren wir bei 16 Leuten!


Zombie: Im Info steht was davon, ihr wäret inzwischen auf 20 Musiker angewachsen, auf der Homepage steht aber nichts davon – was stimmt denn da jetzt eigentlich?


Asis: Wir pendeln zwischen 16, 17 und 20. Es ist so, dass wir ab und zu Musiker haben, die sagen „Hey, mir taugt Euer Sound total!“, aber irgendwann werden die halt mit dem Studium fertig, oder ziehen um oder sonst was. Ich bin jemand der sich denkt, ob wir mit drei oder fünf Geigen spielen – wenn wir gute Leute bekommen können, die mit dem Herzen dabei sind und auf die Musik abfahren, und die Leute ziehen dann um – so was kann man nicht voraus sehen. Insofern ist da immer eine minimale Fluktuation in der Band.


Zombie: Du hast ja das Album größtenteils im Alleingang geschrieben…


Asis: Ja moment, also das „Menuetto In Fa-Minore“ und „Gavotta In Si-Minore“ ist von unserem Klarinettisten Robert von Greding, und „Larghetto / Epilogo Adagio“ hat der Hans, unser Pianist geschrieben. Bei so kurzen Einwürfen ist es mir wichtig, dass sie da sind zwischen den Chaptern, denn die verlangen Hörern, die Haggard das erste mal hören schon einiges ab. Da sind hier mal Pauken, da eine Geigenline – und wenn man sich die CD am Stück durch hört, dann finde ich es wichtig, dass solche Eineinhalbminüter mal dabei sind. Einfach ein geiles Menuett, dass auch historisch korrekt komponiert wurde – der Robert ist Kompositeur von Beruf. Was die harten Scahen angeht, wo also Grunts und so vorkommen – die komponier ich komplett.


Zombie: Und inwiefern haben die anderen da dann noch ein Mitspracherecht?


Asis: HAHAHA! Ich wusste es, ich wusste es! Ich will jetzt hier nicht den großen Diktator mimen, aber es ist so, dass ich sehr konkrete Vorstellungen habe, und das es letztendlich nach meinem Kopf geht. Und das ist unendlich wichtig, denn wenn du zu so vielen Leuten sagst:“So, wir schreiben jetzt alle zusammen einen Song!“ – das geht nicht. Das war von Anfang an so, dass ich das gemacht habe, und so habe ich das auch adaptiert. Und wir sind jetzt auf „And Thou Shalt Trust…The Seer“, der zweiten CD und der neuen recht gut damit gefahren, und es taugt den Leuten. Das heißt aber nicht, dass die Leute gar nicht dran beteiligt sind! So Sachen wie harmonietechnisch – ich bin kein ausgebildeter Klassiker, und dann haben wir drei Stimmen, und die reiben sich. Dann kommen unsere Leute ins Spiel und sagen „Hier machen wir das und hier machen wir das..“ – da bin ich denen natürlich auch dankbar und liefere mich denen auch gerne aus. Es ist nicht so, dass ich mit der Partitur vom Berg herunter steig und sage „Hier spielt das mal!“. Ich liefer halt die Hauptideen, aber wenn ich meine „jetzt“ muß es knallen – dann knallt`s auch an der Stelle! Das heißt dann kommt auch der Metal-Einsatz. Trotzdem bin ich total abhängig und angewiesen auf die Klassiker! Weil die es harmonietechnisch einfach drauf haben – auch unser Produzent zum Beispiel: Harmoniegenie! Auf die bin ich angewiesen, denn ich habe keine klassische Ausbildung und spiele auch kein klassisches Instrument.


Zombie: Das hat mich ja an dem Album so begeistert – das sich das Wechselspiel Klassik und Metal so gut ergänzt beziehungsweise immer homogen anhört. Im Vergleich mit Therion, die da ja so was wie Vorreiter waren: es hat sich letztendlich zwar gut angehört, aber es war immer entweder Metal oder Klassik.


Asis: Richtig, genau!


Zombie: Bei Euch ist das immer ein fließender Übergang – liegt das daran, dass Ihr öfter oder immer zusammen probt?


Asis: Ich denke das liegt an meiner Komponierweise. Denn ich bin der Meinung, dass die klassischen Instrumente durchaus auch bei einem Metalpart die Leads übernehmen können. Das ist einfach ein Kompetenzfrage, inwiefern du die Klassikinstrumente in die Metalparts einbindest. Kompetenzfrage in dem Sinne: welche Kompetenz gewährst du den klassischen Parts: dürfen die die Leads übernehmen, wie bei „All`inizio è La Morte“ - das hätte auch eine E-Gitarre machen können! Trotzdem ist es Metal mit Doublebass und so weiter. Das ist das was mir bei anderen Bands in der Richtung fehlt: da hörst du das Intro, Bombast und so weiter – und dann geht`s auf einmal metalmässig weiter! Warum nicht das Metalzeug dazukommen lassen? Das soll nicht fifty-fifty ablaufen mit entweder-oder, sonder durchgemischt werden. Viele Leute scheinen es nicht zu sehen, dass Klassik und Metal ganz krasse Parallelen haben.
Nehmen wir mal Beethoven`s Fünfte: super Schlager! Wenn du dir da mal ein schleppendes Schlagzeug dazu vorstellst und E-Gitarren – eigentlich ist das Death Metal! Beethoven kannte aber noch keine E-Gitarren, das heißt er hat richtig bombastisch-düsteren Sound gemacht – da könntest du Gitarrren drunter legen, und das würde ein Hit werden! (In dem Moment war Asis schwer am schwärmen! – Anm. d. Verf.) Im Popgenre haben sie das ja schon öfter gemacht, und das würde für`s Metalgenre noch besser passen! Ich finde, dass Death Metal und Klassik stellenweise exakt die selben Parallelen haben. Da wird mich wahrscheinlich jeder klassiche Kompositeur an die Wand nageln… Aber aus der Überzeugung mache ich das so, wie ich es auf unseren Alben mache, und das funktioniert!


Zombie: Wär das nicht mal was was Du Dir vorstellen könntest? Ich wollte eh noch fragen ob Du schon was neues im Hinterkopf hast… So wie anderer Bands irgendwelche Coveralben machen nehmt Ihr Euch Klassikstücke vor…


Asis: Habe ich mir natürlich schon überlegt! Aber das würde uns in eine ganz bestimmte Richtung drängen. Nämlich: jetzt ist es so, wir haben einen Standpunkt, nämlich das wir außerhalb jeglicher Normen sind, also quasi im Niemandsland. Richtige Klassikhörer hören uns an und sagen:“Ok, Metal – krass, aber die Klassik – gefällt mir oder gefällt mir nicht.“. Metalfans sagen das selbe. Wenn wir jetzt hergehen würden, und sagen wir Beethoven machen, dann würden wir in das Revier der amtlichen Klassiker eindringen. Das heißt:“Aha – die spielen jetzt Beethoven nach!“. Ich hab schon viele viele Klassikalben gehört, die richtig, richtig schlechte Kritiken bekamen in diesem Klassikmagazin. Da geht es nicht mehr darum, ob der Ton richtig gespielt ist oder nicht, sondern darum, mit welchem Instrument ist das gespielt, war das eine Stradivari oder nicht – die haben so kleine Kritikpunkte, um eine Platte für schlecht zu befinden. Und wenn ich mich in dieses Ding begeben würde, in diesen Kompetenzbereich – da würde ich abstürzen, das weiß ich! Um bekannte Klassikstücke – Mozart`s „Requiem“ würde ich liebend gerne machen, einige Stücke von Bach – zu machen, stellst du dich praktisch auf eine Stufe mit bekannten Orchestern, die das auch machen. Zwar ohne Metal, aber dadurch, dass das Profis sind, machen die das besser, und dann bist du „the last in line“. Momentan stehen wir irgendwo, und es ist nicht so, dass es ein wirkliches Vergleichsprodukt gibt, es ist nicht so, dass es in Belgien zwei Bands gibt, die mit 18 Leuten so einen Sound machen, in Österreich und in Mexiko, sondern das ist eine relativ unique Sache – und ich möchte auch, dass das so bleibt! Damit würden wir in die seriöse Klassik eindringen, wenn auch auf hart, und da hätten wir gleich ganz andere Kritiken. Da würden die Leute sagen:“Das ist zwar schon ganz geil, aber ich hab das gehört mit Karajan und Orchester, und die machen das viel besser!“. Da ist zwar kein Metal dabei, aber egal… Sich an so was zu wagen kannst du machen als sehr bekannte Band, wenn du außerhalb aller Konkurrenz stehst, aber in unserem Stadium würde uns das eher schaden als nutzen!


Zombie: Ok! Zum Schluß – die halbe Stunde ist ja fast um – muß ich jetzt mal ein bisschen was zusammen fassen: wie ist es bei Euch mit Proben, finden die regulär statt und wie ist es mit den Aufnahmen – ihr werdet ja kaum alle zusammen in einem riesengroßen Studio gesessen sein!?


Asis: Proben gibt`s, aber es ist so, dass unsere Musiker so fit sind, dass sie sich die Noten aufschreiben, dann gehen die ins Studio und spielen das. Es ist nicht so, dass es Parts gegeben hätte, wo die Musiker sagen „da muß ich erst zwei Wochen üben“ – die gehen ins Studio und spielen das halt. Ein Probenwochenende läuft so ab: wir treffen uns in einem Gasthof, wo nebendran große Hallen sind, und da proben alle amtlichen Orchester im Raum München zu einem so genannten Probenwochenende – und das machen wir jetzt auch.


Zombie: Dann habt Ihr ja auf der CD noch diverse Gastmusiker – du hast gesagt stellenweise wart ihr schon 20 Leute – hast Du irgendwann mal gesagt ich begrenz es auf…


Asis: 20! In dieser Hinsicht 20. Ich glaube ich muß mir in dieser Sache nichts mehr beweisen. Das heißt wenn ich sagen würde, ich will 35 Musiker haben, dann geb ich Dir Brief und Siegel, dass ich in einem halben Jahr, Jahr die doppelte Anzahl an Musikern hätte! Es würde bloß keinen Sinn machen, denn wir haben einen relativ krassen Kammerorchester-Einschlag, und das ist auch was mir wichtig ist. Diese Bombast-Orchester-Geschichte ist nicht das, wo ich hin will. Mir ist lieber wir haben ein Cello, ein paar Violinen, nicht gleich 20, wir haben eine Flöte – das ist viel schöner, wenn die Instrumente einzeln vorhanden sind und nicht vier Oboen und drei Hörner. Bei 20 Musikern würde ich sagen hört`s auf.


Zombie: Ihr spielt ja bald einige Konzerte – empfindest Du die Größe der Band da manchmal als störend? Gerade in Bezug auf Tourneen? Und hast Du schon mal darüber nachgedacht, die Band meinetwegen auf zehn Leute zu reduzieren und dann technisch ein bisschen nachzuhelfen?


Asis: Würde ich niemals machen! Niemals aus folgendem Grund: alle Mitmusiker sind meine Babies, und ich würde nie jemanden runterstreichen! Es ist schon hart genug, wenn man mal ein Konzert ohne Oboe oder so spielen müssen, was zum Glück noch nicht vorgekommen ist, aber ich würde nie hergehen und sagen um zum Beispiel die Tourkosten im Rahmen zu halten spielen wir mit zehn Leuten. Das macht man nicht. Ich bin froh so ein Team um mich zu haben und ich brauche das Team auch um zu arbeiten! Wenn wir keine Tour spielen können – spielen wir keine Tour. Dann müssen wir halt warten, bis wir so viele Verkäufe einfahren, dass wir so eine Tour spielen können. Wir waren ja auch schon zweimal auf Tour, dann müssen wir eben mit zwei Nightlinern fahren. Ich verlang ja auch nicht, dass wir da 10.000 Euro am Tag kriegen. Es ist eine Menge Idealismus dabei, den ich aber brechen würde, wenn ich sagen würde, einige Leute würden ausgeschlossen. Eine Sängerin an Stelle von drei, aber vielleicht kann die eine nicht alles singen und so weiter… Momentan ist die Harmonie wieder sehr gut bei uns in der Band, und dadurch würde ich es zerstören. Außerdem wäre es den Fans gegenüber der absolute Beschiss – weil der Fan will Haggard sehen mit 16, 17 oder notfalls 15 Leuten, aber nicht mit zehn!


Zombie: Das ist doch ein prima Schlusswort! Dann wünsche ich Euch weiterhin noch viel Erfolg!

Asis: Danke! Servus!


Zombie: Servus!

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