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Interview: Interview mit Gino Naschke von CHÂLICE am 14.08.2007

Veröffentlicht am Dienstag 25 September 2007 20:03:59 von madrebel
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Interview mit Gino Naschke von CHÂLICE am 14.08.2007
  •  
Da CHÂLICE schon seit ihrer Gründung für mich zu einer der beständigsten Hard Rock Combos zählt, habe ich ein Interview mit Sänger Gino Naschke geführt, um unter anderem zu erfahren, warum CHÂLICE ein ruhiges unplugged Album aufgenommen haben.
  •  
Redtotem:
  • Das neue Album ist ein gutes unplugged Album geworden. Wie ist die Idee dazu entstanden?
Gino Naschke:
  • Die Idee ist entstanden, weil wir immer wieder unterwegs, wenn wir Shows gespielt haben gefragt wurden, ob wir das nicht auch einmal aufnehmen wollen, was wir da machen. Wir haben das oft gespielt, akustisch und es kam immer sehr gut an und eigentlich waren es die Fans die uns dazu getrieben haben, das die gesagt haben, Mensch nehmt das mal auf, macht mal ein Album draus. Irgendwann haben wir dann gesagt, okay, da gehen wir mal ran. Das ist jetzt entstanden.
 Redtotem:
  • Mitproduziert hat „Bare“ wieder Dennis Ward von Pink Cream 69. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Gino Naschke:
  • Mit Dennis Ward arbeiten wir jetzt schon das dritte Album zusammen und das hat sich damals irgendwie ergeben, weil wir einfach einen Produzenten suchten, der den Sound den wir live haben auch irgendwie auf Platte bringt, und da war das gar nicht so leicht jemand zu finden, der das wirklich so arbeitet wie wir uns das vorstellten. Wir sind dann irgendwann, nach einigen Suchen bei Dennis gelandet und sind seitdem auch sehr begeistert, haben ein gutes Verhältnis und haben sehr viel Spaß mit ihm. Wir sind eigentlich mit dem was er tut und wie er arbeitet sehr zufrieden und so ist es dann auch dazu gekommen, dass wir auch bei diesem Album gesagt haben, es ist zwar was ganz anderes, aber wir wissen was er kann, wir wissen das er aus verschiedenen musikalischen Bereichen kommt und auch solche Sachen eben umsetzen kann. So haben wir gedacht, er kann auch mal wieder ran und ich denke das Ergebnis spricht wieder einmal für Dennis.
Redtotem:
  • Habt ihr schon irgendwelche Feedbacks zu „Bare“ bekommen?
Gino Naschke:
  • Feedbacks gibt’s schon einige. Wir haben sehr gute Resonanzen bekommen. Viele die bisher mit unserer Musik schon etwas anfangen konnten, aber denen das vielleicht zu hart war, die regen sich zum ersten mal und sagen, das ist ja Musik die kann ich auch hören. Wir haben eigentlich durchweg positive Resonanzen, auch von denen die das kannten, was wir gemacht haben. Sie sind sehr begeistert von dem wie wir das umgesetzt haben, weil die Songs zwar von der Struktur ähnlich geblieben sind, aber doch irgendwie insgesamt ganz anders tönen.
Redtotem:
  • Die Songauswahl ist gut, aber hier und da fallen einem Songs ein, die evtl. Unplugged gut kommen würden. Ich persönlich denke da z.B. an den Song „Seven Seas“. Wie kam die Auswahl der Songs zustande?
Gino Naschke:
  • Das ist lustig, das ausgerechnet „Seven Seas“ sagst. Wir sind tatsächlich jeden Song einmal durchgegangen. Wir haben mittlerweile schon einige Alben am Start, wir konnten also einen Katalog von fünf Alben durchgucken und ich hab die Jungs da glaube ich ein bisschen genervt. Ich habe gesagt, ich möchte das wir jeden Song wenigstens einmal anspielen, auch wenn man sich die Titel anguckt, dann waren da viele Songs von denen wir dachten das geht nie den akustisch umzusetzen. Trotzdem haben wir uns da so ein bisschen durchgeprügelt, haben es einfach versucht und haben da eigentlich ganz viele Entdeckungen gemacht. Songs die wir echt nicht auf dem Schirm hatten, die klangen auf einmal ganz spannend, weil wir da ran gegangen sind und haben die zum Teil komplett verändert. Wir haben einen neuen Rhythmus rein. Wir haben sie schneller oder langsamer gespielt und auf einmal wurde dann ein ganz anderer Song draus und das war dann irgendwie sehr sehr spannend. Bei „Seven Seas“ wäre das sicherlich ein wenig schwieriger gewesen, weil der einfach sehr komplex ist und sehr viele verschiedene teile hat. Die hätten glaube ich auf so einem Album nicht so gewirkt.
Redtotem:
  • Eure Musik wird mal als Hard Rock, dann wieder als Melodic Metal bezeichnet. Wie würdet ihr euren Stil nennen?
Gino Naschke:
  • Das ist echt eine schwierige Frage, weil diese Stil-Schublade-Denke liegt mir und auch den anderen herzlich wenig. Ich persönlich finde Melodic Metal nicht richtig, weil wir sind nicht Metal. Wir sind melodisch, wir sind irgendwie Hard Rock, aber wie man das nun genau bezeichnen soll, keine Ahnung. Das muss derjenige machen der es hört. Das fällt uns total schwer, melodisch und hart. Irgendwo dazwischen.
Redtotem:
  • Welche Bands haben euch am meisten beeinflusst?
Gino:
  • Das ist eine lustige Frage, die wird uns auch immer wieder gestellt. Wir haben fünf Leute und entsprechend viel Einflüsse. Wir haben die unterschiedlichsten Sachen da drin. wir haben den Michael (Mehl/d), der irgendwie total von KISS beeinflusst ist, für den das, dass Größte ist. Steve (Lagleder/g) kommt aus der MARILLION und DEEP PURPLE Ecke. Olli (Scheer/g) dagegen hört eher so DREAM THEATER, WHITESNAKE und 80er Sachen und bei mir persönlich geht’s mehr so in die popigeren Ecken wie JOURNEY oder auch  BON JOVI. Aber JOURNEY ist für mich ein großes Highlight. Axel (Hoffmann/p) ist Prog beeinflusst, also YES und ich glaube auch URIAH HEEP und solche Sachen sind so seine Leidenschaft. Fünf Leute die doch sehr unterschiedliche Stile mögen. Was uns alle vereint ist glaube ich der Hang zu Melodien und zu einer harten Gitarre und so fügt sich das alles zusammen.
Redtotem:
  • Was war der größte Auftritt den Châlice bisher hatten und was war der Beste?
Gino:
  • Das ist schwierig zu beantworten. Es gibt ganz unterschiedliche Gigs. Wir haben ganz kleine Shows gespielt, die mir persönlich super gefallen haben. Wir haben auch ganz große Shows gespielt. Wir haben mit DEEP PURPLE gespielt in Hallen die 4000 – 5000 Leute gefasst haben und das ist etwas, was einen Rocker auf der Bühne am meisten begeistert. Das sind dann die Shows die einen prägen und wo man davon noch lange zehrt. Die DEEP PURPLE Sachen waren gerade für uns das wichtigste. Was auch sicher ganz groß war, war die Tour mit DORO die wir gemacht haben. Das war zu einer Zeit, wo wir so etwas noch nie gemacht hatten. Wir waren vier Wochen unterwegs und haben komplett Europa bereist. Es war eine sehr schöne große Tour und es hat uns mit einer Band zusammengeführt, die einfach nett war und wo wir super viel Spaß hatten. Wir hatten vorher schon andere Support Sachen gemacht, aber DORO war da etwas ganz spezielles. Die ganze Tour war eine einzige Party und das lässt dann auch zusammen wachsen.
 Redtotem:
  • Eure Tourdaten beschränken sich meist auf den Norden Deutschlands. Ist sonst nichts in Planung, wie zum Beispiel auch bei uns hier zu spielen?
Gino:
  •  Also, an uns liegt das nicht, hahaha. Wir sind ja immer dabei, wenn jemand sagt wir sollen irgendwo spielen. Wenn wir auf Tour sind, kommt es auch darauf an wie das routing ist. Wir haben auch im Rahmen von solchen Sachen wie DORO oder auch HEEP schon wirklich fast überall gespielt. In jüngster Vergangenheit leider nicht, wir sind aber gerade dabei etwas in Stuttgart auszumachen, was wohl so wie es aussieht klappt und wir haben eine weitere Show in Nürnberg geplant. Das wird wohl wahrscheinlich im Oktober stattfinden.
Redtotem:
  • CHÂLICE gründeten sich vor etwa 15 Jahren soweit ich weiß. Wie hat sich euer Leben seit damals verändert?
Gino:
  • Sicherlich hat sich einiges getan, aber ich glaube Grundidee warum wir das machen und warum wir als Band zusammen sind ist unverändert.
Redtotem:
  • Das erste Mal habe ich CHÂLICE auf einem kleinen Festival im Odenwald gesehen. Das war 1993 glaube ich. Für mich wart ihr neben Wild Frontier und Tipsy Slut die beste Band an diesem Abend. Erinnert ihr euch an die Anfangszeit zurück, oder geht es immer nur vorwärts?
Gino:
  • Hahaha, ja, das ist gut, dass du noch die Bands erwähnst, Odenwald alleine hätte mich wahrscheinlich nicht auf die Show gebracht. Aber so weiß ich jetzt das es Mörlenbach war ein ziemlich legendäres Festival, was wir auch noch in Erinnerung haben. was aber in der Tat schon recht lange zurück liegt. War damals ein Riesen Spaß und soweit ich mich noch erinnere waren Tipsy Slut eine der Bands mit der wir danach noch etwas zu tun hatten, auch mit den Wild Frontier Jungs. Viel daraus ist leider dann doch nicht geworden. Wir hatten gedacht, dass sich das Festival vielleicht irgendwann noch mal wiederholt, aber so war das dann doch nicht. Ist ne witzige Erinnerung und es ist lustig das du auch dabei warst.
Redtotem:
  • Nun ein paar Fragen die mich persönlich interessieren. 2001 habt ihr im Vorprogramm von Doro Pesch in Aschaffenburg gespielt. Mir ist damals soweit ich noch weiß Gino über den Weg gelaufen und ich hab ihn spontan gefragt ob er ein Interview mit mir machen würde, was er auch tat. Kommt das öfters vor, oder war das damals schon etwas, na ja, aufdringlich?
Gino:
  • Aufdringlich war das natürlich nicht und wir freuen uns wenn so was statt findet. Du bist sicherlich einer der mir in Erinnerung geblieben ist, denn so oft passiert es ja doch nicht.
Redtotem:
  • Wenn du nicht Musiker geworden wärst, was wärst du geworden?
Gino:
  • Ehrlich gesagt, gibt es da für mich keine zweite Wahl. Für mich war immer wichtig Musik zu machen und das ist irgendwie nach wie vor auf Platz eins und ich bin froh, dass es so ist wie es gekommen ist. Das einzige was ich mir hätte noch vorstellen können, wäre irgend etwas sportliches zu machen. Für mich war immer irgendwie Ski fahren oder Skilehrer ne Alternative, aber nicht wirklich zur Musik. Insofern ist es gut so wie es gelaufen ist.
Redtotem:
  • Was für ein Album bringt dich wieder hoch, wenn du mal down bist?
Gino:
  • Da fällt mir spontan „Escape“ von JOURNEY ein. Das wär so ein Album, das ich immer gerne höre.
 Redtotem:
  • Welche drei Alben würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Gino:
  • Das ist ja der Klassiker. Das ist die Frage, die immer wieder gerne gestellt wird, wo ich jedes Mal ins rätseln komme. Für mich gibt es, neben unseren Alben die ich mitnehmen würde, Mann, sind die geil, hahahaha. Ich glaube MEAT LOAF „Bat Out Of Hell“ würde ich gerne dabei haben wollen und JOURNEY, „Escape” natürlich, weil die bringt mich ja gut drauf und dann noch das Album „Ice“ was mitnehmen würde mit JEFF SCOTT SOTO, das ist auch ein Album was ich sehr geil finde.
 Redtotem:
  • Hast du schon einmal daran gedacht einen Film zu drehen, wenn ja was für eine Art Film wäre das?
Gino:
  • Wir haben gerade einen Film gedreht, ein klitzekleines Video, was schon so viele Stunden verschlissen hat, dass ich gar nicht ahnen möchte, wie lange wir an einem richtigen Film drehen würden, hahaha. Filme drehen finde ich extrem spannend, aber da habe ich zu wenig Erfahrung, als das ich hier irgendwie große Konzepte raustun könnte. Ich könnte mir vorstellen, das jemand über uns als Band, über all das was wir in diesen Jahren so erlebt haben einen Film dreht. Das würde auch ziemlich abendfüllend glaube ich.
Redtotem:
  • Was ist dein persönlicher Lieblingsfilm und Lieblingsschauspieler?
Gino:
  • Also einen den ich wirklich gern sehe und es gibt wenige, die ich mir mehrmals angeguckt habe, das wäre „Einer flog über’s Kuckucksnest“ mit Jack Nicholson und das ist auch gleichzeitig einer meiner Favoriten was Schauspielerei angeht.
Redtotem:
  • Letzte Frage: Wie sieht die Zukunft bei CHÂLICE aus? Eine große Tour, oder vielleicht ein neues Album?
Gino:
  • Im Moment planen wir ganz groß weiter zu machen. Wir haben nun dieses Akustik Album gemacht, was geil war, weil’s so ein Intermezzo war zwischen dem was wir bisher gemacht haben und was jetzt kommen soll. Der Sound ist klar bestimmt, er ist heavy und geht nach vorne und soll auch auf einer großen Bühne funktionieren. Aber zuerst steht dann ein neues Album an und wir sind gerade dabei neue Songs zu schreiben. Dann ist natürlich der nächste Punkt eine große Tour, wo wir hoffentlich mitfahren, ich würde sehr gerne wieder nach Südeuropa mitfahren, weil das war für mich eines der größten Erlebnisse. Ansonsten wollen wir noch einige Shows dieses Jahr machen, unter anderem mit SURVIVOR, und ein Auftritt mit DORO in Braunschweig steht fest. Wir sind da guter Dinge, schreiben neue Songs und sehen zu, dass wir wieder auf die Bretter kommen.
Redtotem:
  • Vielen Dank für das Interview
Redtotem

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