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Interview: Interview mit Dougie White von CORNERSTONE am 16.04.2007

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Veröffentlicht am Dienstag 29 Mai 2007 20:51:24 von madrebel
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CORNERSTONE ist die Band um den ex-ROYAL HUNT Basser Steen Morgensen. Am Mikrofon ist kein geringerer als einer der besten Shouter des Rock Business Dougie White. Dougie White war schon bei YNGWIE J. MALMSTEEN’s Band und auch bei RAINBOW. Ich hatte die Gelegenheit mich mit Dougie White nach dem Auftritt im Colo-Saal in Aschaffenburg zu unterhalten.
  •  
Redtotem:
  • Heute Abend waren höchstens 200 Menschen anwesend. Warst du da überrascht?
Dougie White:
  • Nicht unbedingt, denn es ist ein ganz normaler Wochentag. Die Kids müssen morgen wieder zur Schule und die Erwachsenen zur Arbeit. Möglicherweise lag es daran. Ich persönlich spiele lieber vor wenigen Leuten die total begeistert sind, als vor vielen wo dann gar nichts zurück kommt. Die etwa 200 Fans, die heute Abend hier waren, kamen um uns zu sehen und ich denke sie haben den CORNERSTONE Auftritt gemocht, die Stimmung war gut. Sie haben es heute Abend geliebt und das ist das Wichtigste.
Redtotem:
  • Das Album „Two Tales Of One Tomorrow“ ist hervorragend. Wie lange habt ihr daran gearbeitet?
Dougie White:
  • Das Album fertig zu stellen hat ziemlich lange gedauert. Unter anderem, weil Bassist und Bandgründer Steen Morgensen ein eigenes Studio gebaut hat und darin aufnehmen wollte. Das hat den Vorteil, dass du so lange an deinem Album arbeiten kannst wie du willst. Ich war auch auf Tour mit Yngwie Malmsteen für fast 18 Monate, das schob es auch noch etwas heraus. Die Plattenfirma wollte das Album schon im Oktober 2006 veröffentlichen, so ähnlich war es auch beim letzten CORNERSTONE Album. Etwa 8 Wochen später redete niemand mehr über das Album und wir gingen erst viel später auf Tour. Diesmal kam das Album im Februar 2007 heraus, kurz vor Tourbeginn. Die Arbeit am Album dauerte so etwa 18 Monate glaube ich und dann wurde es noch mal verschoben, das war uns lieber. Die Plattenfirma wollte das Album unbedingt früher, also noch 2006 veröffentlichen, aber wir wollten das nicht, weil wir dachten es wäre dann schon zu alt. Aber die Plattenfirma setzte uns auch nicht unter Druck, ganz im Gegenteil sie ließen uns das tun. Wir hatten ein gutes Abkommen.
Redtotem:
  • Hast du schon irgendwelche Feedbacks zum Album bekommen oder gelesen?
Dougie White:
  •  Das Feedback von Fans, Radio und Magazinen von denen ich es weiß, war total einstimmig positiv. Keiner war der Meinung es wäre ein schwaches Album und wenn du so etwas erfährst, dann ist das absolut fantastisch. Caspar (Damgaard-g- anm. von Redtotem) und Rune (Brink-k-anm. von Redtotem)spielten sehr gut auf dem Album zusammen. Auch auf der Bühne sind die beiden unglaublich. Ich denke Rune ist der Star vom neuen Album, denn seine Keyboard Leistung ist unglaublich.
Redtotem:
  • Du warst auch mit Yngwie Malmsteen auf Tour. Ich habe aber gehört, dass du am Ende nicht mehr so gerne mit ihm aufgetreten bist, stimmt das?
Dougie White:
  • Nein, nein, das ist nicht richtig. Ich weiß nicht wo du diese Info her hast, aber das stimmt nicht. Yngwie ist ein sehr netter Kerl und wir arbeiteten immer gut zusammen. Er ist sehr erfolgreich und ich respektiere das was er tut. Ich habe die Band von mir aus verlassen, weil ich ungeduldig wurde und nach Hause wollte. Yngwie ist seit 25 Jahren erfolgreich und spielt oben mit und da dauert eine Tour schon einmal länger. Ich weiß nicht wo du das gehört hast, aber es ist falsch. Yngwie Malmsteen ist ein unglaublich talentierter Musiker finde ich.
Redtotem:
  • Das neue Album „Two Tales Of One Tomorrow“ klingt etwas mystischer und dunkler als die Vorgängeralben von CORNERSTONE: Wie kam das?
Dougie White:
  • Im allgemeinen ist es einfacher da weiter zu machen, wo man aufgehört hat. Wir wollten diesmal etwas anderes tun. Wir wollten etwas spielen, das für uns interessant ist. Steen ist ganz hervorragend im arrangieren und produzieren. Er ist gut darin Dinge in einem Song zu finden, die den Song interessant machen. Das Album ist etwas dunkler, da hast du recht. Es ist deshalb dunkler, weil wir zu den dunkleren Perioden über gegangen sind. Die dunkle Seite des Lebens ist in diesem Fall interessanter als die fröhliche, glückliche Seite. Viele Menschen verbinden Rock automatisch mit der dunklen Seite, aber ich rede hier nicht von Satan und Hölle und so etwas, sondern von Trauer, Elend, Unverstandenheit oder auch das jemand schon schief angesehen wird, weil er anders angezogen oder tätowiert ist. Damit ist die dunkle Seite des Lebens gemeint. Das großartige ist hierbei, dass die Rockgemeinde im großen ganzen zusammen hält. Egal ob jemand BLACK SABBATH oder LED ZEPPELIN mag, oder eher Bands wie MNEMIC, eigentlich halten sie zusammen. Wenn du auf der anderen Seite die Rap und Hip Hop Gemeinde siehst, dann bekriegen die sich ständig, auch in ihren Songs. Der ganze East Coast und West Coast Bullshit, verstehst du? Ich meine, die schießen aufeinander wegen irgendwelchen Lyrics. Da hält die Rockgemeinde mehr zusammen finde ich. Ich denke es liegt daran das Rockmusik mein, dein, unser, der ganzen Gemeinde ihr Leben bestimmt, also es ist ein Teil des Lebens der Rock Fans, die Musik.
Redtotem:
  • Warum ist das Keyboard so im Vordergrund auf dem neuen Album?
Dougie White:
  • Auf dem letzten Album waren die Gitarren mehr im Vordergrund. Nun war die Idee das Keyboard in den Vordergrund zu bringen da. Rune ist auch sehr talentiert, das sagte ich vorhin schon. Man sieht es auch an unseren Live Shows, diese jungen Musiker sind sehr gut und wollen es wissen. Da werden teilweise sehr authentisch die Sounds von DEEP PURPLE oder LED ZEPPELIN übernommen und das ist klasse. Es ist auch sehr wichtig für den CORNERSTONE Sound. Diesmal war das Keyboard für die Songs sehr gut.
Redtotem:
  • Was ist für dich wichtiger, auf Tour zu gehen oder ein Album aufnehmen?
Dougie White:
  • Für mich persönlich das Aufnehmen. Aber auch ein Album schreiben ist sehr wichtig für mich. Es gehört dazu, das ist der Weg der dann weiter geht, bis hin zur Tour. Ich liebe es natürlich auch live zu spielen und will sehen wie man das Publikum überraschen kann mit dem was man auf der Bühne spielt. Ich mag den Prozess des Schreibens, weil man da sehr kreativ sein kann.
Redtotem:
  • Hast du dir in letzter Zeit andere Bands live angesehen?
Dougie White:
  • Nein, nicht wirklich. Ich sehe mir manchmal Bands an, mit denen ich befreundet bin, aber sonst eher nicht. Ich bin mein halbes Leben auf Tour und spiele und sehe dort die Bands die dann auch auftreten, deshalb habe ich dann keine Lust mehr auf ein Konzert zu gehen. Ich gehe lieber ins Kino, das macht mir mehr Spaß. Nimm einen Automechaniker, er repariert jeden Tag Autos. Er wird sich in seiner Freizeit bestimmt keinen Motor ansehen und so ergeht es mir mit Konzerten. Wenn du mich in meiner Freizeit finden willst, dann geh lieber ins Kino.
Redtotem:
  • Du hast ja schon mit einigen bekannten, teils auch berühmten  Bands und Musikern zusammen gespielt. War es eine große Umstellung bei einer eher unbekannten Band wie CORNERSTONE zu singen?
Dougie White:
  • Ich wollte nie berühmt werden. Ich mag das nicht so, wenn mich die Leute überall erkennen und dann rufen „Oh seht mal da ist Dougie White“. Ich wollte immer Musik machen, Musik die ich mag. Die Musik von CORNERSTONE ist großartig und es ist auch egal ob ich, wie heute Abend, vor 200 begeisterten Zuschauern, oder vor 55000 Zuschauern, wie beim Graspop Festival mit Yngwie Malmsteen spiele. Die Musik ist für mich wichtig, nicht der Ruhm. Es macht für mich keinen großen Unterschied ob viel oder wenig Zuschauer da sind. Auf der letzten Tour spielten wir in Berlin im Winter und es war schweinekalt. Soweit ich noch weiß kamen 33 Leute um uns spielen zu sehen. Wir spielten, denn diese Menschen haben dafür bezahlt um uns zu sehen und das hat auch Spaß gemacht. Egal ob 5 oder 50000 kommen, die wollen uns sehen und wir haben die verdammte Pflicht zu spielen. Du kannst die Fans nicht enttäuschen. Das ist auch das tolle an der Rockgemeinde, wie ich vorhin schon sagte. Das war dann irgendwie wie eine Party in meinem Haus oder bei Freunden. Da fällt mir etwas ein, vor vielen vielen Jahren spielte ich einmal in Schottland und niemand kam. Kannst du dir das vorstellen? Kein einziger wollte damals das Konzert sehen. Der Typ am Eingang saß völlig umsonst da, denn es kam keiner der ihm sein Geld gab. Wir sollten in einem hinteren Raum zwei mal 45 Minuten spielen. Vorne gab es eine Bar und Billard Tische, an denen auch einige spielten. Sie spielten Pool und tranken, aber niemand war da um uns zu sehen. Wir spielten trotzdem und es machte Spaß, immerhin hatten wir das Geld dafür schon bekommen. Eine Frau kam dann herein und schaute kurz zu. Aber wir erfuhren, dass sie nur da war, weil sie durch einen Bekannten auf der Gästeliste stand. Sie ging dann auch wieder und spielte auch Billard. Mann, das war ein Abend, denn eigentlich wollte niemand uns spielen sehen.
Redtotem:
  • Zum Abschluss hätte ich da noch eine Frage. Du bist ja schon viel rumgekommen, hast du irgendetwas erlebt, an das du dich immer noch erinnerst? .
Dougie White:
  • Da war mal etwas passiert als ich das erste Mal nach Japan flog traf ich mich vorher in meiner Stammkneipe mit einem Freund. Er war schon geflogen und ich ließ mir einige Tipps geben. Er erzählte mir damals, dass ich den Abstand von meinem Sitz zum Vordermann berechnen müsse und dann bis zum Flugzeug Himmel und das müsse ich dann in Kubiklitern umrechnen und trinken, da man in sehr großer Höhe eine trockene Kehle bekommen würde. Als ich dann zum Flugzeug kam, war ich sehr nervös. Mann, Dougie sollte das erste Mal nach Japan fliegen. Ich unglaublich aufgeregt. Wir waren 17 Stunden unterwegs und die Jungs von der Band gossen sich alles hinter die Binde was da war. Ich nicht, ich blieb nüchtern. Plötzlich kam die Stewardess zu mir und sagte: Mr. White, Sie müssen ihre Freund nun beruhigen und dazu bringe leise zu sein. Wenn das so weiter geht, werde alle am Flughafen verhaftet. Ich war überrascht, versuchte alle zu beruhigen, doch die wollten nicht. Ich war echt nervös, sie bewarfen mich mit Schokoladenkeksen und so ein Kram. Die Band nahm es wohl nicht ernst. Dort angekommen verlief alles ganz normal, keiner wurde verhaftet. Ich war damals ganz schön fertig, sag ich dir.
Redtotem:
  • Vielen Dank für diese nette Interview.
Ich muss sagen, Dougie White war einer der nettesten und zuvorkommendsten Interviewpartner die ich hatte. Auch wenn es manchmal schwierig war, seinen schottischen Slang zu verstehen. Ich hoffe das sich das wiederholt.
  •  
Redtotem

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