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Interview: Interview mit BLOOD 05-2003

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Veröffentlicht am Dienstag 20 Mai 2003 12:25:36 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifGitarrist Eisen von BLOOD über das aktuelle Album "Dysangelium", die Zukunft von Blood und das Geheimnis der Beständigkeit...


Da Eisen im Urlaub war, dauerte das Beantworten der Fragen etwas, wodurch manche Fragen nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand der Dinge sind. Da es aber sowieso lediglich um die prinzipielle Einstellung der Band ging, wurden diese Fragen / Antworten belassen!


Zombie: Hallo erst mal! Ihr existiert jetzt seit 1987, aber wesentlich ruhiger seid ihr nicht geworden – wollt ihr euch nicht ändern oder könnt ihr euch nicht ändern? Die meisten Bands schalten nach diesem Zeitraum auch mal einen Gang runter…

Eisen: Uns gibt`s seit 1986! Wir wollen uns auf keinen Fall verändern. Death / Grind ist das was wir können, was wir wollen und wofür unser Herz schlägt. Alles andere wäre nicht mehr Blood. Wenn wir das nicht mehr können, oder keine Ideen mehr haben, lösen wir die Band ganz auf.

Zombie: Habt ihr den 16 Jahren (ok,17...) auch mal daran gedacht, Blood zu Grabe zu tragen, oder war der notwendige Enthusiasmus immer vorhanden?

Eisen: Wir hatten auch von Zeit zu Zeit schwere Momente zu überstehen. zum Beispiel nach einem Memberausstieg, nach einer Zeit, in der es nicht vorwärts ging, oder nach ganz schlechten Konzerten. Aber wir haben immer wieder die Kurve gekriegt. Was sich geändert hat ist, dass wir nicht mehr längerfristig planen. Verträge nur noch über eine CD, Proberaum nicht mehr 5 Jahre im Vorraus fest buchen, kein grosses neues Equipment...

Zombie: Und wie lang werden Blood noch lärmen – habt ihr euch ein Limit von mindestens so und so viel verkauften Einheiten gesetzt? Die zwei Dekaden habt ihr ja in absehbarer Zeit erreicht…

Eisen: Na die 20 Jahre machen wir auf jeden Fall noch voll. Und so lange der Spaß überwiegt und es sich mit anderen Hobbys, Familie und Job vereinbaren lässt, wird es auch weiter gehen. Verkaufszahlen haben uns noch nie sonderlich berührt, aber es ist schön zu sehen, dass wir weitestgehend unseren Standard gehalten haben, während andere Bands längst nicht mehr da sind.

Zombie: Um noch mal auf die Eingangsfrage zurück zu kommen – kein Song überschreitet die 2-Minuten-Grenze. Absicht oder Zufall? Oder habt ihr öfter Stefan Raab („Wir haben doch gar keine Zeit!“) im Proberaum?

Eisen: Breaking Bounds und Garbage Can Biotope überschreiten die 2 Minuten Grenze *lach*. Wir haben schon immer eher kurze Songs geschrieben. Zum einen verballern wir nicht viele Riffs in einem Song, zum anderen finden wir lange Songs langweilig. Warum sollten wir etwas ändern?

Zombie: Ok, jetzt aber mal Spaß beiseite! „Dysangelium“ hat soweit ersichtlich einen ernsten Hintergrund, und so wie es aussieht, haltet ihr von Religionen nicht sehr viel. Richtet sich eure Wut speziell gegen das Christentum, wie das Cover vermuten lässt, oder Religionen im Allgemeinen? (Der Promo-CD lagen leider keine Texte bei.)

Eisen: "Dysangelium" richtet sich vor allem gegen das Christentum, weil uns dieses hier ständig umgibt. Aber grundsätzlich sind wir gegen jede Art von Religion. Religion ist für schwache Menschen, die nichts mit sich und ihrem Leben anzufangen wissen. Moderne Sklaverei und Leben unter Zwängen.

Zombie: Habt ihr „Dysangelium“ als eine Art Konzept-Album geschrieben oder neben der religiösen Thematik auch noch andere Themen aufgegriffen?
Eisen: Nicht alle Texte und Titel behandeln dieses Thema, aber ein Grossteil, und so kann man "Dysangelium" durchaus als Konzeptalbum bezeichnen.

Zombie: Geht ihr mit der Meinung der Kirche konform, was die Ablehnung des Irak-Krieges angeht, seid ihr der Meinung die Kirche sollte sich komplett raushalten, oder vertretet ihr die (eher seltene) Ansicht, das die Amerikaner und Briten mit ihrem Einmarsch unter Umständen schlimmeres verhindern und das Eingreifen gerechtfertigt ist?

Eisen: Jetzt wird`s aber politisch... Die Kirche musste einfach irgend etwas sagen, wie sie immer was sagt, ob es was bringt oder nicht. Ich bin der Meinung, dass die Amis diesen Krieg führen wollten und stets nach Gründen gesucht haben diesen zu rechtfertigen. Aber ich finde es Zeitverschwendung und unnötig, mich aufzuregen oder dagegen zu protestieren. Protest verhindert nicht einen einzigen Sprengkopf, der abgefeuert wurde. Und was geschehen sollte ist geschehen. Aber wirklich ändern wird sich nichts. Die Islamischen Nationen werden den Westen weiterhin hassen und der Terror wird erst recht anhalten.

Zombie: Käme es für euch auch in Frage, Themen wie den Irak-Konflikt zu verarbeiten, oder ist Blood eine unpolitische Band?

Eisen: Für uns als Blood sind solche Themen tabu. Blood sind eine weitestgehend unpolitische Band. Es gibt genügend Bands, vor allem im Hardcore Sektor, die diese Thematik ausschlachten. Zu uns passt das nicht.

Zombie: Wie funktioniert eigentlich die Hierarchie innerhalb der Band – hält irgendwer die Zügel in der Hand und fällt letztendlich die Entscheidungen oder ist Blood eine vollkommen demokratische Band?

Eisen: Bei wichtigen Sachen, wie Cover, Titel, Verträgen stimmen wir ab und versuchen immer einen gemeinsamen Nenner zu finden. Die Songs schreibe ich meistens mit Ventilator. Die Texte fast immer Clausi. Ich mache die Merchandize und die mails. Ventilator macht das mit den shows, weil er die wenigste Zeit hat. Im großen und ganzen läuft es so über Jahre ziemlich gut.

Zombie: Weshalb dauert trotz der relativ kurzen Spielzeit der einzelnen Songs das Erscheinen der einzelnen Platten relativ lange? 7 Alben in 16 Jahren kann man nicht gerade als Albumschwemme bezeichnen.
Eisen: Wir können nicht öfter als einmal die Woche proben und durch Urlaub und andere Sachen fallen auch davon einige Proben ins Wasser. Deshalb geht es mit Schreiben neuer Songs sehr schleppend vorwärts. Wir machen uns aber keinen Stress und lassen uns keinen machen. Wenn sich ein Album anbahnt, schauen wir uns nach einem Vertrag für dieses Album um. Nicht mehr und nicht weniger.
Außerdem bringen wir immer wieder auch Singles und Split-Singles raus. Wenn man die zusammenzählt, hätten wir sicher noch 1-2 CDs mehr veröffentlichen können. Und des weiteren haben wir oft viele Songs über Bord geschmissen. Wir müssen nicht alles übernehmen, nur um schnell eine CD draußen zu haben.

Zombie: Wann also gibt`s das nächste Album und wann beackert ihr mal die Clubs der Republik?

Eisen: Es ist ein Hohn, jetzt schon nach dem nächsten Album zu fragen. (Diese Frage war natürlich auch nicht ganz ernst gemeint... - Anm. d. Verf.) Wir haben einen neuen Song fertig. Ich sage mal 2006 oder so (zur Fußball WM im eigenen Land - hehe). Live sind wir recht selten unterwegs, das ist richtig, aber mehr als 4 Wochenenden im Jahr weiter weg sind für uns nicht drin. Das ist Abmachung und ein Geheimnis unserer Beständigkeit. Aber wir versuchen jedes abgesagte Angebot irgendwann nachzuholen.

Zombie: Vielleicht trifft man sich dann mal bei einem Gig! Bis dahin erstmal dankeschön für das Beantworten der Fragen!

Eisen: Danke für Dein Interesse und die Fragen. Hat Spaß gemacht. So long... death to false and slow Metal... the more the Blood, the better the fuck!!
tschau
EISEN + BLOOD

www.bloood.de

Kommentare zu diesem Artikel
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Re: Interview mit BLOOD (05/2003)
Die aktuelle Webseite von uns lautet www.bloood.de (3 mal "o" !!!! ) :))) sonst landet Ihr im Nimmerland :)))
Gruss, Blood
Re: Interview mit BLOOD (05/2003)
THX! ist geändert...

Zombie