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Zur Meinung von Amazon

Interview: Interview mit Alice Cooper am 17.02.2006

Veröffentlicht am Sonntag 26 Februar 2006 20:47:19 von madrebel
Dieser Artikel wurde von Redtotem mitgeteilt
phpnuke.gifAlice Cooper zu interviewen war schon der Hammer. Leider bekam ich dafür nur 15 Minuten und der Typ stand dann da mit seiner Eieruhr und wartete. Aber egal, ich konnte dem Meister des Schockrocks persönlich gegenüber sitzen.
Redtotem:
Das Album "Dirty Diamonds" hört sich an, wie eine Mischung aus deinen alten Werken aus den 70ern, 80ern und 90ern. Warum hast du so ein Album zwischen dem alten und dem neuen Alice Cooper aufgenommen?

Alice Cooper:
Ich denke Musik geht zurück, wie eine Art Kreislauf. Die Bands die ich mag sind fast alles Garagen Bands. Ich mag The Strokes, Hives oder die australische Band Jet, alles das sind großartige Garagen Bands. Sie gehen zurück mit ihrer Musik zu den Small Faces, den frühen Stones und auch zum frühen Alice Cooper. Ich wollte das dieses Album sich anhört wie das einer Garagen Band. Wir spielten die Songs dreimal bis viermal und nahmen alles ohne Overdubs auf. Ich wollte das nicht. Die Band war erstaunt und alle meinten, wir müssten das aber machen. Nein, antwortete ich, ihr seid gut, ihr spielt so ähnlich wie eine Bar Band. Es waren alles neue Songs und es klingt wirklich aufregend, weil es nicht perfekt ist. Ich wollte nicht sein wie Steely Dan oder Queen, sondern ein richtiges, gutes und raues Alice Cooper Album machen. Ich mag das Album sehr.

Redtotem:
"The Saga Of Jesse Jane" ist witzig und erinnert mich auch ein wenig an "Ballad Of Dwight Fry". Wolltest du so etwas ähnliches machen?

Alice Cooper:
Die Idee bekam ich von dem Film "Broke Back Mountain". Das ist ein großartiger Film. Er hat sogar einen Academy Award gewonnen. In dem Film geht es um zwei schwule Cowboys. Im Song geht es um einen ziemlich verrückt angezogenen Cowboy und Truck Driver. Ich schrieb den Song als einen Witz. Ich dachte, es wäre doch lustig etwas über einen Kerl zu schreiben, der einen Truck in Texas fährt und das mit dem Brautkleid seiner Schwester. Er denkt auch gar nicht darüber nach, dass ist völlig normal für ihn. Er geht also so in ein McDonalds und glaub mir, in Texas würden sie dich dafür hängen, hahaha. Alle die da waren riefen zu ihm, hey Schlampe was ist los? Dann zieht der Trucker eine Waffe aus seinem BH und fängt an auf die Leute zu schießen. Als ich das in dem Film sah, lachte ich mich kaputt. Deshalb schrieb ich diesen Song als Joke. Als er fertig war, hörte sich das alles an wie ein guter Johnny Cash Song. I m in jail in a Texas town (Alice Cooper singt), hier versuchte ich wie Johnny Cash zu klingen. Ich mag die Musik von Johnny Cash und Jesse Jane ist ein sehr lustiger Song geworden.

Redtotem:
"Six Hours" hört sich sehr mysteriös und gruselig an. Man weiß nicht, was passiert.

Alice Cooper:
Das ist ein Blues Song. Das ist das erste Mal das ich einen Blues aufgenommen habe. Ryan Roxie der Gitarrist kam mit diesem Lick an, dedededede (Alice singt die Melodie von Six Hours) und das war ein tolles Riff. Es erinnerte mich ein wenig an James Brown oder Ray Charles und ich sagte, los machen wir etwas daraus. Der Song ist auch ein wenig romantisch. Ich erkläre im Song nicht, warum es nur sechs Stunden sind und was passiert oder danach passieren wird. Betrügt er seine Frau, oder betrügt sie ihn? Wird er in sechs Stunden sterben? Was auch immer, es wird nicht erklärt was in dieser Beziehung geschieht. Aber beide wollen die besten sechs Stunden erleben die sie jemals hatten. Das ist eines meiner Lieblingsstücke auf "Dirty Diamonds". Es ist sehr mysteriös, weil man nicht erfährt was während und nach den sechs Stunden passiert. Meine Frau meinte der Song wäre sehr sexy.

Redtotem:
In "Steal That Car" gibt es eine Textzeile die heißt "I don t get bored in a Chevy or a Ford", außerdem hörte ich das du einen Shelby Mustang fährst . Magst du Muscle Cars?

Alice Cooper :
Ja. Ich bin ein Muscle Car Süchtiger. Zur Zeit fahre ich aber einen anderen Wagen. Aber dazu muss ich dir etwas erzählen, Da gibt es jemanden, bei dem bekommst du alles für den Hemi Cuda und solche Wagen. Ich habe einen wirklich tollen 69er Shelby Mustang verkauft. Er war orange und das war spektakulär. Jeder schaute dem Auto nach. Jetzt fahre ich einen Aston Martin GTA mit 500 PS. Ich denke mein nächstes Auto wird ein Ford GT mit 550 PS, das ist ein richtiges Monster. Ich mag Muscle Cars, ich mag alle Mustangs und die alten Hemis. Mein Sohn fährt einen Hemi und wir basteln an seinem Wagen herum so oft wir können. Ich habe eine Werkstatt mit Freunden zusammen in Phoenix und wir schrauben dort an klassischen Autos herum. Wir kaufen, restaurieren und verkaufen. Manche fahren wir eine Zeit lang bevor wir sie wieder verkaufen. Für mich ist es das Größte. Es macht riesigen Spass an diesen Wagen herum zu basteln. Außerdem fahre ich gerne verschiedene Autos, einmal einen Porsche, dann einen 57er Chevy. Ich fahre ständig andere Autos hahahaha. Man, ich bin von Detroit da hat man das einfach, diesen Muscle Car Tick.

Redtotem:
Du hast den Song "Stand" mit dem Rapper Xzibit aufgenommen. Magst du Rock Musik mit Rap Einflüssen, oder generell Rap Musik?

Alice:
Eigentlich mag ich keinen Rap. Die meisten Rap Musiker die du hörst, singen immer das Gleiche. I got my car, I got my horse, I got my jewels, I got my diamonds (Alice Cooper fängt an zu rappen) und so einen Kram. Ich kann nicht mehr hören was die alles haben. Wen interessiert das? Da ist also so ein Typ der mir erzählt was er alles hat, das ist schön für ihn, aber sonst? Xzibit ist jemand von der Strasse. Der Song wurde eigentlich für die Olympiade geschrieben. Die wollten einen Song der sehr positiv ist, mit positiver Aussage. "Stand" sollte erst gar nicht auf das Album sondern wurde für ein Album aufgenommen das Unity heißt. Die Verantwortlichen wollte Künstler zusammen haben, die normalerweise nicht zusammen arbeiten würden. So wie zum Beispiel Amy Grant und Metallica. Musiker die wahrscheinlich nie etwas zusammen aufnehmen würden. Als ich "Stand" schrieb, dachte ich das wäre ein guter Titel. Zu dem stehen was man will, an das was man glaubt. Zuerst dachte ich daran Joe Satriani, Steve Vai oder Jeff Beck zu holen aber dann wollte ich lieber mit einem Rap Künstler zusammen arbeiten. Ich habe dann Xzibit gefragt und ich finde er hat einen tollen Job gemacht. Es ist ein toller Song geworden, aber ich glaube ich würde das nicht noch einmal machen. Wenn jetzt ein Rap Künstler zu mir kommen würde und mich fragt ob er eine Version von "Under My Wheels" aufnehmen könne wäre das okay. Die Beastie Boys haben einmal von mir den Song "It s Hot Tonight" vom Laze And Whiskey Album benutzt. Wenn solche Musikier teile von meiner Musik benutzen wollen ist das okay, ich finde das cool. Ich selbst würde das aber wahrscheinlich nicht mehr machen. Es gibt auch Künstler in diesem Genre die ich gut finde. Outkast sind großartig weil sie ihr eigenes Ding durchziehen. Eminem finde ich sehr lustig weil er nicht wie jeder dieser Typen ist.. Ich mag Rapper die außergewöhnlich sind.

Redtotem:
Es gibt eine neue DVD die "Good To See You Again, Alice Cooper" heißt. Das ist sehr lustig. Was denkst du heute darüber, wenn du die Aufnahmen siehst?

Alice:
Wir machten damals einen Film vom Konzert 1973 und das war schon schockierend genug. Ich sah diesen Film schon seit etwa 30 Jahren nicht mehr. Ich dachte, oh Mann, was ist das? Ich hatte das alles vergessen. Das war die Zeit wo ich ein anderer Alice war, ich trank sehr viel. Wir hatten viele Freunde die Schauspieler werden wollten. Alle im Film waren Freunde die als Schauspieler anfingen aber ohne Job waren. Sie sollten damals improvisieren. Damals fand ich das gar nicht komisch, ich konnte über diesen Film nicht lachen. Heute, 30 Jahre später, finde ich diesen Film echt witzig. Er ist so dumm, deshalb ist er wahrscheinlich wiederum lustig.

Redtotem:
Im Konzert sieht man vorne an der Bühne einen Typ der böse auf dich ist, warum?

Alice:
Ich flirtete mit seiner Freundin und der Kerl war richtig böse auf mich. Ich sagte zu ihm, na los komm doch her, du kannst sowieso nicht gewinnen. Er beschimpfte mich und ich provozierte ihn immer weiter. Aber das war nicht ich selbst, das war Alice Cooper hahahaha.
Auf einmal sprang der Kerl auf die Bühne und er war riesig. Ich wog damals etwa 55 Kilo und er bestimmt das Doppelte. Ich habe ihn über meine Schulter geworfen und das hat den Typen überrascht. Ich weiß selbst nicht wie ich das geschafft habe, aber ich denke wenn du auf der Bühne stehst, dann steigt das Adrenalin sowieso. Aless was ich sah war, dass der Kerl auf die Bühne sprang und das ging nicht. Das war die Welt von Alice und niemand hatte dort etwas zu suchen und der Kerl war am falschen Platz. Er war richtig geschockt als ich ihn zu Boden warf. So etwas würde ich normalerweise nicht tun. Ich hasse Gewalt, aber bei Alice Cooper muss man aufpassen wenn er auf der Bühne steht, hahaha.

Redtotem:
Bei diesem Konzert bist du sehr publikumsnah und redest mit ihnen. Warum machst du das heute nicht mehr?

Alice:
Als ich den neuen Alice einführte, da gab es eine Weile zwei Alices. Einmal den frühen, der von der Gesellschaft ausgestossen wurde. Die meisten dieser Typen waren an der Schule unbeliebt, Einzelgänger und sie konnten sich mit Alice identifizieren. Er war unvernünftig, handelte unüberlegt, wie ein Wahnsinniger. Ich war aber nicht mehr dieser Alice. Nun habe ich die volle Kontorlle. Ich trage schwarze Klamotten und bin eher so wie Darth Vader oder Hannibal Lector. Ich schaue die Leute von oben herab wie ein arroganter Captain Hook. Dieser Charakter redet nicht mit dem Publikum dazu ist er viel zu arrogant. Das ist der Unterschied zum alten Alice, der war verletzbar und gewalttätig. Ich denke das Publikum will auch lieber den starken Alice sehen, der vernüftig ist und alles unter Kontrolle hat. Diesen Charakter spiele ich auch auf dieser Tour. Der große Bösewicht, der alles unter Kontrolle und keine Angst hat. Ich denke das hatte auch viel mit Alkohol zu tun. Damals trank ich, war krank, müde, kaputt und so wäh, weißt du. Jetzt ist Alice das Gegenteil, stark und überlegen.

Redtotem:
Vor einigen Jahren hast du gesagt, dass du vielleicht Brutal Planet Part III aufnehmen wolltest. Was ist daraus geworden?

Alice:
Wir hatten mit "Brutal Planet" ein richtig hartes und apokalyptisches Album am Start. Alles handelte sich um die Endzeit kurz bevor die Welt zu explodieren drohte. Danach kam "Dragontown". "Dragontown" war die Hölle, das was nach "Brutal Planet" kam. Es ist alles beängstigend, ähnlich wie wenn jemand Platzangst bekommt, weil es keinen Ausweg mehr gibt. Wer immer darin gefangen war, kam nie mehr raus. Der Gedanke war, mit Part III einen Punkt zu setzen, aber eigentlich war der schon da. Es gibt nichts mehr nach "Dragontown". Du kannst nirgendwo hin. Alles war zu Ende. Ich wollte dann lieber etwas Gegensätzliches machen und das war "The Eyes Of Alice Cooper". Das war ein sehr fröhliches Album, nicht so düster. Ich weiß noch nicht was aus dem nächsten Album wird. Vielleicht Psyadelic so etwas wie die frühen Pink Floyd.

Redtotem:
Du hast ja ein paar Rollen in diversen Filmen übernommen. Hast du schon einmal daran gedacht eines deiner Alben verfilmen zu lassen?

Alice:
Meine Alben sind eigentlich schon wie ein Film gemacht. Die Alben haben alle Charaktere und Handlungen, alles was ein Film braucht. Es braucht niemand mehr zu kommen und sich ein Buch einfallen lasen über meine Alben, denn das ist schon fertig. Zur Zeit ist jemand in L.A. und arbeitet ein Skript für "Brutal Planet" aus. Der Mann ist ein großartiger Special Effects Profi. Wenn das Geld zusammen kommt und der Film tatsächlich irgendwann einmal gedreht werden soll bin ich der erste der mitmacht. Ich finde das eine tolle Idee.

Redtotem:
Warum hast du deinen Namen von Vincent Damon Furnier in Alice Cooper geändert?

Alice:
Jeder ruft mich Alice Cooper, dass war schon damals so. Ich ging auf die Bühne und alle Leute riefen, hey da ist Alice Cooper. Eigentlich war der Name Alice Cooper der Name der Band. Aber der Name Alice Cooper wurde automatisch mit mir in Verbindung gebracht. Keine Ahnung warum. Ich habe auch noch nie jemanden sagen hören, da kommt Robert Plant mit Led Zeppelin, nein, es hieß immer da kommt Led Zeppelin. Bei mir war das anders, ich wurde mit Alice Cooper bezeichnet, weil scheinbar jeder dachte, dass muss Alice Cooper sein. Dann sagte ich mir, okay, dann werde ich diesen Namen nehmen. Für mich war das eigentlich keine große Sache und ich habe kein Problem damit. Meine Mutter hat es damals zuerst erfahren, hahahaha.

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