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Konzert Review: In Flames - Pain - Soilwork - Langen Stadthalle 2002

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Veröffentlicht am Dienstag 15 Oktober 2002 00:00:00 von masterofpuppets
phpnuke.gifNach einem ausgefüllten Festivalsommer kehren Bands und Fans endlich wieder in verschwitzte und verstunkene Hallen zurück. Auftakt zu meiner persönlichen Kornzertsaison im Herbst bildete das Schwedische Triumvirat aus In Flames, Peter Tägtgren Side-Project Pain und den Newcomern Soilwork.
Gerade noch rechtzeitig zum Opener Soilwork, die mit ihrem aktuellen Album "Natural Born Chaos" einen ziemlichen Kracher in der Hinterhand haben, erreichte ich die ansprechend gefüllte Langener Stadthalle. Es waren ordentlich Leute da, aber übervoll wie noch bei Blind Guardian war es nicht. Ein erstes angenehmes Indiz für einen schönen Abend.
Soilwork starteten mit "Follow The Hollow" dem Opener ihrer bereits erwähnten CD "Natural Born Chaos", und es herrschte in den ersten Reihen gleich richtig Betrieb. Doch bereits mit dem zweiten Stück wurde mal wieder die Zwiespältigkeit der Schweden in bezug auf ihre schwankende Attraktivität zwischen Bühne und Studio deutlich. Die Gitarren bretterten das Keyboard nahezu von der Bühne, was ja zunächst nicht schlecht sein muss, nur lebt die Musik von Soilwork nunmal von melodietragenden Keyboardteppichen die die Songs prägen und so auch für einen gewissen Reiz sorgen. Mit dem in Langen dargelegten, undifferenzierten, weil viel zu laueten Bühnensound der Gitarren verschwindet dieses Momentum fast völlig im Hintergrund, sodass der Auftritt gerade so erträglich war. Nichtsdestotrotz konnten Soilwork eine Menge Leute begeistern, es war wie gesagt schon gut was los, der vordere Teil der Halle ging gut mit und so konnten die Schweden einen gelungenen, wenn auch nicht vollständig überzeugenden Auftritt hinlegen, dazu war das Stageacting stellenweise einfach zu statisch. Doch bei der ersten Band des Abends kann man schonmal ein Auge zudrücken und die Musik aus den hinteren Reihen geniessen. Es fiel auch auf das speziell bei den Stücken von "Natural Born Chaos", so z.B. dem Titelstück oder dem Hit "As We Speak" erste ernsthafte Bewegungen in der Menge zu beobachten waren, schade nur dass Soilwork ihren Set mit zwei eher melodischeren Stücken abschlossen, die beträchtlich unter den oben genannten Bedigungen litten und ihre durchaus vorhandene Klasse nicht verbreiten konnten, und auf ihren Kracher "Like An Average Stalker" verzichteten.

Setlist Soilwork:
Follow The Hollow
Bastard Chain
As We Speak
Millionflame
Natural Born Chaos
Structure Divine
The Flameout
The Bringer

Peter Tägtgren Industrial- oder wie-auch-immer-man-das-nennen-mag-Ausflüge mit Pain hatten mich bis dato eher weniger tangiert. Insofern zog ich mich auch bei diesem Set in die hinteren Reihen zurück. Allerdings überraschte mich der Auftritt in vielerlei Bezihungen. Zum einen hat Tägtgren ein richtig angenehme Stimme, zum zweiten bangte er sich mit seinen Mitstreitern zu teilweise richtig getragenenen Stücken in Ekstase. Des weiteren konnte das Multitalent auch durch gelungene Ansagen gewisse Entertainerqualitäten an den Tag legen. Befremdlich waren nur diverse Leute die sich in den vorderen Reihen einen abzappelten wie in der neuesten Hip-Disco, was allerdings einen lustig anzuschauenden Kontrast zu den unentwegt bangenden Pain und den ebenso abgehenden ersten Reihen bildete. Songtechnisch kann ich an dieser Stelle leider wenig berichten da ich einfach bisher zuwenig Material dieses Projekts kenne. Einzig das Beatles Cover "Eleanor Rigby" konnte ich erkennen, und es war schon ein Genuss mitanzuhören wie Tägtgren diese Schnulze zu einer treibenden, mitreissenden Version umwandelte. Auch war der Sound plötzlich klarer, sodass man viele kleine Feinheiten heraushören konnte. Auf eine Setlist muss ich an dieser Stelle aus besagten Gründen leider verzichten.

Nun war es an der Zeit für die Headliner und den Grund meines Erscheinens die Bretter die die Welt bedeuten zu betreten und das Publikum zu begeistern. Und nichts anderes taten In Flames spätestens ab den zweiten Song "Pinball Map" ("System" als Opener war doch ein wenig gewöhnungsbedürftig). Doch spätestens mit "Episode 666" konnte man konstatieren dass sich die Halle langsam aber sicher in einen Hexenkessel verwandelte. Die ersten zwei, drei Reihen (darunter auch der Autor dieser Zeilen) wurden bangend ans Absperrgitter gedrückt, dahinter war permantent ein Mosh-Pit in Bewegung, der fast die Breite der gesamten Bühne in Anspruch nahm. Auffällig war die Art und Weise wie neuere Stücke wie "Cloud Connected", "Trigger oder auch "Black & White" mit Songs älteren Datums wie "Food For The Gods" und "Behind Space" harmonierten. Ein Indiz dass viele Kritiker der "neueren" Ausrichtung besänftigen sollte, schliesslich entwickeln sich In Flames wie jede andere Band weiter, stehen allerdings nach wie vor zu ihren Ursprüngen, auch wenn das live eher zum Tragen kommt als auf Platte. Das Stageacting war für meinen Geschmack ebenfalls sehr überzeugend, ständige Positionswechsel und permanentes Gebange der Gitarren- und Bassbesetzung sowie ein permanentes Anfeuern der Fans seitens der Musiker sorgten für einen konstant hohen Begeisterungslevel.
Nach "Artifacts Of The Black Rain" folgte eine kleine Pause im Set, bevor die zweite Hälfte mit "Reroute To Remain" eingeläutet wurde. Spätestens ab hier herrschte in Langen nur noch Party-Stimmung. Bei "Only For The Weak" war die ganze Halle am Hüpfen, Hobby-Seismologen hatten ihre Freude daran. Auch wurden Anders' Ansagen nun endgültig richtig lustig. So bezeichnete er die zum Mitspielen eingeladenen Soilwork-Kollegen, die sich bei "Gyroscope" nicht auf die Bühne trauten als "Chicken", oder kündigte eigene Songs mit einem recht zynischen Unterton an (Zitat zu "Square Nothing": "We didn't really know what we want when we wrote this one, a slow part, a fast part and so on..."). Auch für den Mensch der seit dem ersten Song seinen Musikwunsch "Colony" lautstark kundtat fand sich ein passender Kommentar, der allerdings nicht wie bei anderen Bands beleidigend rüberkam, es war eher lustig Anders' Bewunderung für seine Ausdauer zu verfolgen. Besagtes Stück war übrigens der Rausschmeisser bevor sich die Band wie immer ohne Zugabe verabschiedete. Auch Soundmässig war alles vom allerfeinsten. Es war Laut, dennoch überzeugend klar, und deutlich nachvollziehbar was aus den Boxen drang.
Fazit des ganzen: Ein absolut gelungenes Konzert. Jedem der sich diese Package entgehen lässt muss ich sagen, dass er/sie/es garantiert was verpasst.

Setlist In Flames:
System
Pinball Map
Episode 666
Bullet Ride
Embody The Invisible
Cloud Connected
Clay Man
Food For The Gods
Artifacts Of The Black Rain
Reroute To Remain
Trigger
Drifter
Square Nothing
Gyroscope
Behind Space
Only For The Weak
Ordinary Story
Black & White
Colony

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