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Konzert Review: Hell on Earth-Tour am 12.10.05 im Backstage/München

Veröffentlicht am Montag 17 Oktober 2005 22:29:03 von endless_pain
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Metalcore. Die Musikrichtung der Stunde, oder auch nicht. Nirgends scheiden sich die Geister mehr als bei diesem Style. Dass aber Diskussionen etwas anderes sind als zünftige Konzertabende, zeigte das HELL ON EARTH Festival.
 
 
 
Und somit versammelten sich an diesem Abend etwa 750 Metaller und Hardcore-Kids im Münchener Backstage um sich von den sechs Bands richtig eins vor den Latz geben zu lassen.
 
Den Anfang machten vor noch nicht ganz so zahlreich erschienenem Publikum AGENTS OF MAN aus New Jersey. Und sie konnten von der ersten Minute an überzeugen. Ihr Old School Hardcore mit vielen melodischen Passagen machte mächtig Laune, auch wenn das Publikum zu diesem Zeitpunkt noch etwas zurückhaltend war. Am meisten überraschte mich der Sänger, dessen Stimme so was von variabel war. Mal brüllte er, als ginge es um sein Leben um kurz darauf mit cleanem Gesang aufzuwarten. Leider war (wie bei allen Bands) die Spielzeit sehr begrenzt, und somit war der Auftritt auch sehr schnell wieder beendet. Trotzdem war es ein recht passabler Auftritt.
 
Ohne lange Pause ging es dann auch gleich mit END OF DAYS aus dem Ruhrgebiet weiter. Da mir die neue CD “Dedicated to the extreme“ sehr gut gefallen hat, war ich sehr gespannt, wie sie auf der Bühne sein werden. Und was wir zu Sehen (und vor allem zu Hören) bekamen war wirklich heftigster Stoff. END OF DAYS haben zwar den Metalcore nicht neu erfunden, jedoch kam die Mischung aus Hardcore und dem teilweise stark an die Songstrukturen von Obituary erinnernden Death Metal nicht nur bei mir gut an. Leider musste der Auftritt etwas gekürzt werden, da einige Bandmitglieder krank waren, was jedoch nichts daran ändert, dass die Jungs aus Bottrop einen sehr guten Gig auf die Bretter gelegt haben.
 
Als dritte Band waren dann NEAERA an der Reihe. Um der ganzen Sache gleich mal vorzugreifen, was der 5er hier abzog war der HAMMER. Besonders Sänger Benjamin Hilleke überraschte mich mit seiner variablen Stimme. Mal grunzte er auf Teufel komm raus, wechselte in Kreisch-Passagen und auch cleane Vocals waren kein Problem für ihn. Aber auch die Musik selbst war nicht von schlechten Eltern. Aggressive Hardcoreparts wurden teilweise mit melodiösem Metal gemischt, der teilweise an den Göteborg Sound von At the Gates und Konsorten erinnerte. Zu dem Zeitpunkt war die Halle schon sehr gut gefüllt, und die Stimmung stieg rasch an. Man merkte gleich, dass NEAERA ein Geheimtipp in der Szene ist. Ein solcher werden sie aber nicht lange bleiben, wenn sie sich auf der Bühne weiterhin so präsentieren. Bis zu dem Zeitpunkt waren sie auf alle Fälle die beste Band des Abends.
 
Nach diesem grandiosen Auftritt war für mich dann mal Pause angesagt, da es zum einen verdammt heiß in der Halle geworden war und ich außerdem enormen Hunger bekommen hatte. Vorher noch kurz den ersten Takten von EVERGREEN TERRACE die zu “Paradise City“ von Guns n Roses auf die Bühne kamen, gelauscht, aber irgendwie war mir die ganze Sache dann etwas zu hektisch und somit war mal etwas ausruhen mit einem Hot Dog und Fußball schaun auf der Großbildleinwand angesagt.
 
Nachdem die letzten Takte verklungen waren, ging es gleich wieder in die Halle, um die Speerspitze der Deutschen Metalcore-Szene zu bewundern. HEAVEN SHALL BURN war eigentlich der Grund, warum wir uns an diesem Abend nach München begeben hatten. Und wie schon auf dem Party.San 2004 wurden wir nicht enttäuscht. Vom ersten Takt an war vor der Bühne die Hölle los. Ich hab selten einen so großen Pit erlebt wie bei diesem Konzert. Auf der Bühne waren zum Teil mehr Stagediver als Bandmitglieder und ein Crowdsurfer schaffte es tatsächlich von der Bühne bis ganz hinten in die Halle. HSB konnten an diesem Abend eigentlich nichts falsch machen. Mit Songs wie “The 7th cross“, dem göttlichen “Voice of the voiceless“ und neuerem Material vom Split-Album mit Caliban brachten sie die Menge zum ausrasten.  Für mich waren sie jedenfalls (neben  NEAERA) der heimliche Headliner dieses Abends.
 
Als letzte Band des Abends betraten dann AS I LAY DYING die Bühne. Da ich von dieser Band auch nicht wirklich viel kannte, lies ich mich auch hier einfach mal überraschen. Auch bei den Amis war die Stimmung in der brechend vollen Halle wieder überragend, und der Pit nahm noch größere Ausmaße an. Jedoch hatte ich das Gefühl, dass es sich nur noch um aggressives, hirnloses Rumgeschubse handelte. Ich war froh nicht mittendrin gewesen zu sein. Musikalisch konnten mich AS I LAY DYING auch total überzeugen, jedoch kamen mir die Herren irgendwie etwas hochmütig vor. Ihnen scheint der Erfolg etwas zu stark zu Kopf gestiegen zu sein. Aber wie schon erwähnt, zockten sie sich durch einen passablen Gig, der leider schon sehr früh (ich schätze mal nach 40 Minuten) mit “Forever“ beendet wurde.
 
Alles in Allem war es ein gelungener Abend, bei dem eigentlich keine Band enttäuschte. Der Eintrittspreis von 15 Euro sorgte wohl auch dafür, dass sich an einem Mittwoch ca. 750 Leute ins Backstage begaben und miteinander eine richtig gute Party feierten. Mir jedenfalls wird der Abend noch länger in Erinnerung bleiben.

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