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Konzert Review: HEAVY CHRISTMAS MEETING 2007 / Düsseldorf Philipshalle 15.12.07

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Veröffentlicht am Dienstag 18 Dezember 2007 22:31:11 von madrebel
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HEAVY CHRISTMAS MEETING 2007 / Düsseldorf Philipshalle 15.12.07

Eine alte Tradition, die in den Neunziger Jahren jedes Jahr kurz vor Weihnachten stattfand, sollte am heutigen Abend ihre Neugeburt starten. Und zu den Geburtshelfern gehörten „High´n´Dry“, „Iron Fire“, Primal Fear“, „U.D.O.“, „W.A.S.P.“, „Saxon“ und „Doro“.
Nun, ein echt großartiges Line-Up, dazu an einem Samstag, besser kann es nicht kommen.
Und so besuchten ca. 5000 Besucher die altehrwürdige Philipshalle zu Düsseldorf.

Leider verpasste ich die wiedervereinigten „High´n´Dry“, aber da war ich wohl nicht alleine, denn zu dem Zeitpunkt schien die Halle noch recht leer zu sein.
So gab es auch keinerlei Zeugenaussagen. Schade.

Allerdings hatten die nachfolgenden „Iron Fire“ schon ein recht beachtliches Publikum und starteten ein ca. 40minütigen Gig, der durchaus gut beim Publikum ankam. Die Dänen spielten recht eingängigen Hardrock, der gut ins Ohr ging und auch den einen oder anderen Hit hatte. Allerdings wirkte der Sänger doch etwas deplatziert, da er nicht die Aura eines passenden Frontmannes hatte. Er bemühte sich zwar redlich, aber irgendwie kam da nicht viel. Die Restband allerdings konnte so einiges und mit einem anderen Sänger könnte da echt mehr kommen.

„Primal Fear“ konnten danach aber um einiges mehr. Die Jungs um Ralf Scheepers und Mat Sinner hatten von Anfang an das Publikum im Griff. Kein Wunder. Hatte man doch einen echt fetten Sound erwischt und traf mit der Show völlig ins Schwarze.
Die Truppe hatte dabei sehr viel Spiellaune und riß dabei das Publikum gut mit.
Das man mit dem letzten Song „Metal is forever“ dann wohl den heimlichen Wahlspruch des heutigen Abends auspackte, war dann gewiß kein Zufall.

Man mag von „U.D.O“ halten was man will, aber was der alte Herr Dirkschneider mit seinen Jungs heute aus dem Hut zauberte, war schon der Hammer. Eine grandiose Songauswahl, eine gutgelaunte Band und ein nach alten Klassikern lechzendes Publikum sorgten für knisternde Spannung in der Halle. Und man spielte sich die Bälle gegenseitig zu.
Ob es eigene Songs wie „24/7“ oder „Man and Machine“ war, oder alte „Accept“-Klassiker vom Schlage „Princess of the Dawn“, „I´m a Rebel“, „Metal Heart“ oder „Balls to the Wall“. Die Setlist ließ wenige Wünsche offen und ließen das Publikum derbst austicken.
So war der Gig der Solinger Urgesteine wohl das heutige heimliche Highlight. Erinnerungswürdig.

Doch die meisterwartete Band des Abends waren dann „W.A.S.P.“. Mit „The End“ von „The Doors“ als Intro betraten die Jungs die Bühne und rockten sich eine Stunde lang, begleitet von einer genialen Lightshow und einem großartigen Sound, durch ein Wahnsinnsset, welcher zwar mit einer Stunde recht kurz, dafür umso intensiver war. Und mit „On your Knees“, Wild Child“, „Chainsaw Charlie“, dem endgeilen „Take me up“ und „Blind in Texas“ als Rausschmeißer, heizten „W.A.S.P.“ dem Publikum mächtig ein. Beeindruckender Gig. Und hoffentlich kommen die bald als Headliner wieder.

Auch wenn „Saxon“ eine der wohl tourfreudigsten Bands ist und auch immer wieder gerne gesehen. Die Jungs konnten nur noch verlieren. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die Philipshalle schon seit geraumer Zeit biertechnisch trockengelegt war.
Tja, so spielten die Sachsen einen souveränen, allerdings unspektakulären Gig, der zwar viele bekannte Hits bot und auch recht viel Spaß machte, allerdings vorhersehbar und auch etwas eintönig wirkte. Nichtsdestotrotz legten die Jungs einen akzeptablen und angenehmen Gig hin. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Sieben Stunden Metal am Stück schlauchen und wenn es dann überhaupt nichts mehr zu trinken oder zu essen gibt, ist das ganze nicht mehr wirklich spaßbringend.
So verließen die Besucher die Halle scharenweise und man musste sehen, wie „Doro“
Vor vielleicht gerade noch 2000 Leuten spielte, deren Masse sich allerdings im Laufe des Gigs ebenfalls stark reduzierte. Dennoch hatte unsere quirlige Lokalheldin immer noch reichlich Spaß an den backen und unterhielt die Menge mit alten Anekdoten und einem feinem Best of. Programm ihrer Schaffensperiode. So konnte man bei „All we are“ einen netten Chor entdecken, der sogar mit „Mille“ und „Tom Angelripper“ geschmückt wurde. War doch recht schön.
Tja, irgendwann verließen aber auch mich meine Kräfte und man ging seiner Wege.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Organisation ein echt geiles Konzert auf die Beine gestellt hat, welches in dieser Form gerne wiederholt werden darf.
Doch wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. So kamen schon während des Auftrittes von „W.A.S.P.“ die ersten Gerüchte auf, dass die Versorgung mit Bier dem Ende zuging. Und siehe da, es gab kurze Zeit später kein Flaschenbier mehr. Auch die kurzfristige Überbrückung mit Fassbier  neigte sich schnell dem Ende zu, so fass spätestens ab „Saxon“ es unmöglich war, auch noch ein Bier zu trinken. Ein übler Fauxpas, dem man eindeutig dem Betreiber der Philipshalle zuschustern dürfte. Denn man hätte damit rechnen müssen, dass an diesem Abend viel los sein würde. Dies dürfte auch der Hauptgrund gewesen sein, dass so viele die Halle vorzeitig verließen. Und auch die personelle Bestückung mit lediglich drei Mann pro Theke ist mehr als nur zuwenig und führt zu inakzeptablen Wartezeiten, die durchaus auch zu Recht zu verbalen Unmutsbekundungen führen. Das sollte verbessert werden. Auch dieses liegt im Verantwortungsbereich der Halle und sollte dringendst verbessert werden.

Ansonsten kann man hier auf einen gelungenen Konzertabend zurückblicken, der nach einer Fortsetzung schreit.


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