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Konzert Review: FREUND HEIN - FROZEN DEATH - LEGACY OF DARKNESS - OBSURITY in Neuss HDJ

Veröffentlicht am Samstag 22 Februar 2003 16:46:50 von maximillian_graves
phpnuke.gifMan kann sagen: Am 20.2.2002 gab es endlich mal wieder ein gelungenes Underground-Konzert für Black Metaller und jene, die es werden wollen.
Nach einem kleinen Irrweg durch das mir fast völlig unbekannte Neuss kamen meiner einer und ein Kumpel dann endlich am Haus der Jugend an - und wir staunten nicht schlecht: Es war ja schon richtig voll, und das bei einem kleinen Underground-Konzi mitten in der Woche. Insgesamt sollten es so ungefähr 100 Leutchen werden. Auch am Service wurde nicht gespart: Direkt am Eingang wurden von der freundlichen HDJ-Crew Ohrenstöpsel angeboten, welche ich dankend ablehnte - dies aber später noch bitter bereuen musste...
So, noch schnell ein Bierchen geholt, und zum ersten Mal seit langem nicht über horrende Getränkepreise geklagt. 1.50 inkl. Pfand für eine 0,33 Flasche, da kann man nicht meckern.

Und dann ging es auch schon los, die Velberter OBSCURITY stapften auf die Bühne und entfachten ein richtig schön derbes Inferno. Ihr Black- / Death Metal erinnerte mich irgendwie an eine schnellere, Black Metal-lastigere und damit auch aggressivere Version von Amon Armath, wurde sauber dargeboten und auch das Stageacting stimmte. Bereits jetzt flogen einige Matten und das Konzert hatte einen würdigen Opener. Schande über mich, dass ich diese sympathische Truppe vorher noch nicht kannte, so dass ich hier nüscht mit Songtiteln dienen kann...

Als nächstes waren dann LEGACY OF DARKNESS aús Dormagen an der Reihe, grimmig dreinschauend und mit Corpsepaint versehen. Nun, irgendwie gibt mir die Band (noch!) nicht sonderlich viel. Gewöhnlicher Black Metal, mal schnell, mal langsam, allerdings von der Band, vor allem vom Sänger, recht hingebungsvoll dargeboten. Musikalisch aufhorchen liessen LEGACY OF DARKNESS aber immer dann, wenn man das Tempo herunterschraubte und dann richtig fiese, düstere und fast schon hypnotisch wirkende Melodiegebilde auftürmte. Daneben wirkten die schnellen Teile irgendwie aufgesetzt, vor allem, weil der Drummer leider keine richtigen Blasts spielen kann, die dafür einfach zu langsam und nicht fordernd genug erklangen. Viele Anwesende sahen dies wohl ähnlich, ausser höflichem Beifall und vereinzelten Bangern waren die Reaktionen eher spärlich. Alles in allem aber ausbaufähig.

Auf die Neusser FROZEN DEATH hatte ich mich schon den ganzen Abend gefreut, sind sie doch eine der wenigen Bands aus der Umgebung, die Black Metal so spielen, wie es sich auch gehört. Und nach einem kurzen Soundcheck ging es auch schon los. Ultraschnell, melodisch und LAUT holzte sich das Quintett durch den Laden als gäbe es kein Morgen mehr. Songs wie "Funeral Path", "The Everlasting Battle" und vor allem das überragende "Winter Domain", bei dem sich mir zum ersten Mal seit langem sämtliche Haare am Körper aufstellten, so genial kam der Song rüber, fegten durch die Anwesenden wie die Sense durch das Gras. Vor allem Drummer Jazariel preschte das Feuerwerk ordentlich voran, es ist schon erstaunlich, wie er seine Blasts von Mal zu Mal perfektioniert. Das Publikum sah dies wohl ebenso, es wurde ordentlich gebangt. Beim obligatorischen Immortal Coversong "Blashyrkh" war dann alles aus und mehr und mehr Headbanger wurden gesichtet, so dass FROZEN DEATH als erste diesen Abend noch eine Zugabe spielen mussten, jedoch nicht das lautstark geforderte Stück "Cunt Song", sondern "Our War" vom ersten Demo. Alles in allem ein absolut hervorragender Auftritt von einer genialen Band.

Als dann komisch aussehende Typen, einer sogar mit Plastikkeule ausgestattet, die Bühne enterten, war ich zunächst skeptisch, zumal ich FREUND HEIN bislang nur von einem Samplerbeitrag her kannte. Um so überraschender, dass die Österreicher den Headlinerplatz würdig innehatten und einen coolen Gig ablieferten, der einfach Spass machte. Irgendwie ist die Musik schwer zu umschreiben, ich würde sagen, ein leckeres Süppchen aus allen harten Metal-Spielarten wird da in Ösiland gekocht. Hier ein wenig Death Metal, dort ein wenig keyboardlastiger Black Metal, zwei Esslöffel Thrash und eine Prise Hardcore, alles leicht progressiv umgerührt - das sind FREUND HEIN, die ihre seltsam schmeckende aber gut verdauliche Mucke mit viel Feuer im Hintern darboten. Vor allem stachen dabei der Sänger mit seiner kraftvollen Performance und teils sehr lustigen Ansagen sowie der Gitarrist, der aussah wie ein in der Mitte halbierter Reinhold Messner, heraus. Jedenfalls war es ein cooler Gig, der auch entsprechend gefeiert wurde. Nach einer Zugabe war das Spektakel dann vorüber und ich bin mir sicher, dass man von FREUND HEIN noch ne Menge hören wird.

Fazit: Es war ein sehr geiler Abend mit coolen Bands, allein FROZEN DEATH und FREUND HEIN waren den Eintritt von 5 Euros wert. Nur hätte ich wirklich die mir angebotenen Ohrstöpsel annehmen sollen, denn noch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, erfüllt ein dezentes Pfeifen mein Gehör...





































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