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Konzert Review: Chris Witchhunter Tribute / 11.04.2009 / Oberhausen - Turbinenhalle

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Veröffentlicht am Donnerstag 30 April 2009 14:50:21 von madrebel
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Tributveranstaltungen sind immer eine tolle Sache, auch wenn der Grund für diese Veranstaltungen in der Regel ein eher trauriger Grund zugrunde liegt. Nun traf sich am heutigen Tage ein ganzer Haufen alter Wegbegleiter, des im letzten Jahr plötzlich verstorbenen Chris Witchhunter, der jahrelang für den so unverwechselbaren Sound von „Sodom“ mitverantwortlich war.
So hatte man dutzendweise Bands angefragt, wovon einige aber leider aufgrund anderer Aktivitäten verhindert waren, aber das letztendlich zusammengestellte Billing ließ dem geneigten Thrasher doch das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Und so las sich das Line-Up wie ein „Who is who“ der Thrashszene und knapp 2000 Nasen folgten dem Ruf.
Nun, das ganze Festival begann dann auch schon recht früh, wodurch meinereiner diverse Bands verpasste, was aber daran lag, dass man etwas länger zu arbeiten hatte.
Den persönlichen Start machten dann die alten Düsseldorfer Thrashhelden „Assassin“, wovon Frontmann Robert Gonella extra aus China angereist kam. Man spielte in den knapp 40 Minuten einen guten Querschnitt alter Klassiker, die besonders den älteren Semestern gefiel. Lieder krankte der Gig an dem recht schäbigen Sound, der den Auftritt doch etwas anstrengend machte.
Ewiger Kult und immer wieder gerne gesehen sind die alteingesessenen Aachener „Holy Moses“ um ihre charismatische Frontröhre Sabina Claassen. Die Truppe glänzte nicht nur durch ein energiegeladenes Stageacting, sondern auch durch eine Spielfreude die sich gewaschen hatte. Immer wieder wurde auch die Erinnerung an Chris Witchhunter hochgehalten, welches zu großem Applaus führte.
Kurzfristig als Ersatz für die zwischenzeitlich ausgestiegenen „Destruction“, sprangen die Dänen von „Artillery“ ein, die aber auf dem Billing blieben, nachdem die ausgestiegenen wieder eingestiegen waren.
Und diese Entscheidung war kein Fehler, denn die Jungs machten alles richtig. Ein Brecher nach dem anderen wurde serviert und es ging sowohl auf der Bühne, als auch im Publikum der Bär ab. Der Auftritt war einfach ein Highlight und man merkte der ganzen Band den Spaß an. Besonders der Gitarrist glänzte mit teilweise sehr absonderlichen Spieleinlagen am Instrument und sorgte für viel Unterhaltung.
In der Umbaupause bedankten sich die Mutter und die Geschwister des Verstorbenen beim Veranstalter und dem Publikum mit einer sehr emotionalen und eindrucksvollen Rede, die eine echte Würdigung für diese ganze Veranstaltung darstellte.
Nun aber ging es weiter. Die süddeutschen Thrashhelden „Destruction“, wo Chris Witchhunter einst kurzzeitig aushalf, betraten die Bühne und man fragte sich, ob nach den Querelen im Vorfeld alles gut gehen würde. Und allen Unkenrufen zum Trotz. Es ging gut, sogar verdammt gut. Man lieferte eine energiegeladene Show ab, die ihresgleichen suchte. Schmier suchte den Kontakt zum Publikum und wurde nicht müde, die Bedeutung dieses Abends zu betonen. Die Jungs hatten einfach eine Topmotivation und setzten diese pausenlos um, was diesen Gig zu einem echten Highlight machte.
Dieses positive Auftreten nahmen unsere Frankfurter Freunde von „Tankard“ souverän auf und machten sich sogleich daran, den Jungs um Schmier und Co. gleichzuziehen. Und das gelang ihnen nicht nur, nein, man übertraf es sogar. Die Jungs machten Stimmung ohne Ende, allen voran Frontbembel Gerre, der in der einstündigen Spielzeit gewiss mehr Meter machte, als „Ioannis Amanatidis“ in einem Spiel. Die Truppe ging so dermaßen ab, dass es bis in die letzten Ecken der Turbinenhalle schepperte. Ein Hit jagte den nächsten und die Jungs ließen nichts, aber auch gar nichts anbrennen. Für viele war dieser Auftritt wohl auch der beste am ganzen Abend und das völlig zu Recht. Wer so positiv auftritt, wie es die Frankfurter an diesem Abend taten, hat jedes Lob mehr als verdient.
Nun, der Abend neigte sich dem Ende zu und es wurde Zeit für „Sodom“. Und die alten Gelsenkirchener Haudegen gaben zum Ende hin noch einmal alles. Die schon mittelschwer angeschlagenen Besucher des Konzertes aktivierten noch einmal ihre Notstromaggregate und feierten die Urgesteine des Ruhrgebietsthrash nach allen Regeln der Kunst ab. Und Tom Angelripper nebst seiner Rasselbande ließen sich in keinster Weise lumpen. 90 Minuten lang gab man alles und legte natürlich das Hauptaugenmerk auf die Zeit, indem Chris Witchhunter noch am Schlagzeug saß. Dass dieses recht positiv aufgenommen wurde, dürfte nicht verwundern und so machte man hier noch einen grandiosen Abschluss, der den Abend unvergesslich machen dürfte.
Nach zehnstündiger Thrashmetalvollbedienung war dann aber auch Schluss und man hatte einen Abend erlebt, der das Prädikat „Denkwürdig“, mehr als nur verdient hatte.
Der ganze Abend war ein Erlebnis und war eine echte Würdigung für den verstorbenen Chris „Witchhunter“ Dudek, der ihn gewiss erfreut haben dürfte.
Ob es zu einer Wiederholung dieses Events kommen wird, weiß man nicht, aber es spräche wenig dagegen.

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