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Interview: Behind the Scene Interview mit Vratyas von Skaldic Art

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Veröffentlicht am Freitag 21 September 2001 14:07:21 von maximillian_graves
phpnuke.gifBehind the Scene Interview mit Vratyas von Skaldic Art










Seit dem Start unserer Website hat sich eine Menge getan und um einmal mehr zu beweisen das wir alle zu Wort kommen lassen, hat sich dieses Interview mit Vratyas vom Label Skaldic Art ergeben. Er ist der Gründer, Organisator kurz gesagt: er ist das komplette Label. Da er außerdem direkt bei uns um die Ecke wohnt war dies Grund genug mal jemanden zum Thema Heavy Metal zu befragen der hinter den Kulissen die Fäden in der Hand hält!

Maximillian_Graves: Hi, ja erzähl doch erst einmal wann Dir das erste Mal die Idee kam das Label Skaldic Art zu gründen und welche Hintergründe das Ganze hatte?

Vratyas: Die Idee dieses Label zu gründen ist schon einige Jahre alt. Nachdem ich durch meine eigenen Erfahrungen als Musiker die ersten Eindrücke hinter mir hatte stellte ich mir oft die Frage, ob die Arbeit eines üblichen Labels denn wirklich auf die Musik, oder nicht vielmehr auf reinen Profit ausgerichtet ist. Leider hat sich in fast allen Fällen gezeigt, daß Geld im Vordergrund steht, und die Kunst selbst für viele Labels nur Mittel zum Zweck darstellt. Für mich als Musiker war und ist dies eine Sache, die ich gerne ändern möchte, auch wenn meine Möglichkeiten natürlich nicht endlos sind...Ich denke ein Label sollte Bands unterstützen, ihre Vorstellungen bestmöglich umzusetzen, und sie nicht zu einem reinen Produkt verarbeiten. Bei Skaldic Art haben alle Bands zunächst einmal die freie Wahl bezüglich des Studios, in dem sie gerne aufnehmen möchten. Des weiteren werden sämtliche Entscheidungen, sei es in Bezug auf Werbung oder sonstige Aktivitäten, grundsätzlich mit allen Bands abgesprochen. Layouts der Alben unterliegen keinerlei Vorgaben meinerseits, sondern ich stelle es den Bands frei alles nach ihren Vorstellungen zu realisieren. Das alles mag schön klingen, man sollte aber nicht vergessen, daß es für alles ein finanzielles Maximum gibt, auch - oder gerade - bei einem kleinen Label wie Skaldic Art.

Maximillian_Graves: Ich stelle mir es nicht einfach vor den Grundstein für ein Label zu legen. Wie war es am Anfang ohne echte Beziehungen und Erfahrungen mit der Thematik? Welche Hürden galt es zu nehmen und welche Schwierigkeiten gab es am Anfang? Gab es jemanden der dich unterstützt hat und Dir Tips geben konnte um die Sache ins rollen zu bringen ?

Vratyas: Durch die Erfahrungen mit meiner eigenen Musik hatte ich die Möglichkeit einige Jahre bereits ein paar Blicke hinter die sogenannten Kulissen werfen zu können. Ich denke, daß diese Zeit für das Label sehr hilfreich war, denn ohne diese Erfahrungen wäre ein gelungener Start sicher niemals möglich gewesen. Die größten Schwierigkeiten bestanden, wie immer in solchen Fällen, in fehlenden finanziellen Mitteln, um in größerem Ausmaß Werbungen zu schalten etc. Auch war es nicht einfach alle nötigen Adressen der Vertriebe und Magazine an Land zu ziehen, was notwendig ist, um die Alben auch in Umlauf zu bringen. Eine Hilfe am Anfang war sicherlich Napalm Rec., die zunächst den Vertrieb übernahmen. Inzwischen ist Skaldic Art in der Lage, diesen selbst zu übernehmen, was zwar eine Menge mehr Arbeit bedeutet, aber auch weitergehende Chancen bietet.

Maximillian_Graves: Welches waren so die ersten Bands mit denen Du gearbeitet hast? Kanntest Du diese schon vorher? Den ich nehme an das die ersten Release von Skaldic Art sehr wichtig waren, schon allein aus dem finanziellen Gesichtspunkt?

Vratyas: Die erste Band, die ich damals unter Vertrag genommen habe, war Furthest Shore. Diese Band war zwar gänzlich neu, ich kannte aber die Vorgänger Alben dieser Band, nämlich Darkwoods My Betrothed. Deren epische Stücke, die bei Furthest Shore die Hauptrolle spielen, haben mir schon seit Jahren sehr gut gefallen. Deren Debut Album wurde gemeinsam mit der ersten CD der Düsseldorfer Obsidian Gate veröffentlicht, die bis dato noch nicht in Erscheinung getreten waren, allerdings ein überaus gutes Demo zu bieten hatten.

Maximillian_Graves: Heute zählen Bands wie Ordo Draconis, Vindsval oder Obsidian Gate zu deinen Entdeckungen. Es sind alles sehr symphonisch ausgerichtete BM Bands. Ist dies Zufall oder liegt Dir diese Art Musik persönlich sehr am Herzen oder siehst Du Markt-strategisch einfach die besten Chancen für diese Art von Bands?

Vratyas: Strategisch sinnvoll wäre es zur Zeit sicher, wenn ich Gothic Bands unter Vertrag hätte, oder auf Bands setzen würde, die den alten Black Metal Stil bevorzugen. Ich nehmen mit Skaldic Art ausschließlich Bands unter Vertrag, die mir herausragend gut gefallen, und die zudem auch menschlich gut in das Konzept des Labels passen. Bevor ich eine Band unter Vertrag nehmen können schon einmal einige Monate vergehen. In dieser Zeit versuche ich ein wenig hinter die reine Musik einer Band zu schauen, denn ich möchte auf keinen Fall eine Horde &132;Schwachsinniger&147; unterstützen, so gut ihre Musik auch sein mag. Die Einstellung hinter der Musik zählt für mich genauso wie die Musik selbst, das Eine kann ohne das Andere niemals vollkommen überzeugen in meinen Augen.

Maximillian_Graves: Wie entscheidest Du welche die nächste Band für dein Label sein könnte? Was sind so die Kriterien die Dich auf eine Band aufmerksam werden lassen? Wie wichtig ist es das Dir selbst die Musik gefällt und wie wichtig ist Dir der erste Eindrck den Du von den Membern dieser Band hast?

Vratyas: Dem aufmerksamen Betrachter mag auffallen, daß auf Skaldic Art ausschließlich Bands unter Vertrag stehen, die zuvor bei keinem anderen Label waren, und hier ihre Debut Alben veröffentlichen. In der Vergangenheit gab es Anfragen einiger Bands, die bereits auf Veröffentlichungen zurückblicken konnten, aber es gab Gründe auch weiterhin auf die &132;Newcomer&147; zu vertrauen. Ab und an bekomme ich Demos von Bands direkt zugeschickt, manchmal lese ich mir in diversen Zines die Reviews einiger Demos durch. Wenn etwas gut klingt, bestelle ich es einfach und höre es mir an. Der erste Eindruck zählt insofern, als daß er nicht schlecht sein darf. Wenn mir etwas nicht gefällt, dann höre ich es mir auch nur in den seltensten Fällen mehrmals an. Wenn ich aber ein interessantes Demo in Händen habe, dann höre ich es mir über Tage oder Wochen hinweg einige Dutzende Male an, bevor ich mich entschließe die Band zu kontaktieren oder auch nicht.

Maximillian_Graves: Wenn Du eine Band unter Vertrag nimmst wie kann man sich ein solches Verhältnis vorstellen? Was versuchst Du deinen Bands zu bieten und was verlangst Du von den Leuten mit denen Du arbeitest?

Vratyas: Die Bands haben, wie bereits gesagt, alle denkbaren Freiheiten. Bei der Wahl des Studios angefangen, über die Gestaltung des Layouts, bis hin zur Ausarbeitung der Werbungen wird alles gemeinsam entschieden, respektive von den Bands allein. Ich versuche den Bands mit meinen Erfahrungen zu helfen, versuche sie zu unterstützen in ihren Zielen. Natürlich hat alles einen bestimmten Rahmen, denn bislang habe auch ich es noch nicht geschafft Geld zu scheißen, leider. Im Rahmen der Möglichkeiten aber stehen alle Wege offen. Ein weiteres Merkmal der Zusammenarbeit mit den Bands auf Skaldic Art mag sein, daß ich versuche auch alle Musiker untereinander zusammenzubringen. Bisher, so denke ich, verstehen sich die Jungs sehr gut miteinander, helfen sich gegenseitig aus auf Konzerten, unterstützen sich wenn Not am Mann ist. Zudem sind alle Verträge mit den Band auf Skaldic Art mittelfristig angelegt, das heißt ich mache keine Verträge über lediglich ein einzelnes Album. Wenn ich eine Band unter Vertrag nehmen, dann vertraue ich auf deren Fähigkeiten 100%ig, auch wenn sich nicht gleich mit dem Debut Gewinne einfahren lassen. Solange sich die Sache selbst trägt, also bei Null abschließt, ist die Sache o.k. für mich. Ich möchte helfen die Bands aufzubauen, und sie nicht verheizen.

Maximillian_Graves: Uns würde interessieren wie Du an einen neuen Release heran gehst. Was sind Deine Ziele die Du mit einem neuen Output verfolgst? Versuchst Du jede Platte zu überbiete was die Verkaufszahlen angeht oder ist es realistischer für Dich ein bestimmtes Niveau der Verkaufszahlen zu halten?

Vratyas: Natürlich möchte ich mit jedem Album mehr verkaufen als vorher, ganz klar. Realistisch ist das aber nur, wenn man sieht daß sich das Label selbst entwickelt. Ich versuche von Mal zu Mal etwas Neues einzubauen, versuche Fortschritte zu schaffen, die letztlich vor allem den Bands zu Gute kommen. Das Ziel eines jeden Albums ist es zunächst einmal, die Vorstellungen der Musiker so nah wie möglich zu 100% zu erfüllen. Ist ein Album fertig, dann ist es zum Großteil meine Aufgabe, die entstandenen Kosten wieder einzubringen. Natürlich kann es nicht sein, daß eine Band mit 2-3 Alben am Stück nur Verluste macht, denn darunter würde das gesamte Konzept leiden, denn es ist nur eine bestimmte Summe Geld vorhanden, und wenn eine Band hierbei lediglich herausnimmt, ohne hineinzutun, dann steht einfach weniger Geld für die anderen Bands zur Verfügung. Das Ziel ist es das Label auszubauen, bis zu einem bestimmten Grade versteht sich. Solange es mir möglich bleibt meinen eigenen Weg zu gehen, und solange keinerlei Kompromisse notwendig werden, die ich mit mir selbst nicht vereinbaren könnte, solange steht einer Erweiterung nichts im Wege. Ab einem bestimmten Punkt aber wären eben diese Kompromisse unumgänglich, von daher ist der Größe Skaldic Arts eine Grenze gesetzt, die ich aber als gesund bezeichnen würde.

Maximillian_Graves: Wieviel Zeit kostet einen eigentlich die Arbeit an so einem Label? Ist dies ein Fulltime Job oder kann man so etwas nebenbei betreiben? Wie ist der Spaßfaktor bei so einer Sache? Kannst Du Dir vorstellen so etwas Dein Leben lang zu machen oder ist es mehr eine Erfahrung die man eine Zeit lang macht?

Vratyas: Die Arbeit, die ich in Skaldic Art investiere, übersteigt alles, was man sich als Angestellter vorstellen könnte. Manchmal ist es ruhig, und man hat etwas Zeit für sich. Kurz vor der Veröffentlichungen von Alben aber kann es auch sein, daß ich pro Woche 2-3 Nächte komplett durchmachen muß, um alles zu schaffen. Immerhin ist Skaldic Art ein Ein-Mann-Betrieb.
Spaß macht es, wenn man letztlich das fertige Album in Händen hält, und die Band zufrieden damit sind. Spaß macht es auch, wenn man durch seinen Einsatz direkt sieht, welche Erfolge man erzielen kann. Im Großen und Ganzen aber ist die Arbeit an und in einem Label nicht das, was man sich hinlänglich darunter vorstellen könnte. Es ist viel Streß, und es gibt Tage, an denen frage ich mich schon, ob sich der ganze Aufwand wirklich lohnt. Letztlich denke ich aber, daß das, was ich mache, richtig ist, und dieser Gedanke gibt mir die Kraft weiterzumachen. Ob es eine Arbeit über viel Jahre hinweg sein wird, oder ob es nur eine mehr oder minder kurze Erfahrung sein wird, hängt nicht zuletzt vom Erfolg ab. Auch ich muß ab und an mal was essen, der Hausbesitzer möchte doch hier und da mal seine Miete sehen etc. Wenn es irgendwann mal nicht mehr gehen sollte, dann geht es einfach nicht.

Maximillian_Graves: Wie sieht die Zukunft von Skaldic Art aus? Hat Du schon Pläne oder ein neues Aß im Ärmel das wir als nächstes auf deinem Label bewundern dürfen?

Vratyas: Die Zukunft ... Bald erscheinen die neuen Alben der Band Ordo Draconis und Obsidian Gate. Sich darum zu kümmern wird die vorrangigste Aufgabe der nächsten Zeit sein. Im Spätsommer dann beginnen die Arbeiten an den Alben der Bands Vindsval und Rivendell. Momentan gibt es schon 2-3 Bands, die ich im Auge habe. Allerdings genießen die bereits unter Vertrag stehenden Bands absolute Priorität. Ich werde also erst dann eine weitere Band unter Vertrag nehmen, wenn das dazu nötige Geld 100%if vorhanden ist, denn ich möchte nicht eines Tages einer der Bands sagen müssen, es sei zu wenig Geld vorhanden, welches in eine andere Band geflossen ist. Sollte es aber finanziell irgend machbar sein, dann werde ich in diesem Jahr 1-2 neue Bands bei Skaldic Art aufnehmen. Namen werde ich an dieser Stelle natürlich keine verraten :- ) Ich möchte nur soviel sagen, daß ich mich manchmal wundere, welchen durchschnittlichen Kram manche Labels veröffentlichen, obwohl zeitgleich absolut geniale Musiker mit ihrer Musik ungehört bleiben. Ich werde weiterhin versuchen eben diesen Bands die Möglichkeit zu bieten, die sie einfach verdienen, und ich kann nur hoffen, daß sich einige Leute mal trauen diesen jungen Bands ein Ohr zu leihen. Viele würden sich wundern, was sie die Jahre über verpaßt haben, indem sie sich andauernd bei WOM die neusten Durchschnitts-CDs gekauft haben.


Ich hoffe, der eine oder andere von euch nimmt sich die Zeit, mal in die Alben der Bands auf Skaldic Art reinzuhören. Niemand soll die &132;Katze im Sack&147; kaufen. Daher arbeiten wir fleißig an der neuen Homepage, auf der natürlich auch von allen Bands MP3 angeboten werden.
Geplanter
Start der Homepage ist der 15. Juni. Schaut einfach mal rein unter www.skaldicart.de und macht euch ein eigenes Bild.

Ansonsten könnt Ihr Kontakt aufnehmen über:

SKALDIC . ART @ GMX . NET


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