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BYH 2006: Bang Your Head 2006 - Balingen

Veröffentlicht am Montag 24 Juli 2006 21:59:40 von Master_Of_Puppets
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Eine feste Institution in der Festivallandschaft ist verdientermaßen das Bang Your Head. Nach der absolut souveränen Reaktion der Veranstalter auf das Chaos nach dem Sturm des letzten Jahres, war es nun an der Zeit mal wieder in der Balinger Sonne zu braten. Für euch vor Ort bei der elften Bang Your Head-Ausgabe waren RedTotem und MasterOfPuppets.
Relativ früh am Freitag ging es das erste Mal aufs Festivalgelände, denn um 10:00 Uhr sollte dort die schwedische Heavy Metal Band HELLFUELED ihren Auftritt haben.
 
Es waren noch nicht all zuviel Leute auf dem Festivalgelände als die Show begann. Trotzdem legten die Schweden voller Elan los und bereits beim dritten Song „Regain Your Crown“ war eine Bombenstimmung im Publikum. Mit „Let Me Out“ war die steigerte sich die Laune bei den Anwesenden nochmals. Sänger Andy Alkman erzählte, dass er beeindruckt ist von den Fans in Deutschland, weil so viele ihre Kutten tragen was die Band ursprünglich dazu inspirierte den Stück „Born To Rock“ zu schreiben, welcher auch gleich folgte. Die Menge sang dazu auch lauthals den Refrain mit. Zum Abschluss gab es noch „Midnight Lady“ und „Rock’n’Roll“ vom ersten Album, bei dem das Publikum erneut mit einstimmte. HELLFUELED lieferten 40 Minuten lang einen klasse Auftritt. Der Veranstalter hatte sich mit den Schweden einen genialen Opening Act ausgesucht. Allerdings wäre die Stimmung noch besser gewesen, als sie zu dieser frühen Stunde schon war, wenn HELLFUELED etwas später aufgetreten wären.
(RedTotem)
 
Nach einer kurzen Umbaupause betraten COMMUNIC die Bühne. Die Norweger kamen kurzfristig für EXODUS auf das Billing, die das BYH aus mehr oder weniger fadenscheinigen Gründen absagten. Vor der Bühne füllte es sich langsam und es waren schon mehr Besucher vor Ort als noch beim Auftritt von HELLFUELED. Die Band rockte wie Sau und war mehr als nur ein Ersatz. COMMUNIC machten mit ihren wirklich fetten Sound gut Laune. Man vergleicht die Alben der Norweger gerne mit NEVERMORE, was man auch nach diesem Auftritt bestätigen kann. Die Band agierte sehr gut auf der Bühne was die Fans natürlich positiv aufnahmen. Nach der Show hinterließen die Skandinavier eine sehr gute Stimmung, die der des HELLFUELED-Auftritts in nichts nach stand, wenn man einmal von der Tatsache absieht, dass bei den Norwegern schon mehr Fans vor der Bühne standen. Der Gig war genauso umjubelt wie schon beim Opener. COMMUNIC lieferten eine super Show und hier und da konnte man einige Zugabe Rufe ausmachen.
(RedTotem)
 
Nach den Darbietungen der ersten beiden Bands fragte man sich schon, ob es wohl an diesem Wochenende ein Festival der Spitzenklasse werden sollte. Diese Frage wurde dann aber von LEATHERWOLF geklärt. Die Musik der Band wurde mit der Zeit etwas nervig. Das merkte das Publikum auch, denn die Stimmung flachte doch ab. Gegen Ende des doch etwas uninspirierten Auftritts war man dann fast froh als die Band sich verabschiedete. Schade eigentlich, denn die Musiker bemühten sich schon. Vielleicht wäre es besser gewesen LEATHERWOLF etwas früher auftreten zu lassen.
(RedTotem)
 
Als die Metaller von FLOTSAM & JETSAM ihr Debütalbum „Doomsday For The Deceiver“ auf den Markt brachten, handelte es sich um ein Hammeralbum schlechthin. Auch was die Band aus Phoenix danach ablieferte war klasse. Jetzt betraten die US-Amerikaner die Bühne in Balingen und man durfte gespannt sein, was sie bringen würden. Es wurde ein wahnsinnig geiler Auftritt. Die Metaller aus dem US-Bundesstaat Arizona feuerten einen Klassiker nach dem anderen ab, und die Stimmung war fast auf dem Siedepunkt. Vor der Bühne füllte es sich immer mehr und die Band agierte perfekt. Keine Aussetzer und astreine musikalische Arbeit wurde hier geboten. Das wurde auch von den Fans mit Jubel und Mosh-Attacken belohnt.
FLOTSAM & JETSAM spielten sehr gut und brachten die Menge vor der Bühne auch gut mit ein. Frontmann Eric (A.K.) Knutson zeigte, dass er ein exzellenter Shouter ist. Auch die anderen der Band waren großartig. Die US-Amerikaner hinterließen nach dem beeindruckenden Auftritt eine sagenhafte Stimmung und haben gezeigt, dass diese Band einen vorderen Billingplatz verdient hätte. Das war eine der besten Shows am ganzen Wochenende.
(RedTotem)
 
Jetzt hatten es VENGEANCE natürlich etwas schwerer, nachdem FLOTSAM & JETSAM eine so gute Performance hinlegten. Die Niederländer waren mit ihrem Hard Rock ein wenig entspannter. Die Holländer rockten recht ordentlich und man konnte mit ihren Songs mitgehen. War etwas entspannter das Ganze, aber so was muss es auch geben und es kam sehr gut an diesem frühen Nachmittag, denn es wurde langsam richtig heiß.
(RedTotem)
 
Aus essenstechnischen Gründen musste dann auf RAVEN verzichtet werden, aber rechtzeitig zum Auftritt von JON OLIVA’S PAIN ging es aber zurück zur Bühne. Dann ist es soweit, der gewichtige Hauptdarsteller betritt die Bühne und setzt sich an das vorne bereit gestellte Keyboard. Los geht’s, die Band um den gewichtigen Frontmann spielt hervorragend, Jon Oliva selbst ist guter Dinge und trägt die Songs teils im stehen, aber meist sitzend hinter dem Keyboard vor. Zu beginn des Sets feuerte er einen SAVATAGE-Klassiker nach dem anderen heraus. Egal ob „Sirens“, „The Hounds“ oder „Jesus Saves“, die Songs kamen super beim Publikum an und die Laune beim Publikum war hervorragend.
In der Mitte des Sets gab es mit „The Dark“ und „People Say-Gimme Some Hell“ noch zwei Songs vom Album „Tage Mahal“. Mit Beginn des Klassikers „Gutter Ballet“ stieg die Stimmung nochmals und keiner der Anwesenden lies es sich nehmen mitzugröhlen und die Sau raus zu lassen. Mit dem Titel „Time To Die“ brachte man noch einen ganz neuen Song, der sich nahtlos in die bisherige Setlist einfügte. Hier und da lies Jon Oliva bei den Ansagen einige deutsche Wörter fallen was zu gefallen wusste. Den Abschluss dieses Auftrittes machte der SAVATAGE Klassiker „Hall Of The Mountain King“ bei der Sänger mit Band bis an den Bühnenrand zu den Fans nach vorne kam.
Am Ende wurde er frenetisch umjubelt und unter Zugabe-Rufen verlies ein sympathischer, sehr kräftiger Mann die Bühne. Der Auftritt lebte zwar hauptsächlich von den SAVATAGE-Songs, aber wer wollte schon etwas anderes hören?!
(RedTotem)
 
Die Kalifornier DEATH ANGEL kamen auf die Bühne und wurden schon mit wilden Beifall begrüßt. Nach jedem Song wurden die Rufe nach diversen Songs und natürlich nach der Band selbst lauter. Einen Knaller nach dem anderen feuerten die Thrasher ab und die Band war guter Laune, was sich sofort auf das Publikum übertrug. Fast schon euphorisch wurden DEATH ANGEL umjubelt, was den recht ordentlichen Auftritt der Bay Area Thrasher auch verbesserte. Die Berechtigung für den Platz soweit vorne im Billing war durchaus berechtigt.
(RedTotem)
 
Zu Beginn des Auftritts der einzigen deutschen Band des Tages war die Stimmung noch etwas verhalten. Könnte auch daran gelegen haben, dass HELLOWEEN mit einem neuen Stück, „King For A 1000 Years“ begannen. Mit dem darauffolgendem „Eagle Fly Free“ wurde es aber sofort besser. Als dann mit dem Titel „Halloween“ ein Stück kam, das die Kürbisköpfe angeblich noch nie live gespielt hätten, war die Überraschung groß. Wurde aber von den Fans dankbar angenommen.
Zwar haben HELLOWEEN durch die beiden überlangen Stücke nicht sehr viel Songs gespielt, doch konnte man sich dennoch an Titeln wie „I Want Out“ oder „Dr. Stein“ erfreuen, auch wenn sich Andy Deris manchmal etwas schwer tat. Die größte Überraschung bei diesem Auftritt kam dann mit der Zugabe. Die Hanseaten gaben den Black Sabbath Klassiker „Headless Cross“ zum Besten. Am Mikro gab sich kein geringerer als Tony Martin himself die Ehre und das Keyboard bediente Jeff Nichols. Beide waren bei Black Sabbath, als dieses Stück entstand und das tat der HELLOWEEN-Version von „Headless Cross“ sichtlich gut, denn vor allem das Gitarrensolo an diesem Abend war alles andere als überzeugend.
(RedTotem)
 
Große Spannung herrschte vor dem Auftritt von FOREIGNER, die mit ihrem AOR-Sound ja ein wenig die Außenseiter auf dem diesjährigen Bang Your Head-Festival waren. Da mussten sie möglicherweise ganz schön gegen die ganzen Metal Bands ankämpfen, dachte man vor dem Auftritt. Leicht verspätet kam die Band mit ihrem neuen Frontmann Kelly Hansen auf die Bühne und begannen mit „Double Vision“. Sofort ohne große Pause ging es weiter mit „Head Games“ und „Dirty White Boy“. Aber was war denn das? Nicht nur der Nostalgie Faktor war sehr hoch, nein, FOREIGNER rockten wie Sau. Alles hörte sich perfekt an und die Songs kamen wesentlich härter als die Versionen die man von den Alben kannte.
Der Band merkte man das Alter gar nicht an, im Gegenteil, so manch jüngere Band hätte bei diesem Auftritt noch etwas lernen können. Die Stimmung war super im Publikum und es war schon überraschend, dass es vor der Bühne total voll wurde. Immerhin handelte es sich um die softeste Band an diesem Wochenende. Als dann gegen Ende die Klassiker „Urgent“ und „Jukebox Hero“ gespielt wurden, war auf dem Festivalgelände die Hölle los. FOREIGNER schafften sogar einen gelungenen Übergang zu LED ZEPPELIN’S „Whole Lotta Love“. Eine gelungene Hommage an den Vater des Drummers Jason Bonham. Als Zugabe gab es am Ende noch „Hot Blooded“ und so endete ein hervorragender Auftritt einer tollen Band.
(RedTotem)
 
Überraschenderweise wurde es direkt nach der absolut überzeugenden Performance von FOREIGNER etwas leerer auf dem Balinger Messegelände. Auch wenn die Alben und Live-Auftritte von IN FLAMES eigentlich stets hochklassig sind, beim diesjährigen BYH gab es weniger Freunde ihrer Musik. Man könnte darüber debattieren, ob die Schweden nun zu modern sind, oder ob es an der Hitze lag, dass viele Besucher auf die Show verzichteten.
Aus der Fan-Perspektive gab es an dem Gig jedenfalls wenig auszusetzen, die Skandinavier begannen energisch mit neueren Stücken wie „The Quiet Place“ und „Leeches“, was auf die Fans vor der Bühne sehr überzeugend wirkte. Diese gingen sofort begeistert mit, in den hinteren Reihen herrschte jedoch zurückhaltende Skepsis. Die im Vergleich zu regulären Shows von IN FLAMES fehlende Euphorie wirkte sich auch auf die Musiker aus, die in Folge zwar gekonnt und routiniert ihren Set spielten, aber die letzte gewohnte Euphorie vermissen ließen. Hierdurch verpuffte die hypnotische Wirkung von Songs wie „Cloud Connected“, „Colony“ und das perfekt inszenierte „My Sweet Shadow“ leider teilweise im Balinger Abendhimmel.
So wurde es ein guter Auftritt, dem aber das gewisse Etwas fehlte. Schade eigentlich, denn die Rahmenbedingungen stimmten. Das Licht wurde perfekt eingesetzt und mit Hits der Marke „Only For The Weak“ oder „Come Clarity“ dürfte eigentlich auch nichts schief gehen. Dennoch ging die Energie, die normalerweise von IN FLAMES an diesem Abend leider nicht komplett aufs Publikum über, was sicherlich nicht ausschließlich an den Besuchern lag, sondern auch an der etwas unmotivierten Perfomance.
 
Setlist IN FLAMES:
The Quiet Place, Pinball Map, Leetches, Touch Of Red, System, Colony, Graveland, Behind Space, Come Clarity, Scream, Bullet Ride, Watch Them Feed, Only For The Weak, Cloud Connected, Trigger, Take This Life, My Sweet Shadow
(MasterOfPuppets)
 
Der zweite Tag des Bang Your Head 2006 begann für das Planet Heavy Metal-Team zur Mittagszeit unter einer strahlenden Sonne mit einer ordentlichen Portion Melodic Rock-Power. Die perfekten Rahmenbedingungen zum Aufwachen.
 
Als VICTORY die Bühne betraten, war ich schon sehr gespannt mit dem neuen Sänger, hörte sich Jioti Parcharidis doch auf dem aktuellen Album „Fuel To The Fire“ nicht immer überzeugend an. Die Hannoveraner kamen auf die Bühne und stiegen gleich voll mit „Take The Pace“ und „Power Strikes The Earth“ ein und sofort war eine Riesenstimmung vor der Bühne. Die Hannoveraner spielten einen nach dem anderen ihrer Klassiker und ich muss sagen, dass der Frontmann voll und ganz überzeugen konnte. Performance und auch Stimme kamen viel besser als auf dem Album. Auch der Rest der Band um Peter Knorn und Tommy Newton spielten sauber.
Neben den bekannten Stücken „Backseat Rider“ oder Don’t Tell No Lies“ gab es gegen Ende des Sets auch eine hervorragende Überraschung. VICTORY spielten „Chick’s On Display“ vom Debütalbum, was mein persönliches Highlight des Wochenendes war. Die Stimmung im Publikum war sehr gut, was man der Band hoch anrechnen muss. Zum Abschluss des Auftrittes gab es noch „Check’s In The Mail“, mit dem ein großartiger Auftritt beendet wurde. Während des Auftrittes machte ein Fan seiner Freundin auf der Bühne auch den mittlerweile festivalobligatorischen Heiratsantrag.
(RedTotem)
 
Im Anschluss daran luden COUNT RAVEN zum Relaxen ein. Diesem Angebot konnte man auch nur schwer widerstehen. Der getragene Doom Metal der Schweden erinnerte zwar häufig an Black Sabbath, konnte aber gerade die Fans vor der Bühne für sich gewinnen. Weiter hinten ließ sich hingegen zu dem Sound der Schweden im Schatten entspannen.
Dennoch konnte die Band auf Dauer nicht ganz überzeugen. Zu gleich klangen die einzelnen Stücke, und die getragenen Songs konnten auch nicht konstant für Begeisterung sorgen. Gerade im Vergleich zu den Genrekollegen von CANDLEMASS waren COUNT RAVEN an diesem Tag leider nur durchschnittlich.
(MasterOfPuppets)
 
Die nächste schwedische Band konnte hingegen vollends überzeugen. Die Death Metal-Veteranen UNLEASHED kamen, sahen und siegten auf ganzer Linie. Sicherlich war es auf dem Gelände noch recht übersichtlich, aber die Anwesenden waren von der Show sichtlich begeistert. Bereits beim Opener „Never Ending Hate“ wurde im Publikum ordentlich gebangt. Frontmann Johnny war von der Begeisterung der Fans auch sichtlich begeistert und konnte sich das breite Grinsen während der Show kaum verkneifen.
Angesichts der zahlreichen Hits der Schweden flachte die Stimmung im Verlauf des Sets auch kaum ab. Im Gegenteil, durch etliche Mitsing-Spielchen, beispielsweise bei „Death Metal Victory“, erfolgte eine Steigerung der ohnehin schon prächtigen Laune. Selbst ein bisher unveröffentlichtes Stück namens „New Dawn Rising“ bestand seine Live-Premiere mir Bravour.
Mit einem dem unsterblichen Klassiker „Into Glory Ride“ und der nicht minder herrlichen Zugabe „The Immortals“ endete ein genialer Auftritt leider viel zu schnell.
 
Setlist UNLEASHED:
Never Ending Hate, To Asgard We Fly, Don’t Want To Be Born, Death Metal Victory, The Longships Are Coming, New Dawn Rising, Winterland, Defender, Into Glory Ride, The Immortals
(MasterOfPuppets)
 
Doch ein Abflauen der Stimmung war nicht zu befürchten. Es sollte mehr als mitreißend weitergehen. Mit ARMORED SAINT stand der nächste Kult-Act in den Startlöchern und konnte ebenfalls von der ersten Sekunde euphorische Reaktionen hervorrufen.
Vor allem John Bush erwies sich als höchst agiler Frontmann der stets in Bewegung war, und die Menge in jeder freien Sekunde zu weiteren Höchstleistungen anfeuerte. Die von Bush, der ein rotes Trikot der Deutschen Nationalmannschaft trug, zurückgelegten Kilometer hielten ihn nicht davon ab, eine erstklassige Gesangsleistung abzuliefern. Ob nun getragene Stücke wie „Aftermath“, Klassiker wie „Delirious Nomad“ oder Power-Songs wie „Tribal Dance“ und „Warzone“, hier saß jede einzelne Note.
Auch der Rest der Band konnte überzeugen und interagierte prächtig mit dem Publikum, das die Band trotz des sich gnadenlos aufheizenden Asphalts vor der Bühne gebührend abfeierte.
Als legendär lässt sich das Ende der Show bezeichnen. Mit „Can U Deliver“ und dem Titeltrack gab es zwei Knaller des Debüt-Albums „March Of The Saint“, bevor sich ARMORED SAINT von den sichtlich begeisterten Fans verabschiedeten.
(MasterOfPuppets)
 
Weiter ging es mit der dänischen Power Metal-Combo PRETTY MAIDS. Doch leider forderte die Hitze gerade in diesem Moment ihren Tribut, und ich konnte die Show nur aus den hinteren Reihen verfolgen. Dennoch war es sehr überzeugend was Ronnie Atkins, Ken Hammer & Co. in Balingen auf die Bretter legten, vor allem Frontmann Atkins war konstant in Bewegung.
Auf dem mittlerweile sehr gut gefüllten Messegelände entfachten die Dänen mit einem hervorragenden Sound und der entsprechend engagierten Show eine hervorragende Atmosphäre. Trotz der hohen Temperaturen ging das Publikum bei Songs wie „Rock The House“, „Love Games“ oder „Wouldn’t Miss You“ sehr gut mit und feierte die Band verdientermaßen ab. Die musikalischen Highlights und stimmungstechnischen Höhepunkte waren jedoch einmal mehr die als Zugabe dargebotenen Klassiker „Future World“ und „Red, Hot And Heavy“.
Nach 70 Minuten verabschiedeten sich PRETTY MAIDS, die zeigten das sie mehr als nur ein würdiger Ersatz für EXODUS waren, die aus fadenscheinigen Gründen ihre Show auf dem Bang Your Head 2006 abgesagt hatten.
(Master Of Puppets)
 
Nun regierte König Fußball und als Y&T die Bühne betraten, waren schon bedeutend weniger Leute auf dem Festivalgelände als während des restlichen Tages.
Die Fans der Band ließen es sich aber nicht nehmen, ihre Band zu feiern. Während des Gigs hörte man immer wieder Y&T-Rufe und die wenigen Zuschauer vor der Bühne machten eine super Stimmung. Songs wie „Black Tiger“ „Don’t Be Afraid Of The Dark“ oder „Dirty Girl“ brachten die kleine Menge zum Toben. Y&T waren auch super aufgelegt und Dave Meniketti bedankte sich beim Publikum dafür, dass die Leute sich ihren Auftritt ansahen, anstatt das WM-Achtelfinale Deutschland - Schweden.
Die Show der Band war genauso beeindruckend wie der letzte Auftritt der Band in Balingen vor drei Jahren. Das einzige was etwas störend wirkte war das bluesige Instrumental, bei dem sich Meniketti etwas an seiner Gitarre austobte. Dieses wurde aber sofort mit Songs wie „Hurricane“ und „Meanstreak“ wieder ausgeglichen.
Wenn Y&T sich entschließen würden, wieder neue Songs zu schreiben, und diese auch noch qualitativ hochwertig sind, steht der einer weiteren erfolgreichen Tour der Band nichts im Weg. Auch dieses Jahr haben Y&T wieder bewiesen wie überzeugend ihre Konzerte sind.
(RedTotem)
 
Die Gitarren-Legende RIK EMMETT (Ex-TRIUMPH) hatte ebenfalls unter der der Fußball-Euphorie zu leiden. Nach Y&T verabschiedeten sich nochmals einige Zuschauer, um zumindest die zweite Halbzeit des parallel stattfindenden WM-Achtelfinales anzusehen.
Die verbliebenen Fans ließen sich jedoch vom spielerisch hervorragenden Melodic Rock mitreißen und sorgten für eine gute Stimmung auf dem Festivalgelände. Leider war für meine Ohren der Großteil des Songmaterials nicht restlos überzeugend, aber Emmett und seine Mitstreiter konnten dieses Manko durch eine perfekte Darbietung wieder wettmachen.
Die Band präsentierte sich hervorragend aufeinander eingespielt, vor allem der Maestro konnte mit zahlreichen gefühlvollen Soli glänzen. Auch wenn das Stageacting ein wenig unter der spielerischen Perfektion zu leiden hatte, war es ein Genuss RIK EMMETT einfach nur zuzuhören.
Mit dem Abpfiff des Spiels wurde es auch im Publikum wieder voller. Nach dem überzeugenden Sieg der Deutschen Nationalmannschaft war die Menge auch entsprechend in Feierstimmung und konnte sich für Songs wie „Ordinary Man“ und den Abschlusssong „Magic Power“, bei dem bunte Bälle eine US-Stadionatmosphäre erzeugten, begeistern.
(MasterOfPuppets)
 
Um 19:45 Ortszeit war schließlich Kinderliedalarm in Balingen angesagt. STRATOVARIUS gingen auf die Bühne, und das Messegelände war entsprechend ihrem Status als Co-Headliner gut gefüllt.
Die Show begann mit „Hunting High And Low“, einem der wenigen Songs der finnisch-deutsch-schwedischen Combo, der für meine Ohren hörenswert ist. Aber bereits hier offenbarten sich erste Schwachpunkte. Zum einen hatte der Sound sehr unter Lautstärkeschwankungen zu leiden, zum anderen klang es sehr hektisch, was die Band spielte. Geschwindigkeit ist nun mal nicht das einzige Mittel, um instrumentales Können zu demonstrieren. Hierunter litten auch die folgenden Songs „Speed Of Light“, „Kiss Of Judas“, „Eagleheart“ und vor allem „Father Time“, das nie zu erkennen gewesen wäre, hätte es Sänger Timo Kotipelto nicht vorher angekündigt. Die Balladen waren auch kein angemessener Ersatz für die überhöhte Geschwindigkeit. Kopfschmerzen verursachte zudem vor allem Frontmann Kotipelto mit seinen gesungenen Ansagen
Positive Merkmale hatte der Auftritt trotzdem zu bieten. Vor allem fürs Auge wurde einiges inszeniert. Zahlreiche Rockstarposen der sehr bewegungsfreudigen Musiker und etliche Pyros heizten der Menge durchaus ein, die STRATOVARIUS auch dementsprechend abfeierte.
(MasterOfPuppets)
 
WHITESNAKE ließen anschließend lange auf sich warten. Nach den ersten Songs „Burn“ in das der DEEP PURPLE Klassiker „Stormbringer“ eingeflochten wurde und „Slide It In“ entschuldigte sich David Coverdale erst einmal beim Publikum für die Verspätung. Es gab wohl Probleme mit dem Equipment. Mit den Worten „Ich bin kein Axl Rose“ gab es dann „Love Ain’t No Stranger“.
Aber da die Zeit sowieso schon knapp war, hätten sich WHITESNAKE die ganzen Soli im Anschluss daran sparen können. Jeweils ein Gitarrensolo von Reb Beach und Doug Aldrich und ein Drum Solo von Tommy Aldrige waren zu diesem Zeitpunkt überflüssig und reine Zeitvergeudung. Stattdessen hätten man gut daran getan, noch drei oder vier Songs darzubieten. Dafür gab es noch ein weiteres Gitarrenduell zwischen Reb Beach und Doug Aldrich das auch mehr der Unterhaltung der Gitarristen diente, als der Stimmung der Fans. Zwar war es schon beeindruckend, dass Tommy Aldridge mit den Fäusten die Drumfelle bearbeitete, aber Tatsache war, dass WHITESNAKE sowieso schon weniger Zeit zur Verfügung hatten, da hätte man sich das sparen sollen.
David Coverdale schien auch sehr verärgert zu sein, als er erfuhr, dass er nur eine bestimmte Spielzeit zur Verfügung hatte. Er ist eigentlich nicht der Typ, der solche Spielchen macht. Die gesamte Spielzeit betrug etwa eine Stunde und trotz der guten Songauswahl wie zum Beispiel „Ready An’ Willing“, „Here I Go Again“ oder auch „Fool For Your Loving“ war es leider nicht genug was WHITESNAKE an diesem Abend brachten. Zieht man vom Auftritt die vielen Soli ab, dann denke ich haben WHITESNAKE maximal 45 Minuten Show geboten. Schade eigentlich, denn das trübt den Auftritt dieser Legende doch schon sehr. Auch wenn die Band für die ganzen missglückten Dinge nichts konnte, hätten sie mehr aus dem Auftritt machen können. Ich denke viele warteten noch so auf manchen Klassiker wie „Don’t Break My Heart Again“ oder was ich persönlich sehr vermisst habe „Ain’t No Love In The Heart Of The City“. Ein Auftritt von WHITESNAKE ohne diesen Song ist fast unglaublich. Es war zwar toll endlich einmal wieder David Coverdale & Co. live zu erleben, aber alles in allem war der Auftritt auf dem BYH nicht so gelungen. Dies ist zu bedauern, denn ich habe WHITESNAKE schon viel besser erlebt.
(RedTotem)
 
Durch die misslungene Show des Headliners fand ein wieder einmal rundum gelungenes Bang Your Head-Festival leider nicht den verdienten Abschluss. Sehr bedauerlich, denn die Crew um Veranstalter Horst Odermatt hat erneut gezeigt, wie man ein entspanntes Festival mustergültig organisiert. Es gibt nur wenige Open Airs, bei denen eine derart friedliche und relaxte Atmosphäre herrscht, dies ist sicherlich auch ein Verdienst der Organisation.
Bis zum nächsten Jahr!

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