Artikel Bewertung

Punkte im Schnitt: 0
Stimmen: 0

Bewerten Sie doch diesen Artikel:

star_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png
star_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.pngstar_yellow.png


Suche

Ihre Suchbegriffe:
Verknüpfung der Suchbegriffe:

Zur Meinung von Amazon

BYH 2006: Bang Your Head !!! - Balingen, Messegelände - 22. & 23. Juni 2007

Bisher keine Wertungen

Veröffentlicht am Donnerstag 26 Juli 2007 17:39:12 von madrebel
phpnuke.gif

Bang Your Head !!! - Balingen, Messegelände - 22. & 23. Juni 2007

 

Das Bang Your Head-Festival gehört für viele Metal-Anhänger mittlerweile zur festen Planung sobald sich die Festival-Saison nähert. Zu Recht, denn die Veranstalter haben in Balingen nicht nur ein gemütliches Ambiente geschaffen, sondern konnten in der Vergangenheit auch zahlreiche Legenden auf die Bühne locken. Namen wie TWISTED SISTER, ALICE COOPER, SAXON, MOTÖRHEAD, JUDAS PRIEST, SCORPIONS oder QUEENSRYCHE sprechen für sich. Auch 2007 bereicherten einige hochkarätige Namen das Billing. Vor Ort waren Master Of Puppets und Redtotem.

 

Das Wochenende begann für die Planetheavymetal-Fraktion mit den kalifornischen Urgesteinen VICIOUS RUMORS. Geoff Thorpe & Co. ließen bereits im Vorfeld die Fans online über die Zusammenstellung der Setlist abstimmen, was sich in Balingen nicht als Nachteil erwies. Beginnend mit einer furiosen Version von „Digital Dictator“ begann die Band ihre treuen Fans zu begeistern und spielte einen repräsentativen Querschnitt ihrer mittlerweile 25-jährigen Karriere. Neben Klassikern der Marke „On The Edge“, „You Only Live Twice“, „Abandoned“ und dem unsterblichen “Don’t Wait For Me” konnten auch einige Songs des aktuellen Albums “Warball“ überzeugen. Es feierten zwar nicht viele Zuschauer VICIOUS RUMORS euphorisch ab, dies reichte jedoch um die gerührte Band zu einer außerplanmäßigen Zugabe zu bewegen.

 

Nach dem US-Amerikanischen Power Metal folgte komplexer Progressive Metal. Die Schweden EVERGREY konnten wie letztes Jahr beim Rock Hard Open Air mit zahlreichen netten Songs überzeugen. Vor der Bühne versammelten sich auch schnell zahlreiche Fans des Quintetts und sorgten für Stimmung am frühen Nachmittag. Auch wenn die Bühnenshow bisweilen sehr statisch war, konnten EVERGREY durch ihre musikalische Klasse für Begeisterung vor der Bühne sorgen. Sänger Tom S. Englund lag zwar bei den Tageszeiten daneben und wünschte dem Publikum bereits um 16:40 eine gute Nacht, was jedoch nichts an einem ordentlichen Auftritt änderte.

 

Auch die nächste Band kam aus dem hohen Norden, allerdings änderte sich die musikalische Ausrichtung mit DARK TRANQUILITY. Die Combo konnte ebenso wie zuvor ihre Landsleute von EVERGREY zahlreiche Gänsehaut-Melodien hervorzaubern. Neben zeitlosen Klassikern à la „Final Resistance“, „Punish My Heaven“ und „The Wonders At Your Feet“ konnten vor allem neuere Songs wie das alles überragende “Blind At Heart” restlos begeistern. Hinzu kam ein sehr agiler Frontmann Mikael Stanne, der neben zahlreichen intelligenten Ansagen mit einem großen Bewegungsraum punkten konnte. Er bewegte sich fast ausschließlich auf dem Balingen-typischen Steg im Publikum, und suchte darüber hinaus auch Kontakt zu den Fans an den Seiten der Bühne. Kurz und gut: DARK TRANQUILITY kamen, sahen und begeisterten.

(Master Of Puppets)

 

Die Hard Rocker von THUNDER betraten die Bühne und die Stimmung im Publikum blieb gut. Es waren doch einige Zuschauer anwesend, die THUNDER sehen wollten und die Briten hatten auch im Vergleich zu früheren Shows nichts verlernt. Shouter Danny Bowes überzeugte mit einer hervorragenden Stimme und auch der Rest der Band war recht guter Dinge. Die Besetzung blieb seit ihrer Gründung 1989 stabil, mit Ausnahme des Bassers Mark „Snake“ Luckhurst, für ihn ist seit einigen Jahren Chris Childs bei THUNDER. Die gespielte Songs kamen ganz gut an, besonders „Low Life In High Places“ wurde begeisternd entgegen genommen. Auch sorgte „Dirty Love“ für einen tollen Abschluss des Auftrittes. THUNDER waren gut, aber nicht die beste Band vom Festival, wie ein Besucher mir während des Auftrittes ins Ohr schrie.

(Redtotem)

 

Was soll man zu der wohl derzeit größten Viking Metal Band noch schreiben? Musikalische Klasse besitzen die Schweden zweifellos, ihre Live-Qualitäten konnte wohl jeder Festival-Besucher der letzten Jahre eigenhändig testen. Es gibt wohl keine andere Formation, die einen derart druckvollen Live-Sound erzeugen kann. Angesichts dieser Qualitäten ist der Aufstieg von AMON AMARTH. in den letzten Jahren zu einem Co-Headliner eines eher melodisch orientierten Festivals absolut gerechtfertigt.

Als Intro konnte das Publikum einen Wikinger-Schwertkampf begutachten, anschließend folgten die modernen Wikinger-Hymnen der Neuzeit. Johan Hegg & Co präsentierten einen repräsentativen Querschnitt ihrer Karriere und heizten die Menge für den kommenden Main-Act BLACK SABBATH im klassischen Dio-Line-Up an, was man angesichts der zahlreichen explodierenden Pyros durchaus wörtlich verstehen kann. Fazit: Eine hervorragende Show!

(Master Of Puppets)

 

Dann kam der Höhepunkt des ersten Festival Tages. Ronnie James Dio, Tony Iommi, Geezer Butler und Vinnie Appice sollten die Bühne betreten. Die BLACK SABBATH Besetzung der „Mob Rules“ Ära. Mit diesem Song legte HEAVEN & HELL auch los, danach kam schon „Children Of The Sea“. Die Stimmung war riesig und das Festivalgelände hatte sich inzwischen auch ansprechend gefüllt. Der Perfektionist Ronnie James Dio war sehr gut aufgelegt und man sah der Band ihren Spaß an diesem Abend an. Ganz besonders beeindruckend ist Tony Iommis Gitarrenarbeit. Der Mann hat es echt drauf, es war ein Wahnsinn, was er spielte. Sein Solo war klasse und es machte Spaß dem Gitarristen zu beobachten. Die Fans waren begeistert und Songs wie „Voodoo“ oder „The Sign Of The Southern Cross“ kamen geil an. Als dann „Heaven & Hell“ angestimmt wurde, war die Euphorie der Bang Your Head-Zuschauer nicht mehr zu bremsen. Die entstehende Atmosphäre als das ganze Gelände anfing den Text zu singen, war atemberaubend und unglaublich beeindruckend. Den Abschluss eines tollen Auftrittes machte „Neon Knights“. Natürlich hätte man hier und da gerne noch den ein oder anderen Song gehört, aber bei einer Band die so viele gute Stücke hat, ist das kaum machbar. HEAVEN & HELL haben gezeigt was Heavy Metal heißt und man hat hier eine der bisher besten Bang Your Head Shows erleben dürfen. „Sing Me A Song You’re A Singer“!

(Redtotem)

 

Der zweite Tag begann mit den Dänen MERCENARY. Der melodische Death Metal der Formation konnte auf CD durchaus begeistern. Doch mit der Reduktion des Gesangs auf eine einzige hohe Stimme verlor die Musik leider ihre Faszination. Zu gewöhnlich, zu wenig originell klang der Auftritt angesichts einzigartiger Stücke wie „World Hate Center“ oder „11 Dreams“. Die übrigens auch ohne die Growls durchaus einen Reiz entwickeln konnten, jedoch war es weitaus weniger spektakulär als zuvor erwartet. MERCENARY wurden nichtsdestotrotz vom Publikum abgefeiert und nahmen die Reaktionen der Fans dankbar entgegen.

 

Dass Growls melodisch angehauchten Death Metal mehr als bereichern bewiesen im Anschluss AMORPHIS. Leider sank die Stimmung im Vergleich zu MERCENARY etwas ab, dennoch muss man angesichts der zahlreichen Hits der Finnen von einem absolut gelungenen Auftritt sprechen. Mit Songs wie „My Kantele“ oder „The Smoke“ kann eigentlich nichts schief gehen. Von Klassikern der Frühphase à la „Magic And Mayhem“, dem fantastischen „Into Hiding“ und „Signs From The North Side“, einem Song vom Debüt-Album, ganz zu schweigen. Leider präsentierte sich die Band abgesehen von Sänger Tomi Joutsen relativ hüftsteif. Angesichts der fantastischen Musik war dies jedoch nur ein kleiner Minuspunkt.

(Master Of Puppets)

 

Nun sollten FINNTROLL auftreten. Die Band kam in Röcken auf die Bühne und sofort wurde das Publikum aufgefordert mitzumachen. Zu Beginn der Show konnte man das Keyboard überhaupt nicht hören. Das war schon störend, denn ohne diese Sounds fehlt irgendetwas bei den Skandinaviern. Das wurde allerdings nach den ersten Stücken viel besser. Die Stimmung bei den Bang Your Head-Besuchen war ausgelassen und fröhlich. Die Musik lädt aber auch geradezu ein, Spaß zu haben. Neben bekannten Songs wie „Trollhammeren“ gab es auch einiges vom neuen Album zu hören. Ich hatte FINNTROLL an diesem Wochenende zum ersten Mal gesehen und war positiv angetan. Diese Band sollte man schon einmal gesehen haben, denn es ist really funny.

(Redtotem)

 

Die gute Stimmung bei FINNTROLL sollte von BRAINSTORM noch gesteigert werden. Mit Beginn des Openers „When Worlds Are Coming Through“wurden Andy Franck & Co. frenetisch bejubelt. Die Band hatte Hits wie “Hollow Hideaway”, “Inside The Monster” oder “Shivas Tears” im Gepäck, was die beste Vorraussetzung für eine brillante Metal-Party war. Lustige Showeinlagen konnten das Publikum ebenfalls amüsieren, etwa die Judas Priest-Persiflage, bei der Andy Franck mit einem Kindermoped über die Bühne fuhr. Darüber hinaus suchte der Sänger häufig den Kontakt zum Publikum und verschwand mehrmals im Fotograben, um gemeinsam mit den Fans zu bangen und zu singen. Wie groß der Mitgröhlfaktor war, konnte man beim abschließenden Stück „All These Words“ erkennen. Selbst als die Band die Bühne bereits verlassen hatte, intonierte das Publikum die Melodie des Chorus minutenlang weiter. Ein Triumphzug für BRAINSTORM; die gemessen an den Reaktionen viel zu früh auf die Bühne mussten.

(Master Of Puppets)

 

Die Altrocker von NAZARETH kamen nun auf die Bühne und man durfte gespannt sein was die Combo heutzutage bringen würde. Die Musiker waren gut gelaunt und die Stimme von Dan McCafferty klang auch nach über 30 Jahren mehr als ordentlich. Mit „Razamanaz” ging dann auch die Post ab. Die Aktivitäten der Band auf der Bühne war zwar etwas verhalten, aber das störte kaum. Mit „This Flight Tonight“ setzten NAZARETH die Hitreihe fort. Sehr gut kamen natürlich die beiden Hits „Dream On“ und „Love Hurts“ beim Publikum an. Hier wurde auch recht gut mitgesungen. Der gesamte Auftritt von NAZARETH kam zwar recht gut rüber, aber ich fand, es fehlte teilweise die Energie. Die Songs wirkten teilweise etwas lasch und ohne Esprit. Neben „Hair Of The Dog“, „Alcatraz“ und “Holiday” gaben NAZARETH zum Abschluss noch “Morning Dew” zum Besten. Das brachte der Band wieder einen Pluspunkt ein, denn das ist ein absolut cooles Stück. NAZARETH machten einen ordentlichen Auftritt und nostalgisch gesehen war es okay. Aber sie konnten nicht so überzeugen wie ein Jahr FOREIGNER, da hat noch einiges gefehlt.

 

Die Freude W.A.S.P.  nach 15 Jahren endlich wieder einmal live zu sehen war teilweise verhalten bei mir. Immerhin hörte man immer wieder, dass sie in den letzten Jahren oft Playback spielten. Nach einer kurzen Verspätung, scheinbar wegen technischen Problemen, ging es los. Blackie und seine Band begannen mit „On Your Knees“ und feuerten dann noch „Inside The Electric Circus“ nach. Möglicherweise wollte man die Verzögerung wieder heraus holen, da er die ersten Songs ohne Kommentar hintereinander spielte. Sehr erfreulich war, dass W.A.S.P. ohne Playback oder Overdubs spielten, alles war real live!

Die Band war in exzellenter Spielfreude und die Stimmung im Publikum grandios. Als dann der Track „The Idol“ kam, war man begeistert. Mit diesem Song hatte wohl niemand gerechnet. Bei „I Wanna Be Somebody“ war vor Begeisterung die Hölle los vor der Bühne, was Blackie Lawless ausnutzte, um das Publikum mit einzubeziehen. Nach „I Wanna Be Somebody“ verlies die Band bereits die Bühne, obwohl die Spielzeit noch nicht zu Ende war. Aber die Annahme, dass W.A.S.P. früher ihr Set beendeten war falsch, denn nach kurzer Zeit folgten die Zugaben. Es gab noch „Chainsaw Charlie“ und „Blind In Texas“, was die Zuschauer wiederum voller Euphorie annahmen. W.A.S.P. lieferten eine tolle Performance und hingegen allen Bedenken auch live. Eines muss doch noch angemerkt werden: Blackie Lawless ist immer noch eine der coolsten Säue im Metal, das hat er an diesem Samstag bewiesen.

(Redtotem)

 

Für die Planetheavymetal-Fraktion war diese Band nicht sonderlich attraktiv, die Aussicht auf SUBWAY-Sandwiches hingegen schon. Die Zielgruppe war laut Augenzeugenberichten durchaus begeistert, wir angesichts der leckeren Zwischenmahlzeit weit weg vom Festivalgelände auch.

 

Mit EDGUY hatten die Veranstalter einen Headliner verpflichtet, der bereits im Vorfeld kontrovers diskutiert wurde. Wie auch bei der unsäglichen Band zuvor, kann man weder Redtotem noch mich zu den Anhängern der Combo zählen. Aber die schlimmsten Befürchtungen erfüllten sich nicht, stellenweise präsentierte das Quintett um Sänger und Comedian Tobias Sammet sogar ordentliche Stücke, die zumindest ein leichtes Kopfnicken hervorbrachten. Speziell „Tears Of A Mandrake“ und „Lavatory Love Machine“ sorgten dafür, dass EDGUY keinen abgrundtief schlechten Eindruck hinterließen, sondern partiell durchaus überzeugen konnten. Eine gewisse Zeit jedenfalls. Denn bereits zur Hälfte der Show verabschiedeten wir uns aus Balingen. Bis zum nächsten Jahr.

(Master Of Puppets)


Kommentare zu diesem Artikel
Zur Zeit sind noch keine Kommentare vorhanden, Sie können der Erste sein.
Schreibe jetzt einen weiteren Kommentar!