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Konzert Review: BELPHEGOR, THE LEGION, CHANT OF BLASPHEMY - 18.05.2004, Ludwigsburg, Rockfabri

Veröffentlicht am Mittwoch 19 Mai 2004 10:48:05 von Zombie_Gecko
phpnuke.gifZwei Bands, auf die ich mich live gefreut hatte, 15 Euro Eintritt Abendkasse – da sollte einem gelungenen Konzertabend eigentlich nichts im Weg stehen…




Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: statt wie angekündigt 19 Uhr Einlaß, 20 Uhr Beginn öffneten sich die Pforten der Rockfabrik erst kurz nach 8 – das kann passieren. Das die bis dato recht spärlichen Besucher in den sich oben befindenden Club 2 gelotst wurden konnte man noch hinnehmen – allerdings nur bis zum Betreten desselbigen! Nach dem Öffnen der Türe fühlte man sich prompt, als wäre man in der hauseigenen Sauna gelandet! Schwitzen soll ja gesund sein, aber von saunieren mit Musikbeschallung war im Vorfeld nicht die Rede, und eine Lüftung / Klimaanlage passte nach Ansicht der Betreiber wohl nicht zur Musik des heutigen Abends. Also wurde mehr oder minder fröhlich vor sich hin geschwitzt, bis CHANT OF BLASPHEMY die Bühne betraten. Dort stand die Band dann erst mal zehn Minuten, da man urplötzlich bemerkte, dass was mit dem Sound nicht stimmt, was sofort zu hektischem Treiben führte. Die ersten Klänge des Schlagzeugs ließen jedenfalls Schlimmes befürchten… Nachdem man der Meinung war, das Problem im Griff zu haben, legte der Stuttgarter Fünfer los, und spätestens jetzt war es vorbei mit der guten Laune: das was da aus den Boxen – schlauerweise so vor der Bühne positioniert, dass nur ein kleines Sichtfenster blieb – schallte, war nur als Krach zu beschreiben, selbst Soundbrei wäre dieser akustischen Folter nicht würdig gewesen. Zwar mühte sich die Band redlich, obgleich man scheinbar noch nicht allzu viele Auftritte absolviert hatte, aber da war nicht viel zu retten. Am Anfang, als man unter anderem „Revelation“ spielte wirkte das ganze wie die erste Bandprobe, nachdem der Sound aber mit zunehmender Dauer von grauenhaft zu „nur noch“ schlecht verbessert wurde, konnte man zumindest halbwegs Songstrukturen erahnen, so dass die zum Schluß gespielten „Crush The Cross“ und „The Last Supper“ neugierig machten, wie Chant Of Blasphemy wohl klingen würden mit annehmbaren Sound. Musikalisch bewegt sich die Band wohl irgendwo in der Schnittmenge Thrash / Death / Black Metal, aber aufgrund der Soundverhältnisse möchte ich keine eindeutigen Prognosen abgeben…

Es konnte nur besser werden dachten sich wohl alle, als rund 25 Minuten später die Pandas von THE LEGION auf die Bühne schlappten, um dem flotten Black Metal zu frönen. Zum Glück war der Sound bei den Schweden etwas besser, allerdings ging die Distanz, die The Legion auf „Unseen To Creation“ zu Marduk geschaffen hatten gleich wieder flöten, denn abgesehen von kurzen Grunzeinlagen durch Gitarrist Tiwaz hörte sich das Ganze an wie ein halbseidener Marduk-Gig, was ich aber aufgrund der vorher gemachten Erfahrung dem Soundmann zum Vorwurf mache. Leider klangen Songs wie „Retribution“, „Torment Divine“ oder „On Swift Wings“ recht eintönig, aber zumindest machte die Rasselbande recht ordentlich Stimmung, wenngleich ewig gleiche Ansagen Marke „I wanna see your fucking hands!“ auf Dauer auch langweilig werden. Einigen Leuten war`s egal, die moshten fröhlich vor sich hin und applaudierten den Schweden, die sichtlich Spaß hatten. Allein die Leistung von Emil Dragutinovic war vom feinsten – mit besserem Sound könnte man sich den sogar solo anschauen! Zum Schluß nach etwa 35 Minuten und „Rise Of Immortals“ (?) machte man dann das einzig richtige, um einen guten Eindruck zu hinterlassen: als Zugabe gab`s nach der Frage „Do you like Testament“ ein gelungenes Cover von „C.O.T.L.O.D“, bei dem The Legion noch mal alles gaben und anschließend Applaus von den 80 – 90 Gästen ernteten. Kein überragender Gig, aber als erste Visitenkarte auf dem deutschem Boden voll in Ordnung.

Fast eine halbe Stunde dauerte es dann, bis zehn vor Elf die Österreicher BELPHEGOR mit ihrem Gig starteten. Hell-Muth bemängelte gleich zu Anfang die tropischen Temperaturen mit den Worten „Es ist zu heiß für Death Metal!“, bevor es nach dem Intro mit „The Goatchrist“ gleich ein ordentliches Pfund vor den Latz gab. Allerdings wärte die Freude nur kurz, denn nach kurzer Zeit war klar, dass der Sound inzwischen wieder deutlich schlechter war, so dass der Belphegor-Gig nicht nur infernalisch laut, sondern auch infernalisch eintönig war, da in dem Soundbrei alles irgendwie gleich klang. Zwar entschuldigte sich die Band für die Soundverhältnisse und teilte ihren Wodka mit dem Publikum, aber das rettete die Stimmung auch nicht wirklich. Das beste am Gig waren Ansagen wie „Jetzt kommt ein ganz alter Song, den haben wir seit drei Jahren nicht mehr gespielt – außer gestern…“ in breitestem Österreicher Dialekt, der Rest war relativ langweilig, was aber nicht an der Band lag, die sich zumindest Mühe gab. Da konnten auch Songs wie „Necrodaemon Terrorsathan“ oder „Diaboli Virtus In Lumbar Est“ nicht viel bewirken, und als nach „Lucifer Incestus“ schon Schluß sein sollte, musste man sich schon wundern – es war 23:38! Eine Zugabe gab`s noch, man bedankt sich und ging, womit der Reinfall dann perfekt war!

Fazit: zu heiß, zu laut (stellenweise), Sound mies bis unterirdisch schlecht und ein Headliner mit gerade gerade mal 55 Minuten Spielzeit! Am Anfang taten mir die Bands wegen der spärlichen Zuschauer leid, am Ende nur noch die Zuschauer und die Vorbands. Konzerte im Club 2 können mir in Zukunft gestohlen bleiben, und bei Belphegor würde mich interessieren, ob man wegen Hitze und Soundproblemen so kurz spielte, oder ob das üblich ist…

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