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Zur Meinung von Amazon

CD Review: Angizia - 39 Jahre für den Leierkastenmann oder Ein Stück für die Judenstadt

Veröffentlicht am Freitag 21 Februar 2003 18:49:48 von maximillian_graves
Kein Metal, aber unzweifelhaft ein extrem beeindruckendes Stück Musik und Fans von Bands wie Lacrimosa oder selbst Eisregen und allen anderen mit offenen Ohren ausdrücklich ans Herz gelegt.








Erster Akt: 1911-1920
Eröffnung
Mein Jahr in Lemberg, 1911
Mehmet und die Zirkusstadt
Zinnsoldaten und Kanonen, 1917
Anstasia Spennocchi, 1920

Zweiter Akt: 1921-1933
Der Wein der Lumpensammler, 1923
Lied für die Armut anderer Leute
Judenkinder oder die Komödie vom Krieg
Die Zinnoberrote Marionette
Unterstadt-Oberstadt-Zirkusstadt
Die linke Hand des Musikanten

Dritter Akt: 1934-1941
Komik und elegische Momente
Blumen und Tschandravtii, 1938
Eine ungelebte Stunde, 1941
Ithzak Kaufman und das Bindfadencello
Der lustige Tote
Epilog aus der Judengruft
Mein letztes Stück

Erschienen 2002-11-11 bei Medium Theater

Kein Metal, aber unzweifelhaft ein extrem beeindruckendes Stück Musik und Fans von Bands wie Lacrimosa oder selbst Eisregen und allen anderen mit offenen Ohren ausdrücklich ans Herz gelegt.

"39 Jahre für den Leierkastenmann oder: Ein Stück für die Judenstadt" ist der volle Titel dieses Albums. "Dieses Stück erzählt, idealistisch und trotzig, vom kurzen, doch frohgemuten Leben eines jüdischen Spielmannes zur Weltkriegszeit, für den der Klang eines archaischen Leierkastens revolutionär und weltverbessernd war." So heißt es im Booklet. Und so revolutionär wie der Leierkasten für den Spielmann Elias Hohlberg geklungen haben mag, so revolutionär klingt auch dieses Album.

Der Stil des Ensembles (Band trifft es nicht wirklich) ist schwer zu beschreiben, vermischt er doch verschiedenste stilistische Elemente und Instrumente. Die Mischung aus Eisregen und Lacrimosa dürfte es jedoch noch am besten treffen. Die Texte sind alles, von positiv und optimistisch bis hin zu endlos betrübt und morbid, die Musik ist ähnlich breit gefächert, von wunderschönen, tieftraurigen Balladen bis hin zu wirklich rockigen Nummern wie etwa "Anastasia Spennocchi" oder dem anschließenden, auch textlich sehr frechen "Der Wein der Lumpensammler".

Und genau in diesem Abwechslungsreichtum liegt der Reiz dieses Albums. Angizia sind in der Lage, jede Facette der Emotionen glaubhaft umzusetzen, in Worten wie in Klängen. Mit 3 männlichen und einer weiblichen Gesangsstimme und einem Instrumentenspektrum das vom Akkordeon über E-Gitarre, E-Bass, Klarinette, Piano, Posaune, Tuba und Schlagzeug bis hin zu Violine und Violoncello reicht, gehen auch die möglichen Kombinationen nicht so schnell aus.

Um es klar zu sagen: Beim ersten Hördurchgang ist dieses Album vermutlich zwar unterhaltsam, gerade auch wegen der zahlreichen, schnellen, rockigen Elemente, aber die wirkliche Genialität (in diesem Fall trifft nichts anderes zu) erschließt sich erst, wenn man das Album mehrmals gehört hat. Ganz in Ruhe, am besten mit geschlossenen Augen, um dem Gehirn die Chance zu geben, die erzählte Geschichte mit eigenen Bildern auszuschmücken.

Dieses Album bekommt von mir jedenfalls eine absolut klare und eindeutige Empfehlung. Reingehört sollte jeder mal haben!

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