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Sonstige Festivals: 12. Wave-Gotik-Treffen in Leipzig

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Veröffentlicht am Mittwoch 11 Juni 2003 22:58:11 von madrebel
Dieser Artikel wurde von vampires_angel mitgeteilt
phpnuke.gifSchwarze Menschen, ein rosa Zelt, laue Lüftchen und ein paar Bands spielten auch noch.




Zum nunmehr 12. mal trafen sich die Fans der Gothic-Szene zu Pfingsten in Leipzig. Rund 19.000 Gothic´s aus aller Welt kamen zusammen, um 4 Tage zu feiern. Auch die Outfits waren wieder unterschiedlicher denn je. Angefangen vom typisch edlen Gothic-Outfit, über weiße Hochzeitskleider bis hin zum Punk-Style war alles vertreten. Und nach 12 Jahren sollte man eigentlich meinen, das sich die `normalen Leute`an den alljährlichen Anblick der Gothics gewöhnt hätten. Doch irgendwie ist dem nicht so. Man wird immer noch angeschaut, als wolle man der alten Dame auf der anderen Straßenseite jeden Moment an den runzeligen Hals springen. Der diesjährige Pfingstbote (das Programm-Buch zum WGT) ist ebenfalls gelungen.Dunkelblau mit blutroter Schrift, sieht einfach genial aus. Nur gebunden war meines nicht so gut. Denn schon beim ersten blättern hatte ich lose Seiten in der Hand. Man kann sich vorstellen, wie es nach den 4 Tagen nun ausschaut.

150 Bands machten einem die Wahl nicht gerade einfach, zumal auch noch Mittelaltermarkt, Lesungen, Kinofilme, Shows und Ausstellungen angeboten wurden.



Nachdem sich ein einzelner regelrecht um den Zeltaufbau geprügelt hat, konnte ich mich in aller Ruhe auf die kommenden Tage vorbereiten. Es gab nur ein Problem. Ich hatte nicht nur meine Karte und das Band, sondern auch das von einem Bekannten. Und dieser stand auf dem Weg nach Leipzig ständig im Stau und kam dann auch prompt 6 Uhr am Morgen erst an. Nach dem nachgeholten Schlaf begab auch ich mich dann auf das Gelände und war zum ersten mal über meine neue Schlafgelegenheit geschockt. Einige andere Bekannte brauchten ein größeres Zelt und da ich ein 4-Personen Zelt hatte, war es ja auch keine große Sache mit dem Tausch. Eigentlich...denn nachdem ich das andere gesehen hab, war ich doch ein wenig geschockt. Es war Schweinchen-Rosa!!! Nagut, es hat ja zumindest den Vorteil, das man dieses auch im größten Suff findet.

Um diesen Schock zu verdauen und mit den Leuten anzustoßen, die man ein Jahr lang nicht mehr gesehen hat, kamen die ersten Portionen Alkohol. Hm, das, was mir so angedreht wurde, traf nicht ganz mein Geschmack. Es nennt sich Wodka-Ahoi. Man nehme eine Tüte Brausepulver und löse es im Mund auf. Darauf einen großen Schluck Wodka dazu und alles schön vermischen (Technik wie beim Zähneputzen). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, man hat das Gefühl, als würde einem jeden Moment die Fresse exprodieren. Nachdem man dieses Zeug dann auch die Speiseröhre herunter gespült hat, geht es doch ziemlich schnell in den Kopf. Und nicht nur das, man bekommt nach mehrmaliger Anwendung unwahrscheinlich Blähungen.

Nach der ersten Dröhnung (was durch die Hitze doch recht schnell ging) machte ich mich zur ersten Veranstaltung. Zuerst die Eröffnung, wo durch Moderatoren noch einmal das Programm der nächsten Tage erwähnt wurde. Danach folgte ein Mittelalterspektakel. Dieses wurde durch eine Gruppe Ritter gestaltet, die einen doch beachtlichen Schaukampf mit den Schwertern boten. Dazu noch ein paar Klänge dieser Zeit und die Show war perfekt. Gefolgt wurde das weitere Programm von Kelvin Kalvus, der mit einem Ritual versucht hat irgendwelche Dämonen zu vertreiben. Ob dies funktioniert hat, wird sich wohl zeigen. Auf jeden Fall war seine Darbietung einfach Wahnsinn. Nacheinander balancierte er zuerst eine bis hin zu vier Glaskugeln auf seinem Oberkörper entlang. Man hatte teilweise schon den Eindruck, das sich dahinter irgendein Trick befindet, aber nachdem er zweimal eine Kugel fallen ließ, war auch dieses schnell geklärt. War echt faszinierend, denn Körperbeherrschung ist da wohl das oberste Gebot.

Nun folgte eine Show, bei der schon der Name alles verrät. "Die kleine Gruftschlampe", Fantasy Fetisch Show. Hm, die Kulissen glichen einem Klassenzimmer. Böse Mädchen, die dem Unterricht nicht folgen, sondern sich mit der Nachbarin unterhalten und eine Lehrerin, die diese Mädels dann bestrafen soll. Eigentlich eine aufregende Sache, doch die einzelnen Szenen waren so übertrieben lang, das irgendwie statt Lust Langeweile auftrat. Naja, ist ja auch eine Ansichtssache.
Danach ging es dann erstmal wieder zum Zelt, wo auch wieder reichlich einen über den Durst getrunken wurde. Mit der angeheiterten Laune marschierten wir dann quer über den Zeltplatz
Richtung Heidnischem Dorf. Das ist ein Platz, wo man alles rund um das Mittelalter findet. Musik, Kleidung, Essen und natürlich Met. Wir haben uns es dann erstmal auf der Wiese gemütlich gemacht, mit Met und dem Mittelalter-Gedudel im Hintergrund.Wie doch die Zeit vergehen kann! Wir saßen bis kurz nach Mitternacht dort.Und nachdem wir auch ordentlich dicht waren, war die beste Idee zum Ausnüchtern das Zelt. Also stolperte ich den Weg zurück in mein Schweine-Rosa Zelt und ward bis zum nächsten Tag nicht wieder gesehen.


Es gab nun wieder ein Problem. Nach einer recht kühlen Nacht dauerte es nicht lange, bis ich es kaum noch drinnen aushielt. Der Schock kam, als ich auf die Uhr blickte. Es war erst 7:30 Uhr und ich war noch völlig kaputt. Aber bei der Hitze kann man es ja nicht mehr aushalten. So ging ich erstmal ausgiebig duschen und frühstücken, denn ich wohne ja nicht all zu weit weg vom Gelände. Wie praktisch. Dann ging es wieder zum Zeltplatz, wo auch schon das zweite Frühstück wartete. So ein lecker Bier am Mittag ist was feines. Da ist man in richtiger Laune, um wieder auf Tour zu gehen. In bester Laune machten wir uns auf den Weg zur Sixtina, einem kleinen Club in der Innenstadt. Dort sollten zwei Leipziger Bands auftreten. DARK EMPIRE besteht seit 1998. Die Band beherrscht sowohl sanfte Balladen als auch geniale EBM-Lieder, bei denen es schwer fällt, noch ruhig auf dem Stuhl zu sitzen.Es erinnert teilweise stark an die Songs der 80´er, wobei es aber keineswegs abgedroschen rüber kommt. Auch wenn nicht so viele Besucher in der Sixtina waren, bekam die Band doch reichlich Zustimmung. Bei SPALTER EAST sah es schon ein wenig anders aus. Auch diese Band gibt es seit 1998 und der Stil läßt sich wohl am ehesten mit Electro-Rock umschreiben. Musikalisch war es gut, doch gesanglich konnte mich dies nicht sonderlich vom Hocker reißen. Klang irgendwie ein wenig blechern. Danach ging es dann wieder auf das Agrar-Gelände. Wenn es in der Sonne zu warm wurde, gingen wir in die Verkaufshalle. Dort konnte man vom kleinsten Bild, über Klamotten bis hin zu Einrichtungsgegenständen alles finden. Wie jedes Jahr war auch X-Tra-X vertreten (Gruß an Rigor Mortis: Hast was verpasst auf dem WGT). Nun wurde es Zeit, zum nächsten Konzert zu sausen. Und zwar zu BLUTENGEL, die auf der Parkbühne gespielt haben. Hm, um dort hin zu kommen, muss man ein ganzes Stück laufen. Endlich dort angekommen kam das nicht ganz unerwartete. Massen von Gothics standen vorm Eingang und versuchten, einen noch irgendwie guten Platz zu bekommen. Auch wir hatten noch die Chanche, in die Parkbühne zu kommen. Aber mit 1, 64 m gewinnt man nicht mal einen Blumentopf, wenn man in der letzen Reihe steht.1998 wurde Blutengel gegründet und hat seither recht großen Erfolg in der Szene.Denn sowohl ruhige Klänge als auch schnellere machen ein jedes Konzert zum Genuß. Der beste Beweis waren ja wieder die Massen an Besuchern. Etwas zu Meckern gibt es dann doch. Die Organisatoren hätten sich eigentlich ausmalen können, das die Band so viele Besucher zieht. Von daher ist die Parkbühne meiner Meinung ein schlecht gewählter Ort für ein solches Konzert.Bei so einem Andrang dauert es mit lediglich drei kleinen Eingängen zu lange, um alle auf gefährliche Gegenstände zu durchsuchen und wenn man dann nach dem Konzert wieder raus will, ist auch noch ein Durchgang nicht mehr geöffnet. Und nachdem man sich dann doch wieder in die Freiheit kämpfen konnte, ging der lange Weg zurück zum Gelände. Wie zu erwarten, waren die Bahnen überfüllt und man hatte erst nach der dritten eine Chance, sich auch nur irgendwie in die Bahn zu quetschen. Ziemlich kaputt und verhungert erreichten wir dann doch noch unsere Zelte und mussten erstmal etwas essen. Und nach einer Erholungspause ging es dann wieder weiter. Als nächstes stand LAIBACH auf dem Programm.Darauf freute ich mich schon den ganzen Tag, doch irgendwie wurde ich wieder enttäuscht. Denn der Sound war nicht gelungen. Es waren jede Menge Besucher da, was den Mann am Mischpult offensichtlich dazu bewog, die Anlage bis zum Anschlag aufzudrehen. Das Ergebniss war dann: Man stecke Gesang und Musik in einen Mixer und schalte auf An.Vom Gesang hat man also nicht mehr sooo viel mitbekommen. Müde, enttäuscht und mit leicht schmerzenden Ohren verzog ich mich dann in mein rosa Zelt.



Wie zu erwarten wachte ich auch am Sonntag schweißgebadet gegen 7:00 Uhr wieder auf, ohne wirklich erholt zu sein. Jeder hier hoffte auf Abkühlung in Form von Regen, was sich wohl irgendwie erfüllen sollte. Dazu aber gleich mehr.Nach Dusche und Frühstück ging es zu ESCAPE WITH ROMEO.Die 1989 gegründete Band macht kein Geheimniss aus der Leidenschaft zum New Wave.Das Puplikum ließ sich vom genialen Sound mitreißen und man kann nicht bestreiten, das es eine gute Show war.

Noch völlig erschlagen vom wenigen Schlaf schlichen wir zu den Zelten und man kann nicht behaupten, dass wir besonders fit waren. Aber auf keinen Fall wollten wir CORVUS CORAX verpassen, die am Abend im Heidnischen Dorf auftreten sollten. Doch für einige Zeit war daran nicht mehr zu denken, denn ein Security-Mensch lief über den Zeltplatz und erzählte was von Sturmwarnung in Sachsen und dass man Zelte und Pavillions sichern sollte. Gut, das kann vorkommen, doch so heftig haben wir uns das nicht vorgestellt, denn nach ca. einer halben Stunde ging es los. Der Himmel war zugezogen und es wurde richtig heftig. Wir hielten zu 6. unseren Pavillion fest, damit dieser den Sturm unbeschadet übersteht. Anders erging es einigen Zelten. Das Nachbarzelt hatte nach dem "lauen Lüftchen"(Aussage von Zombie) kein Oberzelt mehr und diverse andere Zelte konnte man nur noch auf den Müll schmeißen.Nachdem sich das Wetter beruhigt hatte, gingen wir durchnässt dann doch ins Heidnische Dorf. Und siehe da, CORVUS CORAX spielten doch. Es war das einfach unübertrefflich und Mittelalter pur. Auf der aktuellen Veröffentlichung kamen über 50 verschiedene Instrumente zum Einsatz. Und wer sich diesem Genuss hingeben möchte, sollte unbedingt zu den Kaltenberger Ritterfestspielen fahren. Aufgewärmt fielen wir dann in die Zelte. Leider hat meines irgendwie dem Regen nicht ganz dicht gehalten. Die Nacht war also ein wenig kühler als gewohnt, denn mein Schlafsack hatte auch ein "paar Tropfen" abbekommen.


Aber auch so ein Gewitter sollte die Temperaturen am Morgen nicht unten halten. Denn wieder stieg man viel zu zeitig raus. Zu Hause tat dann eine heiße Dusche ziemlich gut, doch machte es auch müder als man eh schon war. Prompt schlief ich auf dem Sofa ein. Leider fühlte ich mich trotz des Schlafes wie erschlagen, aber das half alles nichts, denn es warteten noch ein paar Konzerte darauf, besucht zu werden. Angefangen haben wir mit FAUN. Wieder war dieses im Heidnischen Dorf, der perfekten Atmosphäre für Mittelalter-Musik. Faun zogen das Puplikum in ihren Bann. Danach folgten SCHANDMAUL in der Halle der Agrar.Die Halle war brechend voll und auch der Sound war perfekt. Es war einfach Wahnsinn. Selbst die Leute in den letzten Reihen feierten. Ich hätte nicht gedacht, das es Schandmaul schaffen, so viele mitzureißen.Diese Reaktionen hatte ich auch für die darauffolgende Band erwartet. TANZWUT. Doch trotz das die Halle voll war, konnten Tanzwut viele nicht begeistern. Tanzwut haben einen eigenen Stil entwickelt, der sich in keine Kiste stecken läßt. Noch nicht einmal Mittelalter. Denn es sind zu viele Elemente in der Musik von Tanzwut zu finden.

Leider konnte ich mir SUBWAY TO SALLY nicht mehr anschauen, da ich nun vollends erledigt war und am nächsten Tag wieder auf Arbeit musste. Schade eigentlich.



Zusammen gefasst war ich auch in diesem Jahr wieder begeistert vom Wave- Gotik-Treffen.

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