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Sonstige Festivals: WALPURGIS METAL DAYS IV

Veröffentlicht am Dienstag 13 Juli 2004 23:30:55 von endless_pain
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Mit den Walpurgis Metal Days wird für mich immer die Festival-Saison eingeläutet. Hier nun einige Eindrücke von dem kleinen aber feinen Festival.
 
 
 
In Hauzenberg angekommen waren wir schon etwas erstaunt, dass sich schon so viele Anhänger der härteren Musik auf dem Festplatz eingefunden hatten. Gleich wurden alte Bekannte gesichtet und ein bisschen gequatscht, danach auf dem, in diesem Jahr um einiges größerem Zeltplatz das Zelt aufgebaut und das erste Bier gekillt. Da ich wieder mal so schlau war die Pumpe für die Luftmatratze daheim in der Garage zu lassen, war ich nach gut einer halben Stunde doch etwas außer Atem. Aber egal, ein Festival ist ja kein Kindergeburtstag. Nachdem wir unseren Zeltnachbarn beim Rückwärts-Essen bewundern durften und es uns in der Frühlingssonne gemütlich gemacht hatten drangen schon die ersten Klänge aus dem Festzelt zu uns herüber. Die WMD IV hatten begonnen.
 
 
Freitag:
 
Das Festival eröffnen durften die sechs Münchner von EQUILIBRIUM! Die Mischung aus Black-, Dark- und Viking-Metal kam auch gleich recht gut an und die ersten Reihen im Zelt füllten sich rasch und es konnten auch schon einige Besucher dazu animiert werden, ihr Haupthaar zu schütteln! Leider gingen Songs wie “Met“ und “ Unter der Eiche“ etwas zu stark ins Ohr, da der Mann am Mischpult die Regler etwas zu hoch hinauf geschoben, und es mit der Lautstärke zu gut gemeint hatte! Leider wurde dadurch auch der Gesang von Helge ziemlich übertönt. Nach einer halben Stunde war auch schon wieder Schluss aber die Band  konnte mich  trotz der Umstände schon richtig begeistern.
 
Nach der Umbaupause brach dann schon das erste Krach-Gewitter über das Publikum herein. INGROWING aus der Tschechischen Republik knüppelten sich durch ihr Set, als gäbe es kein Morgen mehr! Der Sound wurde hier auch schon um einiges besser und es war sogar möglich ohne extremes Brüllen ein Bier zu bestellen! Als lustiges Detail des Auftritts muss man erwähnen das, als der Sänger ein Lied ankündigte der Gittarist mehrere Fragezeichen im Gesicht hatte und man erst nach einem klärendem Gespräch wieder weiter spielen konnte. Nach gut der Hälfte des Auftritts wurde die ganze Sache dann ein bisschen melodischer und somit auch abwechslungsreicher was dem Ganzen auch gut tat, denn gut eine halbe Stunde nur extremstes Geknüppel ist nicht wirklich das Wahre..
 
Bei IN SLUMBER zogen wir es dann mal vor uns am Zelt was zu Essen zu machen und ein Bierchen zu kippen. Leider übersahen wir dabei die Zeit und verpassten auch noch DISASTROUS MURMUR. Genau diese Band wollte ich am Freitag unbedingt sehen und war deswegen doch etwas über mich selbst verärgert, da ich von einigen erfahren hatte, dass die Band aus Graz einen sehr guten Auftritt hingelegt hatten. Tja, Shit happens.
 
Rechtzeitig zu BURDEN OF GRIEF begaben wir uns dann wieder ins Zelt und ich war gespannt, wie die fünf das Material von der recht guten CD “Fields of salvation“ rüber bringen würden.  Zum Glück war der Sound jetzt um einiges besser und davon profitierten die Melodic Deather ziemlich. Mir gefallen BURDEN OF GRIEF auf Platte jedoch besser und so wurde für mich persönlich das ganze schnell etwas langweilig. Da es vor dem Auftritt schon einige Verzögerungen gab musste die Band dann nach einer halben Stunde schon wieder von der Bühne. Für mich war es nichts besonderes, aber den meisten schien es gefallen zu haben.
 
Als Blood dann die Bühne betraten war mir sofort klar, dass der Auftritt das Highlight des Abends werden würde. Über BLOOD was zu schreiben ist eigentlich verschwendete Zeit, aber man muss einfach. Das Grindcore/Death Gemisch was die Band aus Speyer hinlegten ist zwar musikalisch nicht unbedingt was besonderes, aber sie wurden nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Mehr ist mir leider nicht in Erinnerung geblieben da sowohl ich als auch Zombie dem Alkohol etwas zu stark gefrönt hatten und somit 100% der Planet-Mannschaft so gut wie außer Gefecht gesetzt war.
 
Den Abschluss des ersten Tages machten dann HOLLENTHON aus Wien. Mit ihren epischen Songs wie “To kingdom come“, “ Fire upon the blade“ und “Y draig goch” wurde gleich sehr gute Stimmung verbreitet und die Band nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Leider war hier der Sound wieder nicht so besonders und sie hatten auch noch mit technischen Problemen zu kämpfen. Hollenthon ließen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und zockten sich routiniert durch ihren einstündigen Auftritt. Ich persönlich konnte aber mit dem Gig nicht wirklich viel anfangen und so machten wir uns auf den Weg zum Zelt um noch einigen Dosen Bier das Leben auszusaugen und danach erschöpft aber begeistert zur Nachtruhe über zu gehen, bzw. noch mal auf Tour, gell Zombie
 
 
 
Samstag:
 
Mit einem ziemlich dicken Kopf ging es dann am Samstag um 10 Uhr früh ins Zelt, um die Passauer Deather MASSIVE RETALIATION zu begutachten und sich ein echtes bayrisches Weißwurst-Frühstück zu genehmigen! Für die doch ziemlich frühe Stunde konnten doch schon einige Zuschauer ins Zelt gelockt werden und ihnen wurde gleich ein ziemlich heftiger wenn auch kurzer Auftritt um die Ohren gehauen. Genau das Richtige zum Aufwachen.
 
Nach dem Auftritt des Trios war ein Luftgitarren-Wettbewerb angesetzt, ob der aber durchgeführt wurden und wenn ja, wer ihn dann gewonnen hat entzieht sich meiner Kenntnis, da ich es vorzog noch mal ein bisschen vors Zelt zu setzten und Kraft für den Rest des Tages zu tanken. Es war schon lustig zu zusehen wie sich die Nachbarn mit verschiedensten Spielchen wie Trichter-Saufen, Football mit einer Flasche Cola spielen und sich vom Hügel ins nächst gelegene Zelt zu hechten die Zeit vertrieben. Dabei wurde auch mein persönlicher Kultspruch des Wochenendes geboren. “ HEAVY METAL IS....Zelt zam springa“. Für den der so was mag, war es sicher das Höchste.
 
Irgendwann musste ich dann der doch recht kurzen Nacht Tribut zollen und bin noch mal für ne kurze Zeit eingeschlafen wodurch ich ILLEGIMITATION leider verschlief und auch noch fast den ganzen Auftritt von INCH verpasste. Ich bekam nur noch mit, wie sich die Band mit einem Cover von almighty Slayer verabschiedeten.
 
Mit SOMBER SERENITY konnte ich dann die (für mich) zweite Band des Samstages bewundern. Die Band spielte eine Mischung aus Black-, Folk- und Dark-Metal, die zu gefallen wusste. Zwar konnten noch nicht viele Festival-Besucher ins Zelt gelockt werden, aber denjenigen die anwesend waren gefiel es sichtlich. Erwähnenswert sind auch die für ein Metal Konzert etwas ungewöhnlichen Instrumente wie Flöte und Maultrommel. Ist mal was anderes und bleibt in den Gedanken hängen.
 
Größer hätte der Unterschied zwischen den Musikstilen nicht sein können wie zwischen Somber Serenity und den Slowenen SANATORIUM. Da ich schon 2 CDs dieses Quartetts mein Eigen nannte war ich gespannt wie sie sich live machen würden. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auf CD sind sie ja schon schnell und heftig, aber was sie auf der Bühne leisten kann man damit nicht vergleichen. Um einiges schneller und so richtig in die Fresse wir hier absolut genialer Death/Grind geboten. Der “Sänger“ grunzte wie ein Schwein auf der Schlachtbank und die anderen drei Mitstreiter zocken sich auch sehr heftig durch den Gig. Das einzig negative am Auftritt war dann aber auch der Sänger, da das Gegrunze nach der Hälfte der Spielzeit doch sehr nervig wurde und die absolut kranken, oder besser gesagt perversen Texte. Abgesehen von den zwei Punkten war es trotzdem ein gelungen Auftritt.
 
Nach dem Auftritt der Slowaken war es für mich etwas schwer mich auf die nächste Band, nämlich COLLAPSE 7 zu konzentrieren. Die zweite Band einiger Hollenthon-Mitglieder spielte zwar guten, robusten Death Metal der mir persönlich aber nicht wirklich gefiel. Der ganze Auftritt war mir etwas zu langweilig und somit beschloss ich das aufkommende Hungergefühl zu bekämpfen und zog mich auf den Zeltplatz zurück. Leider übersah ich damit wieder mal eine Band und zwar VICTIM. Schade eigentlich, aber man kann ja nicht alles im Leben (bzw. auf einem Festival) haben.
 
Dafür war ich dann bei den diesjährigen “Exoten“ wieder am Start. Wie schon im Vorjahr Purulent aus Kolumbien, konnte auch dieses Jahr wieder eine südamerikanische Band verpflichtet werden und zwar DISGORGE aus Mexiko. Und wieder gab es kräftig auf die Zwölf. Heftigster Gore-Grind gemischt mit Death-Metal sorgte bei den Anwesenden für eine gute Stimmung. Zwar gefallen mir die Südamerikaner auf CD um einiges besser, aber trotz allem konnten sie mich überzeugen.
 
DISILLUSION aus Leipzig stimmten dann wieder etwas ruhigere, melodiösere Klänge an. Da ich von der Band außer einem Review noch nie was gelesen bzw. gehört hatte, war ich gespannt wie sich die Band wohl anhört. Leider hatte ich etwas zuviel erwartet, denn der melodiöse Death-Metal war nicht unbedingt meine Sache. Musikalisch gesehen war der Auftritt aber klasse, nur irgendwie wurde auch hier die ganze Sache etwas langweilig.
 
Danach kam der heimliche Headliner des Samstage. Wenn man so über den Zeltplatz spazierte, konnte man schon früh sehen warum einige Besucher eigentlich zum Festival gekommen waren. OP-Kittel und Mundschutz war ein des öfteren gebrauchtes Accessoire und je näher der Auftritt der sicken Spanier HAEMORRHAGE kam, tauchten immer mehr Leute mit selbigen auf. Und von Anfang an war vor der Bühne der Teufel los. Schon dass Auftreten der Band war irgendwie bizzar. Sänger Lugubrios war von oben bis unten mit Blut besudelt, Gittarist Luisma hatte den obligatorischen grünen OP-Kittel an und Ersatz-Basser Mon trat mit einem blutigem Arzt-Kittel auf. Aber das ist man ja von den Spaniern eh gewöhnt. Musikalisch wurde ein richtiges Grind-Feuerwerk höchster Güte gezündet und auch Show mäßig war wieder einiges geboten. Neben der schon genannten Kleidung wurden noch eine Plastik-Hand und ein Plastik-Hirn zum Einsatz gebracht. Auf alle Fälle war der Auftritt mein persönliches Highlight des gesamten Festivals und ich freue mich schon auf das PartySan Festival, da HAEMORRHAGE dort wieder auftreten werden.
 
Nachdem HAEMORRHAGE alles abgeräumt hatten was es abzuräumen galt, hätte so manche andere Band keinen Blumentopf mehr gewonnen. Wenn mit SODOM aber noch ein Urgestein des deutschen Thrash-Metals auf dem Programm steht, kann eigentlich nichts schief gehen. Mit Liedern wie “Wachturm“, “Outbreak of Evil“ und “Agent Orange“ konnte Onkel Tom und seine Mannen noch mal so richtig Stimmung verbreiten. SODOM war auf alle Fälle ein würdiger Headliner eines genialen Festival. Leider musste auch ihr Auftritt Verspätungs-bedingt etwas gekürzt werden und so machte ich mich dann abgekämpft auf den Weg Richtung Zelt.
 
 
Wie schon letztes Jahr waren die Walpurgis Metal Days eine sehr gelungene Veranstaltung. Der Eintrittspreis lag mit 16 Euro im Vorverkauf sehr niedrig. Wenn man bedenkt, dass mit u.a. Blood, Hollenthon, Haemorrhage und Sodom Spitzen Bands verpflichtet werden konnten, ist der Eintrittspreis sogar lächerlich! Die Preise der Getränke waren auch angemessen, nur die Essens-Preise hätten etwas niedriger ausfallen können! Positiv war auch, dass die Polizei zwar dieses Jahr auch wieder präsent war, aber nicht mehr so aufdringlich wie in den vorher gegangenen Jahren Die sanitäre Situation hat sich im Gegensatz zum letzten Jahr auch um einiges gebessert. Neben dem stationären WC und dem Toilettenwagen waren dieses Jahr auch einige Dixies auf dem Gelände verteilt worden. Auch wenn es noch nicht sicher ist ob die WMD V nächstes Jahr stattfinden freu ich mich schon auf das nächste Mal.

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